„Summer Knight“ von Jim Butcher

IMG_0609.jpg(das eBook hat leider kein schöneres Cover)

Titel: Summer Knight | Autor: Jim Butcher | Serie: Dresden Files #4 |Verlag: Roc |Übersetzung: Feenzorn (Feder & Schwert)

Inhalt:
„Ever since his girlfriend left town to deal with her newly acquired taste for blood, Harry Dresden has been down and out in Chicago. He can’t pay his rent. He’s alienating his friends. He can’t even recall the last time he took a shower.
The only professional wizard in the phone book has become a desperate man.
And just when it seems things can’t get any worse, in saunters the Winter Queen of Faerie. She has an offer Harry can’t refuse if he wants to free himself of the supernatural hold his faerie godmother has over him–and hopefully end his run of bad luck. All he has to do is find out who murdered the Summer Queen’s right-hand man, the Summer Knight, and clear the Winter Queen’s name.
It seems simple enough, but Harry knows better than to get caught in the middle of faerie politics. Until he finds out that the fate of the entire world rests on his solving this case. No pressure or anything…“

Meine Meinung:
Momentan lese ich wieder mein Lieblingsgenre „Urban Fantasy“ und wenn ich mich nicht entscheiden kann oder eine sichere Wahl suche, greife ich auf die Reihe „Dresden Files“ von Jim Butcher zurück.

Harry Dresden ist ein Held, wie ich ihn mag: er ist überwiegend ein „ganz normaler Mann“, aber in den entscheidenden Momenten eben auch ein mächtiger Zauberer voller Sarkasmus, einer nicht immer gesunden Neugierde und hart im Nehmen. Denn seine Abenteuer verlaufen meist recht turbulent und enden meist sehr schmerzhaft für ihn.

Ja, man könnte sagen, Dresden ist ein wenig ein Macho, doch er macht keinen Unterschied zwischen Mann und Frau, wenn es darum geht, ihnen schnippische Antworten zu liefern. Eine gehörige Portion Respekt zeigt er außerdem vor den Feen, denn er weiß, dass deren guten Taten nicht mit Glitzer und Sternchen kommen, sondern mit knallharten Deals.

Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Butcher gerade das Feenvolk nicht verweichlicht, wie es in so vielen anderen Büchern geschieht, sondern dass er sich an die dunkleren Mythen hält und die Feen als eher berechnend und hinterhältig darstellt, vor denen man immer auf der Hut sein muss, denn bei ihnen hat alles seinen Preis.

Dem Autor gelingt es außerdem gut, die Balance zwischen „ernsthafter Action“ und „humorvoller Unterhaltung“ zu wahren. In den grimmigsten Momenten gelingt es Harry immer wieder, eine Bemerkung zu machen, die mir ein Lachen entlockt, die aber dennoch nicht die Atmosphäre der Szene zerstört.

In „Summer Knight“ passiert wie gewohnt sehr viel und sehr kurz hintereinander. Hin und wieder verlaufe ich mich in all den Ideen, die der Autor in seinen Geschichten verbaut hat, aber das kenne ich bereits aus den anderen Büchern, weiß aber auch, dass ich den roten Fanden wiederfinden werde. Mich stört hier die zeitweise Verwirrung auch nicht sehr, denn ich fühle mich von Anfang bis Ende gut unterhalten.

Auch Buch vier der Serie bietet ein solides Lesevergnügen für alle, die Urban Fantasy mögen.

„Das Labyrinth von London“ von Benedict Jacka

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Titel: Das Labyrinth von London | Autor: Benedict Jacka | Verlag: blanvalet | Serie: Alex Verus #1 | Originaltitel: Fated (erschienen bei Orbit)

Inhalt:
„Willkommen in London! Wenn Sie diese großartige Stadt bereisen, versäumen Sie auf keinen Fall einen Besuch im Emporium Arcana. Hier verkauft der Besitzer Alex Verus keine raffinierten Zaubertricks, sondern echte Magie. Doch bleiben Sie wachsam. Diese Welt ist ebenso wunderbar wie gefährlich. Alex zum Beispiel ist kürzlich ins Visier mächtiger Magier geraten und muss sich alles abverlangen, um die Angelegenheit zu überleben. Also halten Sie sich bedeckt, sehen Sie für die nächsten Wochen von einem Besuch im Britischen Museum ab und vergessen Sie niemals: Einhörner sind nicht nett!“

Meine Meinung:
Ich bin ja ein ganz großer Fan von Urban Fantasy, d.h. Geschichten, die in der realen Welt spielen, aber Fantasyelemente aufweisen wie beispielsweise die Bücher von Ben Aaronovitch oder Jim Butcher.

Ich stürze mich auf jedes Buch, das auch nur ansatzweise nach Urban Fantasy klingt und der Klappentext von „Das Labyrinth von London“ klang sehr vielversprechend.

Schon auf der ersten Seite wusste ich, dass ich ein echtes Kleinod gefunden hatte. Urban Fantasy vom Feinsten! Es beginnt sofort in medias res und wir werden mit viel Action und vielen offenen Fragen ins Geschehen hineingezogen.

Die Charaktere sind genau mein Ding: eigensinnig, ein wenig mysteriös, ungewöhnlich und durchaus vielschichtig. „Normalen“ Menschen begegnen wir eher nicht, was für mich aber auch keine Voraussetzung in diesem Genre ist.

Die Handlung selbst ist gut konstruiert, in sich schlüssig und bleibt bis zum Ende sehr spannend und abwechslungsreich. Das Magiesystem wird zwar nicht bis ins Detail erklärt, ist aber gut verständlich und steht nicht zu stark im Vordergrund.

Ich mochte „Das Labyrinth von London“ so sehr, dass ich es abwechselnd auf Deutsch und Englisch gelesen habe. Ich bevorzuge zwar das Original, doch die Übersetzung ist recht gut gelungen. Bislang ist allerdings nur der erste Band auf Deutsch erschienen.

Für mich ist die Alex-Verus-Reihe eine tolle Neuentdeckung. Ich habe schon mit Band 2 begonnen und freue mich, dass bereist 9 Bücher veröffentlich wurden.

„Das Labyrinth von London“ ist ein tolles Buch für alle Fans von Urban Fantasy. Auch wer Magie gepaart mit viel Nervenkitzel mag, kommt hier auf seine Kosten.