Buchlotto Oktober 2020

Ihr Lieben, die letzten drei Bücher liegen auf dem Buchlottostapel – wir nähern uns dem Ende des Jahres und damit dem Ende der Aktion.
Ich werde das im nächsten Jahr nicht weiterführen, da ich mittlerweile gezielter lese und schon in den letzten Wochen die Überraschungsbücher kaum noch angeschaut habe.

Falls jemand von euch die Sache weiterführen möchte in 2021 – sehr gern!

Aber kommen wir zur Ziehung für den Oktober. Es ist die….

Nummer 12!

Dahinter verbirgt sich bei mir

„Der Beigeschmack des Todes“ von P.D. James.

Welches Buch habt ihr gezogen?

Rezension: „A Thousand Ships“ von Natalie Haynes

Titel: A Thousand Ships
Autorin: Natalie Haynes
Verlag: Mantle

Inhalt:
„This was never the story of one woman, or two. It was the story of all of them…
In the middle of the night, Creusa wakes to find her beloved Troy engulfed in flames. Ten seemingly endless years of brutal conflict between the Greeks and the Trojans are over, and the Greeks are victorious. Over the next few hours, the only life she has ever known will turn to ash . . .
The devastating consequences of the fall of Troy stretch from Mount Olympus to Mount Ida, from the citadel of Troy to the distant Greek islands, and across oceans and sky in between. These are the stories of the women embroiled in that legendary war and its terrible aftermath, as well as the feud and the fatal decisions that started it all…“

Rezension

“ A Thousand Ships“ von Natalie Haynes stand auf der Shortlist des Women’s Prize for Fiction 2020 und hätte ich nicht das Onlineevent mit Vorstellung der Shortlistautorinnen gesehen, hätte ich wohl nie dieses wunderbare Buch gelesen.

Die Helden und ihre unscheinbaren Begleiterinnen

Wer kennt sie nicht, die Helden der griechischen Sagen? Man kennt vielleicht nicht alle, aber die meisten werden schon einmal etwas von Odysee, Achill, Agamemnon und all den anderen stolzen Männern gehört haben. Aber wer hat je etwas über ihre Frauen gelesen?

Man erinnert sich vielleicht noch an Namen wie Helena und Penelope, aber Hekabe, Cassandra oder auch Klytaimnestra sind eher Nebenfiguren in den Heldengeschichten – und diesen verleiht Haynes nun endlich eine Stimme.

Starke Frauen zum Nichtstun verdammt

Der Fokus liegt auf dem zweiten trojanischen Krieg, der „Befreiung“ von Helena und Odysees lange Reise zurück in seine Heimat. Wir betrachten all die oft gehörten Geschichten aus der Sicht der Frauen, die um ihre Männer bangen, ihre Kinder auf brutale Weise verlieren, versklavt werden und zum Nichtstun verdammt sind, denn sie sind – abgesehen von ein paar Ausnahmen – nur schmückendes Beiwerk für die Helden.

Doch Haynes schildert sie nicht als unterwürfig und unwichtig. Sie zeigt sie als starke Persönlichkeiten, die versuchen, aus der ihnen aufgezwungenen Situation das Beste zu machen – mal trotzig, mal emotional, mal ironisch.

Mein Lesefazit

„A Thousand Ships“ ist eins meiner Lesehighlights aus 2020! Es ist ein wunderbares Buch, toll geschrieben, das meiner Meinung nach schon lang überfällig war und daran erinnert, dass es nicht nur männliche Helden gibt, sondern auch starke Frauen, von denen nur deutlich weniger berichtet wird.

Leider gibt es bislang noch keine deutsche Übersetzung, aber ich würde mir gern eines Tages ein schönes übersetztes Hardcover ins Regal stellen können.

Wer Englisch lesen kann, sollte unbedingt „A Thousand Ships“ auf die Liste setzen – es lohnt sich!

