Rezension: „Der Bote“ von Dieter Paul Rudolph

der-bote Titel: Der Bote
Autor: Dieter Paul Rudolph
Verlag: Conte Verlag

Inhalt:

„Das Jahr 2168 in Zeiten von Postkutschen und rationiertem Wasser. Im Weiler Bankies findet man die Leiche eines Unbekannten. Ein Kriminalrichter reist an, um den Fall zu untersuchen. Merkwürdiges geschieht, die Zeit fließt schneller, ein Strudel, der alles und jeden erfasst. Unter einem Schafstall summen Computer, unter Ruinen liegen Relikte einer merkwürdigen Vergangenheit.“

Rezension:

Ein weiteres Buch aus meiner Auswahl zum diesjährigen Indiebookday – erneut aus den Conte Verlag.

Ist das nicht ein großartiges Cover, das zusammen mit den Worten „Ein Science-Fiction-Krimi“ absolut verlockend klingt? Ich konnte mich diesem Charme jedenfalls nicht entziehen und habe nicht einmal den Klappentext gelesen, bevor ich mich darauf einließ.

„Der Bote“ hat mich komplett überrascht und es ist schwierig, etwas darüber zu sagen, ohne viel preiszugeben.
Der Einstieg ist ungewöhnlich. Wir werden mit einer seltsamen Figur konfrontiert, die ein paar irre Züge zu haben scheint, von der wir aber sonst nichts erfahren. In kurzen, abgehackten Sätzen stolpern wir ins Geschehen. Doch dann kommt ein hilfreicher Kriminalrichter, der die Sache und uns Leser in die Hand nimmt und versucht, einen Mord aufzuklären.

Wir erfahren etwas mehr über die Hintergründe und dass wir uns in einer Zivilisation in ferner Zukunft befinden, die sich ausnahmsweise einmal nicht vorwärts, sondern rückwärts entwickelt hat und den Errungenschaften aus der „Leserjetztzeit“ skeptisch gegenübersteht und sie als Märchen abtut. Die Protagonisten hängen – im wahrsten Sinne des Wortes – in ihrer Zeit fest. Zumindest hat es den Anschein.

Es ist ein absolut außergewöhnliches Buch, das mich bis zum Schluß völlig im Unklaren ließ und zwar bekannte Elemente verwendet, diese aber neu zusammensetzt.

Mich hat „Der Bote“ begeistert. Die Geschichte ist zwar kurz, aber sehr intensiv und ich möchte nun auch die weiteren Werke des Autors lesen.

 

Rezension: „Borne“ von Jeff VanderMeer

28225843 Titel: Borne
Autor: Jeff VanderMeer
Verlag: MCD / Farrar, Straus and Giroux
Übersetzung: Borne (Verlag Antje Kunstmann)

Auszug Klappentext:
In a ruined, nameless city of the future, a woman named Rachel, who makes her living as a scavenger, finds a creature she names “Borne” entangled in the fur of Mord, a gigantic, despotic bear. Mord once prowled the corridors of the biotech organization known as the Company, which lies at the outskirts of the city, until he was experimented on, grew large, learned to fly and broke free. Driven insane by his torture at the Company, Mord terrorizes the city even as he provides sustenance for scavengers like Rachel.
At first, Borne looks like nothing at all—just a green lump that might be a Company discard. The Company, although severely damaged, is rumoured to still make creatures and send them to distant places that have not yet suffered Collapse.
Borne somehow reminds Rachel of the island nation of her birth, now long lost to rising seas. She feels an attachment she resents; attachments are traps, and in this world any weakness can kill you. Yet when she takes Borne to her subterranean sanctuary, the Balcony Cliffs, Rachel convinces her lover, Wick, not to render Borne down to raw genetic material for the drugs he sells—she cannot break that bond.“

Meinung:
Jeff VanderMeer ist für mich dank der Souther-Reach-Trilogie und dem „Wonderbook“ kein unbekannter Autor. Ich wusste, es würde mich etwas Außergewöhnliches erwarten.

