Rezension: „Grün ist die Hoffnung“ von T. C. Boyle

boyle-gruen-ist-die-hoffnung Titel: Grün ist die Hoffnung
Autor: T. C. Boyle
Verlag: Büchergilde
Originaltitel: Budding Prospects

Inhalt:
Felix Nasmyth hat alles hingeschmissen: Er ist raus aus Kinderchor und Schulorchester, hat der Kirche den Rücken gekehrt, das Studium abgebrochen, geheiratet und sich scheiden lassen. Jetzt mühen er und seine Freunde sich in den abgelegenen Bergen von Kalifornien einen ganzen Sommer lang mit dem Anbau von Hanf ab. Danach wollen sie ernten und eine halbe Million Dollar einsacken. Doch sie haben nicht mit schnüffelnden Nachbarn, sintflutartigen Regenfällen, Felix‘ neuer Liebe und einem lästigen Drogenfahnder gerechnet …

Rezension:

Boyle gehört zu meinen unangefochtenen Lieblingsautoren. Seine Geschichten sind abwechslungsreich, unterhaltsam geschrieben und kratzen immer ein wenig an der Fassade menschlicher Vorstellungen von Glück und Erfolg.

Felix ist ein Überbleibsel der Hippiezeit – ein Freigeist, der alles mal ausprobiert, aber nichts zu einem Ende gebracht hat, der am Rande der Gesellschaft lebt und an den amerikanischen Traum glaubt. Gemeinsam mit ein paar anderen schrägen Vögeln will er das große und schnelle Geld machen.

Nur zwei der Truppe haben wirklich Ahnung von ihrem Vorhaben, alle anderen sind Handlanger, die keinen blassen Schimmer von dem haben, was sie tun und entsprechend kommt es zu kleineren und größeren Katastrophen.

Während wir uns als Leser köstlich über die Missgeschicke der Jungs amüsieren, wird Felix allmählich klar, dass das Geld nicht vom Himmel fällt, sondern hart erarbeitet werden muss, dass der Weg vom Tellerwäscher zum Millionär vielleicht doch nicht so einfach ist, wie er es sich vorgestellt hat.
Doch vor allem entdeckt er in sich einen Funken Moral und Erwachsenwerden. Bleiben die anderen cool beim Gedanken, gegen das Gesetz zu verstoßen, wird unser pubertierender Ü-30-Jähriger panisch, sobald er auch nur ansatzweise mit den Vertretern von Recht und Ordnung in Berührung gerät und am Ende muss er sich eingestehen, dass große Erfolge offensichtlich mit Betrug einhergehen und er ein ruhigeres Leben bevorzugt.

„Grün ist die Hoffnung“ ist eine chaotische und altersmäßig leicht verspätete Coming-of-Age-Geschichte, die viel Spaß macht und besonders männlichen Lesern gefallen könnte.

 

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