Gedanken zu Literaturpreisen

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Der Oktober ist der Monat der Literaturpreise. Der Deutsche Buchpreis und der Booker Prize wurden bereits verliehen, andere stehen noch aus.
Mir geht dieses Thema derzeit nicht aus dem Kopf, denn ich frage mich, wie man diese (zum Teil hochdotierten Preise) überhaupt „fair“ bewerten kann.

Da lese ich beispielsweise im Guardian einen Artikel von Afua Hirsch („What I learned from my year of reading outside the box“), die in der Jury des Booker Preises saß. Darin berichtet sie u.a., dass sie innerhalb von sechs Monaten 151 Bücher lesen musste – das sind rund 25 Bücher pro Monat und es gibt noch ein Leben außerhalb der Buchdeckel….

Wie kann man sich innerhalb so kurzer Zeit intensiv genug mit einem Roman befassen? Wie kann man ihm die Aufmerksamkeit schenken, die es braucht, um eine fundierte Meinung dazu abzugeben? Bleiben nicht nur die zuletzt gelesenen Werke im Gedächtnis (selbst wenn man sich Notizen macht) oder die „großen Namen“?

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Oder auch bei der Vergabe des Deutschen Buchpreises.
Da äußerte sich Petra Hartlieb, Buchhändlerin, zu ihrer Juryaufgabe ein wenig kritisch. Sie habe viele Romane nicht verstanden, sie könne sie vermutlich nicht verkaufen. Und schon kommen die erhobenen Zeigefinder von anderer Seite: Es gehe darum „den besten Roman des Jahres“ zu küren, nicht die Verkäuflichkeit zu bewerten.

Aber muss ein guter Roman nicht auch lesbar und zugänglich sein? Muss der „beste Roman“, nicht der sein, der von vielen gelesen und verstanden wird, damit er seine Leserschaft aufrüttelt und (vielleicht) zum Umdenken bringt?

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Die Bewertungskriterien allein wären schon eine gesamte Abhandlung wert. Sie werden so gut wie nie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, was speziell dem Booker Prize immer wieder vorgeworfen wird. Wir als LeserInnen können nicht einschätzen, warum wir das prämierte Buch lesen sollten.

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Auch stellte sich mir beim Man Booker die Frage, wie ein Fortsetzungsroman den (halben) Preis gewinnen konnte? Margret Atwood wurde für „The Testaments“ geehrt, ein Buch, das man nicht versteht, ohne zuvor „The Handmaid’s Tale“ gelesen zu haben. Als Standalone ist es meiner Meinung nach in keiner Weise „preiswürdig“, man muss schon das Gesamtwerk betrachten, was aber nicht Teil des Man Booker ist. Oder doch?

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Ihr seht, ich tue mich arg schwer mit Literaturpreisen. Es ist schön, dass AutorInnen für ihre Arbeit gewürdigt werden, aber gibt es so etwas wie „das beste Buch“ überhaupt und woran macht man das fest?

Wie seht ihr das so?

 

22 Antworten auf „Gedanken zu Literaturpreisen

  1. Ich sehe diese Preise auch eher kritisch, vor allem, wenn nicht transparent erscheint, nach welchen Kriterien ein Gewinner ausgewählt wurde.
    Auch den Literaturnobelpreisgewinner dieses Jahr halte ich für nicht ganz unbedenklich.
    Ein wirklich schwieriges Thema. Danke für den tollen Artikel dazu!

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    1. Vom Nobelpreis wollte ich erst gar nicht anfangen, den habe ich ausgeblendet. Ich finde es da auch nicht gut, einfach mal den Preis vom letzten Jahr nachzureichen…. und Handke war keine kluge Wahl. Aber den Preisträger des Deutschen Buchpreises mag ich dafür sehr :)

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  2. Spannender Beitrag mit schwierigen Fragen! :-)

    Qualität ist – andernorts müsste ich dafür jetzt drei Euro ins Phrasenschwein werfen – natürlich immer subjektiv. Wenn man aber bei der Vergabe eines Buchpreises die Verkäuflichkeit als Kriterium für die Qualität eines Buches heranzieht, sehe ich das tatsächlich sehr kritisch.

