„Well Met“ von Jen DeLuca

43189874. sy475 Titel: Well Met
Autorin: Jen DeLuca
Verlag: Berkley

Inhalt:
Emily knew there would be strings attached when she relocated to the small town of Willow Creek, Maryland, for the summer to help her sister recover from an accident, but who could anticipate getting roped into volunteering for the local Renaissance Faire alongside her teenaged niece? Or that the irritating and inscrutable schoolteacher in charge of the volunteers would be so annoying that she finds it impossible to stop thinking about him?

Meinung:
Dieses Jahr habe ich meine Vorurteile gegenüber Liebesromanen aufgegeben, denn ich habe ein paar romantische Erzählungen gefunden, die mich sehr begeisterten. Dazu zählt nun auch „Well Met“, der Debütroman der amerikanischen Autorin Jen DeLuca.

Der Autorin ist es unglaublich gut gelungen, eine wunderbare und nicht übertrieben kitschige Liebesgeschichte zwischen zwei Mittzwanzigern zu erzählen, ohne sie in eine Dreiecksbeziehung zu verwickeln.
Die Konflikte, mit der sie die Spannung erzeugt, liegen stattdessen vielmehr in den Figuren selbst begründet. Beide kämpfen gegen Schatten aus ihrer Vergangenheit, beide müssen lernen, neu zu vertrauen und aus alten Mustern auszubrechen.

Sehr schön ist auch das Setting: ein kleiner Ort, der über die Sommerwochenenden einen Mittelaltermarkt veranstaltet. Alle helfen sich gegenseitig, kümmern sich umeinander und wollen das Ereignis zu einem Fest für alle werden lassen.

Dieses Buch war für mich ein wenig Balsam für die gestresste Seele. Ich habe es genossen, dass es in dieser Geschichte keine „bösen Menschen“ gab, keine Reibereien, keine großen Dramen. Ich hatte wirklich viel Spaß beim Lesen. Es war wie ein Miniurlaub und ich werde sich wieder zu „Well Met“ greifen, wenn ich ein wenig Aufmunterung benötige.

Englischsprachige Neuerscheinungen im September

Wir nähern uns dem Bücherherbst und das merkt man deutlich an den interessanten Neuerscheinungen im September.

Es beginnt am 3. September mit…

„Tunnel of Bones“ von Victoria Schwab: der zweite Teil der Cassidy-Blake-Serie, von der mir allerdings der erste Band auch noch fehlt.

„To be Taught if Fortunate“ von Becky Chambers: eine kleine Novelle mit nur 144 Seiten von einer meiner liebsten SciFi-Autorinnen


Am 10. September geht es weiter mit wohl DEM Highlight des Herbstes im englischsprachigen Raum.

„The Testament“ von Margret Atwood: dieses Buch gehört zum „Report der Magd“ und führt die Geschihte 15 Jahre später fort. Ich bin wirklich sehr gespannt darauf!

Außerdem erscheinen am 10. September

„Lost and Found“ von Orson Scott Card: ein neues Jugendbuch (zwischen SciFic und Fantasy anzusiedeln) von nicht allzu großem Umfang von einem Autor, den ich sehr mag, aber ein wenig aus den Augen verloren habe.

„Akin“ von Emma Donoghue: von dieser Autorin hatte mich der Roman „Room“ sehr begeistert. Hier erzählt sie die Geschichte eines alten Mannes und seinem Neffen, die gemeinsam auf Spurensuche ihrer Familienvergangenheit gehen.


Am 17. September folgt dann

„A Little Hatred“ von Joe Abercrombie: ein Autor der für epische Fantasywerke steht und von dem ich bislang viel zu wenig gelesen habe. Hier beginnt er eine neue Trilogie, in der Maschinen und Magie eine große Rolle spielen.


Der 19. September bringt uns

„Bone China“ von Laura Purcell: ein wunderbarer Kandidat für eine gruselige Halloweenstory. Purcel schafft es immer wieder, mir eine Gänsehaut zu verpassen und der Klappentext dieses Romans klingt vielversprechend.


