Mehr als eine Rezension: Good Night Stories for Rebel Girls

33016249.jpgTitel: Good Night Stories for Rebel Girls
Autorinnen: Elena Favilli, Francesca Cavallo
Verlag: Timbuktu Labs
Deutsche Übersetzung: Good Night Stories for Rebel Girls (Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG)

Klappentext:
„Good Night Stories for Rebel Girls is a children’s book packed with 100 bedtime stories about the life of 100 extraordinary women from the past and the present, illustrated by 60 female artists from all over the world. This book inspires girls with the stories of great women, from Elizabeth I to Serena Williams.“

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Ich habe dieses Buch noch nicht beendet, aber ich kann jetzt schon sagen, dass es für mich nicht nur das „Buch des Jahres“ sondern vermutlich auch das „Buch meines Lebens“ sein wird.

Ich muss ein wenig ausholen, um das zu erklären:
Seit ich denken kann (und das ist schon recht lang, ich bin 42 Jahre alt), war ich rebellisch. „Rebellisch“ bedeutet in dem Fall nicht, dass ich mich gegen alles und jeden aufgelehnt hätte. Ich habe vielmehr dort rebelliert, wo es um ein respektloses Verhalten oder sinnlose Regeln ging. Ich habe Mitschüler, Lehrer und auch wildfremde Menschen, die sich auf offener Straße unkorrekt verhalten haben, zur Rechenschaft gezogen – spontan und ohne über die Konsequenzen für mich nachzudenken.

Natürlich haben meine Eltern mein „kritisches Denken“ begrüßt, aber sie wollten auch, dass ich ohne Probleme durchs Leben kam und mit diesem Verhalten eckte ich an und schuf mir durchaus hin und wieder Schwierigkeiten.
Letzten Endes wussten sie nicht, wie sie mit meiner Rebellion umgehen sollten, sie war ihnen selbst zu fremd und sie hatten nicht den gleichen Mut und das gleiche Selbstvertrauen, dass ich in dieser Hinsicht schon früh an den Tag legte.
So gaben sie mir (unbewusst) einen widersprüchlichen Rat mit auf den Weg: „Bleibe kritisch, aber im Zweifel sind die anderen erfahrener als du es bist – und befinden sich im Recht.“

Versucht mal, rebellisch zu sein, wenn ihr anderen nicht auf Augenhöhe begegnet, sondern ihrem Verhalten mit mehr Respekt gegenübertretet als ihr euch gegenüber habt…. ich konnte nie wirklich festmachen, warum meine Rebellion sich innerlich so seltsam anfühlte, richtig und dennoch falsch und ich habe sie irgendwann unterdrückt.

Und dann las ich diesen Satz.

To the rebel girls of the world:
Dream bigger
Aim higher
Fight harder
And, when in doubt, remember
You are right.

Ich war zunächst regelrecht „entsetzt“: Wie jetzt? Es ist ok, wenn  ich Recht habe? Es ist ok, wenn ich härter kämpfe? Es gibt Menschen, die das wirklich und ehrlich gutheißen und fördern?

Ich war sprachlos und ich begann die Geschichten der 100 Frauen zu lesen. Frauen, die sich nicht haben „reinreden“ lassen. Sie sind mit Sicherheit vielen Schwierigkeiten begegnet auf ihrem Weg, aber sie haben sich nicht sagen lassen, dass die anderen Recht haben. Sie blieben sich treu, gingen ihren Weg und machten die Welt zu einem besseren Ort.

Wahnsinn.

So viele Frauen und Mädchen (und ich bezweifle nicht, dass es auch Männer dieses Kalibers gibt), die mir den Rücken stärken, die mir durch ihr Leben zeigen „es ist richtig, was du tust“.

Ihr glaubt nicht, wie viel Kraft und Selbstvertrauen mir DAS gibt!

Um es noch einmal zu betonen: meine Eltern liebten mich und wollten nur das Beste für mein Leben. Ich weiß das und schätze es sehr! Allerdings hatte ich eine explosive Eigenschaft in meinem Genpool, die sie versuchten, in ruhigere Bahnen zu lenken.
Vielleicht war es hilfreich, vielleicht auch nicht.

Aber jetzt weiß ich mehr denn je, dass Rebellion, die eine positive Veränderung bezweckt, eine große Stärke ist, etwas, das gefördert werden muss, denn Rebellinnen sind oft allein auf weiter Flur unterwegs. Wir benötigen Unterstützung, selbst wenn sie aus einem Kopfnicken besteht. Wir tun das nicht nur für uns, wir tun es für alle!

Dies ist ein Buch, dass ich allen Frauen, Männern, Mädchen und Jungs absolut ans Herz legen möchte! Lest es, lebt es und gebt es weiter! Die Welt braucht solche „Rebellen“.

Besondere Bücher: „S“ von J. J. Abrams

„S – Das Schiff des Theseus“ von J.J. Abrams dürfte eins der bekannteren außergewöhnlichen Bücher sein.

„Eine junge Studentin findet in der Bibliothek ein Buch, in das ein anderer Student Hunderte von Randbemerkungen gekritzelt hat, offenbar im Bemühen, der wahren Identität des unter Pseudonym schreibenden Autors V. M. Straka auf die Spur zu kommen. Die junge Frau ist fasziniert und ergänzt die Notizen mit eigenen Mutmaßungen.“

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Jen und Eric kommunizieren nun über dieses Leihbuch. Sie ergänzen es um Randbemerkungen und Kopien.

Man benötigt beim Lesen von „S“ viel Konzentration, da man den eigentlichen Buchtext liest, Fußnoten eines unbekannten Übersetzers, die Bemerkungen der Studierenden und zusätzliches Material.

Außerdem kommt ein weiteres Rätsel hinzu, ein Code mit weiteren geheimen Informationen, den man auch als Leser entschlüsseln kann, da man ein dafür Hilfsmittel an die Hand bekommt:

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Das Buch ist absolut faszinierend, doch man sollte viel Zeit dafür einplanen. Es ist nicht so leicht, die einzelnen Storyteile zusammenzusetzen und die handschriftlichen Notizen zu entziffern. Aber es ist ein sehr gelungenes Werk, das sich gut als Geschenk eignet.

Besondere Bücher: „Griffin & Sabine“ von Nick Burton

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Ich liebe Bücher, die ungewöhnlich sind. Zu meinen ersten „interaktiven“ Büchern gehört die Trilogie „Griffin & Sabine“ von Nick Burton.

Der erste Band erschien 1991 und ich erinnere mich, dass ich damals einige Hindernisse überwinden musste, um an dieses Buch zu kommen.

Erzählt wird die Geschichte von Griffin und Sabine, die sich über eine Postkarte kennenlernen und eine seltsame Verbindung zueinander haben.

Sie beginnen, sich Briefe und Postkarten zu schreiben.

Im zweiten Band möchte Sabine Griffin besuchen, doch dieser läuft vor ihr davon. Hier sehen wir mehr von Sabines Skizzen und Zeichnungen.

Die mysteriöse Story findet ihren Höhepunkt in Band 3.

Jedes Buch steckt voller kleiner Kunstwerke, auf denen es immer Neues zu entdecken kann und immer ist es spannend, was man aus den Umschlägen zieht, die über die Seiten verteilt sind.

Es gibt eine zweite Trilogie und 2016 ist nach 25 Jahren ein weiteres Buch in der Reihe erschienen.

Eine wundervolle Geschenkidee für Buchliebhaber, die das Besondere mögen,