    Denn, um das mal überspitzt zu formulieren, wenn J . K. Rowling – gegen die ich persönlich nichts habe – einen weiteren Roman schreiben würde, dessen Inhalt aus nichts anderem bestünde, als dass dort Harry Potter den Text von „Hoch auf dem gelben Wagen in 6.500 Sprachen auf 2.300 Seiten singt, dann würde sich das Ding verkaufen wie geschnitten Brot, hätte aber objektiv betrachtet null literarische Qualität. Wenn man Verkäuflichkeit – oder gar Verkaufszahlen – heranzieht, dann hätten Leute wie Dieter Bohlen – gegen den ich persönlich auch gar nichts habe – Buchpreise gewonnen. Und das kann nicht richtig sein. :-)

    Bezüglich das Zugänglichkeit kann man unterschiedlicher Meinung sein. Ich mag persönlich Bücher, die mich stilistisch fordern, recht gerne. Als noch vergleichsweise simples Beispiel fällt mir da spontan „Lincoln im Bardo“ ein, das ich nicht nur aber eben auch wegen des Stils gerne gelesen habe. Sprache bietet unbegrenzte Möglichkeiten des Einsatzes, sollte man da tatsächlich den einfachsten Umgang mit derselben prämieren, nur weil sich das entsprechende Buch dann zugänglicher liest und dann vielleicht den x-ten Roman von Harlan Coben – gegen den ich ebenfalls persönlich gar nichts habe, ich mag viele seiner Bücher – auszeichnen!? Ich denke, nicht!

    Wenn Frau Hartlieb im Vorfeld des Buchpreises Bücher lesen musste, die sie nicht verstanden hat, ja, dann ist das eben so. Dann kommt das entsprechende Buch für sie eben nicht als Preisträger infrage. Ich sehe darin nichts Schlimmes. Und verkaufen wird sich der spätere Preisträger ganz von selbst, allein durch den plakativen Aufkleber, der dann auf dem Cover pappt, da braucht sie sich gar keine Sorgen machen …

    Sicherlich, der Literaturbetrieb läuft immer Gefahr, den Eindruck zu vermitteln, als habe er etwas Abgehobenes und als befinde er sich in seinem abgeschotteten Elfenbeinturm, um von dort aus gravitätisch zu verkünden, was denn nun lesenswert ist oder nicht, aber die Auswahlkriterien zu simplifizieren und unter dem Aspekt der Massentauglichkeit abzuändern, kann meines Erachtens nicht der richtige Weg sein.

    Ich hätte mich übrigens gerne kürzer gefasst, stelle aber gerade fest: Es ging nicht! ;-)

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    1. ich seh das prinzipiell ähnlich: Verkäuflichkeit sollte kein Hauptkriterium sein, Zugänglichkeit meiner Meinung nach allerdings schon. Oder werden diese Preise für die Elite verliehen, die das Glück hatte, eine hervorragende Bildung genossen zu haben, um solche Bücher zu verstehen? Oder auch anders gefragt: verstehen sie sie wirklich oder geben sie sich nur den Schein, um nicht „dumm dazustehen“? Ist der beste Roman der, der am „kunstvollsten“ geschrieben ist? Sicherlich werden sich die Preisträger immer verkaufen, aber geht es nicht auch darum, dass sie anschließend auch gelesen werden und nicht im Regal verstauben, weil sie zu „sperrig“ sind, um gelesen zu werden? Da sind wir dann auch wieder bei meinem momentane „roten Knopf“ – wer nun voll motiviert von Atwood „The Testaments“ kauft, um die Booker-Preisträgerin zu lesen, wird feststellen, dass sie/er noch einmal in die Tasche greifen muss, weil Band 2 nicht ohne Band 1 funktioniert. Band 2 ist aber nur deswegen so „gut“ (was ich aber auch etwas anders sehe), weil er mit Band 1 eine gute Grundlage hat.
      Mir schwirren so viele Gedanken dazu durch den Kopf, die ich momentan nur schwer in eine verständliche Form bringen kann. Ich steh diesen Preisen (wie allen, deren Bewertungskriterien nicht frei zugänglich sind) jedenfalls sehr kritisch gegenüber.

