Rezension: „Children of Blood and Bone“ von Tomi Adeyemi

childrenTitel: Children of Blood and Bone (Legacy of Orïsha #1)
Autorin: Tomi Adeyemi
Verlag: Henry Holt Books for Young Readers
Übersetzung: Children of Blood and Bone: Goldener Zorn (erscheint am 27.06.2018)

Inhalt:
„Zélie Adebola remembers when the soil of Orïsha hummed with magic. Burners ignited flames, Tiders beckoned waves, and Zelie’s Reaper mother summoned forth souls.
But everything changed the night magic disappeared. Under the orders of a ruthless king, maji were targeted and killed, leaving Zélie without a mother and her people without hope.
Now, Zélie has one chance to bring back magic and strike against the monarchy. With the help of a rogue princess, Zélie must outwit and outrun the crown prince, who is hell-bent on eradicating magic for good.

Rezension:

„Children of Blood and Bone“ war ein Zufallsfund, als ich krank auf dem Sofa lag und unerhaltsame Lektüre suchte. Ich hatte vorher noch nichts darüber gehört und wusste nicht, dass es ein gefeiertes Debut einer, mit 23 Jahren noch sehr jungen Autorin, ist, die westafrikanische Mythologie in Harvard studiert hat.

Es ist nicht ganz so übliche YA-Story, die von der ersten Seite an packend und flüssig geschrieben ist. Sehr schnell findet man Zugang zu Zélies Welt, die von Götterglauben, Ritualen, dem Leben als Außenseiterin und dem täglichen Kampf ums Überleben geprägt ist.

Mich überraschte diese andere, aber doch bekannte Welt, die die Autorin geschaffen hat. Die westafrikanischen Einflüsse sind deutlich zu erkennen, werden aber durch „echte Magie“ ins Reich der Fantasy transportiert.
Auch gesellschaftliche Unterschiede und Probleme aufgrund äußerlicher Erscheinungen – hier weniger die Haut- als vielmehr die Haarfarbe – weisen starke Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen auf.
Es geht um Andersartigkeit, um Angst vor dem Fremden und verschobene Machtverhältnisse.

Adeyemi ist es sehr gut gelungen, ihr Anliegen und ihre Wünsche an ein faires Zusammenleben in eine mitreißende Geschichte zu verpacken, allerdings gibt es ein paar Dinge, die ich etwas kritisch finde.

Zunächst das allgemeine Problem: es gibt starke Mädchenfiguren, die im Laufe der Geschichte ihr Handeln infrage stellen und über sich hinauswachsen.
Demgegenüber stehen zwei Jungs, die zwar Einsicht zeigen, aber einfach nicht aus ihrer Haut können. Ganz besonders enttäuscht war ich von Inan. Er, der seine Erziehung zu überwinden scheint und von neuen, besseren Strukturen träumt, verhält sich zum Schluss nicht, wie ich es erwartet hätte. Ja, es gibt Hinweise hier und da, aber seine Motive bleiben zu unklar, wir erfahren zu wenig über sein Innenleben. Warum tut er, was er tut?
Die männlichen Charaktere sind in „Children of Blood and Bone“ relativ schwach und erscheinen in keinem besonders guten Licht. Schade.

Außerdem war ich mir beim Lesen nie so ganz sicher, ob die Autorin sich wirklich Gleichberechtigung für alle oder doch vielmehr umgekehrte Machtverhältnisse (wie bei „The Power“) wünscht. Magie steht in ihrer Welt eher für Waffen als für eine besondere, positive Gabe einzelner Menschen. Dort, wo sie zum Einsatz kommt, hinterlässt sie meist Verwüstung, Schmerzen und Tod.
Ich muss gestehen, dass mich in dieser Hinsicht auch das Ende ein wenig geärgert hat – nicht das, was passiert, sondern wie die Protagonistin es in ihrem letzte Gedanken bewertet. Ich hatte mehr von ihr erwartet, eine stärkere Persönlichkeit in dieser Situation, eine optimistischere Reaktion.
Mir ist klar, dass es als Cliffhanger für den zweiten Band der Trilogie dient, aber irgendwie trübt es meinen Eindruck vom Buch ein ganz klein wenig.

Trotz allem: eine starke YA-Fantasystory, die das Potential hat, sich in den Folgebänden zu einem Highlight in diesem Genre zu entwickeln.

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