Das Regal der ungelesenen Bücher

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Dieses kleine Billyregal ist gestern bei mir eingezogen. Darin befinden sich (doppelreihig) nur ungelesene Bücher.

Anfang des Jahres war das noch gar nicht so dramatisch, da passte noch alles in eine Regalreihe. Irgendwie ist es im Laufe der Monate explodiert….

Und das sind nur die gedruckten Bücher. Ich glaube, ich muss mehr lesen und weniger kaufen.

„Tell me three things“ von Julie Buxbaum

40183593.jpg Titel: Tell me three things
Autorin: Julie Buxbaum
Verlag: ONE
Originaltitel: Tell me three things

Inhalt:
Gar nichts macht Jessie richtig. So fühlt es sich zumindest in ihrer ersten Woche an der ultraschicken privaten Highschool in Los Angeles für sie an. Gerade als sie überlegt, alles hinzuschmeißen, bekommt sie eine E-Mail von jemandem, der sich selbst Mister Glück nennt und seine Hilfe im Highschooldschungel anbietet. Nach anfänglicher Skepsis beginnt Jessie, sich auf die Ratschläge des mysteriösen Unbekannten einzulassen. Schnell wird Mister Glück zu ihrem Verbündeten – aber wer verbirgt sich hinter dem Namen? “

Meine Meinung
Mir war nach einer leichten Lektüre und auch wenn ich YA eher als Dystopie mag, klang der Inhalt dieses Buches nach guter Unterhaltung.

Und die habe ich bekommen.

Thematisiert wird in „Tell me three things“ der Umgang mit Verlust eines geliebten Menschen. Wie findet man sich – gerade als Jugendliche/r – in dieser neuen Situation zurecht?
Für Jessie verschärft sich die Lage zusätzlich, da ihr Vater überraschend wieder heiratet und sie in eine ihr völlig fremde Umgebung geworfen wird, die noch dazu völlig andere Erwartungen an ihr gesellschaftliches Auftreten stellen.
Sie fühlt sich verloren, bekommt jedoch unerwartet anonyme Hilfe.

Die Autorin zeigt, wie wichtig es ist, nach dem Tod eines Familienangehörigen Unterstützung zu suchen, weiter am Leben teilzunehmen, Interesse an anderen zu zeigen, auch wenn es schwer fällt und einem alles wie eine neue Welt erscheint.

Buxbaum hat eine interessante Geschichte erschaffen, die zwar ein wenig typisch „Highschoolstory“ und „Girl meets Boy“ ist, deren Hauptfiguren aber vielschichtig sind und mit dem beginnenden Erwachsenenleben jede auf ihre eigene Art kämpfen.

Aber!

Einen Kritikpunkt muss ich loswerden: in diesem Buch werden Haschisch und Alkohol mehr oder weniger als „cool“ beschrieben. Es gibt am Anfang eine Szene, in der Jessie und ihr Halbbruder Theo das Eis zwischen sich brechen – bei einem Joint und Wein, der beide wundersam auflockert und die Beziehung zwischen ihnen verbessert.
Vor andere Drogen wie Heroin wird zwischen den Zeilen gewarnt, aber die weichen Drogen nehmen viel Raum in der Erzählung ein. Es mag zu einem Teenagerleben dazugehören, hätte sich aber auch etwas zurückhaltender einbauen lassen.

Ein nettes YA-Buch mit kleinem Manko.

Mein Herz schlägt für die Stadtbibliothek

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Früher wohnte ich auf dem Land. Da gab es irgendwann eine winzige Leihbücherei im Nachbarort. Ein Raum mit ein paar Regalen, das war es. Es war gut, aber die private Bibliothek meines Vaters bot mehr Auswahl ;-)

Seit ich in Saarbrücken lebe, ist die Stadtbibliothek zu einem meiner Lieblingsorte geworden.
Über drei Stockwerke gibt es Bücher so weit das Auge reicht! Jede Etage bietet diverse Sitzmöglichkeiten, Computerarbeitsplätze und es gibt einen besonders hübschen Bereich für Kinder und Jugendliche.

