Rezension: „The Astonishing Color of After“ von Emily X.R. Pan

35604686.jpgTitel: The Astonishing Color of After
Autorin: Emily X.R. Pan
Verlag: Little, Brown Books for Young Readers

Inhalt:
„Leigh Chen Sanders is absolutely certain about one thing: When her mother died by suicide, she turned into a bird.
Leigh, who is half Asian and half white, travels to Taiwan to meet her maternal grandparents for the first time. There, she is determined to find her mother, the bird. In her search, she winds up chasing after ghosts, uncovering family secrets, and forging a new relationship with her grandparents. And as she grieves, she must try to reconcile the fact that on the same day she kissed her best friend and longtime secret crush, Axel, her mother was taking her own life.“

Rezension:

Ich wusste nicht viel über dieses Buch, als ich mit dem Lesen begann. Es war mir in einer Goodreadsgruppe begegnet und klang interessant.

Gleich zu Beginn war mir klar, dass dies eine sehr intensive Geschichte sein wird. Der Schreibstil ist gerade zu Beginn ungewöhnlich, fesselnd, emotional und mystisch. Die Autorin malt mit Worten. Sie zeichnet ein Bild statt nur zu erzählen.

Auch ihre beiden Protagonisten greifen zu Farben, Zeichnungen und Musik, um die Welt zu erklären, die sich so schnell um sie herum verändert. Sie fühlen sich nicht vorbereitet auf das, was mit ihnen passiert und sie suchen ihren Halt in dem, was nur die Seele auszudrücken vermag.

Faszinierend sind auch die asiatischen Elemente wie der Glaube an Geister und das Verbrennen von Räucherstäbchen, die zwar stellenweise sehr phantastisch wirken, aber nie überzogen oder unglaubwürdig sind. Sie verdichten die Atmosphäre, unterstreichen die Emotionen und helfen den Figuren dabei, ihren Weg durch das Unbekannte zu finden.

„The Astonishing Color of After“ handelt von Verlusten, Freundschaften, Familien und davon, dass man das Schicksal nicht aufzuhalten vermag, dass es Situationen gibt, die man nicht beeinflussen kann, die sich ungewollt entwickeln, aber aus denen man gestärkt hervorgehen und seine Zukunft trotz allem positiv gestalten kann.

Mich hat dieses Buch deutlich mehr begeistert als das letzte Werk von John Green, der ein ähnliches Problem beleuchtet, es aber mit weniger Hingabe und viel distanzierter angeht.

Emily X.R. Pan widmet sich ihrem Thema voller Hingabe und einer gewissen Vorsicht. Es ist keine leichte Aufgabe, die sie ihren Charakteren aufbürdet, doch sie vermag sie überzeugend zu lösen.

Ein tolles Buch, das ich wirklich wärmstens empfehlen kann.

Rezension: „Children of Blood and Bone“ von Tomi Adeyemi

childrenTitel: Children of Blood and Bone (Legacy of Orïsha #1)
Autorin: Tomi Adeyemi
Verlag: Henry Holt Books for Young Readers
Übersetzung: Children of Blood and Bone: Goldener Zorn (erscheint am 27.06.2018)

Inhalt:
„Zélie Adebola remembers when the soil of Orïsha hummed with magic. Burners ignited flames, Tiders beckoned waves, and Zelie’s Reaper mother summoned forth souls.
But everything changed the night magic disappeared. Under the orders of a ruthless king, maji were targeted and killed, leaving Zélie without a mother and her people without hope.
Now, Zélie has one chance to bring back magic and strike against the monarchy. With the help of a rogue princess, Zélie must outwit and outrun the crown prince, who is hell-bent on eradicating magic for good.

Rezension:

„Children of Blood and Bone“ war ein Zufallsfund, als ich krank auf dem Sofa lag und unerhaltsame Lektüre suchte. Ich hatte vorher noch nichts darüber gehört und wusste nicht, dass es ein gefeiertes Debut einer, mit 23 Jahren noch sehr jungen Autorin, ist, die westafrikanische Mythologie in Harvard studiert hat.

