Die Montagsfrage: Lyrik

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Schon wieder Montag. Die letzte Woche war interessant, da ich versuche, neue Gewohnheiten zu etablieren. Dazu gehört u.a., zwischen 19 und 20 Uhr offline zu gehen. Das fiel mir deutlich leichter als gedacht.
Nachdem mich ein paar Mal unwichtige Meldungen abgelenkt hatten, hab ich meine Geräte auf „Nicht stören“ gestellt und Ausnahmen für meine Familienmitglieder eingerichtet.
Die Abende verliefen angenehm ruhig und ich hatte viel Zeit fürs Lesen und Abschalten.

Nun aber zur Montagsfrage.

Antonia möchte heute wissen:
Lyrik: ausgedient oder am Aufblühen?

Es soll manchen Dichter geben,
der muß dichten um zu leben.
Ist das immer so? Mitnichten,
manche leben, um zu dichten.
(Heinz Erhardt)

Ich beschäftige mich selten mit Lyrik. Das liegt nicht daran, dass ich sie nicht mögen würde, es ist einfach nur keine Ausdrucksform, die mir etwas „gibt“.
Ich mag Schüttelreime und lustige Gedichte wie die von Heinz Erhardt oder Dr. Seuss, aber ansonsten finde ich keinen Zugang dazu.

Ich weiß allerdings, dass Lyrik auf Instagram aktuell gefeiert wird. Interessant dazu ist das englischsprachige Video von Ariel Bisset, die sich in ihrer Abschlussarbeit damit befasst hat.

Ich habe mir einige Accounts angeschaut, aber auch hier fand ich nichts, dass mich angesprochen hätte.

Also eigentlich kann ich keine fundierte Antwort auf Antonias Frage geben. Ich kenne mich auf diesem Gebiet einfach zu wenig aus, bin zu wenig informiert.

Wie steht ihr zur Lyrik?

Foto-Projekt ABC: B wie….

Weiter geht es heute bei „Wortman“ mit

B wie…..

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…Bücher! Was sonst?

Dies ist ein Ausschnitt aus der ehemaligen Bibliothek meines Vaters (er ist mittlerweile leider verstorben und wir lösen diesen Raum nach und nach auf, da auch das Dach dort langsam undicht wird).

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Hier verbachte er viel Zeit, um seinen Unterricht vorzubereiten, zu recherchieren,… Immer wenn ich also bei meinem Vater war, während er daheim arbeitete, hielt ich mich zwischen all den Büchern auf und las mich durch alles, was mir interessant genug erschien,

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Als Deutschlehrer besaß er natürlich so einige Schullektüren, d.h. ich fand eigentlich immer irgendwas zum Lesen dort.

Ein Großteil der Bücher war antiquarisch gekauft und die Bibliothek wuchs und wuchs, da wir beide auch begeisterte Flohmarktgänger waren und ich irgendwann dazu beitrug, den Raum zu füllen.

Ich finde prinzipiell eine heimische Bibliothek toll, wenn man den Platz dafür hat (dies war ein Aufbau über unserer Garage und Werkstatt), wobei man sich allerdings ein gutes System überlegen sollte, um sie einzurichten.
Unsere Bibliothek war grob in Fachbereiche eingeteilt, aber das war es auch schon. Es gab keinen Überblick darüber, welche Bücher darin „lebten“ und wo man sie finden konnte. Das war immer abenteuerlich wenn man wusste, „das Buch müsste da sein“ und sich dann zum Teil tagelang auf die Suche danach begab,

Ich selbst lebe in einer recht kleinen Wohnung und habe keinen Platz, um viele Bücher zu horten, zumindest nicht in gedruckter Form.

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Das ist momentan mein Regal der ungelesenen Bücher und leider wird es auch langsam voller…

Habt einen schönen Sonntag!

Bücher wegwerfen

pile of covered books
Photo by Pixabay on Pexels.com

Marie Kondō, bekannt für ihr Buch „Magic Cleaning“, hat kürzlich ihre eigene Netflix-Serie bekommen.

Dort sieht man unter anderem, wie sie Bücher decluttert, indem sie sie zunächst „weckt“ und dann die Frage stellt „Will these books be beneficial to your life moving forward?“ („Helfen dir die Bücher dabei, dein Leben zu verbessern?“) oder auch „does it spark joy?“ („Bringt es dir Freude?“).

Wie erwartet ging ein Aufschrei durch die Leserschaft, insbesondere auf Twitter und nun hat sich die Initiatorin, die Autorin Anakana Schofield, im Guardian dazu geäußert: „What we gain from keeping books – and why it doesn’t need to be ‘joy’“.

Dort bemerkt sie zunächst:

Surely the way to wake up any book is to open it up and read it aloud, not tap it with fairy finger motions – but this is the woo-woo, nonsense territory we are in.

Ja, ich finde dieses Antippen zum „Aufwecken“ von Büchern auch schräg, aber wir sind hier im Fernsehen, es geht um Effekte.
Außerdem ist Frau Kondō Japanerin und  vermutlich fließt ihre eigene Kultur stark in ihre Handlungen ein. Kann man mögen, muss man aber nicht. Sich darüber lustig zu machen, ist allerdings auch keine schöne Art.

