Rezension: „Aquila“ von Ursula Poznanski

35526441 Titel: Aquila
Autorin: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe

Klappentext:
„Ohne Erinnerung an die letzten zwei Tage streift die Studentin Nika durch Siena. Sie vermisst ihr Handy, ihre Schlüssel und ihren Pass. Mitbewohnerin Jennifer ist ebenfalls verschwunden. Dafür steckt in Nikas Hosentasche ein Zettel mit mysteriösen Botschaften und Anweisungen.
Das Blut ist nicht deines.
Du weißt, wo das Wasser am dunkelsten ist.
Halte dich fern von Adler und Einhorn …
Welchen Sinn soll das ergeben? Und was, zum Teufel, ist geschehen zwischen Samstagabend und Dienstagmorgen?“

Meinung:

Es gibt unter meinen LieblingsautorInnen nur wenige deutschsprachige – Ursula Poznanski gehört auf jeden Fall dazu, da sie mich immer wieder mit ihren Einfällen überrascht.
Ich freue mich auf jeden neuen Roman von ihr – seien es ihre Krimis für Erwachsene oder ihre Jugendbücher wie „Aquila“.
So bin ich auch gestern, am 14. August, sofort in eine Buchhandlung gestürmt und habe das Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen.

Die Geschichte ist von Anfang an extrem spannend. Zwar ist die Idee des Gedächtnisverlusts nicht unbedingt neu, wurde aber sehr kreativ umgesetzt.
Ein wenig erinnerte mich die Geschichte an die Werke von Dan Brown und – was eventuell sogar als Inspiration diente – an den Mordfall Meredith Kercher und der verdächtigten Amerikanerin Amanda Knox.

Leider können Leser das Mysterium nicht komplett selbst entschlüsseln, da viele Hinweise nicht selbsterklärend sind und Einiges bis zum Schluss im Verborgenen bleibt.
Umso aufregender ist es allerdings, Nika auf ihrer Spurensuche zu begleiten.

Es gab ein paar wenige Aspekte, die mich störten.
So spielt offensichtlich die Forensik bei den Ermittlungen keine große Rolle, weil mit ihrer Hilfe zumindest ein Sachverhalt schneller aufgeklärt gewesen wäre.
Auch die etwas bemühte Liebesgeschichte fand ich für das Geschehen eigentlich überflüssig und ich hätte mir am Ende eine etwas willensstärkere Reaktion der Protagonistin gewünscht… aber nun gut, es ist ein Jugendbuch.

Dafür war ich sehr erstaunt, welche Auswirkungen das Szenario stellenweise auf mich hatte: von leichten Schweißausbrüchen bis hin zu einem angespannten Magen, was ich so kaum beim Lesen erlebe. Das kann aber auch daran liegen, dass ich allgemein kaum blutrünstige Stories lese.

„Aquila“ ist ein spannendes Buch für alle, die gute Unterhaltung für zwischendurch suchen.

Tipp: Wer sich gern die italienischen Schauplätze auf einer Karte anschauen möchte, wird hier fündig:

Weitere Infos gibt es auf der Verlagsseite zu „Aquila“.

Deutscher Buchpreis: Die Longlist

Logo_dbp_17_RGB

Vor wenigen Minuten wurde die Longlist des Deutschen Buchpreises bekannt gegebene.

Das sind die Nominierten:

7 Autorinnen und 13 Autoren sind somit vertreten.

Weiter geht es am 12. September mit der Bekanntgabe der Shortlist.