Am 24. September gibt es schließlich ein lang erwartetes Jugendbuch:

„Wayward Son“ von Rainbow Rowell: das ist das zweite Buch aus der Serie „Simon Snow“ und wird von den Fans schon seit Monaten gefeiert. Auch ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

Last but not least erscheint am 24. September noch

„The Confession“ von Jessie Burton: diese Autorin konnte mich schon mit „The Miniaturist“ und „The Muse“ begegeistern, da ist ihr neues Buch ein Muss für mich.


 

Auf welche Bücher im September freut ihr euch schon?

„Kalte Wasser“ von Melanie Golding

46375506. sy475 Titel: Kalte Wasser
Autorin: Melanie Golding
Verlag: HarperCollins
Originaltitel: Little Darlings
Übersetzung: Alexander Weber

Rezensionsexemplar

Inhalt:
Lauren ist gerade Mutter von Zwillingen geworden, als der Alptraum beginnt. Eine Frau steht nachts an ihrem Krankenhausbett und schlägt ihr einen grausamen Deal vor: Eines von ihren Kindern gegen eines von Laurens. Lauren kann sich retten und die Polizei rufen. Dort wird der Vorfall zuerst nicht ernst genommen. Nur die junge Polizistin Harper glaubt ihr. Und dann nimmt Lauren eine verstörende Veränderung wahr: Etwas stimmt mit ihren Kindern ganz und gar nicht. Wird sie langsam verrückt, oder weiß sie etwas, das sonst niemand weiß?

Meinung:
„Kalte Wasser“ ist der Debütroman von Melanie Golding, die in Bath Kreatives Schreiben studierte und ihre Fähigkeiten in ihrem Erstlingswerk seh rgut zur Geltung bringt.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich zunächst ein wenig langatmig und im Nachhinein mit all den Details zur Geburt der Zwillinge auch ein wenig überflüssig, doch hat man diese Szene hinter sich gebracht, nimmt die Erzählung deutlich an Fahrt auf.

Es ist schwierig, etwas über das Geschehen zu schreiben, ohne zu viel zu verraten, aber – was man vielleicht vorher wissen sollte – es gibt ein phantastisches Element, das diesen Roman eher bei „Magischer Realismus“ als bei „Psychothriller“ ansiedelt.
Mir hat genau das ausgesprochen gut gefallen, aber ich bin auch ohne jegliche Erwartung an dieses Buch herangegangen und war deshalb sehr überrascht, wie gut der Autorin dieser Spagat gelungen ist.

Auch die Hauptcharaktere waren sehr recht gut ausgearbeitet, insbesondere Lauren, doch auch Harper ist eine Figur mit Tiefe.
Lediglich Laurens Mann blieb für mich ein wenig widersprüchlich. Sah es anfangs so aus, als wolle er seine Frau mit den Kinderns am liebsten allein lassen, so kümmerte er sich später jedoch aufopferungsvoll um seine Familie. Diesen Wandel konnte ich nicht ganz nachvollziehen, war aber für mich eher nebensächlich.

„Kalte Wasser“ ist ein gelungenes Debüt, das Lust auf mehr von dieser Autorin macht.

„Tagebuch eines Buchhändlers“ von Shaun Bythell

43837679. sy475 Titel: Tagebuch eines Buchhändlers
Autor: Shaun Bythell
Verlag: btb
Originaltitel: The Diary of a Bookseller
Übersetzung: Mechthild Barth

Rezensionsexemplar

Inhalt:
„Wigtown, Schottland. The Bookshop, die größte Second-Hand-Buchhandlung des Landes, ist ein Paradies für Buchliebhaber. Die Bücherregale reichen bis zur Decke, die Regalböden hängen durch ob ihrer verführerischen Last. Es gibt alles, was das Herz begehrt. Was Sie als Kunde nicht sehen, sind die Probleme im Hintergrund, mit denen sich der Besitzer Shaun Bythell herumschlagen muss. In seinem »Tagebuch eines Buchhändlers« finden Sie alles: exzentrische Kunden, unhöfliche Angestellte und eine ständig leere Kasse, aber auch den Nervenkitzel eines unerwarteten antiquarischen Fundes und den Charme der Küstenkleinstadt Wigtown.“