Rezension „Just Like You“ von Nick Hornby

Titel: Just Like You
Autor: Nick Hornby
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Originaltitel: Just Like You

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

Inhalt:
„Es ist das Jahr 2016. Lucy ist 42, Mutter zweier Jungs, Lehrerin. Sie lebt von ihrem Mann getrennt und wählt linksliberal. Joseph ist 22, Aushilfsmetzger, Fußballtrainer und an Politik nicht interessiert. Ausgerechnet diese beiden ungleichen Menschen verlieben sich. Wie heißt es so schön, Gegensätze ziehen sich an…“

Rezension

Nick Hornby, ein Schriftsteller, der die Popliteratur geprägt hat, hat bereits einige bedeutsame Werke geschrieben, die auch verfilmt wurden wie beispielsweise „High Fidelity“ oder „About a Boy“.
Seine Werke sind für mich immer ein wenig ein Glücksspiel: Einige mochte ich gar nicht, andere wiederum fand ich großartig.

„Just Like You“ ist nun neuestes Buch, das sehr aktuelle britische Themen aufgreift und sie in eine moderne Liebesgeschichte verwebt.

Der Brexit, die Liebe und andere Hindernisse

Lucy und Joseph – sie so gut wie geschieden, Mutter, 42 Jahre alt, weiß, Brexitgegner, er Single, Gelegenheitsjobber, 22 Jahre, schwarz, Brexitunschlüssiger.

Zwei sehr gegensätzliche Menschen treffen im Jahr 2016, im Brexitentscheidungsjahr, in England aufeinander, verlieben sich und lernen nach und nach die Welt des anderen kennen.
Und dabei gilt es, all diese Gegensätze zu verstehen und zu überwinden.

Es sind wichtige Themen, die Hornby hier aufgreift und die den Alltag der Briten geprägt haben und weiterhin prägen. Er zoomt hinein in eine Situation, die regelrecht aus dem Leben gegriffen ist. Seine Figuren bewegen sich in ihren sozialen Blasen und werden plötzlich mit „der anderen Seite“ konfrontiert, müssen mit Vorurteilen gegenüber anderen aber auch gegenüber sich selbst umgehen und lernen, sie auszuhalten, wollen sie die Liebe erhalten.

Rassismus und Selbstzweifel

Lucy, deren Mann im Laufe ihrer Ehe zu einem Alkoholiker und Drogenabhängigen mutierte, hat sich von ihm befreit und ist nun alleinerziehende Lehrerin. Allerdings scheint sie ihr Leben sehr gut im Griff zu haben. Nur mit dem Altersunterschied zwischen ihr und Jospeh und ihrem alternden Körper kommt sie nicht klar.

Hornby ist es sehr gut gelungen, das Innenleben seiner Protagonistin zu beleuchten. Wir sehen und verstehen bis zu einem gewissen Grad, was in ihr vorgeht und wie sie sich selbst im Weg steht. Es fällt ihr nicht leicht, den bekannten Pfad zu verlassen, ihre Selbtszweifel zu überwinden und vielleicht auch bei ihren Peers ein wenig an Ansehen zu verlieren.

Demgegenüber steht Jospeh, der schwarze junge Mann, der Träume hat, aber wenig konkrete Lebenspläne. Über ihn erfahren wir im Vergleich zu Lucy recht wenig. Es gibt eine Stelle im Buch, an der deutlich wird, wie er mit Alltagsrassismus zu kämpfen hat, aber eigentlich bleibt er sehr zweidimensional in dieser Geschichte, was ich ein wenig schade fand.

Mein Lesefazit

„Just Like You“ ist ein Roman unserer Zeit, allerdings bleibt es bei einem Schnappschuss diverser gesellschaftlicher und politischer Probleme. Hornby hat einige relevante Themen aufgriffen, aber sie bilden nur die Kulisse, sie tragen nur einen Teil zum Drama bei. Man kann erahnen, welche Auswirkungen sie auf das Leben der Protagonisten haben, aber wirklich nachvollziehen kann man es als LeserIn nicht, befindet man sich nicht in einer ähnlichen Situation.

Nick Hornby ist ohne Frage erneut ein interessantes Werk gelungen, was viel Raum für eine Verfilmung lässt, aber mich persönlich hat es nicht wirklich angesprochen, dazu fehlte es an Details und Tiefe einiger Figuren.
Kann man lesen, muss man aber nicht.