Rezension: „Empire of Storms – Pakt der Diebe“ von Jon Skovron

IMG_1166 Titel: Empire of Storms – Pakt der Diebe
Autor: Jon Skovron
Verlag: Heyne (zur Buchseite)
Originaltitel: Hope & Red – The Empire of Storms

„In dieser Welt waren Bandenführer brutale Diktatoren, Huren waren Freunde und eingebildete Jungen mit roten Augen steckten voller Überraschungen.“

„Hope ist noch ein Mädchen, als ihr Dorf von den Magiern des Kaisers angegriffen und dem Erdboden gleich gemacht wird. Sie allein überlebt und findet in einem Kloster nicht nur Unterschlupf, sondern wird dort auch von den Kriegermönchen in den Kampfkünsten unterwiesen. Red ist ein Straßenjunge, der in den finsteren und überfüllten Gassen New Lavens zum besten Taschendieb heranwächst, den das Imperium je gesehen hat. Jahre vergehen – doch als Hope und Red einander auf schicksalhafte Weise begegnen, schließen sie einen Pakt, der die Zeit der Ungerechtigkeit beenden wird“ (Klappentext)

Die Geschichte beginnt mit Hope, deren erste Jahre bei den Mönchen und ihre heimliche Ausbildung zu einer Kriegerin erzählt werden.
Die Perspektive wechselt auf den Jungen Red, einem Waisen und seinen ersten Lebensjahren.
Wir folgen beiden Figuren einzeln, bis das Schicksal sie zusammenführt und nun ihr gemeinsamer Weg beschrieben wird.

Es ist eine Welt voller Gefahren, in der die Protagonisten immer wieder um ihr Leben kämpfen und ihr Können unter Beweis stellen müssen.
Händler, zwielichtige Gesellen, betrunkene Schläger, Piraten und nicht zuletzt Biomanten prägen die Atmosphäre des Buches.

Über kurze, hastige Sätze und einer teilweise vulgären Gossensprache, die in einem Glossar näher erläutert wird, eilen wir durch die actionreiche Story im „Königreich der Stürme“.
Mich hat dieser Schreibstil nicht zu überzeugen vermocht, Der Slang wirkt etwas gezwungen und aufgesetzt, was eventuell der Übersetzung geschuldet ist.
„Verpisst“, „sonnig“, „leck sein“, „Kater“ und „Mietze“ sind nicht die kreativsten Wortschöpfungen und störten meinen Lesefluss sehr.

Mir fehlten darüber hinaus Erläuterungen zum Imperium, in dem wir uns befinden und insbesondere zu den Biomanten, der meiner Meinung nach besten Idee des Romans. Ich hätte gern erfahren, wer sie sind, woher sie kommen und wie ihre Pläne aussehen. Doch vielleicht erfährt man im zweiten Band der Serie mehr über sie.

Ausgesprochen gut gefallen hat mir die untypische Rollenverteilung: Frauen sind Kriegerinnen, Kapitäne, mutig und stark, Männer sind gerissen, verletzbar und arbeiten als Huren.
Wirklich überrascht hat mich die Figur Brigga Lin, der ich so in noch keinem Fantasyroman begegnet bin. Ich würde allerdings spoilern, würde ich hier mehr über sie erzählen.

„Empire of Storms – Pakt der Diebe“ ist auf jeden Fall ein interessantes Buch mit guten Ideen, eine Piratengeschichte mit Fantasy- und SciFi-Elementen.
Für mich hat es wegen der Sprache leider nicht funktioniert.

Montagsfrage

montagsfrage_banner

Das Buchfresserchen fragt heute: Wenn du dir deine 10 letzten Neuzugänge anschaust, welches ist das schönste Cover?

Ich habe zwei Bücher gekauft, bei denen mir das Cover sehr gut gefällt, allerdings ist eins davon ein eBook.

lincoln

„Lincoln in the Bardo“ von George Saunders habe ich als gedrucktes Buch. Ich mag das Minimalistische, die Bewegung, die durch die Ranken und den Titel erzeugt wird und das Auge auf das Bild des Jungen lenkt.

bet

„The Bedlam Stacks“ von Natasha Pulley habe ich gestern als eBook gekauft. Ich habe es noch nicht gelesen, aber das Cover macht sehr neugierig.

Welche Cover mögt ihr?