„Tell me three things“ von Julie Buxbaum

40183593.jpg Titel: Tell me three things
Autorin: Julie Buxbaum
Verlag: ONE
Originaltitel: Tell me three things

Inhalt:
Gar nichts macht Jessie richtig. So fühlt es sich zumindest in ihrer ersten Woche an der ultraschicken privaten Highschool in Los Angeles für sie an. Gerade als sie überlegt, alles hinzuschmeißen, bekommt sie eine E-Mail von jemandem, der sich selbst Mister Glück nennt und seine Hilfe im Highschooldschungel anbietet. Nach anfänglicher Skepsis beginnt Jessie, sich auf die Ratschläge des mysteriösen Unbekannten einzulassen. Schnell wird Mister Glück zu ihrem Verbündeten – aber wer verbirgt sich hinter dem Namen? “

Meine Meinung
Mir war nach einer leichten Lektüre und auch wenn ich YA eher als Dystopie mag, klang der Inhalt dieses Buches nach guter Unterhaltung.

Und die habe ich bekommen.

Thematisiert wird in „Tell me three things“ der Umgang mit Verlust eines geliebten Menschen. Wie findet man sich – gerade als Jugendliche/r – in dieser neuen Situation zurecht?
Für Jessie verschärft sich die Lage zusätzlich, da ihr Vater überraschend wieder heiratet und sie in eine ihr völlig fremde Umgebung geworfen wird, die noch dazu völlig andere Erwartungen an ihr gesellschaftliches Auftreten stellen.
Sie fühlt sich verloren, bekommt jedoch unerwartet anonyme Hilfe.

Die Autorin zeigt, wie wichtig es ist, nach dem Tod eines Familienangehörigen Unterstützung zu suchen, weiter am Leben teilzunehmen, Interesse an anderen zu zeigen, auch wenn es schwer fällt und einem alles wie eine neue Welt erscheint.

Buxbaum hat eine interessante Geschichte erschaffen, die zwar ein wenig typisch „Highschoolstory“ und „Girl meets Boy“ ist, deren Hauptfiguren aber vielschichtig sind und mit dem beginnenden Erwachsenenleben jede auf ihre eigene Art kämpfen.

Aber!

Einen Kritikpunkt muss ich loswerden: in diesem Buch werden Haschisch und Alkohol mehr oder weniger als „cool“ beschrieben. Es gibt am Anfang eine Szene, in der Jessie und ihr Halbbruder Theo das Eis zwischen sich brechen – bei einem Joint und Wein, der beide wundersam auflockert und die Beziehung zwischen ihnen verbessert.
Vor andere Drogen wie Heroin wird zwischen den Zeilen gewarnt, aber die weichen Drogen nehmen viel Raum in der Erzählung ein. Es mag zu einem Teenagerleben dazugehören, hätte sich aber auch etwas zurückhaltender einbauen lassen.

Ein nettes YA-Buch mit kleinem Manko.

Mein Herz schlägt für die Stadtbibliothek

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Früher wohnte ich auf dem Land. Da gab es irgendwann eine winzige Leihbücherei im Nachbarort. Ein Raum mit ein paar Regalen, das war es. Es war gut, aber die private Bibliothek meines Vaters bot mehr Auswahl ;-)

Seit ich in Saarbrücken lebe, ist die Stadtbibliothek zu einem meiner Lieblingsorte geworden.
Über drei Stockwerke gibt es Bücher so weit das Auge reicht! Jede Etage bietet diverse Sitzmöglichkeiten, Computerarbeitsplätze und es gibt einen besonders hübschen Bereich für Kinder und Jugendliche.

An manchen Tagen sitze ich dort einfach nur mit einem Buch und lese in Geschichten, die ich nicht kenne und dir mir sicher auch nie im Internet begegnet wären.

An anderen Tagen, so wie heute, besuche ich die Bibliothek mit dem Ziel, etwas mehr über ein bestimmtes Thema zu erfahren.

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Da ich momentan an einem Onlineschreibkurs teilnehme, suchte ich mir Werke über das Schreiben und vertiefte mich 2 1/2 Stunden in die Materie. Zwei der Bücher habe ich fürs Weiterlesen mit nach Hause genommen.