Rezension: „Das lügenhafte Leben der Erwachsenen“ von Elena Ferrante

Titel: Das lügenhafte Leben der Erwachsenen
Autorin: Elena Ferrante
Verlag: Suhrkamp / Insel

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

Inhalt:
„Neapel in den Neunzigern, Giovanna ist dreizehn Jahre alt, die Vorzeigetochter kultivierter Mittelschichtseltern, eine strebsame Schülerin. Doch plötzlich verändert sich alles, ihr Körper, ihre Stimmung, die Noten brechen ein, und immer öfter gerät sie mit ihren Eltern aneinander. Zufällig kommt Giovanna der Vorgeschichte ihres Vaters auf die Spur, der aus einem ganz anderen Neapel stammt, einem leidenschaftlichen, vulgären Neapel. Dort treibt sie sich herum, aber die Geheimnisse, auf die sie da stößt, verstören sie. Und als sie bei einem Abendessen bemerkt, wie ein Freund der Familie unterm Esstisch zärtlich die Füße ihrer Mutter streift, verliert sie vollends die Fassung. Denn wem kann sie überhaupt noch trauen? Und was soll ihr Halt geben? Oder ist sie selber bereits unrettbar verwoben in dieses lügenhafte Leben der Erwachsenen?“

Rezension

Ich bin großer Fan von Elena Ferrante, auch wenn ich die Serie um die beiden Freundinnen Lila und Lenu noch nicht ganz beendet habe. Ich liebe ihren Schreibstil, ihre Fähigkeit, eine einfache Geschichte im großen Stil zu erzählen und ich liebe Italien.
Ich war hocherfreut, als ich erfuhr, dass es ein neues Buch von ihr gibt und mir der Suhrkampverlag dieses sogar als Leseexemplar zukommen ließ.

Aber kann es dem Vergleich mit „Meine geniale Freundin“ standhalten?

Das Setting

Wie bereits in den Erzählungen zuvor befinden wir uns in Neapel. Doch dieses Mal besuchen wir einen anderen Teil der Stadt.
Unser Blick wird auf zwei Familien gelenkt, die zum Bildungsbürgertum gehören und in einer wohlhabenderen Umgebung leben als die Figuren aus Ferrantes Serie. Es gibt zwar einige Spuren in das ärmere Neapel, aber die hat der Vater der Protagonistin so gut wie ausgelöscht.

Für die dreizehnjährige Giovanna, die Hauptfigur, ist dieser Teil Neapels eine Selbstverständlichkeit. Sie kennt es nicht anders, wird aber plötzlich, nach einer dummen Bemerkung ihres Vaters, in eine völlig andere Welt katapultiert und sieht sich mit einer anderen Realität konfrontiert.

Zwei Welten treffen hier aufeinander, die gegensätzlicher auf den ersten Blick kaum sein könnten, die aber nach und nach immer mehr Gemeinsamkeiten zeigen.

Die Figuren

Wieder ist es der Autorin ausgesprochen gut gelungen, glaubhafte Figuren zu erschaffen, die sich sehr real anfühlen und in die man sich sehr gut hineinversetzen kann – zumindest als Leserin, denn es sind die Frauen, die in diesem Roman erneut im Vordergrund stehen und deren Innenleben uns bis ins Detail präsentiert wird.

Im Vordergrund steht ein Mädchen, dessen Körper gerade die Pubertät durchlebt mit allen Emotionen, Empfindungen und Ängsten, die viele LeserInnen gut kennen werden.
Ihr gegenüber steht ihre Tante Vittoria, eine erwachsene Frau, die sehr direkt ist, ihre Sexualität auslebt und ihren Platz in der Welt behauptet.

Es ist dieser Gegensatz, der die Geschichte prägt. Wir sehen, dass Giovanna mit diesem anderen Lebensstil zu kämpfen hat, nicht weiß, wie sie ihn einordnen soll und erkennt, dass ihre Eltern, die Vittoria harsch für ihre Art verurteilen, eigentlich nicht besser sind, ihre dunklen Seiten nur besser zu verstecken wissen.

Aus der „Pubertätsbrille“ betrachtet, ist das für die Protagonistin kaum auszuhalten. Ihr Ich gerät ins Wanken und stürzt fast ab, hätte sie nicht einen Jungen getroffen, den sie nun auf den Sockel stellt, den ihr Vater zuvor innehatte.