An manchen Tagen sitze ich dort einfach nur mit einem Buch und lese in Geschichten, die ich nicht kenne und dir mir sicher auch nie im Internet begegnet wären.

An anderen Tagen, so wie heute, besuche ich die Bibliothek mit dem Ziel, etwas mehr über ein bestimmtes Thema zu erfahren.

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Da ich momentan an einem Onlineschreibkurs teilnehme, suchte ich mir Werke über das Schreiben und vertiefte mich 2 1/2 Stunden in die Materie. Zwei der Bücher habe ich fürs Weiterlesen mit nach Hause genommen.

Ich liebe unsere Bibliothek. Ich liebe die Auswahl, die Menschen, die sich für Bücher begeistern, die Lernenden, die Lesenden, den Zeitschriftenbereich, wo man es sich bei einem Kaffee gemütlich machen kann, die diversen Veranstaltungen,…

Außerdem hat man eine nette Aussicht aufs Rathaus:

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Geht ihr regelmäßig in eine Bibliothek?

(Nicht nur) Flohmarktfunde

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Gestern war es mal wieder so weit: in Homburg war Flohmarkt. Dieser Flohmarkt findet alle vier Wochen statt und ist wirklich gigantisch.

Ganz fies: es gibt einen sehr großen Stand mit gebrauchten Büchern, wo jedes Buch nur einen Euro kostet. Die Auswahl ist super! Man findet dort nicht nur ältere Sachen, auch modernere Romane sind immer wieder dabei und alle in einem guten bis sehr guten Zustand. Außerdem wird jede Lücke fast sofort wieder von den Standbetreibern aufgefüllt. Fatal…

Ich habe dieses Mal „nur“ fünf Bücher dort gekauft:

  • Sven Regener „Neue Vahr Süd“
  • Terry Pratchett „Strata“
  • Elizabeth Gilbert „Der Hummerkrieg“
  • Markus Heitz „Sanctum“ (beim letzten Flohmarktbesuch kaufte ich bereits den ersten Band aus dieser Serie)
  • Barbara Kingsolver „Willkommen in Kilanga“ (das ist die „Poisenwood Bible“)

Buch Nr. 6, nämlich „Letzter Bus nach Coffeeville“ von J. Paul Henderson stammt aus der Gollenstein Buchhandlung in Blieskastel

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Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, viele (alle werde ich wohl nie schaffen) kleine, unabhängige Buchläden im Saarland zu besuchen. Bisher war ich in Saarbrücken (wo ich wohne), Merzig, Homburg, Neunkirchen und nun auch Blieskastel.

„Beim Morden bitte langsam vorgehen“ von Sara Paborn

39864800.jpgTitel: Beim Morden bitte langsam vorgehen
Autorin: Sara Paborn
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Originaltitel: Blybröllop

Inhalt:
„Die Leute leben einfach zu lange. Und die wenigsten haben das verdient. Horst jedenfalls nicht. Nach 39 Ehejahren voller Sticheleien hat Irene endgültig genug von ihrem Mann. Als sie eines Tages in einer alten Schachtel Vorhang-Bleibänder findet, kommt ihr die beste Idee ihres Lebens: Aus der immer so netten Bibliothekarin wird eine gerissene Hobbychemikerin, die ihre bisher von Braten- und Kuchenduft erfüllte Küche in ein Labor verwandelt. Dort bereitet sie Bleizucker zu. Geduldig rührt sie ihrem Mann täglich ein Löffelchen in den Kaffee. Bei den wirklich wichtigen Dingen muss man langsam vorgehen …“

Meine Meinung:
Aus Schweden kennt man überwiegend männliche Schriftsteller und depressive Protagonisten. Ich war also sehr gespannt, was für eine Art von Kriminalgeschichte eine Autorin aus Schweden schreiben würde.