VanderMeers Welt ist mit keiner anderen Welt, die je von einem Schriftsteller erfunden wurde, vergleichbar. Ja, es ist eine Dystopie, ja, sie steckt voller unbekannter Technologien – doch die Wesen, die sich auf ihr tummeln sind einzigartig.
Da ist Mord, der fliegende Bär, einst ein Mann, der ein Experiment der allesbehrrschenden „Company“ war und letzten Endes zu ihrem Untergang führt.
Außerdem gibt es eine Magierin, deren Motive unklar bleiben, die aber einen Funken Hoffnung für die Menschen und Nicht-Menschen bedeutet, die in der zerstörten Stadt um ihr Leben kämpfen.

Und dann ist da Borne.

Borne beginnt als eine Art Pflanze, die Rachel aus dem Fell von Mord pickt. Doch schnell wird klar, dass er mehr ist. Er entpuppt sich als eine ungewöhnliche Intelligenz, künstlich oder natürlich lässt sich nicht bestimmen. Doch Borne zeigt Interesse an seinem Umfeld, ist wissbegierig, macht sich die Verhaltensweisens seines Umfeld zu eigen und Rachel versucht, ihn zu einem moralischen Wesen heranzuziehen, in einer Welt, in der nur der Stärkere besteht.
Wäre da nicht Bornes Instinkt, so viel wie möglich zu „absorbieren“…

VanderMeer hat mehr als eine nette SciFi/Fantasygeschichte geschrieben. Dieses Buch steckt voller philosophischer Fragen und Betrachtungen. „Was macht Menschsein aus?“, „Können sich auch nichtmenschliche Wesen menschlich verhalten?“, „Bedeutet Menschlichkeit, niemanden zu töten, auch nicht, wenn die Existenz davon abhängt?“.

Letzten Endes war ich ein wenig enttäuscht, dass wieder einmal der Mensch die überlegene Rasse war, und durch Rachels „Erziehung“ Borne einen guten Einfluss auf eine schlechte Welt hatte.

Dennoch ist es ein hervorragendes, detailreiches und ungewöhnliches Werk, das ich jedem empfehlen kann, der sich für Dystopien mit Fantasyelementen interessiert.

Rezension: „Artemis“ von Andy Weir

34928122.jpg Titel: Artemis
Autor: Andy Weir
Verlag: Crown Publishing Group (NY)
Dt. Übersetzung: „Artemis“ (Heyne Verlag)

Klappentext:
„Well, sort of. Life on Artemis, the first and only city on the moon, is tough if you’re not a rich tourist or an eccentric billionaire. So smuggling in the occasional harmless bit of contraband barely counts, right? Not when you’ve got debts to pay and your job as a porter barely covers the rent.
Everything changes when Jazz sees the chance to commit the perfect crime, with a reward too lucrative to turn down. But pulling off the impossible is just the start of her problems, as she learns that she’s stepped square into a conspiracy for control of Artemis itself—and that now, her only chance at survival lies in a gambit even riskier than the first.“

Meinung:
Das erste Buch von Andy Weir, „Der Marsianer“, hatte mich begeistert. Es war ungewöhnlich, sehr gut recherchiert und bot gute Unterhaltung.

„Artemis“ ist leider für mich eine große Enttäuschung.

Über viele Seiten hinweg dachte ich zunächst, Jazz sei ein Mann. Später stellte sich heraus, dass sie eine außergewöhnliche Frau ist, doch dem Autor ist es nicht gelungen, ihre Persönlichkeit stark genug zu zeichnen. Wer sich als Protagonistin eine untypische Figur wählt, sollte viel Wert darauf legen, sie detailliert zu beschreiben, sehr früh Hintergründe zu erklären und sie – wie Stieg Larsson – stark zu überzeichnen.
Oder – entscheidet man sich für einen Roman, der „plot driven“ ist – man feilt an einer guten Geschichte.

Diesem Buch fehlt es an allem.