Es ist nicht ganz so übliche YA-Story, die von der ersten Seite an packend und flüssig geschrieben ist. Sehr schnell findet man Zugang zu Zélies Welt, die von Götterglauben, Ritualen, dem Leben als Außenseiterin und dem täglichen Kampf ums Überleben geprägt ist.

Mich überraschte diese andere, aber doch bekannte Welt, die die Autorin geschaffen hat. Die westafrikanischen Einflüsse sind deutlich zu erkennen, werden aber durch „echte Magie“ ins Reich der Fantasy transportiert.
Auch gesellschaftliche Unterschiede und Probleme aufgrund äußerlicher Erscheinungen – hier weniger die Haut- als vielmehr die Haarfarbe – weisen starke Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen auf.
Es geht um Andersartigkeit, um Angst vor dem Fremden und verschobene Machtverhältnisse.

Adeyemi ist es sehr gut gelungen, ihr Anliegen und ihre Wünsche an ein faires Zusammenleben in eine mitreißende Geschichte zu verpacken, allerdings gibt es ein paar Dinge, die ich etwas kritisch finde.

Zunächst das allgemeine Problem: es gibt starke Mädchenfiguren, die im Laufe der Geschichte ihr Handeln infrage stellen und über sich hinauswachsen.
Demgegenüber stehen zwei Jungs, die zwar Einsicht zeigen, aber einfach nicht aus ihrer Haut können. Ganz besonders enttäuscht war ich von Inan. Er, der seine Erziehung zu überwinden scheint und von neuen, besseren Strukturen träumt, verhält sich zum Schluss nicht, wie ich es erwartet hätte. Ja, es gibt Hinweise hier und da, aber seine Motive bleiben zu unklar, wir erfahren zu wenig über sein Innenleben. Warum tut er, was er tut?
Die männlichen Charaktere sind in „Children of Blood and Bone“ relativ schwach und erscheinen in keinem besonders guten Licht. Schade.

Außerdem war ich mir beim Lesen nie so ganz sicher, ob die Autorin sich wirklich Gleichberechtigung für alle oder doch vielmehr umgekehrte Machtverhältnisse (wie bei „The Power“) wünscht. Magie steht in ihrer Welt eher für Waffen als für eine besondere, positive Gabe einzelner Menschen. Dort, wo sie zum Einsatz kommt, hinterlässt sie meist Verwüstung, Schmerzen und Tod.
Ich muss gestehen, dass mich in dieser Hinsicht auch das Ende ein wenig geärgert hat – nicht das, was passiert, sondern wie die Protagonistin es in ihrem letzte Gedanken bewertet. Ich hatte mehr von ihr erwartet, eine stärkere Persönlichkeit in dieser Situation, eine optimistischere Reaktion.
Mir ist klar, dass es als Cliffhanger für den zweiten Band der Trilogie dient, aber irgendwie trübt es meinen Eindruck vom Buch ein ganz klein wenig.

Trotz allem: eine starke YA-Fantasystory, die das Potential hat, sich in den Folgebänden zu einem Highlight in diesem Genre zu entwickeln.

Rezension: „The Cruel Prince“ von Holly Black

cruel-prince-bookTitel: The Cruel Prince (The Folk of the Air #1)
Autorin: Holly Black
Verlag: Little, Brown Books for Young Readers

Inhalt:
Jude was seven years old when her parents were murdered and she and her two sisters were stolen away to live in the treacherous High Court of Faerie. Ten years later, Jude wants nothing more than to belong there, despite her mortality. But many of the fey despise humans. Especially Prince Cardan, the youngest and wickedest son of the High King.
To win a place at the Court, she must defy him–and face the consequences.

Rezension:

Dieses Buch geisterte fast durch alle Booktube-Channel, die ich regelmäßig anschaue. Immer wieder kommt es dann vor, dass ich mich einem Hype nicht entziehen kann, auch wenn ich von Anfang an skeptisch bin.

Ich sag es gleich: ich verstehe den Hype nicht.