Meinung:
Shaun Bythell erwarb im Jahr 2001 das Antiquariat „The Bookshop“ im schottischen „Buchort“ Wigtwon. Dort leben etwa um die 1000 Einwohner, die den Luxus haben, von 12 Buchläden umgeben zu sein. Ein Traum.

Dass es aber nicht ganz so traumhaft ist, wird schnell klar, wenn man das Tagebuch von Bythell liest. Da ist zum einen der Onlineriese Amazon, der auch Antiquariaten das Leben schwer macht, da ist die Software, die nicht immer funktioniert, das eigene Ordnungsystem im Laden – und da ist die Kundschaft, die nicht immer so freundlich ist, wie man sich das als Ladeninhaber wünscht.

Manche Leser werfen dem Autor vor, ein wenig unhöflich über seine Kunden zu schreiben. Dem stimme ich prinzipiell zu, aber irgendwann kommt er selbst zu dieser Einsicht, dass er zu schnell urteilt und ab dann wird auch der Ton etwas weniger bissig.

Abgesehen davon ist es jedoch ein sehr unterhaltsamer und interessanter Einblick hinter die Kulissen, den Bythell uns in diesem Buch gewährt. Ich fand die Hintergründe zum Handel mit antiquarischen Büchern sehr aufschlussreich und finde es erstaunlich genug, dass Antiquariate überhaupt noch existieren können. Sicherlich ist es da sehr hilfreich, wenn man seinen Laden in einer Bücherstadt hat.

Mir hat das „Tagebuch eines Buchhändlers“ ausgesprochen gut gefallen und ich habe mit Freude festgestellt, dass am 29.08.2019 sein zweites Buch „Confessions of a Bookseller“ erscheint.

Empfehlenswert!

„Buchstäblich Liebe“ von Ali Berg und Michelle Kalus

42776733. sy475 Titel: Buchstäblich Liebe
Autorinnen: Ali Berg, Michelle Kalus
Verlag: Blanvalet
Originaltitel: The Book Ninja
Übersetzung: Larissa Rabe

Rezensionsexemplar

Inhalt:
Frankie Rose hätte nichts lieber als einen Freund. Wobei: Ein Date mit einem halbwegs normalen Typ wäre schon ein Anfang. Denn es ist ja nicht so, als hätte sie nicht schon alles versucht! Inspiriert von ihrem Job in einer kuschligen Buchhandlung wagt sie schließlich das ultimative Liebesexperiment: Um endlich den belesenen Mann ihrer Träume zu finden, lässt sie ausgewählte Bücher mitsamt ihrer Telefonnummer in Zügen und U-Bahnen liegen. Und was das für Folgen hat, hätte sie sich im Leben nicht vorstellen können …

Meinung:
Ali Berg und Michelle Kalus haben in Australien das Projekt „Books on the Rail“ gegründet, bei dem es darum geht, für andere Lesehungrige Bücher im öffentlichen Personenverkehr zurückzulassen.

Auch Frankie, die Protagonistin des Romans, Ende 20, verteilt Bücher – allerdings hinterlässt sie darin ihre Kontaktdaten, um endlich nicht mehr Single zu sein. In Blogposts, Kurznachrichten, eMails und normaler Erzählung erfahren wir, was sie dabei erlebt und wen sie trifft.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, die verschiedenen Formate haben die Geschichte aufgelockert und modern wirken lassen, allerdings war alles andere ein wenig „too much“ für meinen Geschmack. Die Protagonisten waren einfach zu niedlich, verhielten sich zu kindlich, zu albern und waren ein bisschen zu sehr überzeichnet.
Es gibt auch keinen echten Antagonisten und wenig Situationen, an denen die Charaktere wachsen können. Es ist und bleibt einfach nur eine putzige Erzählung mit etwas schrulligen Figuren.