Der Schreibstil

Elena Ferrante ist eine großartige Wortkünstlerin. Wie keine andere versteht sie es, mit Sprache die Atmosphäre einzufangen, die Leser hin und wieder mit vulgären Szenen und Ausdrücken zu überrumpeln und sich ebenso unwohl in ihrer Haut fühlen zu lassen wie die junge Giovanna.

Zu Beginn liest sich der Roman noch sehr kindlich, ist doch die Hauptfigur noch ein halbes Kind, aber ganz langsam verändert sich der Ton und wird in dem Maße erwachsener, wie auch die Hauptfigur erwachsener wird.

Stilistisch finde ich dieses Buch fast ein wenig besser als „Meine geniale Freundin“, es ist ausgefeilter, ausbalancierter.

Mein Lesefazit

Ich habe es sehr genossen „Das lügenhafte Leben der Erwachsenen“ zu lesen. Es ist ein großartiges Werk einer großartigen Schriftstellerin (oder ist es am Ende gar ein Schriftsteller?).

Dennoch kam es für mich nicht ganz an die Freundinnenreihe heran, was aber auch daran liegt, dass in einer mehrbändigen Erzählung einfach mehr Platz ist für die Figurenentwicklung und auch das Drumherum, das hier ein wenig zu kurz kam. Neapel tritt hier als eigene Persönlichkeit sehr in den Hintergrund, weil wir uns ganz auf die beiden Familien konzentrieren, die eher mit sich selbst als mit ihrem Umfeld beschäftigt sind.

Trotz allem ist „Das lügenhafte Leben der Erwachsenen“ von Elena Ferrante ein ausgesprochen lesenswertes Buch!

Rezension: „Andrin“ von Martina Altschäfer

Titel: Andrin
Autorin: Martina Altschäfer
Verlag: Mirabilis Verlag

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

Inhalt:
„Susanne ist Schriftstellerin und Ghostwriterin. Als sie für einen ebenso zahlungskräftigen wie unsympathischen »Premium«-Kunden eine geschönte Autobiografie verfassen soll, ist sie nahe am Verzweifeln. Ihr Verleger stellt ihr kurzerhand seine Ferienwohnung in Italien zur Verfügung, um sie zu motivieren. Doch auf der Reise in den Süden verhindert mitten in den Schweizer Alpen ein Steinschlag die Weiterfahrt. Unversehens gerät Susanne nach Voglweh, eine kleine verfallene Siedlung in einem Hochtal mit lediglich zwei Bewohnern, die kaum eine Verbindung zur Außenwelt haben und sich selbst versorgen. Aus ursprünglich einer Notübernachtung werden Tage, Wochen, Monate. Ohne Telefon und Internet, ohne Zwänge und Verpflichtungen.“

Rezension

„Andrin“ ist der Debütroman von Martina Altschäfer, die Bildende Kunst, Freie Malerei und Germanistik studiert hat. Von ihr stammt auch das Cover des Buches.

Das Setting

Wir befinden uns für den überwiegenden Teil der Geschichte in einer winzigen Siedlung in den Schweizer Alpen, in der nur noch ein Ehepaar, das sich selbst versorgt und kaum Kontakte zur Außenwelt pflegt, lebt.
Der Autorin ist es ausgesprochen gut gelungen, diese auf den ersten Blick idyllische Umgebung, die allerdings je nach Wetterlage auch sehr gefährlich werden kann, zu beschreiben.

Im Gegensatz dazu lebt die Hauptfigur Susanne in ihrem Kopf für das Buch, das sie schreiben muss, in einer opulenten Glitzerwelt, die vor Reichtum nur so strotzt.
Als LeserIn fragt man sich unwillkürlich immer wieder, welcher der beiden Welten wohl der Vorzug zu geben ist.

Die Figuren

Wir begegnen hier nicht so vielen Charakteren, aber die wenigen, die wir treffen, werden sehr liebevoll und positiv beschrieben. Dennoch tragen sie ihre Geheimnisse mit sich und man kann nicht mit Bestimmtheit sagen, ob sie nicht doch auch ihre dunklen Seiten haben.

