Rezension: „Kirschblüten und rote Bohnen“ von Durian Sukegawa

buch-kirschblueten.jpg Autor: Durian Sukegawa
Titel: Kirschblüten und rote Bohnen
Übersetzung: Ursula Gräfe
Verlag: DuMont Buchverlag

Inhalt:
„Sentaro ist gescheitert, nach allen Regeln der Kunst: Er ist vorbestraft, trinkt zu viel, und sein Traum, Schriftsteller zu werden, ist unerfüllt geblieben. Stattdessen arbeitet er in einem Imbiss, der Dorayaki verkauft: Pfannkuchen, die mit einem süßen Mus aus roten Bohnen gefüllt sind. Tag für Tag steht er in dem Laden mit dem Kirschbaum vor der Tür und bestreicht lustlos Gebäck mit Fertigpaste. Bis irgendwann die alte Tokue den Laden betritt. Die weise, aber sichtlich vom Leben gezeichnete Frau kocht das beste Bohnenmus, das man sich nur denken kann. Die Begegnung mit ihr verändert alles. Tokue lehrt Sentaro ihre Kunst und tatsächlich gewinnt er nicht nur die Lust am Backen, sondern auch die Freude am Sinnlichen und an den kleinen Dingen des Lebens zurück. Wenig später wird Wakana, ein Mädchen aus schwierigen Verhältnissen, zur Stammkundin des Imbisses und schließt Freundschaft mit Tokue und Sentaro. Doch die Welt meint es nicht gut mit den dreien …“

Rezension

„Kirschblüten und rote Bohnen“ hätte ich wohl nie zur Hand genommen, wäre es nicht als Buch für den Lesekreis gewählt worden, den ich regelmäßig besuche. Ich kannte bislang nur Haruki Murakami und Yoko Ogawa, von Durian Sukegawa hatte ich – wie von so vielen anderen japanischen SchriftsstellerInnen – noch nichts gehört.

Natur und Poesie

Schon auf den ersten Seiten fällt auf, das wir es hier mit einem sehr poetischen Buch zu tun haben, bei dem die Natur eine große Rolle spielt – wie unter anderen auch in den aus Japan stammenden Kurzgedichten, den „Haikus“. So beginnt diese Geschichte sehr sanft und leise und mit einem Blick auf die vielen Details, die zu einer sehr ruhigen und gelassenen Atmosphäre beitragen.

Das Leben achten

Ein wenig täuscht der Ton darüber hinweg, dass es sich bei „Kirschblüten und rote Bohnen“ um eine sehr ernste Erzählung handelt, bei der es um tragische menschliche Schicksale geht. Tokue ist vom Leben gezeichnet. Auch wenn die Normalität mittlerweile wieder für sie zurückgekehrt ist, verbrachte sie doch den Großteil ihrer Existenz abgeschottet von der übrigen Welt hinter Mauern. Aber trotz allem – oder gerade deswegen – geht sie mit viel Achtsamkeit ihren Weg und zeigt Sentaro und der jungen Wakana, dass man unabhängig von seinen aktuellen Umständen versuchen sollte, ein sinnvolles und glückliches Leben zu führen, einen Schritt zurückzutreten, zu schätzen, was man hat und zu überlegen, was man für sich und andere besser machen kann.

Sukegawa erinnert uns daran, dass wir immer eine Wahl haben, dass wir eine negative Situation zum Guten wenden können, dass es nur auf die eigene Einstellung und die Sichtweise ankommt. Doch das funktioniert nur, wenn wir innehalten und uns bewusst machen, wie viele gute Dinge uns umgeben.

Mein Fazit

„Kirschblüten und rote Bohnen“ ist ein stilles Buch, das zum Nachdenken und Innehalten einlädt. Ich bin froh, es gelesen zu haben.

2 Antworten auf „Rezension: „Kirschblüten und rote Bohnen“ von Durian Sukegawa

  1. Oh ja, das Buch schafft es wirklich gut ein ernstes Thema aufzugreifen und gleichzeitig eine wunderbare Ruhe auszustrahlen. Das Buch ist auch vor einigen Jahren verfilmt worden. Auf jeden Fall sehenswert.

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