Schofield argumentiert weiter:

Literature does not exist only to provoke feelings of happiness or to placate us with its pleasure; art should also challenge and perturb us.

Ich habe Kondōs Definition von „Joy“ nie als reines „Glücksgefühl“ gesehen. Vielmehr geht es ihr darum zu erfahren, „Hat dieser Gegenstand einen besonderen Wert für dich?“. Sie verurteilt niemanden dafür, Heftklammern oder sonstige Dinge aufzuheben, die für die meisten anderen Menschen vielleicht nur „nutzloser Krempel“ sind. Alles was sie anstrebt ist, dass man lediglich die Sachen aufbewahrt, die für einen selbst „sinnvoll“ sind.
Zudem sehen wir sie hier bei Menschen, die ganz bewusst einen großen Teil ihres Eigentums aufgeben wollen – natürlich betrachtet man dann jede Kategorie sehr genau im Hinblick darauf, ob es nur ein „dummer Spontankauf“ oder eine wertvolle Investition war.

Kommen wir nun zu den Büchern: ich habe mehr als genug Bücher in meiner physischen und digitalen Bibliothek, die kaum Wert für mich haben. Ich lese nicht nur Bücher, die besondere Emotionen in mir wecken, ich lese auch solche, die mich einfach nur für den Moment unterhalten, mal mehr und mal weniger gut. Das sind Bücher, von denen ich mich leicht trennen kann, sobald ich sie gelesen habe.
Dazu gehören natürlich auch Fehlkäufe bzw. Bücher, die mich beim Lesen sehr enttäuscht haben oder solche, die ich schrecklich fand. Die möchte ich nicht länger um mich herum haben, das waren definitiv keine guten Investitionen in meine Zeit und mein Geld.

Dann sind da aber auch natürlich noch die Bücher, die starke Gefühle hervorrufen und die haben sehr wohl einen Wert für mich und geben mir im weiteren Sinne „Freude“, weil sie mich verändert haben. Diese bleiben Teil meiner Bibliothek, denn sie bringen mein Leben voran.

Zu guter Letzt:
Nirgendwo sagt Marie Kondō, dass man die Bücher, die man nicht behalten möchte, wegwerfen soll. Man kann sie verschenken, verkaufen, spenden, so dass sie vielleicht noch für andere von Nutzen sind. Sie behandelt sie nicht, wie man dem Artikel entnehmen könnte, als „Dekogegenstände“, die man getrost entsorgen kann.

Für mich waren gedruckte Bücher nie „magische Sachen“, nur weil sie Wörter enthalten, an denen andere vielleicht jahrelang geschrieben haben. Ich konnte schon immer Bücher sehr gut „loslassen“, wenn sie mir nichts weiter in meinem persönlichen Leben brachten. Gleiches gilt natürlich für alle anderen Dinge um mich herum.

Sonstiges Gedanken zum Entrümpeln:
Ich entrümpel regelmäßig in den Monaten Januar bis März und jedes Mal finde ich es irrsinnig, wie viel Zeug man so im Laufe der Zeit ansammelt, was man unbedingt haben musste, aber schnell wieder vergisst.
Eigentum wird oft mit dem eigenen Selbstwert verwechselt: haste was, biste wer. Doch je mehr man hat, umso belastender kann es sich auf die Psyche auswirken. Muss ja alles auch verstaut und abgestaubt werden ;-)
Loslassen wirkt sehr befreiend und setzt – zumindest bei mir – viel Kreativität frei. Es ist einfach schön, wenn man an die Dinge, die man gern zur Hand nimmt, schnell herankommt, ohne sich erst durch einen Stapel unnützen Kram wühlen zu müssen.

Bei meinen Büchern muss in dieses Jahr nicht aufräumen, darum habe ich mich 2018 bereits gekümmert und seitdem nur die in meine Wohnung gelassen, an denen ich ein echtes Interesse besitze.

Wie seht ihr das? Könnt ihr euch von Büchern trennen? Sollten sie zum „Decluttern“ dazugehören oder nicht?

Foto-Projekt: A wie…?

Auf dem Blog von Wortman gibt es ein nettes Fotorprojekt, über das man HIER mehr erfahren kann.

Los geht es mit

A wie….

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Autos! Ich liebe Autos, ich fahre sehr gern selbst Auto – aber ich mag nur die eher ungewöhnlichen Modelle, die ein wenig von der Norm abweichen.

Den Smart fand ich schon toll, als ich ihn vor vielen, vielen Jahren (ich hatte noch keinen Führerschein) zum ersten Mal auf der Straße gesehen habe.

Das ist meiner:

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Für die Stadt ist das ein wirklich praktisches Fahrzeug und es passt mehr in den Kofferraum, als man gemeinhin denken mag.

Das aktuelle „knubbelige“ Modell mag ich leider gar nicht, deswegen hoffe ich, dass meiner noch lange Zeit fahrtüchtig bleibt.

