Vorgestellt: PocketBook Touch HD 3

vorgestelltbunt

Seit 2009 bin ich zufriedene Kindlenutzerin. Damals gab es auf dem deutschen Markt noch keinen eReader („eBooks sind das Ende der gedruckten Bücher“), das begann erst 2011, als Amazon den Kindle auch hierzulande anbot.

Meine Kindlebibliothek ist also entsprechend groß geworden im Laufe der Jahre, weswegen ich *nie* auf meinen Kindle verzichten werde.

Als Technikfan schaue ich mir aber schon das ein oder andere Gerät an, das mittlerweile auf dem deutschen Markt einen Platz gefunden hat.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich in der Buchhandlung Hahn ein PocketBook Touch HD 3 erworben, das ich euch heute etwas näher vorstellen möchte…

Die Technik

Der Touch HD 3 hat ein 6″-E-Ink-Display mit 300dpi Auflösung, eine Größe von 161,3 x 108 x 8 mm, wiegt 155g, verfügt über 16GB Flashspeicher, einen Micro-USB-Anschluss, WiFi und Wasserschutz IPx7 und es gibt ihn in den Farben „Metallic Grey“ (siehe Foto) und „Spicy Copper“.

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Er verfügt weiterhin über eine Displaybeleuchtung und SMARTlight (ändert die Farbtemperatur je nach Umgebungslicht) und einen Lagesensor.

Die Funktionen

Folgende Formate kann das PocketBook Touch HD 3 darstellen: PDF, PDF(DRM), EPUB, EPUB(DRM), DJVU, FB2, FB2.ZIP, DOC, DOCX, RTF, PRC, TXT, CHM, HTM, HTML, MOBI, ACSM (azw-Dateien bleiben nach wie vor dem Kindle vorbehalten)

Außerdem können Audiodateien im MP3- und M4B-Format abgespielt und über einen Micro-USB-Adapter oder Bluetooth auf entsprechende Kopfhörer/Lautsprecher übertragen werden.

Wie auf dem rechten Bild zu sehen, gibt es zusätzlich einige andere nette Funktionen wie beispielsweise einen Browser, Spiele, einen Taschenrechner, eine Fotogalerie und sogar ein kleines Programm für Notizen.

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Da es sich um ein E-Ink-Gerät handelt, können keine zusätzlichen Programme aufgespielt werden.

Die Einstellungen

An dieser Stelle muss man ganz klar sagen, dass das PocketBook in der Nutzerfreundlichkeit nicht mit einem Kindle vergleichbar ist. Es ist wesentlich umständlicher, Bücher auf das Gerät zu übertragen. Das bedeutet, man muss entweder ein sehr gutes technisches Verständnis haben und wissen, was eine Cloud und eine Adobe-ID sind und wie man darauf zugreift oder – und deswegen wird dieses Gerät gern in Buchhandlungen statt im Discounter um die Ecke angeboten – sich ausführlich vom Händler beraten lassen, hat man noch nie einen eReader in der Hand gehabt.

Die Konfiguration benötigt also ein wenig Zeit und Geduld, aber hat man sich erst einmal durch alle Einstellungen geklickt und das System verstanden, wird der Umgang mit dem PocketBook einfacher.

Das Leseerlebnis

Hier war ich zunächst ein wenig skeptisch, da ich zuvor mit einem Tolino-Reader keine besonders guten Erfahrungen gemacht hatte, aber das PocketBook konnte mich überzeugen.

Die Darstellung der Bibliothek ist ganz nett gelöst: auf dem Startbildschirm werden die letzten geöffneten und geladenen Bücher angezeigt, auf dem eigentlichen Bibliotheksbildschirm können verschiedene Ansichten gewählt und Sammlungen angelegt werden.

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Das Schriftbild ist gestochen scharf, die Displayausleuchtung bei meinem Gerät sehr regelmäßig und es können Größe und Schriftarten sowie Zeilen- und Randeinstellungen vorgenommen werden.

