Kurzrezension: „A Boy called Christmas“ von Matt Haig

25882558 Titel: A Boy called Christmas
Autor: Matt Haig
Verlag: Canongate
Deutsche Übersetzung: Ein Junge namens Weihnacht (dtv)

Klappentext:
„You are about to read the true story of Father Christmas.
It is a story that proves that nothing is impossible.
If you are one of those people who believe that some things are impossible, you should put this book down right away. It is most certainly not for you.
Because this book is FULL of impossible things.“

Meinung:
Viel gibt es zu diesem Buch eigentlich nicht zu sagen. Es ist eine nette, liebevolle und lustige Geschichte mit witzigen Illustrationen über den Nikolaus/Santa Claus/Father Christmas und der Erfindung von Weihnachten.

Kann man prima in der hektischen Adventszeit lesen und vorlesen.

Rezension: „Grimms Morde“ von Tanja Kinkel

36308168.jpg Titel: Grimms Morde
Autorin: Tanja Kinkel
Verlag: Droemer

Klappentext:
„Kassel, 1821: Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten wird nach Märchenart bestialisch ermordet. Die einzigen Indizien weisen ausgerechnet auf die Gebrüder Grimm. Weil die Polizei nicht in Adelskreisen ermitteln kann, die sich lieber Bericht erstatten lassen, anstatt Fragen zu beantworten, kommen den Grimms Jenny und Annette von Droste-Hülshoff zur Hilfe. Ein Zitat aus einer der Geschichten, welche die Schwestern zur Märchensammlung der Grimms beigetragen hatten, war bei der Leiche gefunden worden. Bei ihrer Suche müssen sich die vier aber auch ihrer Vergangenheit stellen: Vorurteilen, Zuneigung, Liebe – und Hass, und diese Aufgabe ist nicht weniger schwierig. In einer Zeit, wo am Theater in Kassel ein Beifallsverbot erteilt wird, damit Stücke nicht politisch missbraucht werden können, Zensur und Überwachung in deutschen Fürstentümern wieder Einzug halten und von Frauen nur Unterordnung erwartet wird, sind Herz und Verstand gefragt.“

Meinung:
Eigentlich bin ich kein Fan historischer Romane, aber wie kann ich einem Krimi widerstehen, der die Brüder Grimm in einen Zusammenhang mit Morde bringt?

Zu den Grimms habe ich ein gespaltenes Verhältnis: ich mag keine Märchen, allerdings hatte sich mein Vater (Deutschlehrer) intensiv mit Märchen und Sagen befasst und die Grimms gehörten schon allein deswegen zu seinen bevorzugten Autoren, da sie einen Bezug zu unserer Heimat haben. Die Brüder besuchten als Jurastudenten die Philipps-Universität Marburg – und ich trat sozusagen in ihre Fußstapfen 😉

Noch bevor ich das Buch begonnen hatte, habe ich die Autorin auf der Frankfurter Buchmesse bei einer kurzen Lesung gesehen. Ich war beeindruckt, wie ausführlich sie sich mit den geschichtlichen Fakten befasst, wie viel Leidenschaft sie in die Recherche steckt und was sie alles über die Zeiten zu berichten weiß, in denen sie ihre Romane ansiedelt.

So war ich beim Lesen regelrecht überwältigt von all den Details, die mir rund um die eigentliche Story begegneten: So viele Informationen über das historische Kassel, die Vorgänge in den Adelskreisen, die politischen und privaten Verwicklungen. Ich musste das Buch immer wieder zur Seite legen, weil es voller Fakten steckt, die alle ihren Teil zum Gesamtwerk beitragen und ich das alles nicht „in einem Rutsch“ verarbeiten konnte.

Die Autorin gibt sich zudem große Mühe, den gesellschaftlichen Umgangston möglichst genau zu treffen. Das führt einerseits dazu, dass der Roman sich etwas „sperrig“ liest, andererseits ist es sehr authentisch und versetzt die Leser unmittelbar in das Jahr 1821.

