5 Bücher, 5 Kapitel – lesen oder lassen?

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Das Regal mit den ungelesenen Büchern zeigt tatsächlich schon ein paar Lücken, ich musste mich allerdings schwer zusammenreißen, die nicht sofort wieder zu belegen…

Diese Woche habe ich fünf weitere Bücher herausgefischt:

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An zwei davon konnte ich mich schon gar nicht mehr erinnern. Kennt ihr das auch?

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„Zeitoun“ von Dave Eggers

Ein Flohmarktfund. Ich hab nur „Eggers“ gelesen und schon hielt ich es in meinen Händen.

Erster Satz: „In mondlosen Nächten nahmen die Männer und Jungen von Dschabla, einem staubigen Fischerort an der Küste Syriens, ihre Laternen und fuhren mit den leisesten Booten hinaus aufs Meer.“

Im ersten Kapitel, das sich über 48 Seiten zieht, lernen wir Zeitoun, einen Syrer, der mit einer Amerikanerin verheiratet ist, und seine Familie kennen. Wir erfahren ein paar Dinge über ihre Vorgeschichte und alles deutet darauf hin, dass ein Sturm bevorsteht, der zu einer Katastrophe werden wird.

Mein Eindruck: Ich fand den Anfang ziemlich langatmig und zäh und etwas holprig übersetzt. Ich musste mich arg durch das erste Kapitel quälen.

Lesen oder lassen?
Lassen, dieses Buch würde ich wohl nie beenden.


32943022._SY475_.jpg „A Stranger in the House“ von Shari Lapena

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dieses Buch habe ich mal gebraucht bestellt.

Erster Satz: „She doesn’t belong here.“

Wir stürzen uns mitten hinein ins Geschehen: eine Frau flieht Hals über Kopf aus einem Haus, rast mit dem Auto durch die Gegend und baut schließlich einen Unfall. Ihr Mann kommt nach Hause, vermisst sie, wird nervös und informiert die Polizei. Diese hat mittlerweile vom Unfall erfahren, will die Halterin des Autos ermitteln und fährt zur Adresse, die sie zum Auto ausfindig gemacht haben.

Mein Eindruck: Hui, diese Geschichte beginnt sehr „atemlos“ und spannend. Sie hat mich total gefesselt und ich hätte fast schon weitergelesen.

Lesen oder lassen?
Auf jeden Fall lesen!


35274984._SY475_.jpg „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky

Das war ein „Pausenkauf“. Ich war in der Mittagspause im Buchladen und wusste nur, dass jeder dieses Buch sehr lobte. Also hab ich es spontan mitgenommen.

Erster Satz: „Wenn man etwas gut Beleuchtetes lange anschaut und dann die Augen schließt, sieht man dasselbe vor dem inneren Auge noch mal, als unbewegtes Nachbild, in dem das, was eigentlich hell war, dunkel ist, und das, was eigentlich dunkel war, hell erscheint.“

Die Geschichte wird, wie schnell klar wird, von einer 10-Jährigen erzählt, die eine 60-jährige Oma hat, die den Tod vorhersehen kann. Immer wenn sie von einem Okapi träumt, stirbt jemand im Ort. Die Einwohner des kleinen Dorfs im Westerwald wissen davon und glauben daran und sobald sie erfahren, dass Selma wieder einen Traum hatte, beginnen sie, nervös zu werden.

Mein Eindruck: Das war ein sehr interessanter Einstieg und eine nette Erzählperspektive, die alles bewusst ein wenig komisch darstellen lässt. Es gibt viele Details, die die Atmosphäre des Schauplatzes gut wiedergeben.

Lesen oder lassen?
Lesen, da ich glaube, dass das eine kleine, aber feine Geschichte ist.


1565361.jpg „Die Löwin von Aquitanien“ von Tanja Kinkel

Eigentlich lese ich keine historischen Romane, aber nachdem ich Tanka Kinkel auf einer Buchmesse getroffen habe, halte ich immer mal wieder auf dem Flohmarkt nach ihren Büchern Ausschau.

Erster Satz: An dem Abend, als die zukünftige Erbin von Aquitanien gezeugt wurde, gab es weder Gewitter, seltsame Vogelflüge noch sonstige ausdeutbare Vorzeichen.“

Im ersten Kapitel (36 Seiten lang) erfahren wir von den geschichtlichen Hintergründen der Eltern und Großeltern von Eleonore von Aquitanien. Ihr Vater und Großvater haben eine komplizierte Beziehung, verstrickt in den Machtkämpfen der Zeit und alle hoffen auf einen männlichen Erben, auch wenn eine Frau das Herzogtum übernehmen könnte.
Alienor hat keine leichte Kindheit inmitten dieser Verstrickungen, zeigt aber schon früh einen eisernen Willen und ein aufbrausendes Wesen.
Als sie 13 Jahre alt ist, wird ihr Bruder, dem ihr Großvater das Erbe angedacht hatte,  vergiftet.

