Rezension: „Borne“ von Jeff VanderMeer

28225843 Titel: Borne
Autor: Jeff VanderMeer
Verlag: MCD / Farrar, Straus and Giroux
Übersetzung: Borne (Verlag Antje Kunstmann)

Auszug Klappentext:
In a ruined, nameless city of the future, a woman named Rachel, who makes her living as a scavenger, finds a creature she names “Borne” entangled in the fur of Mord, a gigantic, despotic bear. Mord once prowled the corridors of the biotech organization known as the Company, which lies at the outskirts of the city, until he was experimented on, grew large, learned to fly and broke free. Driven insane by his torture at the Company, Mord terrorizes the city even as he provides sustenance for scavengers like Rachel.
At first, Borne looks like nothing at all—just a green lump that might be a Company discard. The Company, although severely damaged, is rumoured to still make creatures and send them to distant places that have not yet suffered Collapse.
Borne somehow reminds Rachel of the island nation of her birth, now long lost to rising seas. She feels an attachment she resents; attachments are traps, and in this world any weakness can kill you. Yet when she takes Borne to her subterranean sanctuary, the Balcony Cliffs, Rachel convinces her lover, Wick, not to render Borne down to raw genetic material for the drugs he sells—she cannot break that bond.“

Meinung:
Jeff VanderMeer ist für mich dank der Souther-Reach-Trilogie und dem „Wonderbook“ kein unbekannter Autor. Ich wusste, es würde mich etwas Außergewöhnliches erwarten.

VanderMeers Welt ist mit keiner anderen Welt, die je von einem Schriftsteller erfunden wurde, vergleichbar. Ja, es ist eine Dystopie, ja, sie steckt voller unbekannter Technologien – doch die Wesen, die sich auf ihr tummeln sind einzigartig.
Da ist Mord, der fliegende Bär, einst ein Mann, der ein Experiment der allesbehrrschenden „Company“ war und letzten Endes zu ihrem Untergang führt.
Außerdem gibt es eine Magierin, deren Motive unklar bleiben, die aber einen Funken Hoffnung für die Menschen und Nicht-Menschen bedeutet, die in der zerstörten Stadt um ihr Leben kämpfen.

Und dann ist da Borne.

Borne beginnt als eine Art Pflanze, die Rachel aus dem Fell von Mord pickt. Doch schnell wird klar, dass er mehr ist. Er entpuppt sich als eine ungewöhnliche Intelligenz, künstlich oder natürlich lässt sich nicht bestimmen. Doch Borne zeigt Interesse an seinem Umfeld, ist wissbegierig, macht sich die Verhaltensweisens seines Umfeld zu eigen und Rachel versucht, ihn zu einem moralischen Wesen heranzuziehen, in einer Welt, in der nur der Stärkere besteht.
Wäre da nicht Bornes Instinkt, so viel wie möglich zu „absorbieren“…

VanderMeer hat mehr als eine nette SciFi/Fantasygeschichte geschrieben. Dieses Buch steckt voller philosophischer Fragen und Betrachtungen. „Was macht Menschsein aus?“, „Können sich auch nichtmenschliche Wesen menschlich verhalten?“, „Bedeutet Menschlichkeit, niemanden zu töten, auch nicht, wenn die Existenz davon abhängt?“.

Letzten Endes war ich ein wenig enttäuscht, dass wieder einmal der Mensch die überlegene Rasse war, und durch Rachels „Erziehung“ Borne einen guten Einfluss auf eine schlechte Welt hatte.

Dennoch ist es ein hervorragendes, detailreiches und ungewöhnliches Werk, das ich jedem empfehlen kann, der sich für Dystopien mit Fantasyelementen interessiert.

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