Einen großen Pluspunkt bekommt die Blätterfunktion von mir. Die unteren Ecken blättern zurück, ein Touch (oder Wischen) auf den restlichen Displaybereich blättert vorwärts, ein Tippen auf die Mitte ruft die Einstellungen auf.
Außerdem gibt es eine Vorwärts- und eine Rückwärtstaste zum Blättern, eine Funktion, die heutzutage kaum noch ein eReader mitbringt.

Die Seiten wechseln recht schnell und ein Ghosting ist nur selten zu sehen (wann ein vollständiges Seitenupdate erfolgen soll, lässt sich in den Einstellungen bestimmen).

Hier noch ein Vergleich mit dem Kindle Voyage, den es nicht mehr zu kaufen gibt und den ich schon seit 5 Jahren nutze:

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Zusammenfassung

Das PocketBook Touch HD 3 verfügt über folgende Vorteile:

  • offenes System
  • spielt Audiodateien ab
  • verfügt über ein paar nette Zusatzprogramme
  • sehr gutes Leseerlebnis
  • schnell
  • scharfes Schriftbild
  • Displaybeleuchtung

Das sind (für mich) die Nachteile:

  • nicht anfängerfreundlich, umständliche Bedienung
  • sehr kleiner, tiefsitzender Ein-/Ausschalter an der Unterseite des Geräts
  • Preis mit rund 159 Euro nicht unbedingt günstig

Man muss ebenfalls bedenken, dass nicht jeder Shop alle eBooks anbietet, speziell im englischsprachigen Bereich und dort die Preisunterschiede recht groß sein können.

Ich verwende das PocketBook in erster Linie für die Onleihe meiner Bibliothek und für Rezensionsexemplare, um die ein wenig von meinem übrigen eBook-Chaos zu trennen.

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Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem PocketBook Touch HD 3, der eine sehr gute Alternative zu Kindle darstellt, liest man in erster Linie deutschsprachige eBooks.

 

9 Antworten auf „Vorgestellt: PocketBook Touch HD 3

  1. Ich überlege, ob ich mir auch noch einen Onleihe-fähigen Reader kaufen soll, der hier ist definitv nix für mich, würde nach was Günstigem schauen. Würdest du prinzipiell sagen, die Onleihe lohnt sich? Bekommt man da auch ganz aktuelle Bücher? Auch englischsprachige?

    1. Vielleicht tut es auch eine kleinere Version des PocketBook. Ich hab nur das angeschaut und ansonsten nur den Tolino Shine 3 HD mal besessen, den ich aber zu langsam fand und bei dem mich das Blättern nervte, weils auf dem Display schlecht verteilt war. Onleihe ist mittelmäßig. Ja, es gibt englischsprachige Bücher, aber die wirklich aktuellen kommen Monate später und sind dann mangels Lizenzen auch ruckzuck verliehen. Wenn du schon einen Bibausweis hast, kannst du dich einfach dafür registrieren und das Angebot mal durchforsten. Ich nutze diesen Reader mehr für Rezensionsexemplare. Den nehm ich jetzt immer mit, ist auch etwas leichter als mein alter Kindle.

      1. Ich hab gar keine Ahnung, wie das mit den Lizenzen funktioniert. Ist das von der jeweiligen Bücherei abhängig, bei der man angemeldet ist? Muss meine mal erneuern lassen… Ich hab nen Paperwhite, bin zufrieden, nur der Touchscreen könnte etwas reaktionsfreudiger sein…

      2. Ich weiß nur, dass die Bibliotheken Leihlizenzen kaufen müssen. Pro Buch x Lizenzen und wenn x Leute es als eBook geliehen haben, kommen die anderen auf die Warteliste.

      3. Da sehe ich schwarz, die Leiterin der Neunkircher Bibliothek hat damals das englischsprachige Regal ganz abgeschafft… Lohnt sich dann wahrscheinlich eher nicht.

      4. Ich hab mich jetzt übrigens über das Deutsch-Amerikanische Institut in SB bei Overdrive der US-Botschaft in Berlin angemeldet. Die haben aktuellere digitale Bücher

      5. Nein, man muss sich nur vor Ort für die Bibliothek anmelden (die möchten Perso sehen) und dabei gleich Overdrive beantragen. Sind gegenüber vom Schlossplatz

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