Rezension: „The Last Magician“ von Lisa Maxwell

30312855.jpg Titel: The Last Magician
Autorin: Lisa Maxwell
Verlag: Simon Pulse

Klappentext:
„In modern-day New York, magic is all but extinct. The remaining few who have an affinity for magic—the Mageus—live in the shadows, hiding who they are. Any Mageus who enters Manhattan becomes trapped by the Brink, a dark energy barrier that confines them to the island. Crossing it means losing their power—and often their lives.
Esta is a talented thief, and she’s been raised to steal magical artifacts from the sinister Order that created the Brink. With her innate ability to manipulate time, Esta can pilfer from the past, collecting these artifacts before the Order even realizes she’s there. And all of Esta’s training has been for one final job: traveling back to 1902 to steal an ancient book containing the secrets of the Order—and the Brink—before the Magician can destroy it and doom the Mageus to a hopeless future.
But Old New York is a dangerous world ruled by ruthless gangs and secret societies, a world where the very air crackles with magic. Nothing is as it seems, including the Magician himself. And for Esta to save her future, she may have to betray everyone in the past.“

Meinung:
Und dann gibt es noch die Bücher, bei denen ich mich am Ende frage „warum nur hast du das gelesen?“. Dieses Buch gehört dazu.

Ich kann gar nicht mehr sagen, wo mir „The Last Magician“ zum ersten Mal begegnet ist, ich weiß nur noch, dass ich es etwas schräg fand, dass auf Goodreads die Autorin sich selbst 5 Sterne gibt. Doch da der Roman dort eine sehr gute Wertung hat, muss es wohl irgendwann in meinem Regal gelandet sein – gedruckt natürlich (wie bei vielen englischsprachigen Büchern üblich) auf schlechtem Papier mit schlechtem Kontrast.

Die Figuren sind völlig flach. Sie haben kaum Hintergrundgeschichte, zeigen wenig Emotionen, haben keine überzeugende Motive für ihr Handeln und verstricken sich in allerlei Nebensächlichkeiten.

Es tauchen so viele Namen auf, dass man irgendwann nicht mehr jedem Beachtung schenkt, doch plötzlich entpuppen sich Nebenfiguren als Hauptfiguren und man hat sie so komplett aus den Augen verloren, dass man eigentlich nochmal 100 Seiten zurückblättern müsste, um mehr über sie zu erfahren.

Nichts, aber auch wirklich gar nichts hat mich an dieser Geschichte überzeugen können und ich schiebe es auf meine momentane Abgeschlagenheit, dass ich es tatsächlich bis zum Ende gelesen habe – mehr oder weniger aufmerksam.

Wahrscheinlich bin ich aber nur die falsche Zielgruppe. Ich kann es jedenfalls nicht weiterempfehlen.

Rezension: „Whichwood“ von Tahereh Mafi

31563982.jpg Titel: Whichwood
Autorin: Tahereh Mafi
Serie: Furthermore #2
Verlag: Dutton Books for Young Readers

Klappentext:
„Our story begins on a frosty night…
Laylee can barely remember the happier times before her beloved mother died. Before her father, driven by grief, lost his wits (and his way). Before she was left as the sole remaining mordeshoor in the village of Whichwood, destined to spend her days washing the bodies of the dead and preparing their souls for the afterlife. It’s become easy to forget and easier still to ignore the way her hands are stiffening and turning silver, just like her hair, and her own ever-increasing loneliness and fear.
But soon, a pair of familiar strangers appears, and Laylee’s world is turned upside down as she rediscovers color, magic, and the healing power of friendship.“

Meinung:
Kennt ihr das, wenn man eine Welt und ihre Charaktere so sehr mag, dass man sie nie wieder verlassen möchte? So erging es mir mit Band 1 der Serie „Furthermore“. Eigentlich wollte ich mir das zweite Buch noch etwas aufheben, doch die Sehnsucht war zu groß 🙂

„Whichwood“ ist ein magisches Land, dass sich sehr von Ferenwood und Furthermore unterscheidet. Auch hier begegnen wir phantastischen Phänomenen, doch sie sind „dunkler“ und „gefährlicher“ als das, was ich zuvor kennengelernt hatte. Auch die Wesen, die dort leben, sind ängstlicher, sie feiern ihre Magie nicht offen, sie schließen die Augen davor und nehmen sie als gegeben hin; ein Teil ihrer selbst, der ihnen unangenehm ist.

