Rezension: „Origin“ von Dan Brown

32283133.jpg Titel: Origin
Autor: Dan Brown
Verlag: Doubleday Books
Übersetzung: Origin (Lübbe)

Klappentext:
„Robert Langdon, Harvard professor of symbology and religious iconology, arrives at the ultramodern Guggenheim Museum in Bilbao to attend a major announcement—the unveiling of a discovery that “will change the face of science forever.” The evening’s host is Edmond Kirsch, a forty-year-old billionaire and futurist whose dazzling high-tech inventions and audacious predictions have made him a renowned global figure. Kirsch, who was one of Langdon’s first students at Harvard two decades earlier, is about to reveal an astonishing breakthrough . . . one that will answer two of the fundamental questions of human existence.
As the event begins, Langdon and several hundred guests find themselves captivated by an utterly original presentation, which Langdon realizes will be far more controversial than he ever imagined. But the meticulously orchestrated evening suddenly erupts into chaos, and Kirsch’s precious discovery teeters on the brink of being lost forever. Reeling and facing an imminent threat, Langdon is forced into a desperate bid to escape Bilbao. With him is Ambra Vidal, the elegant museum director who worked with Kirsch to stage the provocative event. Together they flee to Barcelona on a perilous quest to locate a cryptic password that will unlock Kirsch’s secret.
Navigating the dark corridors of hidden history and extreme religion, Langdon and Vidal must evade a tormented enemy whose all-knowing power seems to emanate from Spain’s Royal Palace itself . . . and who will stop at nothing to silence Edmond Kirsch. On a trail marked by modern art and enigmatic symbols, Langdon and Vidal uncover clues that ultimately bring them face-to-face with Kirsch’s shocking discovery . . . and the breathtaking truth that has long eluded us.

Meinung:
Ich hätte es wirklich ahnen können… Ich war nie ein großer Fan von Dan Brown und nun sitze ich hier und frag mich „Warum, oh warum nur, hab ich mir dieses Buch angetan?“ Es ist fast schon eine Beleidigung für jeden seiner Leser, der über 15 Euro für dieses Geschreibsel ausgegeben hat.

Der Anfang war spannend und vielversprechend, das geb ich zu. Doch schon als „Winston“ ins Spiel kam, wurde ich skeptisch und dachte „bitte, bitte nix mit KI, das gelingt nur den besten SciFi-Autoren wirklich gut“.
Doch zunächst einmal wurde ich eingelullt von einer seitenweisen Präsentation, die am Ende keine war und dann einer eeeewig langen Schnitzeljagd durch die Stadt, in der es offensichtlich mehr darum ging, die Umgebung und ihre Geschichte zu erläutern, statt die Geschichte voranzutreiben. Zwischendurch kam mir immer wieder der Gedanke „Meine Güte, schreib halt einen Stadtführer“.

Während ich so den Protagonisten hinterher eilte, immer den allwissenden Winston über allem schwebend, bekam die katholische Kirche links und rechts ihre Seitenhiebe ab, wie wir das von Dan Brown Werken so gewohnt sind. Nichts geht doch über das Bashing von Religionen (damit hab ich persönlich zwar keine Probleme, aber es nervt einfach ab einem gewissen Punkt).

Irgendwann kamen Langdorn und sein netter Sidekick dann endlich im Herzen des Rätsels an. Wieder hieß es, die Präsentation in voller epischer Breite zu ertragen, gespickt mit Informationen, die der Autor sicherlich langwierig recherchiert hat, die aber zum Großteil für die Story  komplett überflüssig waren.

Dann endlich die Auflösung – zwischendrin eine völlig hirnrissige (sorry, eine bessere Formulierung fällt mir dazu echt nicht ein) Szene mit dem König und dem Bischof (das war totaler Quatsch an dieser Stelle und erneut völlig verzichtbar, aber politically correct…) – und auf meiner Seite ein „Er hat es doch getan, er hat’s getan, ich glaub es nicht, wie kann er nur so einen Mist verzapfen?“

Dan Brown hat sich nicht davor gescheut, Religionen, künstliche Intelligenz, Symbolik, Traditionen, Genderthemen, Logik und Emotionen in einen großen Topf zu werfen, einmal kräftig umzurühren und einen Roman zu schreiben, der wie das Drehbuch für die Kinoverfilmung anmutet. Eigentlich hätte er nur noch den amerikanischen Präsidenten einfließen lassen müssen und er wäre so richtig „trendy“ gewesen.

Selten hab ich mich über so einen Blödsinn so sehr geärgert. Brown ist dieses Mal weit über das Ziel hinausgeschossen.

Ein völlig überhyptes Buch, allerdings schön massentauglich… Ich will mein Geld zurück.

One thought on “Rezension: „Origin“ von Dan Brown

  1. Sehr schön! 😂
    Ich hab mich ja schon maßlos über „Lost Symbol“ aufgeregt und mich letztes Jahr doch mal durch „Inferno“ gequält, aber dann bin ich wirklich beruhigt wenn ich jetzt sagen kann: Danke, aber nein danke!
    „Da Vinci Code“ und „Angels and Demons“ waren ja echt noch ganz spannend aber jetzt ist Schluß für mich.

    Gefällt 1 Person

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