All Hallow’s Read 2019: Ein dunkler Wald und ein Gewinnspiel

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Blogtour mit Gewinnspiel

Wie schon in den letzten Jahren veranstaltet Tanja auch dieses Jahr wieder den „All Hallow Reads“.
Worum es da geht, könnt ihr HIER lesen, wer teilnimmt, seht ihr HIER und was es zu gewinnen gibt, erfahrt ihr HIER.

candle creepy dark decoration
Photo by Pixabay on Pexels.com

Ein Haus im Wald, ein Junggeselinnenabschied – was kann da schon passieren?

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There was a dark, dark house

In einem Haus tief im Wald, fernab von jeglicher Zivilisation treffen sich ein paar alte Freunde, um den Junggesellinnenabschied von Clare zu feiern.
Einige haben sich seit Jahren nicht mehr gesehen und wundern sich, eingeladen worden zu sein.

And in the dark, dark house there was a dark, dark room

Auch Nora gehört dazu, die einst eng mit Clare befreundet war, aber aus sehr persönlichen Gründen, die erst nach und nach ans Licht kommen, diese Freundschaft abrupt beendete.

And in the dark, dark room….

Sie würde gern auf dieser Party mit der Vergangenheit abschließen, doch dann gerät alles ein wenig aus dem Ruder und es ist niemand da, der ihnen helfen kann…

Bibliographische Angaben:

Titel: In a dark, dark wood
Autorin: Ruth Ware
Verlag: Gallery/Scout Press
Übersetzung: Im dunklen, dunklen Wald (dtv)

Der Buchstabe zum Gewinnspiel

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Hier ist mein Buchstabe für euch!
Den ersten habt ihr gestern HIER erhalten, den nächsten bekommt ihr morgen auf diesem Blog.

Bein Tanja gibt es alle Einzelheiten dazu, wie ihr gewinnen könnt.

Ich wünsche euch einen schönen, gruseligen Herbst und wünsche euch viel Glück beim Gewinnspiel!

„Quichotte“ von Salman Rushdie

43811212. sy475 Titel: Quichotte
Autor: Salman Rushdie
Verlag: Jonathan Cape

Inhalt:
Inspired by the Cervantes classic, Sam DuChamp, mediocre writer of spy thrillers, creates Quichotte, a courtly, addled salesman obsessed with television, who falls in impossible love with a TV star. Together with his (imaginary) son Sancho, Quichotte sets off on a picaresque quest across America to prove worthy of her hand, gallantly braving the tragicomic perils of an age where “Anything-Can-Happen”. Meanwhile his creator, in a midlife crisis, has equally urgent challenges of his own.

Meinung:
Ich bin großer Fan von Salman Rushdie, der immer wieder zu überraschen vermag und es mit seinem neuesten Werk auf die Shortlist des Man Booker Prize 2019 geschafft hat.

„Quichotte“ ist grob angelehnt an „Don Quichotte“ von Miguel de Cervantes, bedient sich aber auch an anderen Werken und Genres. Man findet hier eine wilde Mischung aus Büchern, Filmen, Figuren der Öffentlichkeit,…

Es ist die Geschichte eines von Trash-TV verblendeten Mannes, der sich auf die Mission begibt, seinen geliebten Fernsehstar zu erobern, unterwegs einen Sohn erfindet und seltsame Dinge erlebt.
Es ist aber auch die Geschichte eines Spionageautors, der seine Familienprobleme mithilfe Quichottes fiktiv verarbeitet.

Rushdie gelingt es ausgesprochen gut, Fiktion und Realität in diesem Buch zu verweben. Zwar treibt er es hier bewusst auf die Spitze, dennoch lässt sich nicht leugnen, dass unser Leben nicht nur aus Fakten besteht. Wir alle erschaffen unsere eigene Welt. Wir tagträumen, wir fantasieren und immer wieder finden wir uns früher oder später in einer Situation, die zu unseren Gedankenspielen passt. Wir alle schreiben unsere Geschichte selbst, mal mehr, mal weniger gelungen.

Zwar steht in diesem Roman das Thema „Familie“ stark im Vordergrund, doch es werden auch aktuelle Probleme beleuchtet wie beispielsweise Immigration, Rassismus und Missbrauch jeglicher Art.

„Quichotte“ ist ein großartiges Werk, das mir stellenweise allerdings ein ganz klein wenig zu übertrieben war, aber dennoch kann ich es sehr empfehlen und bin gespannt, ob es den diesjährigen Man Booker Prize gewinnen wird.

„Confessions of a Bookseller“ von Shaun Bythell

44784526Titel: Confessions of a Bookseller
Autor: Shaun Bythell
Verlag: Profile Book Ltd

Inhalt:
‚Do you have a list of your books, or do I just have to stare at them?‘ Shaun Bythell is the owner of The Bookshop in Wigtown, Scotland. With more than a mile of shelving, real log fires in the shop and the sea lapping nearby, the shop should be an idyll for bookworms. Unfortunately, Shaun also has to contend with bizarre requests from people who don’t understand what a shop is, home invasions during the Wigtown Book Festival and Granny, his neurotic Italian assistant who likes digging for river mud to make poultices.