Eigentlich stimmen die Zutaten für ein typisches YA-Buch: Elfen, Menschen, Intrigen, Grausamkeiten, gutaussehende Jugendliche mit Eigenheiten,…

Aber: ich habe keine Ahnung, worauf dieses Buch hinaus will. Es werden so viele Aspekte beleuchtet: die Freundschaft zwischen den menschlichen Zwillingen, die sich auseinanderleben, die Geschwisterliebe zwischen Menschen und Elfen, die gemeinsam aufgewachsen sind, das Verhältnis der Menschen zu den Elfen, das Machtgefüge der Elfen, die Brutalität hinter der Schönheit,… sobald ich das Gefühl hatte zu wissen, welcher Handlungsstrang im Vordergrund stand, wechselte der Blick auf etwas anderes.
Es gibt so viele Ideen hier, aber keine bekommt genug Raum, um sich zu entwickeln.

Die Charaktere leiden unter der Sprunghaftigkeit der Geschichte: ihre Persönlichkeiten werden nur oberflächlich beleuchtet, ihre Motive bleiben unklar, ihre Gefühle, die doch eigentlich in ihrer Lage sehr intensiv sein müssten, sind – bis auf eine Ausnahme –  kaum erkennbar.

All das führte dazu, dass ich das Ende der Story überhaupt nicht verstanden habe. Gut, es ist der erste Teil einer Trilogie, vermutlich wird es im zweiten Band etwas klarer. Aber ich werde die Serie nicht weiterlesen.

„The Cruel Prince“ hat sicher seine begeisterte Leserschaft, die auch Holly Black liebt, aber ich finde dieses Buch ziemlich schwach im Aufbau.

Rezension: „Dumplin'“ von Julie Murphy (SPOILER)

dumplin.jpg Titel: Dumplin‘
Autorin: Julie Murphy
Verlag: Balzer + Bray
Übersetzung: „Dumplin'“ (S. Fischer Verlage)

Inhalt:
„Self-proclaimed fat girl Willowdean Dickson (dubbed “Dumplin’” by her former beauty queen mom) has always been at home in her own skin. Her thoughts on having the ultimate bikini body? Put a bikini on your body. With her all-American beauty best friend, Ellen, by her side, things have always worked…until Will takes a job at Harpy’s, the local fast-food joint. There she meets Private School Bo, a hot former jock. Will isn’t surprised to find herself attracted to Bo. But she is surprised when he seems to like her back.
Instead of finding new heights of self-assurance in her relationship with Bo, Will starts to doubt herself. So she sets out to take back her confidence by doing the most horrifying thing she can imagine: entering the Miss Clover City beauty pageant—along with several other unlikely candidates—to show the world that she deserves to be up there as much as any twiggy girl does. Along the way, she’ll shock the hell out of Clover City—and maybe herself most of all.“

Rezension:

Lang bin ich um dieses Buch herumgeschlichen. Nicht noch so eine Geschichte „dickes Mädchen wird schlank und findet ihren Traumprinzen“ oder „dickes Mädchen gewinnt trotz Gewicht einen Schönheitswettbewerb“. Ich befürchtete ein wenig ein Fiasko nach dem Motto „gut gemeint, aber nicht gut gemacht“.

Die Story beginnt ein wenig zäh, aber nicht uninteressant. Wir lernen Willowdean sehr schnell als ein aufgewecktes Mädel kennen, der ihr Umfang völlig egal ist und für die ihre Freundschaften mit Ellen an erster Stelle steht.

Dann kommt – wie erwartet – ein gutaussehender Kerl ins Spiel. Das fand ich schon ein wenig enttäuschend. Er wirkte neben ihr so perfekt und begehrt, aber natürlich wie jeder Schwarm sehr sensibel und mit keiner einfachen Familiengeschichte. Gnaaaa.

