Rezension: „Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie“ von Rachel Joyce

37708539 Titel: Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie
Autorin: Rachel Joyce
Verlag: Fischer Krüger
Originaltitel: The Music Shop

Klappentext:
„Mister Frank hat eine besondere Gabe: Er spürt, welche Musik die Menschen brauchen, um glücklich zu werden. In Franks kleinem Plattenladen in einer vergessenen Ecke der Stadt treffen sich Nachbarn, Kunden und die anderen Ladenbesitzer der Strasse. Da taucht eines Tages die Frau in Grün vor Franks Schaufenster auf. Sie ist blass und schön, zerbrechlich und stark zugleich. Doch sosehr er sich auch bemüht, Frank kann einfach nicht hören, welche Musik in ihr klingt …“

Meinung:
Racel Joyce kenne ich bereits über ihre Bücher „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ und „Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte“ – zwei sehr liebevolle Geschichten über Menschen, die sich ein wenig am Rand der Gesellschaft befinden.

Auch mit Frank hat die Autorin erneut eine Figur erschaffen, die alles andere als gewöhnlich ist. Frank liebt Musik, er liebt seine Schallplatten, seinen Laden und die heruntergekommene Straße, in die sich sein Music Shop befindet. Und wie das oft so ist, zieht er ähnliche Menschen in seinen Bann.

Mit sehr viel Hingabe schildert Joyce die zarten Bande zwischen ihren Charakteren, ihre Schrullen, aber auch ihre Hilfsbereitschaft und ihr Zusammengehörigkeitsgefühl.

Es ist keine besondere Geschichte, die hier erzählt wird, doch sie steckt so voller Poesie und Kleinigkeiten, über die man lächeln kann, dass es ein Vergnügen ist, sich in sie hinein fallen zu lassen und mit Frank und seinen Freunden zu hoffen, zu bangen, zu leiden und am Ende erleichtert aufzuatmen.

Ein Buch für alle, die sich vielleicht ein wenig traurig oder melancholisch fühlen – „Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie“ schenkt Trost und Hoffnung.

Rezension: „The Immortalists“ von Chloe Benjamin

30288282 Titel: The Immortalists
Autorin: Chloe Benjamin
Verlag: G.P. Putnam’s Sons

Klappentext:
„If you were told the date of your death, how would it shape your present?
It’s 1969 in New York City’s Lower East Side, and word has spread of the arrival of a mystical woman, a traveling psychic who claims to be able to tell anyone the day they will die. The Gold children—four adolescents on the cusp of self-awareness—sneak out to hear their fortunes.
Their prophecies inform their next five decades. Golden-boy Simon escapes to the West Coast, searching for love in ’80s San Francisco; dreamy Klara becomes a Las Vegas magician, obsessed with blurring reality and fantasy; eldest son Daniel seeks security as an army doctor post-9/11, hoping to control fate; and bookish Varya throws herself into longevity research, where she tests the boundary between science and immortality.“

Meinung:
Ich habe dieses Buch schon vor ein paar Tagen beendet und ich weiß immer noch nicht, wie ich meine Liebe dazu in die richtigen Worte verpacken kann.
Selten verfalle ich einer Geschichte so sehr wie dieser! Selten suche ich nach Formulierungen, die meinen Empfindungen zu einem Roman gerecht werden.

Wenn du den Tag deines Todes kennen würdest, würde es dein Leben beeinflussen? Diesen Gedanken beleuchtet Chloe Benjamin über die vier Geschwister Simon, Klara, Daniel und Varya, die in kindlicher Neugier eine Hellseherin besucht haben, die jedem Einzelnen geheim sein Datum für das Lebensende mitteilte.
Zunächst scheint es keine Rolle zu spielen, doch als ihr Vater stirbt, sehen sie sich zum ersten Mal nah mit dem Sterben konfrontiert und plötzlich ist er wieder da, der Gedanke an den eigenen Tod.