Montagsfrage: Lesevorsätze

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Endlich ist der Alltag wieder eingekehrt! Ich bin nach all den Feierlichkeiten immer sehr froh, wenn alles noch einmal seinen normalen Gang geht und sich die ganze Aufregung legt.

Heute möchte Antonia wissen: Was sind deine Lesevorsätze für 2019?

Doch, ja, ich liebe Vorsätze! Ich nenne sie allerdings „Ziele“ und ich habe konkrete Pläne, um sie wenigstens ansatzweise zu erreichen. manchmal verschieben sich im Laufe des Jahres die Prioritäten, d.h. mal klappt es gut, mal weniger gut. Aber das gehört zum Leben dazu.

Was das Lesen betrifft:

Goodreads-Challenge

Meine Goodreads-Challenge habe ich zum ersten Mal auf 80 Bücher statt auf 60 gesetzt. Allerdings sollte ich das übertreffen können, da dieses Jahr bei mir zwischen 19 und 20 Uhr meine „Offlinezeit“ beginnt. Ich möchte der virtuellen Dauerbeschallung ein wenig entgehen und mir mehr Ruhe abends gönnen. Da ich keinen Fernseher besitze, werde ich vermutlich oft zu einem Buch greifen.

SuB

Ich möchte meinen SuB der gedruckten Bücher abbauen. Ich musste letztes Jahr schon ein neues Regal kaufen, um all die ungelesenen Bücher zu verstauen, die ich auf Flohmärkten gekauft hatte. Ich habe keinen Platz für ein weiteres Regal, also muss ich mich da nun mal durch lesen.

Buchbudget

Dieses Jahr setze ich mir ein Budget für meine Buchkäufe. Vermutlich ist es für den ein oder anderen immer noch recht hoch, aber ich weiß, dass ich einige Neuerscheinungen auf jeden Fall kaufen und lesen möchte, daher wird es sich auf 40 Euro pro Monat belaufen.
Ich habe im letzten Jahr monatlich deutlich mehr ausgegeben und entsprechend mehr ungelesene Bücher angesammelt. Ihr erkennt das Problem? :-)

Wie sieht es bei Euch aus? Habt ihr Lesevorsätze?

„Less“ von Andrew Sean Greer

39927096 Titel: Less
Autor: Andrew Sean Greer
Verlag: Lee Boudreaux Books
Übersetzung: Mister Weniger (S. Fischer)

Inhalt:
„Who says you can’t run away from your problems? You are a failed novelist about to turn fifty. A wedding invitation arrives in the mail: your boyfriend of the past nine years is engaged to someone else. You can’t say yes–it would be too awkward–and you can’t say no–it would look like defeat. On your desk are a series of invitations to half-baked literary events around the world.
QUESTION: How do you arrange to skip town?
ANSWER: You accept them all.
What would possibly go wrong? Arthur Less will almost fall in love in Paris, almost fall to his death in Berlin, barely escape to a Moroccan ski chalet from a Saharan sandstorm, accidentally book himself as the (only) writer-in-residence at a Christian Retreat Center in Southern India, and encounter, on a desert island in the Arabian Sea, the last person on Earth he wants to face. Somewhere in there: he will turn fifty. Through it all, there is his first love. And there is his last.“

Meine Meinung:
„Less“ von Andrew Sean Geer hat 2018 den Pulitzer-Preis gewonnen, eine Auszeichnung, der ich ehrlich gesagt wenig Beachtung schenken. Über dieses Buch bin ich eher zufällig im lokalen Buchhandel gestolpert und der Klappentext klang recht interessant.

Anfangs fiel es mir schwer, einen Einstieg in die Geschichte zu finden. Arthur Less ist fast 50, ein Mann und homosexuell Ich bin etwas über 40, eine Frau und hetero. Viele Gemeinsamkeiten gab es zwischen mir und dem Protagonisten nicht.

Dennoch ist mir Arthur im Laufe seiner Erlebnisse ans Herz gewachsen. Er ist ein sehr freundlicher, zurückhaltender und bescheidener Mensch, der allen anderen den Vortritt im Rampenlicht lässt und sich eher als Anhängsel bedeutsamer Leute sieht, jemand, der nur in Verbindung mit anderen Personen wahrgenommen wird, nie als er selbst.

Less hat außerdem, so sieht er es zumindest, kein Glück in der Liebe und als sein letzter Partner ihn für einen anderen verlässt, flieht er vor einer unangenehmen Situation, vor der Liebe und vor seinen Gefühlen. Doch wo immer er auf dem Erdball auch ist – seine Vergangenheit holt ihn überall ein, zwingt ihn dazu, sich mit seinem Innenleben auseinanderzusetzen und seine Leben aus anderen Blickwinkeln zu sehen.

Alles dreht sich in diesem Buch im Kreis: Vergangenheit und Gegenwart holen sich ein, Alter und Jugend, Verlassen- und Gefundenwerden.
Es ist eine sehr melancholische, aber liebevolle Erzählung mit einem sympathischen Charakter, dem zugegebenermaßen die Ecken und Kanten fehlen, aber er ist einfach ein bisschen „weniger“ als andere.

Eine nette, unaufgeregte Story für ein paar ruhige Lesestunden.