„Melmoth“ von Sarah Perry

46858485. sy475 Titel: Melmoth
Autorin: Sarah Perry
Verlag: Eichborn
Originaltitel: Melmoth
Übersetzung: Eva Bonné

Rezensionsexemplar

Inhalt:
Helen Franklins Leben nimmt eine jähe Wende, als sie in Prag auf ein seltsames Manuskript stößt. Es handelt von Melmoth – einer mysteriösen Frau in Schwarz, der Legende nach dazu verdammt, auf ewig über die Erde zu wandeln. Helen findet immer neue Hinweise auf Melmoth in geheimnisvollen Briefen und Tagebüchern – und sie fühlt sich gleichzeitig verfolgt. Liegt die Antwort, ob es Melmoth wirklich gibt, in Helens eigener Vergangenheit?

Meinung:
„Melmoth der Wanderer“, so heißt ein 1820 erschienener Schauerroman von Charles Robert Maturin. Hier ist Melmoth ein Mann, der einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat und nun dazu verdammt ist, 150 Jahre durch die Welt zu irren und seine Wissensgier zu befriedigen.

Sarah Perry hat daraus „Melmoth die Zeugin“ gemacht – eine weibliche Sagengestalt, die auf der Suche nach menschlicher Begleitung ist. Sie verfolgt jedoch nur diejenigen, die sich mit großer Schuld beladen haben und ihre Bürde kaum noch zu tragen vermögen.

Schuld und Verdammnis sind die großen Themen dieses düsteren Romans, der die Geschichte Prags mit Helens Geschichte verknüpft. Viele blutige Taten wurden in dieser Stadt begangen, in die die Protagonistin vor ihrem eigenen Unrecht flüchtet.

„Melmoth“ ist definitiv keine leichte Lektüre. Die Verbrechen des Nationalsozialismus, von denen im Manuskript die Rede ist, erzeugen eine sehr bedrückende Atmosphäre. Sehr detailreich und brutal werden Szenen aus dieser Zeit geschildert, was ich nicht leicht zu lesen fand.
Dagegen wirkt Helens Geschichte ziemlich harmlos, wenngleich natürlich auch belastend und düster.

Sarah Perry hat mit „Melmoth“ eine Mischung aus Fiktion und Realität entworfen, die die dunklen Seiten des Menschen zeigt – ungeschönt, doch mit einem kleinen Funken Hoffnung gewürzt. Ein Buch für kühle Herbstabende.

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