Eine große Stadt auf dem Mond und ein Charakter, der dort aufgewachsen ist, bieten eigentlich gute Rahmenbedingungen für interessante Entwicklungen und Spannung. Aber beides habe ich hier vermisst.
Die „Science“-Seite ist wie gewohnt exakt und schlüssig ausgearbeitet, doch der „Fiction“-Seite mangelt es an Ideen. Weir hat ein wenig von allem genommen und es zu einer undefinierbaren Suppe zusammengemischt: ein wenig Action, ein wenig angedeuteten Sex, ein wenig Futurismus, ein wenig Spionage, ein wenig Verschwörung – und dazwischen ein Briefaustausch mit einer Figur auf der Erde, der meiner Meinung nach komplett überflüssig war.

Schade, ich hatte mir von diesem Autor für sein zweites Buch mehr erhofft. Vielleicht gelingt ihm das nächste Werk besser.

Rezension: „Warcross“ von Marie Lu

29385546.jpgTitel: Warcross
Autorin: Marie Lu
Verlag: G.P. Putnam’s Sons Books for Young Readers

Klappentext:
„For the millions who log in every day, Warcross isn’t just a game—it’s a way of life. The obsession started ten years ago and its fan base now spans the globe, some eager to escape from reality and others hoping to make a profit. Struggling to make ends meet, teenage hacker Emika Chen works as a bounty hunter, tracking down players who bet on the game illegally. But the bounty hunting world is a competitive one, and survival has not been easy. Needing to make some quick cash, Emika takes a risk and hacks into the opening game of the international Warcross Championships—only to accidentally glitch herself into the action and become an overnight sensation.
Convinced she’s going to be arrested, Emika is shocked when instead she gets a call from the game’s creator, the elusive young billionaire Hideo Tanaka, with an irresistible offer. He needs a spy on the inside of this year’s tournament in order to uncover a security problem . . . and he wants Emika for the job. With no time to lose, Emika’s whisked off to Tokyo and thrust into a world of fame and fortune that she’s only dreamed of. But soon her investigation uncovers a sinister plot, with major consequences for the entire Warcross empire.“

Meinung:
Ich mag virtuelle Realitäten. Von ihnen gehen Möglichkeiten und Gefahren aus, die bisher noch nicht ausgiebig erforscht wurden. Lediglich Autoren nehmen sich dieser Materie seit einigen Jahren an. Daher war ich sehr gespannt, wie die Autorin, die ich von ihrer Serie „Legend“ kenne, ihre Vorstellung davon umsetzen würde.

Ehrlich gesagt habe ich von Anfang an das Spiel, das Lu erfunden hat, nicht so recht verstanden. Worum genau geht es, wer kämpft gegen wen, was ist das Ziel dieser Wettbewerbe? Die Autorin reißt die Welt an, springt mitten ins Geschehen, aber erklärt sie nicht genauer und beschreibt nur einzelne Szenen daraus. Für mich war die Faszination, die für die Figuren davon ausging, nicht nachvollziehbar – und das, obwohl ich früher selbst sehr gern und viel MMORPGs gezockt habe.
Mich reizten an diesen Onlinespielen stets die faszinierenden alternativen Sphären, in denen man sich bewegte, ihre phantasievollen Lebensräume, das Gesamtkonzept.
Ich konnte mir aber während des Lesens keine Vorstellung von „Warcross“ machen und fühlte mich als Fremde in dieser fiktiven Schöpfung.

Auch die Charaktere bleiben zu weiten Teilen im Dunkeln. Wir erfahren etwas über die beiden Protagonisten, doch ihre Freunde und Begleiter bleiben farblos, obwohl sie viel zum Geschehen beitragen.

Das Ende jedoch fand ich überraschend spannend! Hier zeigt sich, dass die Autorin sich tatsächlich intensiv damit beschäftigt hat, in welche Richtung sich virtuelle Realitäten entwickeln könnten. Ich hätte mir nur gewünscht, sie hätte dieses Thema schon früher im Buch angeschnitten und in die Handlung einfließen lassen.

