„Die Reise“ von Marina J. Lostetter

40500563Titel: Die Reise
Autorin: Marina J. Lostetter
Serie: Noumenon #1
Verlag: Heyne Verlag
Originaltitel: Noumenon

Inhalt:
„Wir schreiben das Jahr 2088, und die Menschheit bricht zu den Sternen auf.
Ein geheimnisvolles Objekt, das weit jenseits unseres Sonnensystems entdeckt wurde, soll das Ziel der Reise sein. Eine Reise, die Hunderte von Jahren dauern wird. Alle paar Jahrzehnte wird die Crew geklont, doch nicht jeder Klon ist eine perfekte Kopie seines Vorgängers und jede Generation von Klonen hat ihre ganz besonderen Eigenheiten. So wird bereits die Reise selbst zu einem atemberaubenden Abenteuer für jeden von ihnen, und noch wissen sie nicht, welche Geheimnisse sie erst erwarten, wenn sie ihr Ziel erreicht haben“

Meine Meinung:
Ich liebe SciFi und die Spekulationen darum, was da draußen wohl außer uns sein und wie man dieses Unbekannte erkunden könnte.
Ganz besonders freut es mich immer, wenn ich über eine Autorin stolpere, die sich diesem Genre widmet, ist es doch (leider) ein sehr männlich dominiertes Gebiet.

„Die Reise“ begann ein wenig holprig aber vielversprechend: im All wird ein seltsames „Ding“ entdeckt und man beschließt, dessen Erforschung mit einem großangelegten Projekt zu finanzieren. Da dieses Objekt sehr weit entfernt ist und das Leben der Menschen zu begrenzt, beschließt man, die passendsten Anwärter für diesen Job zu klonen – und ihre weitere Fortpflanzung auf dem Schiff mit weiteren Klonen zu sichern.

Wir begleiten diese Klongruppe nun auf ihrem Weg zu dem unbekannten Gegenstand, doch was eigentlich interessant hätte werden können, entpuppte sich für mich sehr schnell als sehr zäh.
Statt einer einzelnen Figur zu folgen, springen wir zwischen diversen Klonen und diversen Zeiten hin und her und betrachten das Geschehen aus der Sicht unterschiedlicher Klongenerationen, die zwar alle ihre Eigenheiten haben, sich aber im Großen und Ganzen wenig voneinander unterscheiden.
Das eigentliche Ereignis gerät dabei fast vollends in den Hintergrund und es fiel mir immer schwerer, meine Aufmerksamkeit auf die Geschichte zu lenken.

„Die Reise“ ist eine eher soziologische Betrachtung einer möglichen Zukunft, bei der der technische Aspekt zwar vorhanden, aber nicht näher erläutert wird.

Nicht mein Ding.

Projekt ABC: L wie…

Wieder Sonntag und wieder ein neuer Buchstabe bei Wortmans Projekt ABC.

Heute L wie…

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… Lebkuchen!

Ich kann gar nicht sagen, wann es begonnen hat, aber jedes Jahr fiebre ich Anfang September der Lebkuchensaison entgegen. Dabei bin ich nicht einmal ein SO großer Fan davon. Ich mag ihn, wenn er im Herbst in den Läden erscheint, aber im Winter kaufe ich ihn schon nicht mehr.

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Es ist aber schon eine Art Running Gag geworden, dass ich am ersten Tag der Lebkuchensaison auf „Jagd“ gehe und die Kollegen an meinem Fang teilhaben lasse. Die meckern zwar jedes Jahr, es sei viel zu früh, essen ihn dann aber trotzdem :-D

Mögt ihr Lebkuchen?