Mein Eindruck: Das war nicht unbedingt der leichteste Einstieg in eine Erzählung, wimmelt es doch sehr von Namen, die ich nicht aussprechen kann und von geschichtlichen Fakten, die ich nicht kenne. Aber Tanja Kinkel hat einen Schreibstil, den ich als sehr angenehm empfinde.

Lesen oder lassen?
Lesen, auch wenn ich kein Fan historischer Romane bin. Ich denke, dass aus der Protagonistin eine starke Frau wird und es sich lohnt, ihre Geschichte zu kennen.


29768635._SX318_.jpg „Leichenspuren“ von Jörg Schmitt-Kilian

Ich habe keinerlei Erinnerung mehr daran, wie dieses Buch in meinem Regal gelandet ist…

Erster Satz: „Die säuerliche Geruchsmischung aus Männerschweiß und verbranntem Fleisch dringt ihr immer tiefer in die Nase.“

Vor dem Prolog gibt es ein „Was bisher geschah“, folglich ist es das zweite Buch in einer Reihe. Die Zusammenfassung hilft beim Einstieg und wir erfahren, dass als Inspiration ein echter Fall diente.
Es beginnt mit dem Erwachen einer Frau in einem Ziegenstall, die nackt orientierungslos umherstolpert und sich panisch an ihre Entführung erinnert.
Dann wechselt die Story zu einem Polizisten, der wegen eines alten Ereignisses von Alpträumen geplagt wird.

Mein Eindruck: Ich hab ein wenig mit dem holprigen Erzählstil gekämpft und damit, dass alles eher erklärt als erzählt wird, zu viel spielt sich im Kopf der Personen ab.

Lesen oder lassen?
Lassen, das ist absolut nicht mein Ding.


Diese Woche verlassen mich zwei Bücher, drei kommen zurück ins Regal.

Stimmt ihr mit meinen Entscheidungen überein oder sollte ich vielleicht doch das ein oder andere Buch behalten oder entfernen?

5 Antworten auf „5 Bücher, 5 Kapitel – lesen oder lassen?

  1. Guten Morgen Sonja :)

    Das finde ich mal eine interessante Idee, Bücher vorzustellen! Und vor allen Dingen auszumachen, ob sie einen wirklich über den Klappentext hinaus interessieren. Wir in unserer Bücherei veranstalten mit Schulklassen gerne sogenannte Bookcastings, wo wir sie nach den Kriterien Cover, Klappentext und erster Satz jeweils abstimmen lassen, welches Buch sie favorisieren würden. Da kommen manchmal ganz spannende Ergebnisse bei rum, die auch die Schüler selber überraschen.

    Wie schaffst du es denn die Bücher, die du mit „LESEN!“ beurteilst, nach nur einem Kapitel wieder wegzulegen? Liest du sie weiter? Wenn ja, in welcher Reihenfolge und musst du manche davon doch nochmal von vorne anfangen, wenn sie endlich an der Reihe sind, oder liest du so schnell, dass du alle ersten Kapitel behältst? :)

    Liebe Grüße
    Ivy

    Gefällt 1 Person

    1. Guten Morgen :-) Schön, dass dir die Aktion gefällt! Eure Aktion mit den Schulklassen find ich aber auch ganz toll! Einige der angelesenen Bücher lese ich tatsächlich direkt weiter (erst einmal die dünneren), die anderen kommen vorerst zurück ins Regal, aber ich lasse auf dem Cover den Zettel kleben, auf den ich notiert habe, warum ich das Buch lesen möchte. Eine bestimmte Lesereihefolge hab ich nicht. Ich lese nach Stimmung :-) Und wenn ich sie in die Hand nehme, beginne ich noch einmal von vorn (hab aber auch notiert, was im ersten Kapitel passiert ist). Momentan geht es mir erst einmal darum, meinen SUB besser zu organisieren und nur die Bücher aufzuheben, die mich wirklich auch interessieren. Die anderen wandern in einen öffentlichen Bücherschrank und finden dort hoffentlich ihre LeserInnen :-)

      Gefällt 1 Person

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