Ich weiß, dass „Warcross“ der erste Band einer Serie ist und dieser Aspekt dort vielleicht/wahrscheinlich intensiver beleuchtet wird. Aber für mich bleibt so dieses Buch weit hinter seinem Potential zurück.

Rezension: „Der Zeitkurier“ von Wesley Chu

36026342 Titel: Der Zeitkurier
Autor: Wesley Chu
Serie: Time Salvager #1
Verlag: Heyne (zur Buchseite)
Originaltitel: Time Salvager (Tor Books)

Klappentext:
„Die Erde hat sich in der Zukunft in ein verseuchtes Ödland verwandelt, und die Menschheit musste ins äußere Sonnensystem ausweichen. Dort, in den Weiten des Alls, sind Ressourcen allerdings ein seltener Luxus, und so bedient sich die menschliche Zivilisation der Zeitreise als letztes Mittel. Sogenannte Zeitkuriere reisen in die Vergangenheit, um dort nach Ressourcen und Antworten zu suchen. Bei seinem letzten Auftrag macht der Zeitkurier James Griffin-Mars jedoch den größten Fehler: Er greift in die Zeitlinie ein – und rettet eine Frau. Jetzt bleibt ihnen nur noch die Flucht in die Gegenwart …“

Meinung:
Zeitreisen – ein seit H.G. Wells‘ „Die Zeitmaschine“ immer wieder beliebtes Thema in der Literatur. Autorinnen und Autoren stellen unermüdlich Fragen nach dem Wie und Warum. Oft werden Helden in die Vergangenheit geschickt, um historische Ereignisse zu beobachten, um das Schicksal zu lenken oder um neue Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen.

Ganz anders bei Wesley Chu. Er zeichnet ein sehr düsteres Bild der Welt in der sich  sein Protagonist bewegt: über viele Kriege und Naturkatastrophen hinweg hat die Menschheit langsam den Planeten zerstört und ihre Existenz ist von Energiereserven aus der Vergangenheit abhängig. Große Firmen dominieren das noch existente Leben und schicken Menschen zurück in eine Zeit, in der es noch genug Ressourcen gab, um zu holen, was es zu holen gibt und in der Gegenwart das Überleben der Privilegierten zu sichern.

Es ist ein sehr realistischer Zeitreiseroman, der aber dennoch einige Schwächen aufweist.
So beschäftigt sich der Autor zwar mit dem Zeitparadoxon und Auswirkungen der Reisen auf die Zukunft, aber indem er konsequenzlos Figuren aus der Vergangenheit in die Gegenwart bringt, führt er seine vorherigen Ausführungen zu dieser Problematik ad absurdum. Er geht sogar so weit, diese Charaktere für die Rettung des Planeten zuständig werden zu lassen. Ich kann die Logik hinter dieser Idee nicht so recht nachvollziehen und finde dieses Konstrukt etwas verwirrend.
Auch die Protagonisten und ihre Beziehungen untereinander sind nicht besonders gut ausgearbeitet. Es fehlt ihnen an Persönlichkeit und Emotionen, was es etwas schwierig macht, die Motive für ihr Handeln zu erkennen und sich auf ihre Geschichten einzulassen.

Der Rest des Buches besteht aus Reminiszenzen an historische und fiktive Ereignisse. Wesley Chu bedient sich Ideen anderer SciFi-Autoren, die er mit seinen eigenen verwebt. Das hat mich nicht besonders gestört, dennoch hätte ich mir ein wenig mehr Kreativität gewünscht.

„Der Zeitkurier“ ist kein schlechtes Werk, allerdings ist es auch nicht besonders herausragend. Es ist eine solide Zeitreisestory, die nur langsam an Geschwindigkeit gewinnt, aber dennoch gut unterhält.

Rezension: „City of Masks“ von Mary Hoffman (Spoiler!)