Meinung:
„Confessions of a Bookseller“ ist das zweite Buch des Inhabers von „The Bookshop“ in Wigtown (Schottland).

Bereits sein erstes Buch „Tagebuch eines Buchhändlers“ fand ich sehr unterhaltsam und interessant im Hinblick auf den antiquarischen Buchhandel.
Sein neues Werk setzt dort an, wo das alte aufhörte und unterscheidet sich im Aufbau nicht: es sind Tagebucheinträge eines kompletten Jahres inkl. Onlinebestellungen, Besucherzahl und Gesamteinnahmen des Tages.

So gesehen bietet „Confessions of a Bookseller“ nichts Neues, dennoch hat es mir Spaß gemacht, erneut von seinen Begegnungen mit Kunden und Angestellten zu lesen. Es bietet einen guten Einblick in eine Welt, die mir recht fremd ist, die ich aber sehr spannend finde.

Es wird Bythell allerdings nicht gefallen, dass ich sein Buch auf einem Kindle gelesen habe, hat er doch mal auf so ein Gerät geschossen und es als „Mahnung“ an die Wand gehängt…

Eine nette, leichte Lektüre für zwischendurch.

„Neun Fremde“ von Liane Moriarty

45784796. sy475 Titel: Neun Fremde
Autorin: Liane Moriarty
Verlag: Diana Verlag
Originaltitel: Nine Perfect Strangers
Übersetzung: Dietlind Falk

Rezensionsexemplar

Inhalt:
Neun Fremde und zehn Tage, die alles verändern: In einem abgelegenen Wellness-Resort treffen fünf Frauen und vier Männer aufeinander, die sich noch nie zuvor begegnet sind. Sie alle sind in einer Krise und wollen ihr altes Leben hinter sich lassen. Bald schon brechen alte Wunden auf und lang gehütete Geheimnisse kommen ans Licht. Denn nichts ist so, wie es scheint in Tranquillum House …

Meinung:
Liane Moriarty ist die Autorin von „Big Little Lies“, einem Buch, das großen Bekanntheitsgrad erlangt hat und bereits verfilmt wurde.
Mit „Neun Fremde“ hat sie ein neues Werk vorgelegt, das meiner Meinung nach bestens mit ihrem Erfolgsroman mithalten kann.

Wir begegnen im Buch neun Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen einen Wellnessaufenthalt gebucht haben und nun als Schicksalsgemeinschaft einige Tage miteinander verbringen müssen.
Es dauert erwartungsgemäß eine Weile, bis alle Figuren vorgestellt wurden und etwas Schwung ins Geschehen kommt – der Anfang der Geschichte ist folglich ein wenig lang, aber das Weiterlesen lohnt sich!

Die Charaktere selbst sind schillernd beschrieben – auch wenn zwei leider ein wenig zu kurz kommen – und ein wenig überzeichnet, was aber sehr gut zur Story passt und viel Abwechslung bringt. Es ist auch bei weitem nicht alles nur eitel Sonnenschein bei ihnen. Immer wieder gibt es Stellen im Buch, die zum Nachdenken anregen, die die Oberflächlichlichkeiten im Leben hinterfragen.

Aber wirklich grandios ist Masha, die Inhaberin des Wellnessresorts. Sie dürfte meine Lieblingsfigur des Jahres sein! Ihre Ansichten zu „Erholung“ und „Transformation“ sind ausgesprochen eigenwillig. Was anfangs völlig harmlos beginnt, wird für die Beteiligten schnell zu einem außergewöhnlichen Ereignis.
Ich habe mich so wunderbar von Masha und ihren Ideen unterhalten gefühlt. Ich muss jetzt noch schmunzeln, wenn ich an sie denke. Sie wird mir wohl noch eine ganze Weile im Gedächtnis bleiben, allerdings bin ich froh, dass es auch für Wellnessaufenthalte gesetzliche Bestimmungen gibt und ihre innovativen Ansätze wohl keine ernsthaften Nachahmer finden werden.

„Neun Fremde“ ist ein toller Roman, der Tiefe hat, aber mit viel Humor und Leichtigkeit einhergeht. Absolut empfehlenswert!

„Melmoth“ von Sarah Perry

46858485. sy475 Titel: Melmoth
Autorin: Sarah Perry
Verlag: Eichborn
Originaltitel: Melmoth
Übersetzung: Eva Bonné

Rezensionsexemplar

Inhalt:
Helen Franklins Leben nimmt eine jähe Wende, als sie in Prag auf ein seltsames Manuskript stößt. Es handelt von Melmoth – einer mysteriösen Frau in Schwarz, der Legende nach dazu verdammt, auf ewig über die Erde zu wandeln. Helen findet immer neue Hinweise auf Melmoth in geheimnisvollen Briefen und Tagebüchern – und sie fühlt sich gleichzeitig verfolgt. Liegt die Antwort, ob es Melmoth wirklich gibt, in Helens eigener Vergangenheit?