Auch Laylee leidet darunter und kämpft ganz allein einen Kampf, für den sie eigentlich schon lang zu schwach ist, bis Alice und Oliver in ihr Leben purzeln – und ihre Lage verschlimmern 😉

Ich hatte mir zwar wieder etwas „Leichtes und Farbenfrohes“ wie in „Furthermore“ erhofft, was ich hier nur ansatzweise bekommen habe, aber ich bin nicht unglücklich damit. Die Protagonisten sind ein wenig älter geworden und müssen lernen, dass sie nicht nur Verantwortung für sich selbst sondern auch für andere tragen.
So sind die  großen Themen dieses Romans Freundschaft, Vertrauen, Respekt und Unterstützung insbesondere in schwierigen Zeiten.

Man sollte auf jeden Fall den ersten Band gelesen haben, um sich in diesem zurecht zu finden. Die grundlegenden Dinge werden zwar vom Erzähler zwischendrin erklärt, aber es fehlen sonst zu viele Hintergründe und Details, die für das Verständnis dieser Geschichte nötig sind.

„Whichwood“ ist das erwachsenere Buch von beiden und eignet sich eher für die kühle Jahreszeit. Die Atmosphäre ist düster und kühl – keine geeignete Strandlektüre.
Dennoch ist es eine absolute Leseempfehlung für alle, die ungewöhnliche Fantasiestories mögen.

Sonntags vom SUB

subsonntag

Diese Woche hatte ich wenig Zeit und Muse fürs Lesen. Ich konzentriere mich langsam auf meinen persönlichen Jahresabschluss und beschäftige mich mit Dingen, die ich 2017 gern noch abschließen würde.

Dennoch sind ein paar Bücher auf den SUB gewandert – alle digital:

  • „Furthermore“ von Tahereh Mafi, dass ich HIER bereits rezensiert habe
  • Artemis“ von Andy Weir (bekannt von „Der Marsianer“)
  • „Renegades“ von Marissa Meyer. Das hatte ich bereits vor einigen Wochen vorbestellt.
  • „Body Positive Power“ von Megan Jayne Crabbe. Ich folge ihrem Instagramstream und finde ihr Thema sehr interessant.

Das war’s von dieser Woche. Ich hatte noch mit einem Buch von Colleen Hoover geliebäugelt, das gute Rezensionen bekommen hat, aber ich kann mich einfach nicht überwinden, etwas von ihr zu kaufen 😉

Wie sieht es auf Eurem SUB aus?

Rezension: „Moxie“ von Jennifer Mathieu

33163378.jpg Titel: Moxie
Autorin: Jennifer Mathieu
Verlag: Roaring Brook Press

Klappentext:
„Vivian Carter is fed up. Fed up with her small-town Texas high school that thinks the football team can do no wrong. Fed up with sexist dress codes and hallway harassment. But most of all, Viv Carter is fed up with always following the rules.
Viv’s mom was a punk rock Riot Grrrl in the ’90s, so now Viv takes a page from her mother’s past and creates a feminist zine that she distributes anonymously to her classmates. She’s just blowing off steam, but other girls respond. Pretty soon Viv is forging friendships with other young women across the divides of cliques and popularity rankings, and she realizes that what she has started is nothing short of a girl revolution.“

Meinung:
„Moxie“ gehört zu den Büchern, die mir auf YouTube begegnet sind. Insbesondere Russell von „Ink and Paper Blog“ äußerte sich sehr begeistert über den Roman.

Mich hat die Geschichte geärgert.

