Wochenrückblick: Urlaubswoche

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So, da ist meine Urlaubswoche auch schon wieder so gut wie vorbei. Ich werde irgendwann im Winter noch ein paar Tage frei nehmen, ansonsten war’s das für dieses Jahr mit Urlaub.

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Diese Woche war ich 4x im Fitnessstudio und hab in erster Linie an meiner Ausdauer gearbeitet, weil ich das ganz gern vernachlässige. Und damit es nicht zu zäh wurde, hab ich den eReader mitgenommen und viel gelesen.

Außerdem waren wir neugierig auf denen neuen veganen „Burger“, den es seit Kurzem bei Aldi Süd gibt. Wir sind beide seit über 20 Jahren Vegetarier, essen zwar selten „Ersatz“, aber probieren uns gern durch neue Produkte.
Dieser Burger ist ganz ok. Er ist gut gewürzt und saftig, aber man kann ihn getrost weglassen.

Buchig hatte die Woche auch etwas zu bieten: ich war 2x in der Stadtbib (beim ersten Mal war es wegen einer Vorleseaktion für Erwachsene zu laut zum Denken), habe den neuen Erebos (und den überarbeiteten alten Erebos) von Ursula Poznanski gekauft und mich auf meinen ersten Lesekreis, zu dem ich eingeladen wurde, vorbereitet.

Als Video der Woche gibt es den Trailer zu „Little Women“. Der Film soll am 30.1.2020 in Deutschland erscheinen:

Habt ein schönes Wochenende!

„Die Mauer“ von John Lanchester

43712090._SY475_.jpgTitel: Die Mauer
Autor: John Lanchester
Verlag: Klett-Cotta
Originaltitel: The Wall
Übersetzung: Dorothee Merkel

Rezensionsexemplar

Inhalt:
„Joseph Kavanagh tritt seinen Dienst auf der Mauer an, die England seit dem großen Wandel umgibt. Er gehört nun zu jener Gruppe von jungen Menschen, die die Mauer unter Einsatz ihres Lebens gegen Eindringlinge verteidigt. Der Preis für ein mögliches Versagen ist hoch. Schaffen es Eindringlinge ins Land, werden die verantwortlichen Verteidiger dem Meer – und somit dem sicheren Tod – übergeben. Das Leben auf der Mauer verlangt Kavanagh einiges ab, doch seine Einheit wird zu seiner Familie, und mit Hifa, einer jungen Frau, fühlt er sich besonders eng verbunden. Gemeinsam absolvieren sie Kampfübungen, die sie auf den Ernstfall vorbereiten sollen. Denn ihre Gegner können jeden Moment angreifen. Und die sind gefährlich, weil sie für ein Leben hinter der Mauer alles aufs Spiel setzen.“

Meinung:
„The Wall“ steht dieses Jahr auf der Man Booker Longlist, die ich zumindest in Teilen lesen möchte.

Es ist ein sehr brisanter Roman, der die aktuellen Themen „Flüchtlinge“, „Mauerbau“, „Klimawandel“ und „Einwanderungspolitik“ behandelt.

Den Anfang fand ich unglaublich stark: wir begleiten den ziemlich naiven Protagonisten zu seinem Dienst auf der Mauer und schütteln den Kopf darüber, wie albern diese Aufgabe zu sein scheint, weiß doch niemand wirklich, warum man diese Mauer eigentlich bewacht. Ja, da sind die „Anderen“, aber diejenigen, die es über die Mauer schaffen, werden zu „Dienstlingen“ gemacht und jeder ist froh darum, diese Hilfen zu haben. Außerdem scheint die eigene Bevölkerung zu schrumpfen, denn „Fortpflanzlinge“ werden ganz besonders gehegt und gepflegt. Warum als die Anderen abwehren?

Wir amüsieren uns über dieses seltsame Vorgehen und bekommen gleichzeitig einen Spiegel vorgehalten, denn auch unsere Politik ist von Fremdenhass durchzogen und die Angst vor dem Unbekannten wird langsam aber stetig geschürt.

Leider verliert die Geschichte in der zweiten Hälfte an Bedeutung. Nun wird Joseph selbst aufs Meer verbannt und treibt mit seinem ehemaligen Team auf dem Wasser dahin, bis sie freundlich von den Anderen aufgenommen werden, von Piraten überfallen werden und zu zweit schließlich einen neuen Zufluchtsort finden.
Dieser Teil passt so gar nicht zum Rest. Mir war nicht klar, welche Rolle der Piratenüberfall spielen sollte. Wie passte das zum Rest, was trug es zum Gesamtgeschehen bei, außer dass einige Figuren ums Leben kamen?

„Die Mauer“ ist sicher ein wichtiges Buch im Hinblick auf das aktuelle Zeitgeschehen, konnte mich aber erzählerisch nicht wirklich überzeugen.

Montagsfrage: Selfpublishing

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Eine neue Woche, eine neue Montagsfrage.

Heute möchte Antonia wissen: Was sind eure Erfahrungen mit self-publishing Autoren?

Ganz ehrlich: so sehr ich es auch unterstütze, sich den Traum vom eigenen Buch selbst zu verwirklichen, so sehr meide ich allerdings auch den Kontakt zu selfpublishing AutorInnen.

Ich habe im Lauf der Zeit so meine Erfahrungen gemacht und ich weiß, dass für viele dieser AutorInnen das selbst publizierte Buch das „Baby“ ist. Sie sind so stolz, es nach langer und harter Arbeit auf den Weg gebracht zu haben, aber meist wurde nicht viel Geld in das Projekt gesteckt. Das Cover finde ich dabei noch ziemlich egal, das ist auch bei einigen Verlagsbüchern grauselig. Aber oft verzichtet ein Eigenverleger auf das teure Lektorat, entweder weil sie/er von seinem Werk völlig überzeugt ist oder weil es ein paar Freunde gelesen, korrigiert und für gut befunden haben.

Natürlich sind nicht alle Geschichten als solche schlecht, aber oft ist der Schreibstil sehr simpel, es gibt grammatikalische und/oder gar logische Fehler. Ich lese einfach zu viel, ich kann sowas nicht „überlesen“ und mir ist meine Zeit für schlecht geschriebene Erzählungen zu kostbar. Ich bin kein Lektor (habe das aber tatsächlich kurzfristig mal nebenberuflich gemacht), ich muss mir das nicht antun und ich kann auf meinem Blog nichts empfehlen, was ich persönlich schlecht finde.

Was ich aber gern mal lese, sind die Longlistbücher des deutschen Selfpublishing-Preises, der jedes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wird.
Von der aktuellen Longlist habe ich mir „Miro“ von Claudia Pietschmann und „Ailcos Fluch“ von Kai Kemnitz gekauft, aber noch nicht gelesen.

Es gibt aber besonders im englischsprachigen Bereich einige sehr erfolgreiche selfpublishing AutorInnen wie beispielsweise Sarra Connon oder Andy Weir, der sein Buch „The Martian“ zuerst selbst publizierte und als er damit großen Erfolg hatte, von einem Verlag kontaktiert wurde.

Ich habe großen Respekt vor jedem, der ein Buch von A bis Z selbst auf den Weg bringt, aber ich lese lieber gut lektorierte Bücher und verlasse mich da auf die Verlage.