Aber nun gut, unserer Protagonistin kommen erste Zweifel an ihrem Äußeren und hier nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf.
Willowdean ringt mit ihren widersprüchlichen Gefühlen und Einstellungen zu sich selbst und ihrem Körper. Sie sucht Halt bei ihrer Mutter, aber diese ehemalige Schönheitskönigin mäkelt mehr an ihr herum, als dass sie ihr eine Hilfe ist.
Ihrer besten Freundin Ellen stößt sie unbedacht vor den Kopf und sieht sich mit ihrem ersten richtigen Streit konfrontiert.

Anfangs dachte ich „ok, ich bin über 40, ich werde mich wohl kaum mit dieser pubertierenden Teenagerin identifizieren können“. Doch je weiter ich las, umso mehr Erinnerungen wurden wach – ähnliche Situationen, ähnliche Gedanken.

Willowdean ist die Heldin, die ich mir immer gewünscht habe. Sie verändert nicht ihren Körper, stattdessen will sie allen – in Erinnerung an ihre verstorbene und stark übergewichtige Tante – zeigen, dass alle Spaß haben und stolz auf sich sein können.
Sie rebelliert, handelt entgegen aller Erwartungen.

Fällt es ihr leicht? Nein. Hat sie Zweifel? Und ob! Aber sie zieht ihr Ding durch und wird zum Vorbild für andere Mädels, die immer wieder Spott ausgesetzt sind.
Sie kämpft bis zum bitteren Ende mit sich, mit anderen und verstößt gegen viele unausgesprochene und konkrete Regeln.
Sie wird nicht in die Gesellschaft der dünnen und strahlenden Schönheiten aufgenommen, aber sie gewinnt ihre beste Freundin zurück und lernt, dass Freundschaften und Vertrauen in andere wichtiger sind als schmale Hüften.

Es gibt für sie kein Happy End, wie ich es ursprünglich vermutet hatte. Der Junge, der sie mochte, mag sie weiterhin, dünn wird sie nicht und auch alles andere bleibt eigentlich wie gehabt. Aber ihre Beziehungen sind gewachsen – sie versteht ihr Umfeld besser, sie sagt, wie sie behandelt werden möchte, sie stellt eigene Vorurteile infrage und sie merkt, dass Erwachsenwerden verwirrend, schmerzhaft, aber auch sehr spaßig und positiv sein kann.

Ein wenig schade ist, dass keines der schlanken Mädchen – außer Ellen – wirklich eine Stimme in der Story bekommt und die Jungs sich eher farblos und ein wenig klischeehaft verhalten.

Dennoch ist „Dumplin'“ ein ehrliches, erfrischendes und – wie ich finde – wichtiges Buch, das man neben „Good Night Stories for Rebel Girls“ jedem Mädchen spätestens ab 14 Jahren in die Hand drücken sollte.

„Dumplin'“ gehört zu meinen bisherigen Jahreshighlights und ich freu mich auf die Fortsetzung „Puddin'“, die auf Englisch am 8. Mai 2018 erscheinen soll.

 

Rezension: „The Secret History of Us“ von Jessi Kirby

Cover The Secret History of Us Titel: The Secret History of Us
Autorin: Jessi Kirby
Verlag: HarperTeen
Seiten: 288

Klappentext:

„Olivia wakes up to realize she doesn’t remember. Not just the accident—but anything from the last four years. Not high school. Not Matt, the guy who is apparently her boyfriend. Not the reason she and Jules are no longer friends. Nothing.
That’s when it hits her—the accident may not have taken her life, but it took something just as vital: her memory. The harder she tires to remember things, the foggier everything gets, and figuring out who she is feels impossible when everyone keeps telling her who she was.
But then there’s Walker. The guy who saved her. The one who broke her ribs pumping life back into her lungs. The hardened boy who keeps his distance despite Olivia’s attempts to thank him. (…)“

Rezension:

Ich hatte dieses Buch in der Onleihe entdeckt und da der Titel mir bekannt vorkam und ich das virtuelle Ausleihen eines Buches testen wollte, griff ich spontan zu ohne mehr über den Inhalt zu wissen.