Um es gleich vorweg zu sagen: „Beim Morden bitte langsam vorgehen“ ist kein Whodunit-Buch. Wer wen ermordet, steht von Anfang an fest. Wir erfahren als Leser, wie und warum es zu dieser Tat kam.

Irene hat das Pech, in einer Zeit zu leben, in der Ehen daraus bestehen, dass die Frauen ihrem arbeitenden Mann daheim ein schönes Leben gestalten und selbst nur dekorativer Teil des großen Ganzen sind.
Zudem wurde sie offenbar mit sehr romantischen Vorstellungen einer Partnerschaft erzogen, denn sie himmelt Horst zu Beginn ihres Kennenlernens aufgrund seines Auftretens an und erhofft sich von ihm, all ihre Wünsche über ein Zusammenleben in Erfüllung zu bringen. Allerdings wird zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte klar, wie diese Wünsche konkret aussehen. Es lässt sich lediglich erahnen, dass sie „Gleichberechtigung“ in der Partnerschaft möchte, doch ihr ganzes Verhalten widerspricht dem. Horst trifft Entscheidungen und Irene ordnet sich – wenn auch verärgert – diesen unter. Nie zieht sie ihre Grenzen, sie versucht es nicht einmal ernsthaft.

Ich kann zwar aufgrund ihrer Erzählungen nachvollziehen, warum sie sich unglücklich in einer Ehe mit einem dominanten und noch dazu recht zynischem Mann fühlt, aber ich kann kein Verständnis für ihre Lösung des Problems aufbringen. Handelt so eine Frau, die ihre eigenen Bedürfnisse beachtet sehen möchte? Muss sie wirklich zu einem Mord greifen? Zeugt das von Stärke oder doch eher von Schwäche?

Die Geschichte ist sprachlich gut formuliert, doch es fehlen einfach ein paar wesentliche Informationen, um das Handeln der Protagonistin wirklich mittragen zu können. Über Horst erfahren wir kaum etwas, außer dass er hier und da Fehler macht, die Irene allerdings nie korrigiert und vermutlich auch nie offen anspricht. Was macht Horst in der übrigen Zeit?
Selbst über ihr Innenleben lässt sich ihre Entscheidung nicht erschließen. Sie wirkte auf mich einfach nur unzufrieden, nicht besonders glücklich und nicht weniger zynisch als ihr Partner. Wo sind die tiefen Emotionen, die einen Menschen dazu bringen, zum letzten Mittel zu greifen?

„Beim Morden bitte langsam vorgehen“ ist kein schlechtes Buch, allerdings wird das Bild einer schwachen Frau gezeichnet, die ihr Leben nur mit einem Mord zu verbessern vermag. Schade. Man hätte aus dieser Situation so viel mehr machen können.
Kann man lesen, muss man aber nicht.

Zufallsbuch im Juli

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Jeden Monat lasse ich den Zufallsgenerator über ein Buch entscheiden, dass ich im nächsten Monat lesen werde.

Da ich den Horizont etwas erweitern möchte, rufe ich mir auf Goodreads die Liste der beliebtesten Neuerscheinungen des aktuellen Monats auf (hier Juni), wähle den Zufallsgenerator Random.org, gebe dort als „Max.“ 200 ein und schaue dann in der Liste, auf welches Buch das Los gefallen ist.

Ist es ein Buch, das ich bereits gelesen habe (hier werden auch Taschenbücher aufgeführt, die es zuvor schon als Harcover gab), lasse ich den Zufallsgenerator neu entscheiden.

Fällt die Wahl auf ein Buch aus einer Serie, suche ich mir dazu den ersten Band, sollte ich die Serie noch nicht begonnen haben, und wähle dieses Buch aus.

Für Juli fiel das Los zunächst auf den 3. Roman einer mir unbekannten Reihe. Also wird es jetzt Buch Nummer 1 daraus: „Glittering Court“ von Richelle Mead.

Fällt die Wahl auf ein Genre, das ich so gar nicht mag, lasse ich einfach das Schicksal neu bestimmen.