Rezension: „Drown“ von Esther Dalseno

26115647.jpg Titel: Drown
Autorin: Esther Dalseno
Verlag: 3 Little Birds Books

Klappentext:
„Belonging to a race that is mostly animal with little humanity, a world obsessed with beauty where morality holds no sway, a little mermaid escapes to the ocean’s surface. Discovering music, a magnificent palace of glass and limestone, and a troubled human prince, she is driven by love to consult the elusive sea-witch who secretly dominates the entire species of merfolk. Upon paying an enormous price for her humanity, the little mermaid begins a new life, uncovering secrets of sexuality and the Immortal Soul. As a deadly virus threatens to contaminate the bloodstreams of the whole merfolk race, the little mermaid must choose between the lives of her people, the man she loves, or herself.“

Meinung:
„Drown“ ist die Nacherzählung des Märchens „Die kleine Seejungfrau“ von Hans Christian Andersen.

Nicht allen ist bekannt, dass nicht Disney die kleine Meerjungfrau erfunden hat und dass das eigentliche Märchen keine glückliche Liebesgeschichte ist.
Esther Dalseno bleibt mit ihrer Erzählung jedoch sehr nah an Andersens Version, gestaltet sie sogar noch ein wenig düsterer. Sie befasst sich intensiver mit den Ursprüngen und greift stärker als Andersen auf die mythologische Gestalt der Undine zurück, die in ihrer Handlung eine starke Rolle spielt und eigene Motive verfolgt.

„Drown“ ist eine gelungene Adaption eines Klassikers, die ich jedem empfehlen kann, der „Retellings“ mag.

Review: The Strange Case of the Alchemist’s Daughter von Theodora Goss

The Strange Case of the Alchemist's Daughter Titel: The Strange Case of the Alchemist’s Daughter
Autor: Theodora Goss
Verlag: Saga Press
Übersetzung: –

„Spectacular cases are usually simpler, and less interesting, than they initially appear.“

Als ihre Mutter stirbt und Mary Jekyll, plötzlich mittellos, sich auf die Spuren der Vergangenheit ihres Vaters begibt, stößt sie nicht nur auf eine Halbschwester, sondern auch auf eine mysteriöse Gesellschaft von Wissenschaftlern und ihre ungewöhnlichen Experimente.

Die Idee der Autorin, bekannte Horrorgeschichten wie Frankenstein und die Insel des Dr. Moreau mit bekannten Kriminalfiguren wie Sherlock und Holmes zu einer einzigartigen Erzählung zu verweben, gefällt mir prinzipiell sehr gut.

Auch interessant ist, dass eine ihrer Protagonistinnen das Buch schreibt und die anderen ihren Teil der Story selbst übernehmen und andere Teile immer wieder kommentieren.

Aber leider sind es sehr viele Figuren mit sehr vielen Erlebnissen, die aufeinandertreffen – ich habe regelmäßig den Faden verloren und konnte die Charaktere und ihre Hintergründe irgendwann nicht mehr auseinanderhalten.

Sherlock und Holmes wären meiner Meinung nach eigentlich verzichtbar gewesen, zumal sie neben all den anderen Akteuren verblassten.

Es ist eine nette Lektüre, wenn man die Muse hat, sie mit nur wenigen Unterbrechungen zu lesen. Ansonsten verirrt man sich leider zu sehr darin.

3sterne