Ich liebe unsere Bibliothek. Ich liebe die Auswahl, die Menschen, die sich für Bücher begeistern, die Lernenden, die Lesenden, den Zeitschriftenbereich, wo man es sich bei einem Kaffee gemütlich machen kann, die diversen Veranstaltungen,…

Außerdem hat man eine nette Aussicht aufs Rathaus:

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Geht ihr regelmäßig in eine Bibliothek?

Sommerlesen der Stadtbibliothek

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Vom 10. bis 21. Juli gibt es in Saarbrücken wieder die Aktion „Sommerlesen“ der Stadtbibliothek.

Neben einer Leseinsel im Freien, Aktivitäten für Kinder und Lesungen gab es gestern zum Start den heißersehnten Bücherflohmarkt.
Er ist jedes Jahr gut besucht und die Bücher gibt es zu einem sehr kleinen Preis.

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Die hübsche Tasche gab es gratis dazu.

Hier sind meine gekauften Bücher:

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  • drei Bücher von Alex Flinn („Blindkauf“, nie etwas darüber gehört oder gelesen)
  • Asimov „Das Foundation Projekt“ (Prequel zur Foundationserie)
  • Bacigalupi „Water“ (im Original „Waterknife“)
  • Greg Bear „Das Schiff“ (ebenfalls ein „Blindkauf“)

Gezahlt habe ich 5 Euro für alle zusammen.

„Scythe“ von Neal Shusterman

28954189.jpgTitel: Scythe
Autor: Neal Shusterman
Serie: Arc of a Scythe #1
Verlag: Simon Schuster Books for Young Readers
Übersetzung: Scythe – die Hüter des Todes

Inhalt:
„A world with no hunger, no disease, no war, no misery. Humanity has conquered all those things, and has even conquered death. Now scythes are the only ones who can end life—and they are commanded to do so, in order to keep the size of the population under control.
Citra and Rowan are chosen to apprentice to a scythe—a role that neither wants. These teens must master the “art” of taking life, knowing that the consequence of failure could mean losing their own.“

Meine Meinung:
Der Klappentext klang für mich ziemlich vielversprechend und irgendwann konnte ich seinem Sog nicht mehr entkommen. Hat es sich gelohnt? Hmmm….

Die Grundidee ist super: es gibt kein Sterben mehr, aber um die Population im Griff zu halten, gibt es eine Gruppe von Menschen, die andere umbringen darf und zwar endgültig.
Doch dort begann mein Problem schon: ich denke, ich habe darüber hinweggelesen, aber mir ist nicht klar geworden, wie die Scythe den endgültigen Tod herbeiführen können.
Und wenn man sich jünger wiedererwecken lassen kann, wie geht das? Führt das nicht zu Komplikationen, wenn sich beispielsweise der Ehepartner noch in einem älteren Stadium befindet?

Leider konzentriert sich die Geschichte überwiegend auf die Gruppe der Todbringenden. Wir erfahren sehr wenig über das Leben der normalen Bevölkerung, es gibt viel zu wenig Interaktion zwischen diesen beiden Gruppen.

Dennoch ist die Story rund um Citra und Rowan recht gut gelungen. Diese beiden Figuren sind detailliert gestaltet und fügen sich nicht ins übrige Bild, auch wenn man immer wieder ins Zweifeln gerät. Sie erschüttern das System und biegen die Regeln.

Irgendwann werde ich sicher auch den zweiten Band lesen, aber momentan benötige ich ein wenig Abstand von all der Gewalt, die hier zum Tragen kam und mit der ich aktuell in Jugendbüchern ein wenig hadere. Ich will keine „Blümchenwelt“, aber mich beschleicht das Gefühl, dass einige Autorinnen und Autoren Brutalität regelrecht zelebrieren.

„Scythe“ ist ein interessantes Buch, das allerdings ein paar Schwächen hat.

(Nicht nur) Flohmarktfunde

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Gestern war es mal wieder so weit: in Homburg war Flohmarkt. Dieser Flohmarkt findet alle vier Wochen statt und ist wirklich gigantisch.