12014568 Titel: City of Masks
Autorin: Mary Hoffman
Reihe: Stravaganza #1
Verlag: Bloomsbury
Übersetzung: Stadt der Masken (Arena)

Klappentext:
„In modern-day London, Lucien Mulholland undergoes chemotherapy treatments, but when he falls asleep clutching a mysterious book his father has given him, he is transported – or „stravagated“ – to an enchanting 16th-century Venice-like city called Bellezza, in the country Talia. Lucien can return only if he can get hold of the book again. In this colorful other world, rich with court intrigues and magic, he feels vibrantly alive, as opposed to his pain-ridden days back in England; his hair has grown back and he eats with relish. Bellezza is also where, as „Luciano,“ he meets lovely 15-year-old Arianna and Rodolfo, who created the book that acts as Lucien’s „stravagation“ talisman. Rodolfo explains that a stravagante is „a wanderer between worlds,“ and also the history of this magical travel. Now the secret brotherhood dedicated to keeping the two worlds separate is being challenged by a faction with evil intent. Soon „Luciano“ is caught up in their power struggle and learns there is a cost when one cannot stravagate properly. “

Meinung:
Eigentlich wollte ich dieses Buch nicht rezensieren, weil es für mich zunächst in die Kategorie „ganz nettes Jugendbuch“ fiel. Doch seit ich es beendet habe, lässt mich die Idee hinter dieser Geschichte nicht mehr los.

Auf den ersten Blick scheint es ein typisches Teeniezeitreisebuch zu sein: schwächliche  Junge findet sich im Schlaf plötzlich im Italien des 16. Jahrhunderts, wo er nach und nach zu einem Helden wird und sich nicht nur Verbündete, sondern auch Feinde macht.

Die Figuren sind nicht sehr vielschichtig und verhalten sich vorhersehbar. Auch die Welt unterscheidet sich nicht sehr von der uns bekannten.
Der Geschichte selbst fehlt es an einem allumfassenden Spannungsbogen. Hier und da gibt es aber aufregende Szenen, die das Interesse der Leser aufrecht erhalten.

Was aber wirklich sehr besonders hier ist, ist die Idee, wie Zeitreise stattfindet. So kannte ich sie bisher noch nicht. In allen Büchern, die ich zu diesem Thema gelesen habe, sind es Maschinen, die die Menschen vom Jetzt ins Damals versetzen.
Lucien jedoch benötigt lediglich einen Talisman aus der Vergangenheit (an den er zufällig geraten ist) und wandert dann in seinem Schlaf zurück ins Venedig des 16. Jahrhunderts.
Abgesehen davon, dass der Protagonist in seiner eigenen Zeit tagsüber nicht sehr ausgeruht ist, wenn er nachts Heldentaten vollbringt, gibt es einen weiteren sehr gefährlichen Aspekt: so lang der Junge im Gestern lebt, ist er im Heute in einem komatösen Zustand, aus dem er nicht geweckt werden kann.

SPOILER: Das geht eine ganze Weile gut, doch irgendwann wird er in Italien gefangen genommen und in der Gegenwart müssen seine Eltern davon ausgehen, dass seine Krankheit unheilbar geworden ist – und sie lassen ihn im Krankenhaus sterben.
Lucien ist nun in seiner eigenen Welt tot, lebt aber im 16. Jahrhundert weiter.

Abgesehen von einigen Ungereimtheiten bei diesem literarischen Kniff hat mich die Idee unerwartet aufgewühlt. Was wäre, wenn es tatsächlich möglich wäre? Im Jetzt sterben und im Damals weiterleben? Mein Gehirn verknotete sich regelrecht bei diesem Gedanken. Unser Bewusstsein ist mehr „abwesend“ als „anwesend“, was also ist Leben eigentlich? Und wie würde es den weiteren Verlauf der Menschheitsgeschichte beeinflussen, würden wir in einer vergangenen Version unserer Welt weiterleben?

Ich wünschte mir, die Autorin hätte sich noch etwas mehr mit dieser Problematik befasst, doch in den anderen Bänden dieser Reihe schlüpft sie in andere Erzählungen mit anderen Charakteren. Schade. Ich weiß nicht, ob ich die nächsten Bücher irgendwann noch lesen werde, aber ich bin mir ganz sicher, dass dieses mich noch eine Weile verfolgen wird.