Es ist eine typische Teenagerdreiecksbeziehung, die allerdings durch den Gedächtnisverlust der Protagonistin zugespitzt wird.
Ich weiß nicht, wie realistisch es ist, aufgrund eines Traumas vier Jahre seines Lebens zu verlieren, sich aber an alles andere zu erinnern. Diese fehlenden Erinnerungen werden von der Autorin auch nicht zu stark thematisiert. Sie spielen insofern eine große Rolle, dass Olivia nicht mehr weiß, zu was für einem Menschen sie nach ihrer letzten Erinnerung geworden ist, welche Beziehungen sich verändert haben, ob und welche Geheimnisse sie hat,…
Die eigentlichen Alltagsschwierigkeiten wie beispielsweise, ob sie auf die nächsthöhere Schule gehen kann oder ob ihr dazu nun das Wissen fehlt, bleiben in dieser Geschichte außen vor.

Hauptaugenmerk liegt auf der Selbstfindung, dem Zusammensetzen der Puzzleteile, die Olivia nach und nach findet, die Ungewissheit, mit der sie zu kämpfen hat. Letztendlich wird die Frage gestellt „Spielen Ereignisse aus der Vergangenheit eine große Rolle für die Persönlichkeitsentwicklung oder gibt es eine ‚Grundpersönlichkeit‘, die unveränderlich ist?“.

Ich hätte mir noch mehr Tiefgang für diese Story gewünscht. All diese psychologischen Fragen wurden leider zu sehr von der Liebesbeziehung überdeckt, allerdings war das gerade bei diesem Titel zu erwarten.

„The Secret History of Us“ ist in erster Linie ein Buch für junge Heranwachsende, die sich täglich mit der Frage „wer bin ich eigentlich?“ konfrontiert sehen, aber auch Erwachsene werden damit gut unterhalten.

 

Rezension: „Boy in a White Room“ von Karl Olsberg

35278718 Titel: Boy in a White Room
Autor: Karl Olsberg
Verlag: Loewe

Klappentext:
Eingesperrt, ohne Erinnerung, erwacht Manuel in einem weißen Raum. Er weiß weder, wer er ist, noch, wie er hierher kam. Sein einziger Kontakt ist eine computergenerierte Stimme namens Alice, durch die er Zugriff auf das Internet hat. Stück für Stück erschließt sich Manuel online, was mit ihm passiert ist: Bei einem Entführungsversuch wurde er lebensgefährlich verletzt. Doch wie konnte er diesen Anschlag überleben? Ist das tatsächlich die Wahrheit? Und wer ist Manuel wirklich?

Meinung:
Mein erster Gedanke nach dem Lesen lautete „äh, was war das denn?“.

Karl Olsberg, der über künstliche Intelligenz promovierte und darüber hinaus u.a. als Unternehmensberater tätig war, versucht sich schon seit einiger Zeit an Jugendbüchern.
Es sind tatsächlich meist interessante Themen, denen er sich widmet, aber es mangelt meiner Meinung nach doch stark an der Ausführung.

Alles beginnt hier recht spannend in einem weißen Raum und schnell ist klar, dass es eine virtuelle Welt ist, in der sich der Avatar befindet. Es folgt eine einigermaßen plausible Erklärung für diesen Zustand, in dem sich Manuel befindet, aber ab etwa der Hälfte der Geschichte wird es extrem abgedreht.

Plötzlich tauchen Charaktere auf, von denen vorher nie die Rede war, es gibt eine superkurze Einführung, keinerlei echte Beschreibungen und unverständliche Handlungen.
Den Plottwist, den sie herbeiführen, hätte ich ja noch verstehen können, hätte man ihn konsequent durchgespielt, doch unversehens befindet man sich in einem neuen Erzählstrang und ab dieser Stelle driftet die Story in eine ausschweifende Erklärung über künstliche Intelligenz und eine moralische Betrachtung zum Zusammenleben Mensch und Maschine ab.

Es ist verwirrend, unausgereifte philosophische Gedanken durchziehen das letzte Drittel und die eigentliche Story verschwindet komplett dahinter.

Die Nomierung von „Boy in a White Room“ für den diesjährigen SERAPH-Literaturpreis kann ich in keiner Weise nachvollziehen.