Mit unglaublich viel Liebe zu Details begleiten wir die vier Protagonisten, die unterschiedlicher kaum sein könnten, auf ihren weiteren Wegen. Sie alle versuchen, sich selbst treu zu sein oder zu werden – ein Leben zu leben, das sie erfüllt, unabhängig von den Vorstellungen anderer Menschen und deren Erwartungen. Sie kämpfen jeder auf seine Art darum zu leben statt nur zu überleben.
Simon und Klara wählen einen ungewöhnlichen aber intensiven Lebensstil. Simon sucht seine Erfüllung in seiner Sexualität, in Beziehungen zu anderen Männern- Klara entscheidet sich für die Magie, das Spiel mit Illusionen.
Daniel und Varya entscheiden sich für Religion und Wissenschaft, sie gehen ihrer Neigung nach, das Leben anderer Menschen zu verlängern, um so vielleicht das eigene Ende hinauszögern zu können.

Offen bleibt bis zum Schluss die Frage, ob jeder Mensch einem unveränderbaren Schicksal unterliegt oder es unbewusst in den Händen hält, die Prophezeiung selbst erfüllt.

Es gäbe so viele Dinge zu diesem Buch zu sagen, so viele Gedanken, die mir seit Tagen durch den Kopf schwirren wie „sollte es einen Unterschied machen, den Todeszeitpunkt zu kennen?“, „lebe ich tatsächlich mein eigenes Leben?“, „hätte ich den Mut, mein Leben radikal anders zu gestalten?“,…

Ich habe jedenfalls „The Immortalists“ sofort noch einmal von vorn zu lesen begonnen. Ich möchte noch eine ganze Weile mit den Figuren und ihren Geschichten verbringen. Ich möchte erfahren, was sie mir noch mitzuteilen haben, was ich aus ihren Leben lernen kann.

Ein unglaubliches Buch, das für mich jetzt schon ein Highlight in 2018 ist!

Rezension: „Three Things about Elsie“ von Joanna Cannon

33229395 Titel: Three Things about Elsie
Autorin: Joanna Cannon
Verlag: The Borough Press

Klappentext:
„There are three things you should know about Elsie.
The first thing is that she’s my best friend.
The second is that she always knows what to say to make me feel better.
And the third thing… might take a little bit more explaining.
84-year-old Florence has fallen in her flat at Cherry Tree Home for the Elderly. As she waits to be rescued, Florence wonders if a terrible secret from her past is about to come to light; and, if the charming new resident is who he claims to be, why does he look exactly like a man who died sixty years ago?“

Meinung:
Nachdem ich letztes Jahr so begeistert von „Der Sommer der schwarzen Schafe“ von Joanna Cannon war, hatte ich mich riesig auf ihr neues Buch gefreut. Leider aber bin ich mit „Three Things about Elsie“ so gar nicht klargekommen.

Zunächst einmal tat ich mich schwer damit, Zugang zu den Protagonisten zu finden. Während die Stimme von Florence recht deutlich und laut ist, gehen alle anderen ein wenig unter darin und unterscheiden sich kaum von ihr. Jeder ist verständnisvoll und liebenswert und kämpft mit der Vergesslichkeit – mir fehlte die Abwechslung in den Charakterzügen. Selbst der Antagonist ist nicht wirklich böse. Ich weiß jedoch aus Erfahrung, dass gerade Demenz Menschen verändern und sie aggressiv und nicht sehr liebenswert werden lassen kann. Wieso ist in diesem Buch davon nicht die Rede, wieso wird das Alter hier durch die etwas rosarote Brille betrachtet?

Einige Figuren erschlossen sich mir überhaupt nicht – so zum Beispiel „Handy Simon“, dessen Anteil in dieser Geschichte ich nicht verstanden habe. Meiner Meinung nach war er überflüssig und nur ein weiteres „süßes“ Element.

Mich störten auch all die Lebensweisheiten, die immer wieder in Dialogen auftauchten. Es ist so klischeehaft, so überladen und belehrend. Ja, die Autorin hat als Psychiaterin gearbeitet und sicherlich sind dies Dinge, die im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn immer wieder ans Licht kamen, dennoch fand ich sie hier fehl am Platz. Man wird nicht automatisch weiser, je älter man wird. Es gibt durchaus genug Leute, die sich der Einsicht sperren und kein bisschen klüger werden, sondern vielmehr verstockter und unzugänglicher.

„Three Things about Elsie“ ist toll geschrieben, keine Frage, aber ich hatte das Gefühl, mich in einem Süßigkeitenladen zu befinden, in dem alles so niedlich aussieht, rosa und gelb und blau schimmert und das wahre Leben nur durch das Schaufenster betrachtet wird.