Ich denke, ich bin die falsche Zielgruppe für dieses Buch. Ich habe das letzte Drittel nur noch überflogen, weil nicht wirklich etwas passiert und ich die Romanze nicht interessant genug fand.
Wer aber eine gaaaanz leichte Lektüre für zwischendurch sucht, dem könnte „Buchstäblich Liebe“ vielleicht gefallen.

„Grabesgrund“ von Elly Griffiths

81QC1KhJ2jL.jpgTitel: Grabesgrund
Autorin: Elly Griffiths
Serie: Ein Fall für Dr. Ruth Galloway #7
Verlag: rowohlt
Originaltitel: The Ghost Fields
Übersetzung: Tanja Handels

Rezensionsexemplar

Inhalt:
„Eine Leiche in einem vergrabenen Kampflugzeug – das hat die forensische Archäologin Ruth Galloway auch noch nicht gesehen. Laut DNA-Test handelt es sich bei dem Toten um Fred Blackstock, einen Aristokraten, der im Zweiten Weltkrieg über dem Ärmelkanal abgeschossen wurde und starb – jedoch in einem anderen Flugzeug! Die Ermittlungen führen die Polizei und Ruth zum Anwesen der Blackstocks. Als man auf deren Land menschliche Knochen entdeckt und bald darauf ein Mitglied der Familie attackiert wird, ahnt Ruth, dass die Blackstocks ein dunkles, jahrzehntealtes Geheimnis hüten, von dem eine tödliche Gefahr ausgeht. Kann sie das Schweigen brechen und den Killer aufhalten, ehe er erneut zuschlägt?“

Meinung:
Für mich war die Reihe um die forensische Archäologin Dr. Ruth Galloway neu, aber ich habe prinzipiell kein Problem damit, irgendwo in der Mitte einzusteigen, da viel Vorgeschichte in solchen Krimiserien angedeutet wird und für den konkreten Fall nicht unbedingt wesentlich ist.

Dieser Roman zeichnet sich durch die Charaktere und die geschichtlichen Hintergründe aus, d.h. wer einen Pageturner erwartet, wird enttäuscht sein.
Die Erzählung entwickelt sich sehr langsam, dafür werden historische Ereignisse ausführlich erläutert und in die Ermittlungen eingewoben.

Uns begegnen zudem viele Charaktere, die nicht immer leicht auseinander zu halten sind und ein wenig klischeehaft auftreten – Frauen klimpern gern mit den Wimpern, Männer haben das Sagen.

Dr. Ruth Galloway selbst fand ich nicht besonders sympathisch. Sie tritt mit einer gewissen Arroganz auf und fügt sich privat in ein verwickeltes Verhältnis, das ihr nicht unbedingt guttut, aus dem sie sich aber noch nicht befreien mag.

Auch den Schreibstil fand ich nicht ansprechend. Viele Sätze klingen wie „Sprechsprache“, nicht wie „Schriftsprache“. Sie sind ein wenig zu salopp und recht einfach gehalten.

Was mich wirklich störte, waren die Klammerzusätze, die sich durch das gesamte Buch ziehen wie in diesem Beispiel:

„Eine irrsinnige Sekunde lang glaube Ruth, dass es Frank ist (deshalb ist er so früh aufgebrochen!), doch dann sieht sie, dass der Mann dunkleres Haar hat als Frank und schlanker ist.“ (Seite 120)

Stellenweise ist auch die Grammatik nicht ganz korrekt, wobei ich nicht nachvollziehen kann, ob es an der Übersetzung oder am Original liegt.

LeserInnen, die seit Beginn der Reihe dabei sind, werden sicherlich ihren Gefallen an „Grabesgrund“ finden. Mich hat dieser Roman nicht besonders angesprochen, weswegen ich nicht zu weiteren Bänden greifen werde.