Ich bin positiv überrascht von „Grimms Morden“ und Tanja Kinkel. Das war mit Sicherheit nicht das letzte Buch, das ich von ihr gelesen habe.

Rezension: „Shatter Me“ von Tahereh Mafi

10429045 Titel: Shatter Me
Autorin: Tahereh Mafi
Verlag: Harper
Übersetzung: Ich fürchte mich nicht (Goldmann Verlag)

Klappentext:
„Juliette hasn’t touched anyone in exactly 264 days.
The last time she did, it was an accident, but The Reestablishment locked her up for murder. No one knows why Juliette’s touch is fatal. As long as she doesn’t hurt anyone else, no one really cares. The world is too busy crumbling to pieces to pay attention to a 17-year-old girl. Diseases are destroying the population, food is hard to find, birds don’t fly anymore, and the clouds are the wrong color.
The Reestablishment said their way was the only way to fix things, so they threw Juliette in a cell. Now so many people are dead that the survivors are whispering war – and The Reestablishment has changed its mind. Maybe Juliette is more than a tortured soul stuffed into a poisonous body. Maybe she’s exactly what they need right now.
Juliette has to make a choice: Be a weapon. Or be a warrior.“

Meinung:
Nachdem ich die beiden Fantasybücher von Mafi gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf ihre Jugendbuchserie „Shatter Me“.

Leider blieb der Roman weit hinter meinen Erwartungen zurück.

Der Schreibstil hat mir gefallen: knappe, einfache Sätze, die zum Szenario passen.
Auch das Setting war interessant, wenn allerdings recht unvollständig. Wir erfahren nicht, was diesem Militärstaat vorausgegangen ist und warum Juliette die Fähigkeit besitzt, die sie so besonders macht.

Letzten Endes ist es eigentlich nur eine „Girl-Meets-Boy“-Story, die auch in jedem x-beliebigen anderen Umfeld hätte spielen können.

Muss man nicht lesen.

Mehr als eine Rezension: Good Night Stories for Rebel Girls

33016249.jpgTitel: Good Night Stories for Rebel Girls
Autorinnen: Elena Favilli, Francesca Cavallo
Verlag: Timbuktu Labs
Deutsche Übersetzung: Good Night Stories for Rebel Girls (Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG)

Klappentext:
„Good Night Stories for Rebel Girls is a children’s book packed with 100 bedtime stories about the life of 100 extraordinary women from the past and the present, illustrated by 60 female artists from all over the world. This book inspires girls with the stories of great women, from Elizabeth I to Serena Williams.“

IMG_6841.jpg

Ich habe dieses Buch noch nicht beendet, aber ich kann jetzt schon sagen, dass es für mich nicht nur das „Buch des Jahres“ sondern vermutlich auch das „Buch meines Lebens“ sein wird.

Ich muss ein wenig ausholen, um das zu erklären:
Seit ich denken kann (und das ist schon recht lang, ich bin 42 Jahre alt), war ich rebellisch. „Rebellisch“ bedeutet in dem Fall nicht, dass ich mich gegen alles und jeden aufgelehnt hätte. Ich habe vielmehr dort rebelliert, wo es um ein respektloses Verhalten oder sinnlose Regeln ging. Ich habe Mitschüler, Lehrer und auch wildfremde Menschen, die sich auf offener Straße unkorrekt verhalten haben, zur Rechenschaft gezogen – spontan und ohne über die Konsequenzen für mich nachzudenken.