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      1. Ich denke tatsächlich, dass Buchpreise jeglicher Art nur für eine überschaubare Anzahl an Leserinnen und Lesern wirklich relevant sind. Die überwiegende Mehrheit liest weiter Sebastian Fitzek und Sophie Kinsella – was völlig wertfrei hinsichtlich deren Qualität gemeint ist – und kümmert sich nicht groß drum. Ich meistens auch nicht. :-)

        Dementsprechend denke ich auch, dass die prämierten Bücher nur für einen überschaubaren Personenkreis wirklich relevant sind. So könnte ich, wenn ich den Fehler machen würde, von mir auf andere zu schließen, erwähnen, dass ich von allen Literaturnobelpreisträgern der Geschichte nur einen verschwindend geringen Anteil gelesen habe, und angesichts dieser Tatsache behaupten, dass das sicherlich der Mehrheit der lesenden Menschen so geht.

        Das klingt vielleicht fürchterlich elitär, das soll es aber gar nicht, denn meines Erachtens bildet das nur die Wirklichkeit ab.

        Denn trotzdem haben diese Preise aus meiner Sicht natürlich eine Daseinsberechtigung. Man wird – wenn man Bedarf hat – auf Bücher oder AutorInnen aufmerksam, die man vielleicht noch nicht auf dem Schirm hatte und die es im Idealfall verdient haben. Daran kann ich nichts Schlimmes finden.

        Das gilt übrigens unabhängig von den Kriterien, nach denen diese vergeben werden. Kennt denn jemand die Bewertungskriterien der Grammys oder des Oscars?

        Um bei diesen Beispielen zu bleiben: Während meines Erachtens bei den Grammys immer simplere Musik ausgezeichnet wird, weil sich die Populärmusik insgesamt nämlich genau in diese Richtung entwickelt, wurden bei den Oscars in den letzten drei Jahren mit „Moonlight“, „Shape Of Water“ und „Green Book“, drei Filme ausgezeichnet, die allein wegen ihrer Handlung nicht unbedingt leicht zugänglich sind, aber vermutlich – ich kann das nur für „Shape Of Water“ sagen, aber der war wunderbar – nichtsdestotrotz großartig sind.

        Diese Filme sind dann nicht für jeden etwas. Aber: Das müssen sie auch gar nicht.

        Insgesamt geht die Academy damit aber einen besseren Weg, als wenn sie im selben Zeitraum „Avengers: Endgame“, „Jurassic World 2“ und „Fast & Furios 8“ prämiert hätte, die allesamt leichter verdaulicher und kommerziell wesentlich erfolgreicher waren, als die letztlichen Preisträger.

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      2. Ich weiß, was du meinst. Ich muss über das Thema noch eine Weile nachdenken. Diese Bestseller, die du erwähnst, dienen der reinen Unterhaltung. Prmiert werden sollte schon etwas, was darüber hinaus geht und sich kritisch mit einem Thema befasst, das in irgendeiner Weise für die Gesellschaft von Bedeutung ist. Aber gerade dann wäre es meiner Meinung nach umso wichtiger, dieses Thema „zugänglich“ abzuhandeln, um eine große Leserschaft damit zu erreichen und nicht nur die literarische Oberschicht. Ahh, ich habe mich so langsam in meinen eigenen Gedankengängen verlaufen :-)

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      3. Es ist ja auch ein schwieriges Thema. ;-)

        Vielleicht sollten wir erst mal eine halbwegs allgemeingültige Definition des Wortes „Zugänglichkeit“ finden und genauer beschreiben, was diese ausmacht. :-)

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      4. Eine Geschichte, die (überwiegend) aus Sätzen mit Subjekt, Prädikat, Objekt und Satzzeichen gebildet ist ;-) War beim Dt. Buchpreis nicht mal ein Buch nominiert, dass aus einem einzigen Satz bestand? Aber ja, darüber müsste man sich zuerst einmal Gedanken machen. Was für den einen „zugänglich“ ist, ist es für den anderen noch lange nicht…. Vielleicht sollte so eine Preis auch die Zielgruppe klarer definieren….