Deutlich besser hat mir „Elizabeth is Missing“ von Emma Healey gefallen, die sich einem ähnlichen Thema widmet.

Mehr als eine Rezension: Good Night Stories for Rebel Girls

33016249.jpgTitel: Good Night Stories for Rebel Girls
Autorinnen: Elena Favilli, Francesca Cavallo
Verlag: Timbuktu Labs
Deutsche Übersetzung: Good Night Stories for Rebel Girls (Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG)

Klappentext:
„Good Night Stories for Rebel Girls is a children’s book packed with 100 bedtime stories about the life of 100 extraordinary women from the past and the present, illustrated by 60 female artists from all over the world. This book inspires girls with the stories of great women, from Elizabeth I to Serena Williams.“

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Ich habe dieses Buch noch nicht beendet, aber ich kann jetzt schon sagen, dass es für mich nicht nur das „Buch des Jahres“ sondern vermutlich auch das „Buch meines Lebens“ sein wird.

Ich muss ein wenig ausholen, um das zu erklären:
Seit ich denken kann (und das ist schon recht lang, ich bin 42 Jahre alt), war ich rebellisch. „Rebellisch“ bedeutet in dem Fall nicht, dass ich mich gegen alles und jeden aufgelehnt hätte. Ich habe vielmehr dort rebelliert, wo es um ein respektloses Verhalten oder sinnlose Regeln ging. Ich habe Mitschüler, Lehrer und auch wildfremde Menschen, die sich auf offener Straße unkorrekt verhalten haben, zur Rechenschaft gezogen – spontan und ohne über die Konsequenzen für mich nachzudenken.

Natürlich haben meine Eltern mein „kritisches Denken“ begrüßt, aber sie wollten auch, dass ich ohne Probleme durchs Leben kam und mit diesem Verhalten eckte ich an und schuf mir durchaus hin und wieder Schwierigkeiten.
Letzten Endes wussten sie nicht, wie sie mit meiner Rebellion umgehen sollten, sie war ihnen selbst zu fremd und sie hatten nicht den gleichen Mut und das gleiche Selbstvertrauen, dass ich in dieser Hinsicht schon früh an den Tag legte.
So gaben sie mir (unbewusst) einen widersprüchlichen Rat mit auf den Weg: „Bleibe kritisch, aber im Zweifel sind die anderen erfahrener als du es bist – und befinden sich im Recht.“

Versucht mal, rebellisch zu sein, wenn ihr anderen nicht auf Augenhöhe begegnet, sondern ihrem Verhalten mit mehr Respekt gegenübertretet als ihr euch gegenüber habt…. ich konnte nie wirklich festmachen, warum meine Rebellion sich innerlich so seltsam anfühlte, richtig und dennoch falsch und ich habe sie irgendwann unterdrückt.

Und dann las ich diesen Satz.

To the rebel girls of the world:
Dream bigger
Aim higher
Fight harder
And, when in doubt, remember
You are right.

Ich war zunächst regelrecht „entsetzt“: Wie jetzt? Es ist ok, wenn  ich Recht habe? Es ist ok, wenn ich härter kämpfe? Es gibt Menschen, die das wirklich und ehrlich gutheißen und fördern?

Ich war sprachlos und ich begann die Geschichten der 100 Frauen zu lesen. Frauen, die sich nicht haben „reinreden“ lassen. Sie sind mit Sicherheit vielen Schwierigkeiten begegnet auf ihrem Weg, aber sie haben sich nicht sagen lassen, dass die anderen Recht haben. Sie blieben sich treu, gingen ihren Weg und machten die Welt zu einem besseren Ort.

Wahnsinn.

So viele Frauen und Mädchen (und ich bezweifle nicht, dass es auch Männer dieses Kalibers gibt), die mir den Rücken stärken, die mir durch ihr Leben zeigen „es ist richtig, was du tust“.

Ihr glaubt nicht, wie viel Kraft und Selbstvertrauen mir DAS gibt!

Um es noch einmal zu betonen: meine Eltern liebten mich und wollten nur das Beste für mein Leben. Ich weiß das und schätze es sehr! Allerdings hatte ich eine explosive Eigenschaft in meinem Genpool, die sie versuchten, in ruhigere Bahnen zu lenken.
Vielleicht war es hilfreich, vielleicht auch nicht.