„Die Alpen sehen und sterben“ von Isabella Archan

44430878Titel: Die Alpen sehen und sterben
Autorin: Isabella Archan
Verlag: emons:

Inhalt:
„Ein kaltblütiger Mord im idyllischen Kufstein. Die einzige Zeugin ist Mitzi, eine naive junge Frau. Was sie zunächst aus der Bahn wirft, übt bald eine düstere Faszination auf sie aus, und sie kommt dem Täter immer näher. Kann die ehrgeizige Inspektorin Agnes Kirschnagel, die mit der Aufklärung des Falls betraut ist, ihr trauen? Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Menschen sterben. Und der Killer findet immer größeren Gefallen an der »MörderMitzi«“

Meine Meinung:
„Die Alpen sehen und sterben“ lautet der Titel des neuen Romans von Isabella Archan, die mittlerweile zu meinen Lieblingsautorinnen gehört, da mich ihre Bücher immer wieder überraschen.

Dieser Krimi ist außergewöhnlich in vielerlei Hinsicht.

Da wäre zunächst die eigentliche Geschichte: Es ist kein Whodunit – wer mordet, wissen wir bereits nach den ersten Seiten -, allerdings ist es auch kein typisches Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Guten und dem Bösewicht.
Es ist vielmehr eine erzählerische Charakterstudie, die wir aus der Sicht der „Mörder Mitzi“ vermittelt bekommen. Mitzi, die ihre eigene dunkle Vergangenheit hat, lernt einen Mörder kennen, d.h. sie beobachtet ihn bei seinem Tun sogar. Doch statt in wilde Panik zu verfallen, sucht sie seine Nähe und entwickelt eine unerklärliche Faszination für ihn und seinen „Beruf“. Sie will wissen, warum er andere Menschen umbringt, was er dabei empfindet, wie er dabei vorgeht – und gerät immer mehr in einen Strudel, der nicht nur ihr, sondern auch ihm gefährlich wird.

Da wären wir auch bereits bei den weiteren außergewöhnlichen Elementen dieses Buches: die Charaktere.
Neben Mitzi, die mit ungewöhnlichen Mitteln versucht, ein gewöhnliches Leben zu führen, begegnen wir Sam, dem Täter mit den ebenso vielen Kopfbedeckungen wie Identitäten, Heinz, der einen unsichtbaren Freund hat, der droht, sein Leben und dominieren und Agnes, die Inspektorin mit dem Hamster Jo.
Diese Figuren sind ausgesprochen lebendig und wurden mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Sie bilden das Herzstück der Geschichte. Sie sind es, die ihr eine Seele und ganz besonderen Charme verleihen.
Es sind sehr spezielle Persönlichkeiten, hin und wieder etwas überzeichnet, aber immer glaubwürdig. Jede hat ihr eigenes Laster zu tragen, doch alle – insbesondere Mitzi – haben dabei ihre Menschlichkeit nicht verloren – in ihrer Tragik stecken stets auch ein Stück Sehnsucht nach einem besseren Leben sowie eine kleine Prise Humor.

Selten trifft man in Krimis auf so viel psychologischen Tiefgang wie bei Isabella Archan, die bereits in „Marie spiegelt sich“ bewiesen hat, dass sie eine ausgezeichnete Beobachterin mit viel Gespür für das Zwischenmenschliche ist.
Ich hätte nicht erwartet, dass sie das in einem weiteren Buch noch würde toppen können – aber in „Die Alpen sehen und sterben“ ist ihr das definitiv gelungen.

Ich könnte noch seitenweise darüber schreiben, wieso ich diesen Roman so liebe und warum ich denke, dass die Isabella Archan eine hervorragende Schriftstellerin ist – doch das beste ist, ihr macht euch selbst ein Bild davon. Man lernt ihr Können erst richtig zu schätzen, wenn man sich auf die Story einlässt und in sie eintaucht.

„Die Alpen sehen und sterben“ ist kein typischer Krimi, aber eine absolute Kaufempfehlung meinerseits!

Michelle Obama und BookTube

Da hat sich YouTube Originals mal was Nettes ausgedacht: Michelle Obama hat ihr Buch „Becoming“ mit John Green als Moderator und den BookTubers Ariel Bissett, Franchesca Ramsey, Jesse George, Jouelzy und Kat O’Keeffe besporchen.