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      5. Diese Definition erinnert mich frappierend an die Hauptsatz-Hölle eines Ferdinand von Schirach. Erbarmen! ;-) Inhaltlich mag ich seine Bücher, aber Denis Scheck hat schon irgendwie recht, wenn er sie als „Literarisches Graubrot“ bezeichnet.

        Recherche meinerseits ergab, dass Caroline Günther mal den Roman „Ein Satz“ geschrieben hat, der zwar 276 Seiten aber nur – Überraschung – einen Satz umfasst. Mir wäre aber neu, dass es dafür einen Preis oder eine Nominierung gab.

        Aber ich gebe zu: Gerade so etwas finde ich persönlich spannend. ;-)

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      6. Kann auch Booker gewesen sein, mir fällt der Titel nicht ein, ich muss mal meine Freundin fragen, mit der ich darüber diskutiert hatte.
        Schirach les ich nicht, aber Schecks Einschätzung finde ich meist sehr zutreffend. Ok, es sollten vielleicht nicht nur Hauptsätze sein, aber eben auch keine Texte, denen zu 90% Prädikate fehlen oder andere wesentliche Satzbausteine ;-)

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      7. Ah, der Roman, den Du meinst, ist „Ducks, Newburyport“ von Lucy Ellman. Über 1.000 Seiten, ein Satz. Shortlist Man Booker Prize 2019. :-)

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      8. Ah, stimmt, war Booker! Den werde ich niemals lesen! Nie! Never! ich hab daheim aber Bücher mit fehlenden Buchstaben liegen :D Eins hat kein „e“, eins (glaub ich) kein „r“. Die sind aber eigentlich gut lesbar.

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      9. P.S. Da meine Angewohnheit, immer, überall und jederzeit Literaturempfehlungen auszusprechen, leicht zwangshafte Züge zu haben scheint: Kennst Du zufälligerweise „Der beste Roman des Jahres“ von Eward St Aubyn? Der behandelt nämlich eben genau die Themen Literaturpreise und Literaturbetrieb an sich auf eher bissige, satirische Art. Es liest sich aber nicht unbedingt ganz einfach.

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      10. „Ich denke tatsächlich, dass Buchpreise jeglicher Art nur für eine überschaubare Anzahl an Leserinnen und Lesern wirklich relevant sind. Die überwiegende Mehrheit liest weiter Sebastian Fitzek und Sophie Kinsella – was völlig wertfrei hinsichtlich deren Qualität gemeint ist – und kümmert sich nicht groß drum. Ich meistens auch nicht. 🙂

        Dementsprechend denke ich auch, dass die prämierten Bücher nur für einen überschaubaren Personenkreis wirklich relevant sind. So könnte ich, wenn ich den Fehler machen würde, von mir auf andere zu schließen, erwähnen, dass ich von allen Literaturnobelpreisträgern der Geschichte nur einen verschwindend geringen Anteil gelesen habe, und angesichts dieser Tatsache behaupten, dass das sicherlich der Mehrheit der lesenden Menschen so geht.“

        Mich haben Buchpreise auch noch nie interessiert. Es gibt ja Blogger, die nach Long- und Shortlists lesen, aber das sind verschwindend wenige. Auch die Buchmessen interessieren mich nicht, zumal Frankfurt dieses und den folgenden Jahren nur langweilige Gastländer hat, Slowenien ausgenommen.