Aber jetzt weiß ich mehr denn je, dass Rebellion, die eine positive Veränderung bezweckt, eine große Stärke ist, etwas, das gefördert werden muss, denn Rebellinnen sind oft allein auf weiter Flur unterwegs. Wir benötigen Unterstützung, selbst wenn sie aus einem Kopfnicken besteht. Wir tun das nicht nur für uns, wir tun es für alle!

Dies ist ein Buch, dass ich allen Frauen, Männern, Mädchen und Jungs absolut ans Herz legen möchte! Lest es, lebt es und gebt es weiter! Die Welt braucht solche „Rebellen“.

Rezension: „Moxie“ von Jennifer Mathieu

33163378.jpg Titel: Moxie
Autorin: Jennifer Mathieu
Verlag: Roaring Brook Press

Klappentext:
„Vivian Carter is fed up. Fed up with her small-town Texas high school that thinks the football team can do no wrong. Fed up with sexist dress codes and hallway harassment. But most of all, Viv Carter is fed up with always following the rules.
Viv’s mom was a punk rock Riot Grrrl in the ’90s, so now Viv takes a page from her mother’s past and creates a feminist zine that she distributes anonymously to her classmates. She’s just blowing off steam, but other girls respond. Pretty soon Viv is forging friendships with other young women across the divides of cliques and popularity rankings, and she realizes that what she has started is nothing short of a girl revolution.“

Meinung:
„Moxie“ gehört zu den Büchern, die mir auf YouTube begegnet sind. Insbesondere Russell von „Ink and Paper Blog“ äußerte sich sehr begeistert über den Roman.

Mich hat die Geschichte geärgert.

Erwartet hab ich eine Antiheldin, die zur Heldin wird, die Dinge erst unüberlegt anstößt, dann mit wachsender Überzeugung hinter ihren Entscheidungen steht, Missstände offen anspricht, den Dialog mit Mitschülern und Lehrern sucht,..
Bekommen habe ich ein braves Mädchen, das gern mutig wäre, das heimlich in die Fußstapfen ihrer einst feministischen Mutter tritt, das sich in den tollsten Jungen der Schule verliebt, der so anders ist, als die anderen, das sich vor dem eigenen Mut fürchtet, ununterbrochen an sich selbst zweifelt – das bis zum Schluss die Antiheldin bleibt.

Die Autorin hat unglaublich dick aufgetragen: Mädchen haben an dieser Schule nur als Cheerleader eine wichtige Rolle inne, Jungs haben das Sagen, vergreifen sich an den Mitschülerinnen und alle Lehrer schauen weg, selbst eine „Fastvergewaltigung“ (ich bin nicht recht dahinter gestiegen, ob es letzten Endes eine war oder nicht), wird nicht ernst genommen, von niemanden.
Aber da ist Seth, Vivians Schwarm, der so untypisch Junge ist, der sich aber auch passiv im Hintergrund hält.

Ich mag diese Schwarz-Weiß-Sichten des Feminismus nicht. Männer und Frauen haben ihre dunklen Seiten, Männer und Frauen sind in Rollenvorstellungen gefangen, es gibt nicht nur „die bösen Jungs“ und die „unterdrückten Mädchen, die sich wehren müssen“.

Ich weiß, dass ich leicht reden habe, in einer Zeit, in der viele Frauen vor mir für die Rechte gekämpft haben, die ich heute genieße, aber „Moxie“ soll gerade die heutige Generation ansprechen und man sollte meinen, wir hätten mittlerweile erkannt, dass Umdenken und Dialog Veränderungen herbeiführen müssen und nicht die Verurteilung einer Gruppe und der passive Widerstand mit Flyern und Aufklebern, und einem „Bake Sale“ (seufz).

Wieso reden diese Mädchen nicht mit ihren Eltern oder wenigstens mit ihren Müttern? Wieso wenden sie sich nicht an Lehrerinnen (die im Buch nicht von Bedeutung sind)? Wieso sind ALLE verängstigt, wieso gibt es unter den vielen Schülern an dieser Schule nicht einen Haufen „vorlauter“ Mädels und Jungs, die ihre Stimme erheben?

Tut mir leid, aber das erscheint mir in keiner Weise realistisch zu sein. Auch nicht in Amerika. Selbst ich, die ich als schüchtern galt in meiner Schulzeit, habe in so einigen Situationen ohne nachzudenken den Mund aufgerissen und nicht über Konsequenzen nachgedacht. Und da draußen gibt es mehr von meiner Art, auch bei den jugendlichen Schülerinnen!