Erwartet hab ich eine Antiheldin, die zur Heldin wird, die Dinge erst unüberlegt anstößt, dann mit wachsender Überzeugung hinter ihren Entscheidungen steht, Missstände offen anspricht, den Dialog mit Mitschülern und Lehrern sucht,..
Bekommen habe ich ein braves Mädchen, das gern mutig wäre, das heimlich in die Fußstapfen ihrer einst feministischen Mutter tritt, das sich in den tollsten Jungen der Schule verliebt, der so anders ist, als die anderen, das sich vor dem eigenen Mut fürchtet, ununterbrochen an sich selbst zweifelt – das bis zum Schluss die Antiheldin bleibt.

Die Autorin hat unglaublich dick aufgetragen: Mädchen haben an dieser Schule nur als Cheerleader eine wichtige Rolle inne, Jungs haben das Sagen, vergreifen sich an den Mitschülerinnen und alle Lehrer schauen weg, selbst eine „Fastvergewaltigung“ (ich bin nicht recht dahinter gestiegen, ob es letzten Endes eine war oder nicht), wird nicht ernst genommen, von niemanden.
Aber da ist Seth, Vivians Schwarm, der so untypisch Junge ist, der sich aber auch passiv im Hintergrund hält.

Ich mag diese Schwarz-Weiß-Sichten des Feminismus nicht. Männer und Frauen haben ihre dunklen Seiten, Männer und Frauen sind in Rollenvorstellungen gefangen, es gibt nicht nur „die bösen Jungs“ und die „unterdrückten Mädchen, die sich wehren müssen“.

Ich weiß, dass ich leicht reden habe, in einer Zeit, in der viele Frauen vor mir für die Rechte gekämpft haben, die ich heute genieße, aber „Moxie“ soll gerade die heutige Generation ansprechen und man sollte meinen, wir hätten mittlerweile erkannt, dass Umdenken und Dialog Veränderungen herbeiführen müssen und nicht die Verurteilung einer Gruppe und der passive Widerstand mit Flyern und Aufklebern, und einem „Bake Sale“ (seufz).

Wieso reden diese Mädchen nicht mit ihren Eltern oder wenigstens mit ihren Müttern? Wieso wenden sie sich nicht an Lehrerinnen (die im Buch nicht von Bedeutung sind)? Wieso sind ALLE verängstigt, wieso gibt es unter den vielen Schülern an dieser Schule nicht einen Haufen „vorlauter“ Mädels und Jungs, die ihre Stimme erheben?

Tut mir leid, aber das erscheint mir in keiner Weise realistisch zu sein. Auch nicht in Amerika. Selbst ich, die ich als schüchtern galt in meiner Schulzeit, habe in so einigen Situationen ohne nachzudenken den Mund aufgerissen und nicht über Konsequenzen nachgedacht. Und da draußen gibt es mehr von meiner Art, auch bei den jugendlichen Schülerinnen!

„Moxie“ ist in keiner Weise hilfreich für Mädchen, die sich untergebuttert fühlen. Sollen sie etwa nun auch Zines basteln und hoffen, dass eine Bewegung daraus entsteht!? Sollen sie heimliche Parties feiern, sich verschwestern und hoffen, dass man sie dennoch hört und sieht?!
Sollten sie nicht vielmehr das Gespräch mit Vertrauenspersonen suchen? Sollten sie nicht Ausschau nach Gleichdenkenden suchen, egal ob männlich oder weiblich?

Ich weiß, dass wir in keiner gleichberechtigten Welt leben, was übrigens auch im Hinblick auf andere Unterschiede gilt, aber diese Art von Feminismus wird uns nicht weiterbringen, sie wird die Kluft nur tiefer machen.

