Rezension: „55“ von Marcus Imbsweiler

33297436 Titel: 55
Autor: Marcus Imbsweiler
Verlag: Conte Verlag

Inhalt:

Kurt ist gestorben: das Herz. Und was macht Fred, sein ewiger Widersacher? Stöbert in Fotoalben aus den Fünfzigern. Was verband die beiden Alten?
Freds Enkel Joris weiß nur von politischer Gegnerschaft. Aber Joris fremdelt mit seiner saarländischen Heimat, er war lange fort und hadert – doch er ist nicht der Einzige. Mitten im Dorf sollen Asylbewerber unterkommen. Widerstand formiert sich, zu den Initiatoren gehörte der verstorbene Kurt.
Plötzlich werden Zweifel an seinem natürlichen Tod laut. Die Polizei ermittelt auch gegen Joris, weshalb der selbst mit Recherchen beginnt. Und die ziehen ihn unaufhaltsam in die Vergangenheit – sowohl des Saarlandes, als auch in die seiner eigenen Familie. Es gilt Licht ins Dunkel des Jahres 1955 zu bringen, als jugendliche Liebe und Eifersucht in einer Nacht enden, die alles verändert.

Rezension:

Auch dieses Buch gehörte zu meiner Auswahl am #indiebookday 2018. Wieder einmal habe ich zu einem Werk aus dem Conte Verlag gegriffen.

„55“ – wofür steht diese Zahl? Der Autor führt sie zunächst als die berühmte Startnummer 55 des legendären James Dean ein, der in einem Porsche 550 im Jahr 1955 bei einem Rennen seinen frühen Tod fand.

Doch dass sich die Geschichte nicht um eine Legende, sondern vielmehr um einen für das kleine Saarland legendären Volksentscheid am 23. Oktober 1955 dreht, wird schnell klar, als der Protagonist Joris, der seine Wurzeln in Dürrweiler sucht, einen Unfall mit Todesfolge hinterfragt und dazu ein wenig in der Vergangenheit kramt.

Immer wieder wird die Frage „was bedeutet Heimat?“, die 1955 in diesem kleinen Bundesland eine große Rolle spielte, aufgeworfen und von verschiedenen Seiten beleuchtet.
Da ist zunächst Joris selbst, dessen Mutter aus Dürrweiler stammt, die aber nach Berlin zog und nun möchte Joris den Gründen dafür auf die Spur gehen und seine Verwandtschaft besser kennenlernen.
Da sind die Männer, die nicht aus Deutschland stammen, die in der örtlichen Fußballmannschaft spielen und nicht über ihre Heimat und ihr Schicksal reden wollen.
Da sind die angekündigten Ausländer, denen der kleine Ort eine neue Heimat schaffen soll und vor denen sich viele Bewohner fürchtet.

Der eigentliche Kriminalfall tritt stark hinter die historischen Ereignisse und Verwicklungen zurück, was sicherlich nicht jedermanns Sache ist, aber ich als passionierte Wahlsaarländerin fand diese Verwebung mit der hiesigen Geschichte sehr interessant. Es gibt zugegebenermaßen einige Längen und überflüssige Nebenschauplätze in „55“, dennoch hielten mich zum einen der kurze, prägnante Schreibstil und zum anderen die Hauptfiguren mit ihren Geheimnissen im Lesebann.

Für alles LeserInnen mit Saarlandbezug eine unterhaltsame Lektüre!

 

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