Meinung:
„Melmoth der Wanderer“, so heißt ein 1820 erschienener Schauerroman von Charles Robert Maturin. Hier ist Melmoth ein Mann, der einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat und nun dazu verdammt ist, 150 Jahre durch die Welt zu irren und seine Wissensgier zu befriedigen.

Sarah Perry hat daraus „Melmoth die Zeugin“ gemacht – eine weibliche Sagengestalt, die auf der Suche nach menschlicher Begleitung ist. Sie verfolgt jedoch nur diejenigen, die sich mit großer Schuld beladen haben und ihre Bürde kaum noch zu tragen vermögen.

Schuld und Verdammnis sind die großen Themen dieses düsteren Romans, der die Geschichte Prags mit Helens Geschichte verknüpft. Viele blutige Taten wurden in dieser Stadt begangen, in die die Protagonistin vor ihrem eigenen Unrecht flüchtet.

„Melmoth“ ist definitiv keine leichte Lektüre. Die Verbrechen des Nationalsozialismus, von denen im Manuskript die Rede ist, erzeugen eine sehr bedrückende Atmosphäre. Sehr detailreich und brutal werden Szenen aus dieser Zeit geschildert, was ich nicht leicht zu lesen fand.
Dagegen wirkt Helens Geschichte ziemlich harmlos, wenngleich natürlich auch belastend und düster.

Sarah Perry hat mit „Melmoth“ eine Mischung aus Fiktion und Realität entworfen, die die dunklen Seiten des Menschen zeigt – ungeschönt, doch mit einem kleinen Funken Hoffnung gewürzt. Ein Buch für kühle Herbstabende.

„Die geheime Mission des Kardinals“ von Rafik Schami

46822212. sy475 Titel: Die geheime Mission des Kardinals
Autor: Rafik Schami
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Rezensionsexemplar

Inhalt:
Noch herrscht Friede in Syrien. Die italienische Botschaft in Damaskus bekommt 2010 ein Fass mit Olivenöl angeliefert, darin die Leiche eines Kardinals. Kommissar Barudi will das Verbrechen aufklären; Mancini, ein Kollege aus Rom, unterstützt ihn und wird sein Freund. Auf welcher geheimen Mission war der Kardinal unterwegs? Wie stand er zu dem berühmten Bergheiligen, einem Muslim, der sich auf das Vorbild Jesu beruft? Bei ihrer Ermittlung fallen die beiden Kommissare in die Hände bewaffneter Islamisten. Rafik Schamis neuer Roman erzählt von Glaube und Liebe, Aberglaube und Mord und führt uns tief in die Konflikte der syrischen Gesellschaft und in das berufliche Schicksal und die Liebe eines aufrechten Kommissars.

Meinung:
Rafik Schami ist ein großartiger Erzähler, dessen Bücher ich immer wieder gern zur Hand nehme.
So war ich natürlich auch sehr gespannt auf sein neues Werk, obwohl ich zu meiner Schande gestehen muss, dass auch noch „Sophia oder Der Anfang aller Geschichten“ ungelesen in meinem Regal steht.

„Der Regen klopfte mal schüchtern, mal aufdringlich gegen die Fensterscheiben. Kommissar Barudi schaute, wenn die Tropfen heftig trommelten, kurz von seiner Arbeit auf. Er saß in seiner Küche.“

Mit diesem poetischen Satz beginnt die Erzählung um den alternden Kommissar Berundi, der viel zu früh seine große Liebe verloren hat und nun einen Weg sucht, sich mit seinem Kummer zu versöhnen. Ein neuer Fall und neue Begegnungen helfen ihm dabei.

Großartig fand ich die Tagebuchszenen von Burundi, die diesen zerissenen Charakter so liebenswert machen. Allein wegen ihnen habe ich die Geschichte bis zum Ende verfolgt, denn alles andere fand ich leider ein wenig enttäuschend.

Schami versucht, uns Syrien kurz vor dem Krieg zu zeigen: durchdrungen von Machtkämpfen, Spionage, Misstrauen, Religionsstreitereien – und mittendrin ein toter ausländischer Kardinal.
Es ist einfach zu viel, was der Autor anreißt. Es sind zu viele Schauplätze, an die er uns entführt und zu viele Themen, die er behandelt. Der Kriminalfall tritt viel zu oft in den Hintergrund und ist im Grunde auch ziemlich langweilig. Die Liebesgeschichte entwickelt sich zu schnell. Dass ganz Syrien überwacht und belauscht wird, hat man schnell verstanden, wird aber immer und immer wieder betont. Zusätzlich noch all die Glaubensschauplätze und ich war wirklich irgendwann ein wenig genervt beim Lesen.

Mir ist bewusst, dass im Orient sehr ausschmückend erzählt wird, aber das passt besser zu einer märchenhaften Erzählung statt zu einem Mordfall.

„Die geheime Mission des Kardinals“ ist kein schlechtes Buch, allerdings stellenweise zu überladen und nicht unbedingt das beste Werk des Autors.