Ganz fies: es gibt einen sehr großen Stand mit gebrauchten Büchern, wo jedes Buch nur einen Euro kostet. Die Auswahl ist super! Man findet dort nicht nur ältere Sachen, auch modernere Romane sind immer wieder dabei und alle in einem guten bis sehr guten Zustand. Außerdem wird jede Lücke fast sofort wieder von den Standbetreibern aufgefüllt. Fatal…

Ich habe dieses Mal „nur“ fünf Bücher dort gekauft:

  • Sven Regener „Neue Vahr Süd“
  • Terry Pratchett „Strata“
  • Elizabeth Gilbert „Der Hummerkrieg“
  • Markus Heitz „Sanctum“ (beim letzten Flohmarktbesuch kaufte ich bereits den ersten Band aus dieser Serie)
  • Barbara Kingsolver „Willkommen in Kilanga“ (das ist die „Poisenwood Bible“)

Buch Nr. 6, nämlich „Letzter Bus nach Coffeeville“ von J. Paul Henderson stammt aus der Gollenstein Buchhandlung in Blieskastel

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Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, viele (alle werde ich wohl nie schaffen) kleine, unabhängige Buchläden im Saarland zu besuchen. Bisher war ich in Saarbrücken (wo ich wohne), Merzig, Homburg, Neunkirchen und nun auch Blieskastel.

„Slade House“ von David Mitchell

37704336.jpg Autor: Slade House
Titel: David Mitchell
Verlag: Rowohlt
Originaltitel: Slade House

Inhalt:
„Geh die Slade Alley hinunter – schmal, feucht und leicht zu verfehlen, selbst wenn du sie suchst. Finde das kleine schwarze Eisentor in der Mauer zur Rechten. Keine Klinke, kein Schlüsselloch, aber wenn du es berührst, schwingt es auf. Tritt in den sonnendurchfluteten Garten eines alten Hauses, das dort unpassend wirkt: zu nobel für die schäbige Nachbarschaft, irgendwie zu groß für das Grundstück. Ein Fremder begrüßt dich und führt dich hinein. Zunächst möchtest du gar nicht mehr fort. Dann merkst du, dass du es nicht mehr kannst. Denn alle neun Jahre, am letzten Sonntag im Oktober, wird ein „Gast“ ins Slade House eingeladen. Doch warum wurde er oder sie ausgewählt, von wem und zu welchem Zweck? Die Antwort findet sich dort am hinteren Ende des Flurs, oben am Absatz der Treppe.“

Meine Meinung:
David Mitchell, ein britischer Schriftsteller, der u.a. für seine Werke „Die tausend Herbste des Jacob de Zoet“ oder „Der Wolkenatlas“ bekannt ist, hat mit „Slade House“ ein Spin-Off einer seiner letzten Romane „Die Knochenuhren“ veröffentlicht.

Da ich die Geschichte, mit der alles begann, noch nicht gelesen habe, war ich mir nicht sicher, ob ich diese Erzählung verstehen würde, denn ich weiß, dass Mitchell seine Texte regelrecht komponiert und mit Andeutungen und Querverbindungen experimentiert. Er hat aus dem geschriebenen Wort eine eigene Kunstform entwickelt – komplex und doch zugänglich für seine Leser.

„Slade House“ wird gern dem Gruselgenre zugeordnet, da wir uns in einem sehr bizarren Haus befinden, in dem Leute zunächst in eine Handlung verwickelt werden und plötzlich vom Erdboden verschwinden.
Doch eigentlich ist es mehr als eine Schauerstory. Es verwebt das Leben von sechs Menschen, die auf den ersten Blick nur lose miteinander bekannt sind, aber auf einer höheren Ebene Ähnlichkeiten aufweisen, die der Autor hier leider nicht im Detail erklärt, die jedoch Teil einer eigenen Geschichte sind, die besonders im letzten Kapitel eine große Rolle spielt, allerdings auch für Verwirrung bei mir gesorgt hat. So viele Begriffe fallen, mit denen ich nichts anfangen kann. Sie tun diesem Buch zwar keinen Abbruch, hinterlassen aber ein großes Fragezeichen.

Ich hätte gern viel, viel mehr über die Bewohner des Hauses erfahren, über die feindliche Organisation, die ihnen auf den Fersen ist, über den Mechanismus, mit dem sie ihre Opfer einfangen, über das „Experiment“, das sie erschaffen haben.
Ich hoffe, dass ich ein paar Antworten dazu im Roman „Die Knochenuhren“ finden werde, den ich nun begonnen habe, da mich Mitchell ein weiteres Mal mit seinem Können fasziniert hat.

„Slade House“ ist  – da es sich nun einmal um ein Spin-Off handelt – nicht ganz so vielschichtig wie beispielsweise „Der Wolkenatlas“, vermag aber bestens zu unterhalten und lässt viel Raum für Spekulationen.
Leseempfehlung!