Montagsfrage: Selfpublishing

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Eine neue Woche, eine neue Montagsfrage.

Heute möchte Antonia wissen: Was sind eure Erfahrungen mit self-publishing Autoren?

Ganz ehrlich: so sehr ich es auch unterstütze, sich den Traum vom eigenen Buch selbst zu verwirklichen, so sehr meide ich allerdings auch den Kontakt zu selfpublishing AutorInnen.

Ich habe im Lauf der Zeit so meine Erfahrungen gemacht und ich weiß, dass für viele dieser AutorInnen das selbst publizierte Buch das „Baby“ ist. Sie sind so stolz, es nach langer und harter Arbeit auf den Weg gebracht zu haben, aber meist wurde nicht viel Geld in das Projekt gesteckt. Das Cover finde ich dabei noch ziemlich egal, das ist auch bei einigen Verlagsbüchern grauselig. Aber oft verzichtet ein Eigenverleger auf das teure Lektorat, entweder weil sie/er von seinem Werk völlig überzeugt ist oder weil es ein paar Freunde gelesen, korrigiert und für gut befunden haben.

Natürlich sind nicht alle Geschichten als solche schlecht, aber oft ist der Schreibstil sehr simpel, es gibt grammatikalische und/oder gar logische Fehler. Ich lese einfach zu viel, ich kann sowas nicht „überlesen“ und mir ist meine Zeit für schlecht geschriebene Erzählungen zu kostbar. Ich bin kein Lektor (habe das aber tatsächlich kurzfristig mal nebenberuflich gemacht), ich muss mir das nicht antun und ich kann auf meinem Blog nichts empfehlen, was ich persönlich schlecht finde.

Was ich aber gern mal lese, sind die Longlistbücher des deutschen Selfpublishing-Preises, der jedes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wird.
Von der aktuellen Longlist habe ich mir „Miro“ von Claudia Pietschmann und „Ailcos Fluch“ von Kai Kemnitz gekauft, aber noch nicht gelesen.

Es gibt aber besonders im englischsprachigen Bereich einige sehr erfolgreiche selfpublishing AutorInnen wie beispielsweise Sarra Connon oder Andy Weir, der sein Buch „The Martian“ zuerst selbst publizierte und als er damit großen Erfolg hatte, von einem Verlag kontaktiert wurde.

Ich habe großen Respekt vor jedem, der ein Buch von A bis Z selbst auf den Weg bringt, aber ich lese lieber gut lektorierte Bücher und verlasse mich da auf die Verlage.

6 Antworten auf „Montagsfrage: Selfpublishing

  1. »oft verzichtet ein Eigenverleger auf das teure Lektorat«
    Kann ich aus eigener Erfahrung so bestätigen. Rückblickend kann ich mich da für meine eigene Veröffentlichung echt nur schämen. Was ich da alles an Rechtschreib- und sogar Formatierungsfehlern (z. B. wurden die Seitenzahlen nicht dreistellig) übersehen habe, geht auf keine Kuhhaut mehr. Ich war jung, arm und ungeduldig, aber wie gesagt, da kann man sich nur schämen xD

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    1. Es ist ja eigentlich schon eine Leistung, so weit zu kommen. Und jeder Autor sagt, man solle das erste Buch so schnell wie möglich hinter sich bringen, weil danach wird es besser 😁

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      1. Oh, die Arbeit an sich ist schon etwas, worauf ich stolz bin, auch wenn ich viele der Texte heute nicht mehr so veröffentlichen würde.
        Umso mehr beschämt es mich eigentlich, mit dem eigenen Werk so lapidar umgegangen zu sein, als es dann um eine Veröffentlichung ging. Wenn es sonst schon zu nichts gut war, dann wenigstens als Lektion.

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  2. Sehe ich auch so. Ich hatte vor Jahren mal Kontakt mit einem Self-Publisher, der zuerst als Leser meines Blogs auftrat und mir dann seine Bücher zum Lesen gab. Das letzte habe ich dann aus Gutmütigkeit halbwegs quasi lektoriert und gut gemeinte vier Sterne vergeben. Da kam dann ein Riesen-Backlash, weil ich nicht 5 Sterne vergeben habe und es gewagt habe, einen Aspekt zu kritisieren. Seitdem nehme ich grundsätzlich nichts mehr von Self-Publishern an.

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