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      11. Wer es mag, soll gerne nach Long- und Shortlists lesen, dagegen ist erst mal wenig einzuwenden. Ich persönliich ziehe es da aber auch vor, eher selektiv zu lesen. Wenn etwas den Anschein hat, interessant zu sein, sehe ich es mir an, sonst nicht. „Steht auf der Shortlist“ reicht nicht aus, um für mich potenziell interessant zu sein.

        Die Buchmessen würden mich dagegen tatsächlich sehr interessieren. Wenigstens einmal da gewesen zu sein, wäre schon schön.

        Norwegen, Kanada und Spanien vorweg allerdings als „langweilig“ zu bezeichnen, halte ich schon für gewagt … ;-)

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      12. „Die Buchmessen würden mich dagegen tatsächlich sehr interessieren. Wenigstens einmal da gewesen zu sein, wäre schon schön. “

        Ich war einmal vor 20 Jahren auf der Frankfurter Messe, du versäumst wirklich nichts.
        Ich hatte am Ende Fußschmerzen und einen Rucksack voller Broschüren, die am Ende der nächsten Woche im Mülleimer landeten.
        Im Internet kann man sich über Bücher besser infomieren.
        Messen geben meiner Meinungnach nur Sinn, wenn man sich was ansehen kann, wie z.B. Autos oder ausprbieren wie Lebensmittel- oder Kreativmessen.

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      13. Es gibt auch auf der Buchmesse eine Halle, in der man Snacks und Co findet (natürlich stammen die Rezepte aus den entsprechenden Kochbüchern). Die Messe hat sich in den letzten 20 Jahren schon verändert. Es gibt weniger „Werbematerial“, mehr Abwechslung, mehr Veranstaltungen und immer wieder innovative Ideen. Vor 20 Jahren (wobei es bei mir eher 25 sein dürften, ich war anfangs als Jugendliche mit meinem Eltern dort) fand ich es auch eher öde, aber da gab es den Publikumsverkehr wie jetzt auch noch nicht. Heutzutage find ich sie eigentlich sehr sehenswert.

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      14. Jetzt war ich ein wenig schnell mit dem Absenden.

        „Norwegen, Kanada und Spanien vorweg allerdings als „langweilig“ zu bezeichnen, halte ich schon für gewagt … 😉“

        Dann einigen wir uns auf Standard. Mal ehrlich norwegische, spanische oder französische Literatur finde ich sehr standardmäßig.
        Da fand ich Schwarzafrika, Indonesien oder China als Gastländer durchaus spannender.

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      15. Ich war bisher nur auf der Frankfurter Buchmesse, finde sie aber im er wieder faszinierend. Sie erweitert nicht nur meinen Lesehorizont. Dort sind so viele Genres und Verlage vertreten, es gibt unzählige Gespräche über die (Buch)Kultur, man tauscht sich aus, lernt Neues und kann auch – wenn man das mag – an vielen Lesungen und Angeboten rund um die Messe teilnehmen. Das Besondere an den Gastländern ist, dass sie einen eigenen Hallenteil zur Verfügung haben, den sie ganz individuell gestalten können. Die Atmosphäre dort ist immer beeindruckend. Georgien hatte sein Alphabet in großen Holzbuchstaben mitgebracht und man erfuhr viel über die Entstehung der Sprache. Auch hier gibt es immer wieder Überraschendes zu entdecken: AutorInnen, die man anders nie gefunden hätte, Wissen über das Land, das so nie in die Presse kommt, man trifft auf tolle Menschen und tolle Geschichten. Ich gehe schon seit meiner Jugend immer wieder gern auf die Buchmesse in Frankfurt, aber hin und wieder muss ich pausieren, weil mich die Masse und auch der Marketingaspekt dann ein wenig erdrücken. Allerdings ist Frankfurt auch eine Verlagsmesse, wo es in erster Linie um die Vernetzung der Verlage, um Rechteerwerb und anderes geht und weniger der Leser im Vordergrund steht. Dieses Jahr setze ich aus, nächstes Jahr – wenn Kanada Gastland ist – bin ich wieder dort.

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