Rezension: „Furthermore“ von Tahereh Mafi

28110143.jpg Titel: Furthermore
Autorin: Tahereh Mafi
Serie: Furthermore #1
Verlag: Dutton Books for Young Readers

Klappentext:
„Alice Alexis Queensmeadow 12 rates three things most important: Mother, who wouldn’t miss her; magic and color, which seem to elude her; and Father, who always loved her. Father disappeared from Ferenwood with only a ruler, almost three years ago. But she will have to travel through the mythical, dangerous land of Furthermore, where down can be up, paper is alive, and left can be both right and very, very wrong. Her only companion is Oliver whose own magic is based in lies and deceit. Alice must first find herself—and hold fast to the magic of love in the face of loss.“

Meinung:
Über dieses Buch bin ich zufällig gestolpert, als ich auf der Suche nach Neuerscheinungen Band 2 dieser Serie entdeckte. Da ich hin und wieder auch gern mal ein Kinderbuch lese und dieses interessant genug klang, landete Band 1 auf meinem eReader.

„Furthermore“ ist ein sehr, sehr ungewöhnliches Land. Physikalische Gesetze spielen keine Rolle, aber seine Bewohner folgen dafür unzähligen anderen Vorschriften, die sie sich selbst ausgedacht haben.
Ganz wichtig: Zeit wird mit einem Lineal gemessen und wer seine Zeit verschwendet, landet für alle Ewigkeit in einem Gefängnisdorf, in dem es außer Grau keine Farben gibt.
In diese Welt stolpert die farblose Alice, eine Außenseiterin in ihrem farbenreichen Ort Ferenwood, die auf der Suche nach ihrem verschollenen Vater ist.

Immer wieder trifft sie auf ihrem Abenteuer auf seltsame Wesen wie beispielsweise Papierfüchse. Sie landet auf hohen Bäumen und fällt durch den Himmel.
Nur schwer lassen sich ihre Erlebnisse beschreiben, so andersartig sind sie. Ein wenig erinnert die Welt an „Alice im Wunderland“ oder „Der Zauberer von Oz“. Es macht Spaß in diese schillernde Umgebung einzutauchen und all die verrückten Figuren zu treffen.

Eine kurzweilige Lektüre für triste Winterabende – sehr gut geschrieben und auch für Erwachsene faszinierend.

Rezension: „The Beginning of the World in the Middle of the Night“ von Jen Campbell

36453128.jpg Titel: The Beginning of the World in the Middle of the Night
Autorin: Jen Campbell
Verlag: Two Roads

Klappentext:
‚These days, you can find anything you need at the click of a button.
That’s why I bought her heart online.‘

Spirits in jam jars, mini-apocalypses, animal hearts and side shows.
A girl runs a coffin hotel on a remote island.
A boy is worried his sister has two souls.
A couple are rewriting the history of the world.
And mermaids are on display at the local aquarium.
The Beginning of the World in the Middle of the Night is a collection of twelve haunting stories; modern fairy tales brimming with magic, outsiders and lost souls.“

Meinung:
Jen Campbell kenne ich nicht nur von ihren wirklich lustigen Büchern aus der Serie „Kuriose Kundenfragen in Buchhandlungen“, ich bewundere sie zudem als sehr kompetente und belesene YouTuberin, die immer eine interessante Anekdote zu erzählen weiß.

Nun ist ihr neuestes Werk für Erwachsene erschienen: eine Kurzgeschichtensammlung, inspiriert von Sagen und Märchen.
Ich bin eigentlich kein Fan von Short Stories und ging ein wenig skeptisch an die Lektüre heran. Aber schon die erste Geschichte hat mich komplett in ihren Bann gezogen.

Es sind so wundervolle skurrile, ungewöhnliche, poetische Erzählungen – ich wünschte, es wären noch viele mehr gewesen! Es ist tatsächlich ein sehr außergewöhnliches Buch, das sich nur schwer mit etwas Bekanntem vergleichen lässt.
Ich glaube nicht, dass ich alle Handlungen komplett verstanden habe (dazu sind sie zu „anders“), aber ich liebe jede einzelne!

Momentan besitze ich „The Beginning of the World in the Middle of the Night“ nur als eBook, aber ich werde mir zu Weihnachten das Druckwerk selbst schenken, so schön finde ich es.

Zum Abschluss noch ein kleines Video, das Jen zum Erscheinungstag gedreht hat. Ab Minute 3:40 liest sie „Little Deaths“ vor.

Ein wundervolles Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte, der ungewöhnliche Geschichten liebt.