„The Seven Deaths of Evelyn Hardcastle“ von Stuart Turton

35967101Titel: The Seven Deaths of Evelyn Hardcastle
Autor: Stuart Turton
Verlag: Raven Books
Übersetzung: Soll Mitte 2019 bei Klett-Cotta erscheinen

Inhalt:
At a gala party thrown by her parents, Evelyn Hardcastle will be killed–again. She’s been murdered hundreds of times, and each day, Aiden Bishop is too late to save her. Doomed to repeat the same day over and over, Aiden’s only escape is to solve Evelyn Hardcastle’s murder and conquer the shadows of an enemy he struggles to even comprehend–but nothing and no one are quite what they seem.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist gerade in aller Munde, nicht zuletzt weil es den „Costa First Novel Award 2018“ gewonnen hat.

Auch mich hatte der Klappentext neugierig gemacht. Ein Mord, der sich täglich wiederholt? Ein Protagonist, der dieses Rätsel lösen muss? Klingt spannend!

Die Geschichte begann sehr interessant. Ich war völlig fasziniert von der Idee, die ein wenig in den SciFi-Bereich driftet, Zeitreise, Körperwechsel,… anschneidet, aber dennoch im klassischen „Whodunnit“-Setting bleibt.

Doch dieses Konzept birgt auch einige Probleme.

Da wäre zunächst der Protagonist, dessen Persönlichkeit nie recht herausgearbeitet wird, da er diverse Figuren vereinnahmt, die eigene Persönlichkeiten mit sich bringen. Jemand warnt ihn zu Beginn, dass sein eigenes Ich darin komplett aufgehen kann, aber diese Gefahr spielt am Ende keine Rolle. Je weiter das Geschehen voran schreitet, umso souveräner geht er mit der Situation um, was ich ein wenig widersprüchlich fand.  Wieso diesen potentiellen Spannungsbogen aufbauen, wenn er nicht genutzt wird?

Weiterhin erfahren wir über diesen mysteriösen Mann kaum etwas. Wir kennen nicht seine Motive (an die er sich selbst nicht erinnern kann), seine Gefühlswelt dreht sich lediglich um den Mord. Er ist eher ein „Mittel zum Zweck“, eine Figur, die den Leser an die Hand nimmt und sagt „guck mal, was der Autor sich Tolles ausgedacht hat“, er bleibt als eigenständige Figur ziemlich im Dunkeln.

Schwierig fand ich es darüber hinaus, dass wir uns in einer Art „Blase“ befinden. Bezüge zur Außenwelt werden nicht bzw. erst am Schluss hergestellt, was dazu führt, dass die Erklärung, die wir letztendlich für das Setting bekommen, nicht besonders zufriedenstellend ausfällt. Man kann es einfach nicht in einem größeren Kontext sehen, man bekommt es einfach so hingeworfen und ein wenig hat es den Anschein, als erwarte der Autor dafür großen Applaus.

Auch wenn meine Kritik ein wenig harsch ausfällt, ist „The Seven Deaths of Evelyn Hardcastle“ ein recht unterhaltsames Buch mit ungewöhnlichen Ansätzen. Allerdings finde ich den Hype ein wenig überzogen.

Hinweis: in Amerika wurde diese Geschichte unter dem Titel „The 7 1/2  Deaths of Evelyn Hardcastle“ veröffentlicht.

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