Rezension: „Boy in a White Room“ von Karl Olsberg

35278718 Titel: Boy in a White Room
Autor: Karl Olsberg
Verlag: Loewe

Klappentext:
Eingesperrt, ohne Erinnerung, erwacht Manuel in einem weißen Raum. Er weiß weder, wer er ist, noch, wie er hierher kam. Sein einziger Kontakt ist eine computergenerierte Stimme namens Alice, durch die er Zugriff auf das Internet hat. Stück für Stück erschließt sich Manuel online, was mit ihm passiert ist: Bei einem Entführungsversuch wurde er lebensgefährlich verletzt. Doch wie konnte er diesen Anschlag überleben? Ist das tatsächlich die Wahrheit? Und wer ist Manuel wirklich?

Meinung:
Mein erster Gedanke nach dem Lesen lautete „äh, was war das denn?“.

Karl Olsberg, der über künstliche Intelligenz promovierte und darüber hinaus u.a. als Unternehmensberater tätig war, versucht sich schon seit einiger Zeit an Jugendbüchern.
Es sind tatsächlich meist interessante Themen, denen er sich widmet, aber es mangelt meiner Meinung nach doch stark an der Ausführung.

Alles beginnt hier recht spannend in einem weißen Raum und schnell ist klar, dass es eine virtuelle Welt ist, in der sich der Avatar befindet. Es folgt eine einigermaßen plausible Erklärung für diesen Zustand, in dem sich Manuel befindet, aber ab etwa der Hälfte der Geschichte wird es extrem abgedreht.

Plötzlich tauchen Charaktere auf, von denen vorher nie die Rede war, es gibt eine superkurze Einführung, keinerlei echte Beschreibungen und unverständliche Handlungen.
Den Plottwist, den sie herbeiführen, hätte ich ja noch verstehen können, hätte man ihn konsequent durchgespielt, doch unversehens befindet man sich in einem neuen Erzählstrang und ab dieser Stelle driftet die Story in eine ausschweifende Erklärung über künstliche Intelligenz und eine moralische Betrachtung zum Zusammenleben Mensch und Maschine ab.

Es ist verwirrend, unausgereifte philosophische Gedanken durchziehen das letzte Drittel und die eigentliche Story verschwindet komplett dahinter.

Die Nomierung von „Boy in a White Room“ für den diesjährigen SERAPH-Literaturpreis kann ich in keiner Weise nachvollziehen.

Eine Antwort auf „Rezension: „Boy in a White Room“ von Karl Olsberg

  1. D´accord … eigentlich mag ich die Titel des Autors sehr gerne (was ich bisher kenne), aber mit diesem konnte ich wenig anfangen. Ja, es war unterhaltsam, und die Zeit verging rasch währenddessen, aber irgendwie gab es ein paar Momente, in denen ich dachte, das ist einfach noch nicht ganz ausgereift. Die Idee ist nett, und es wird einige Jugendliche auch zum Nachdenkekn über das Thema bringen, aber alles in allem fehlte mir dann doch die Tiefe …

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