„Moxie“ ist in keiner Weise hilfreich für Mädchen, die sich untergebuttert fühlen. Sollen sie etwa nun auch Zines basteln und hoffen, dass eine Bewegung daraus entsteht!? Sollen sie heimliche Parties feiern, sich verschwestern und hoffen, dass man sie dennoch hört und sieht?!
Sollten sie nicht vielmehr das Gespräch mit Vertrauenspersonen suchen? Sollten sie nicht Ausschau nach Gleichdenkenden suchen, egal ob männlich oder weiblich?

Ich weiß, dass wir in keiner gleichberechtigten Welt leben, was übrigens auch im Hinblick auf andere Unterschiede gilt, aber diese Art von Feminismus wird uns nicht weiterbringen, sie wird die Kluft nur tiefer machen.

Rezension: „Little Fires Everywhere“ von Celeste Ng

34273236.jpgTitel: Little Fires Everywhere
Autorin: Celeste Ng
Verlag: Penguin Press

Klappentext:
„In Shaker Heights, a placid, progressive suburb of Cleveland, everything is planned — from the layout of the winding roads, to the colors of the houses, to the successful lives its residents will go on to lead. And no one embodies this spirit more than Elena Richardson, whose guiding principle is playing by the rules.
Enter Mia Warren — an enigmatic artist and single mother — who arrives in this idyllic bubble with her teenaged daughter Pearl, and rents a house from the Richardsons. Soon Mia and Pearl become more than tenants: all four Richardson children are drawn to the mother-daughter pair. But Mia carries with her a mysterious past and a disregard for the status quo that threatens to upend this carefully ordered community.
When old family friends of the Richardsons attempt to adopt a Chinese-American baby, a custody battle erupts that dramatically divides the town–and puts Mia and Elena on opposing sides. Suspicious of Mia and her motives, Elena is determined to uncover the secrets in Mia’s past. But her obsession will come at unexpected and devastating costs.“

Meinung:
Dieses Buch begegnete mir auf vielen Kanälen im Web und da sich so viele begeistert darüber äußerten, wurde ich neugierig.
Ich bin ohne große Erwartungen an die Geschichte herangegangen. Ich kannte weder die Autorin, noch hatte ich anfangs die Inhaltszusammenfassung gelesen.

Alles beginnt relativ langsam und ruhig in einer amerikanischen Kleinstadt in den 90ern. Zwei Familien (oder was davon übrig ist), die unterschiedlicher kaum sein könnten in ihrer Lebensweise, treffen aufeinander und ihre Schicksale verweben sich immer intensiver.
Mias Tochter Pearl ist häufiger Gast bei den Richardsons, deren Tochter Izzy wiederum findet man oft im Haus der Warrens.

Dann stößt man nach und nach auf Geheimnisse, erfährt mehr über die Hintergründe der einzelnen Charaktere und gerät unversehens in einen Strudel hochbrisanter Themen, zu denen insbesondere die weiblichen Protagonisten – Männer spielen in diesem Buch kaum eine Rolle – ihre Meinungen stark vertreten und wenig kompromissbereit sind.

Ich muss ehrlich sagen, dass mich irgendwann diese Frauen nur noch nervten. Alles drehte sich um Kinder haben, Kinder wollen, Kinder nicht wollen. Wer hat das Recht auf Mutterschaft, was macht es mit einem, wem gehören Kinder?
Fast schon philosophisch muteten einige Dialoge und Gedankengänge an und dennoch trafen alle Protagonistinnen extrem unkluge Entscheidungen für ihr Leben, die für mich als Leserin nicht immer nachvollziehbar waren.

Gegenseitiges Vertrauen, miteinander reden, gemeinsames Suchen nach Lösungen – all das sucht man hier vergebens. Konflikte werden entweder unter den Tisch gekehrt, gerichtlich durchgefochten oder man flieht vor ihnen.

Ich konnte mit diesen Lebensphilosophien und den Motiven der Handelnden wirklich wenig anfangen. Ich fand ihr Vorgehen zu aggressiv und egozentrisch.
Ich kann die Faszination für „Little Fires Everywhere“ nicht nachvollziehen.