Es ist keine sehr lange (öffentliche) Buchrunde, aber jeder hatte Zeit, ihr Fragen zu stellen und sie ist sehr herzlich auf alle eingegangen.

HIER kann man sich alle Videos anschauen.

Ich wünsche mir mehr solcher Literaturvorstellungen!

Montagsfrage: Leseverhalten der letzten 10 Jahre

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Heute stellt Antonia keine so leichte Frage: Wie hat sich dein Leseverhalten innerhalb der letzten zehn Jahre (nicht) verändert?

Also, lasst mich mal überlegen… 2009 war ich 33 und seit einigen Jahren in meinem Job. Ich hatte  1 1/2 lesereiche Studiengänge hinter mich gebracht und war des Lesens ein wenig müde geworden. Ja, ich griff hin und wieder zu einem deutschsprachigen Krimi oder Fantasy, aber ansonsten verbrachte ich die freie Zeit lieber spielenderweise am Rechner.

Das änderte sich allerdings 2009 enorm, als ich über Umwegen an meinen ersten Kindle aus den USA kam: Plötzlich öffneten sich mir ganz neue Möglichkeiten und Bücherwelten!

Was hat sich denn nun konkret geändert?

  • ich lese überwiegend englischsprachige Literatur dank des Kindle und wirklich günstiger eBooks in den US / in UK
  • ich lese knapp 100 Bücher im Jahr (davor waren es so um die 20)
  • ich lasse mich von Bloggern, YouTubern und Instagramern inspirieren und teste neue Genres aus
  • ich bin in der Lesewelt stärker vernetzt, als ich es je zuvor war
  • ich habe meine Begeisterung fürs Lesen wiedergewonnen

Und was hat sich nicht geändert?

  • ich lese relativ unreflektiert und nehm, was sich auch nur ansatzweise interessant anhört
  • ich mag nach wie vor keine Fachliteratur, bei der ich viel mitdenken muss (fürs Lernen bevorzuge ich mittlerweile Onlinekurse)
  • Lesen ist für mich immer noch etwas, was ich zur Unterhaltung tue, was nicht besonders anspruchsvoll sein muss und was mich glücklich macht (die wichtigsten Klassiker hab ich in der Schulzeit bereits hinter mich gebracht)

Wie hat sich Euer Leseverhalten in den letzten 10 Jahren geändert?

„Sagenhaftes Saarland“ von Deana Zinßmeister

44450986Titel: Sagenhaftes Saarland
Autorin: Deana Zinßmeister
Verlag: Conte Verlag

Inhalt:
Heute ist es wieder angesagt, sich an die Geschichten der Heimatregion zu erinnern und sie als Comic, Hörbuch oder Buch zur Hand zu haben. Deana Zinßmeister hat sich die zwölf schönsten Sagen der Saarregion vorgenommen und erzählt sie neu, in zeitgemäßer Sprache, aber historisch treu. Conte bringt sie in einem edel aufgemachten Bändchen heraus: Ein wunderbares Geschenk für Jung und Alt, für Saarländer, Besucher, Freunde.

Meine Meinung:
Wer kennt heutzutage eigentlich noch die Sagen der Region, in der man lebt? Früher hat mir meine Oma viele hessische Legenden erzählt wie die der Wichtelmänner im Lahntal oder dem Riesen vom Rimberg oder der Heiligen Elisabeth in Marburg.

Saarländische Sagen kannte ich bislang gar nicht und es wurde an der Zeit, diese Wissenslücke zu füllen.

Begonnen habe ich mit dem hübschen Büchlein „Sagenhaftes Saarland“ von Deana Zinßmeister und dabei gruselige, lustige und auf jeden Fall interessante Geschichten u.a. aus  St. Ingbert, Mettlach, Schiffweiler und natürlich auch Saarbrücken kennengelernt.
Liebevolle Illustrationen runden die mystische Atmosphäre ab.

„Sagenhaftes Saarland“ hat mir einen guten Einstieg in die Legenden meiner Herzensheimat verschafft. Ein schön gestaltetes kleines Buch, das sich auch als Mitbringsel gut eignet.