Interessant ist auch die Figur, deren Biographie Susanne schreiben soll. Hape, wie sie ihn nennt – von „Hauptperson“ – prahlt mit seiner Existenz, die ganz allein auf Geld beruht, der sein Leben aber als Vorbild für jeden beschrieben haben möchte, so ausschweifend wie möglich, auch wenn das nicht unbedingt immer der Wahrheit entspricht.
Hape bevorzugt eine gefälschte Vergangenheit, während Andrin und seine Frau über ihre Vergangenheit schweigen.

Der Schreibstil

Der Schreibstil war es, der mich sofort in die Geschichte gezogen hat. Martina Altschäfer schreibt sehr detailliert, sehr stimmungsvoll, deutet Dinge an, ohne sie jedoch aufzulösen. Sie lässt die Unsicherheiten im Raum stehen, lässt ihre Protagonistin und uns ins Ungewisse treten und dort verharren. Und immer ist da die kraftvolle Natur, die niemanden schont, aber dennoch Halt bietet.

Mein Lesefazit

„Andrin“ von Martina Altschäfer ist ein gelungener Debütroman. Man möchte am Ende selbst diesen Ort in der Ferne aufsuchen, das gute Essen der Eheleute genießen und einfach eine kleine Pause vom Alltag einlegen.

Montagsfrage: Virtueller Messebesuch

Neue Woche, neues Glück. Ich sitze im Homeoffice, warte auf die große Hitze und päpple meine Gesundheit etwas auf, die momentan ein wenig angeschlagen ist.

Aber nun zur heutigen Frage von Antonia: Nehmt ihr dieses Jahr an der FBM teil?

Zur Information zunächst ein Ausschnitt aus einer Pressemitteilung:

„Die Frankfurter Buchmesse (14.-18. Oktober 2020) findet in diesem Jahr statt: mit einem umfangreichen Liveprogramm auf der ARD-Buchmessenbühne in der Festhalle, rund 80 Veranstaltungen im Rahmen des BOOKFEST city in Frankfurt und einem illustren Line-up beim BOOKFEST digital. Die klassische Hallenausstellung der Frankfurter Buchmesse wird in diesem Jahr pandemiebedingt ausgesetzt: Aufgrund der aktuell geltenden Reisebeschränkungen können zahlreiche Länderstände nicht wie geplant umgesetzt werden….“

Schon bevor dies bekannt wurde, hatte ich mich entschieden, dieses Jahr auf keinen Fall zur Buchmesse zu fahren. Ich sehe mich in einer gewissen Verantwortung mir und meiner Umwelt gegenüber, mich nicht in Situationen zu begeben, die die Viren besser verbreiten können.
Vor-Ort-Events jeglicher Art sind für mich persönlich so lange tabu, bis die Bevölkerungsgruppe, die besonderen Schutz benötigt, durch einen Impfstoff tatsächlich auch geschützt werden kann. Das mag eine ganze Weile dauern, aber das ist ok für mich, denn es gibt immer mehr interessante digitale Angebot.

So wie das digitale BOOKFEST der Messe Frankfurt.

Noch steht das Programm nicht fest, aber es wird sicherlich ein breites Angebot umfassen, da Verlage und AutorInnen gerade jetzt auf Möglichkeiten zur Präsentation ihrer Werke besonders angewiesen sind und sich sicherlich so eine Chance nicht entgehen lassen werden. Ich rechne mit großen Namen und tollen Lesungen.

Es freut mich – wenn auch der Anlass kein schöner ist -, dass immer mehr versuchen, online ihre Zuschauer zu erreichen.
Ich habe schon einen tollen Buchpreisabend per Livestream vom Literaturhaus Hamburg miterlebt, sowie vier grandiose „Wohnzimmertreffen“ per Zoom beim „Women’s Prize for Fiction“.

Ich finde es schön, dass ich nun Events besuchen kann, die ich unter normalen Umständen aus unterschiedlichen Gründen nicht hätte besuchen können. Ich habe auch kein Problem damit, für solche Onlineveranstaltungen Geld auszugeben.
So sehr ich es auch mag, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen – so sehr mag ich auch mein Sofa, Tee und Knabbersachen.

Nehmt ihr an der Buchmesse oder anderen digitalen Events teil?