Natürlich haben meine Eltern mein „kritisches Denken“ begrüßt, aber sie wollten auch, dass ich ohne Probleme durchs Leben kam und mit diesem Verhalten eckte ich an und schuf mir durchaus hin und wieder Schwierigkeiten.
Letzten Endes wussten sie nicht, wie sie mit meiner Rebellion umgehen sollten, sie war ihnen selbst zu fremd und sie hatten nicht den gleichen Mut und das gleiche Selbstvertrauen, dass ich in dieser Hinsicht schon früh an den Tag legte.
So gaben sie mir (unbewusst) einen widersprüchlichen Rat mit auf den Weg: „Bleibe kritisch, aber im Zweifel sind die anderen erfahrener als du es bist – und befinden sich im Recht.“

Versucht mal, rebellisch zu sein, wenn ihr anderen nicht auf Augenhöhe begegnet, sondern ihrem Verhalten mit mehr Respekt gegenübertretet als ihr euch gegenüber habt…. ich konnte nie wirklich festmachen, warum meine Rebellion sich innerlich so seltsam anfühlte, richtig und dennoch falsch und ich habe sie irgendwann unterdrückt.

Und dann las ich diesen Satz.

To the rebel girls of the world:
Dream bigger
Aim higher
Fight harder
And, when in doubt, remember
You are right.

Ich war zunächst regelrecht „entsetzt“: Wie jetzt? Es ist ok, wenn  ich Recht habe? Es ist ok, wenn ich härter kämpfe? Es gibt Menschen, die das wirklich und ehrlich gutheißen und fördern?

Ich war sprachlos und ich begann die Geschichten der 100 Frauen zu lesen. Frauen, die sich nicht haben „reinreden“ lassen. Sie sind mit Sicherheit vielen Schwierigkeiten begegnet auf ihrem Weg, aber sie haben sich nicht sagen lassen, dass die anderen Recht haben. Sie blieben sich treu, gingen ihren Weg und machten die Welt zu einem besseren Ort.

Wahnsinn.

So viele Frauen und Mädchen (und ich bezweifle nicht, dass es auch Männer dieses Kalibers gibt), die mir den Rücken stärken, die mir durch ihr Leben zeigen „es ist richtig, was du tust“.

Ihr glaubt nicht, wie viel Kraft und Selbstvertrauen mir DAS gibt!

Um es noch einmal zu betonen: meine Eltern liebten mich und wollten nur das Beste für mein Leben. Ich weiß das und schätze es sehr! Allerdings hatte ich eine explosive Eigenschaft in meinem Genpool, die sie versuchten, in ruhigere Bahnen zu lenken.
Vielleicht war es hilfreich, vielleicht auch nicht.

Aber jetzt weiß ich mehr denn je, dass Rebellion, die eine positive Veränderung bezweckt, eine große Stärke ist, etwas, das gefördert werden muss, denn Rebellinnen sind oft allein auf weiter Flur unterwegs. Wir benötigen Unterstützung, selbst wenn sie aus einem Kopfnicken besteht. Wir tun das nicht nur für uns, wir tun es für alle!

Dies ist ein Buch, dass ich allen Frauen, Männern, Mädchen und Jungs absolut ans Herz legen möchte! Lest es, lebt es und gebt es weiter! Die Welt braucht solche „Rebellen“.

Montagsfrage

mofra_banner2017

Das Buchfresserchen fragt heute: Hast du eine Lieblingsbuchhandlung? Was gefällt dir daran besonders gut? 

Ich antworte jetzt mal mit einem Buchhändler, der ein wenig verpönt ist: Amazon.

Warum? Ganz einfach:

  • ich bekomme meine Kindlebücher
  • ich zahle für englische Druckbücher (meist) weniger als bei z.B. Thalia vor Ort
  • ich bekomme Reviews zu Werken, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob ich sie kaufen soll
  • ich falle nicht über Klimbim, der nichts mit Büchern zu tun hat
  • ich bekomme Bücher jenseits des Mainstream
  • ich muss nicht für einen Parkplatz zahlen
  • auf meinem Sofa ist es gemütlicher als in einem Buchladen

Das heißt nicht, dass ich nicht trotzdem vor Ort kaufe. Allerdings beschränkt sich das auf Spontanaktionen, da ich ohnehin überwiegend auf Englisch lese.