Rezension: „Exit West“ von Mohsin Hamid

30688435 Titel: Exit West
Autor: Mohsin Hamid
Verlag: Riverhead
Übersetzung: Exit West (DuMont)

„We are all migrants through time.“

Klappentext:
„In a country teetering on the brink of civil war, two young people meet—sensual, fiercely independent Nadia and gentle, restrained Saeed. They embark on a furtive love affair and are soon cloistered in a premature intimacy by the unrest roiling their city. When it explodes, turning familiar streets into a patchwork of checkpoints and bomb blasts, they begin to hear whispers about doors—doors that can whisk people far away, if perilously and for a price. As the violence escalates, Nadia and Saeed decide that they no longer have a choice. Leaving their homeland and their old lives behind, they find a door and step through.“

Meinung: 
„Exit West“ steht auf der Longlist des Man Booker Prize, doch ich hätte es nicht gelesen, hätte ich nicht auf YouTube mehrfach gehört, dass es sich nicht um eine typische Liebesgeschichte handelt, wie man nach dem Lesen der Zusammenfassung meinen könnte.

Natürlich spielt die Beziehung von Nadia und Saeed eine große Rolle in diesem Buch, doch sie steht stellvertretend für viele andere Schicksalsverbindungen.
Das Paar ist ganz am Anfang seiner Liebe, als es beschließt, wegen der immer größeren Bedrohung in der Heimat an einen anderen und hoffentlich besseren Ort zu fliehen. Niemand, den sie kennen, kommt mit ihnen, was sie zu Verbündeten in der Fremde macht und was ihrer Beziehung die Leichtigkeit stiehlt, die sie zuvor erlebt hatten.

Je länger sie als Flüchtende unterwegs sind, umso stärker ist ihre Suche nach ihrer Identität. Wer sind sie als Paar? Wer sind sie als Individuen?
Umso größer die Entfernung zur Heimat wird, umso mehr wächst auch die Distanz zwischen ihnen. Sie sind nicht mehr die, die sie waren, als sie gemeinsam die Tür in ein andere Land betraten. Während Saeed versucht, seine Wurzeln in seiner Religion zu festigen, hegt Nadia immer stärker den Wunsch nach Unabhängigkeit.

„Exit West“ ist ein wichtiges Buch. Hamid zeigt uns behutsam und in sehr dichten Sätzen, dass wir uns mit den Gedanken anfreunden müssen, „Heimat“ als etwas zu definieren, was wandelbar ist. Die Welt ändert sich rasch und selbst wenn wir unser Umfeld nicht verlassen sollten, so wird es sich doch um uns herum neu gestalten.
Er zeigt uns die menschliche Seite dieses Umbruchs, dass wir trotz aller Widrigkeiten anpassungsfähig bleiben müssen, um auf einen guten Ausgang unserer Geschichte hoffen zu dürfen.

Ein großartiger Roman, der zum Nachdenken anregt.

 

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