Montagsfrage: Bestsellerlisten

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Heute fragt das Buchfresserchen: Siehst du dir Bestsellerlisten an?

Ich habe es versucht, wirklich 😉 Ich hatte mir Anfang letzten Jahres vorgenommen, ein Jahr lang jeweils das Buch auf dem 1. Platz der New-York-Times-Bestsellerliste „Combined Print & E-Book Fiction“ zu lesen (oder das auf dem nächsten Platz, sollte ich das erste schon gelesen haben).

Es war katastrophal!
Ok, das erste Buch „All the Light We Cannot see“ war super. Aber der ganze Rest war gruselig. Ich habe Stuart Woods, Danielle Steel, James Patterson, J.D. Robb, Sylvia Day, wieder James Patterson,… gelesen. Die ein oder andere Geschichte war ansatzweise nett, aber irgendwann wiederholte sich das Schema: Drama, Liebe, Drama, Liebe – und viel Machogehabe dazwischen.

Ich werde nie wieder meine Lesewahl vom Rang auf einer Bestsellerliste abhängig machen. Die deutschen Listen meide ich ohnehin, weil ich aus Erfahrung weiß, dass die meisten dieser Romane überhaupt nicht mein Ding sind. Es gibt Ausnahmen, aber die sind sehr rar gesäht.

Ich frage lieber Freunde, schaue auf Goodreads oder lass mich von Booktubern inspirieren.

Kurzrezension: „Killers of the Flower Moon“ von David Grann

29496076.jpg Titel: Killers of the Flower Moon
Autor: David Grann
Verlag: Doubleday

Auszug Klappentext:
„In Killers of the Flower Moon, David Grann revisits a shocking series of crimes in which dozens of people were murdered in cold blood. The book is a masterpiece of narrative nonfiction, as each step in the investigation reveals a series of sinister secrets and reversals. But more than that, it is a searing indictment of the callousness and prejudice toward Native Americans that allowed the murderers to operate with impunity for so long. Killers of the Flower Moon is utterly riveting, but also emotionally devastating.“

Meinung:
Ich hatte etwas anderes von diesem Buch erwartet. Ich ging davon aus, dass ich mehr Hintergründe über das FBI erfahren würde, über die beginnenden Strukturen, die Probleme, die Entstehung des riesigen Systems, was es heute ist.

Ja, man erfährt auch etwas über die Anfänge dieser Einrichtung und die Schwierigkeiten, die sich ihr anfangs boten. Aber dennoch liegt der Schwerpunkt des Buchs auf sehr verwickelten und komplizierten Morden innerhalb eines nordamerikanischen Indianerstamms zwischen 1921 und 1926.

Das Buch ist sehr gut recherchiert, keine Frage. Ich fand es jedoch zu verwirrend und konnte kein rechtes Interesse für das Thema aufbringen.

Sonntags vom SUB

subsonntag

Irgendwie verging die Woche wie im Flug. Und zugeflogen sind mir auch wieder ein paar Bücher.

Zunächst einmal habe ich diese bei der Halloweenaktion von Tanja gewonnen:

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  • „Feuer und Stein“ von Diana Gabaldon: ich hab vor laaanger Zeit mal das englische Hörbuch gehört, ich werde auf jeden Fall einen Blick in die deutsche Version werfen
  • „Wédora“ von Markus Heitz: Band 2 der Wédoraserie. Von Markus Heitz kenne ich noch gar nichts, obwohl er Saarländer ist! Wird Zeit, dass ich mich mal mit ihm befasse.

Zum Geburtstag bekam ich u.a. einen Thaliagutschein geschenkt. Ich wusste, ich wollte das neue Buch von John Green dafür kaufen. Zunächst hielt ich die englische Version in den Händen, die bei Thalia – wie erwartet – etwas teurer war als bei Amazon. Sie sollte dort ca. 19 Euro kosten. Aber – ebenfalls wie erwartet – war das Papier, auf dem es gedruckt war, minderer Qualität. Englische Taschenbücher sehen einfach nicht schön aus. Das Buchpapier hat nicht einmal den Namen „Papier“ verdient…
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Also zog die deutsche Übersetzung bei mir ein, die mir optisch wirklich gut gefällt.

Und natürlich ist auch ein digitales Buch bei mir eingezogen:

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  • „Moxie“ von Jennifer Mathieu: von diesem Buch habe ich über YouTube erfahren. Ich habe mit dem Lesen schon begonnen und bin mir noch nicht sicher, ob ich es mag oder nicht

Wie sieht es auf Eurem SUB so aus diese Woche?

 

 

Rezension: „Der Bruder des Wolfs“ von Robin Hobb

35015424.jpg Titel: Der Bruder des Wolfs
Autorin: Robin Hobb
Serie: Die Chronik der Weitseher #2
Verlag: Penhaligon (zur Buchseite)
Übersetzung: Eva Bauche-Eppers
Originaltitel: Royal Assassin (Del Rey)

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

Klappentext:
„Fitz Chivalric hat bei der Verteidigung seines greisen Königs seine Gesundheit und beinahe auch seinen Verstand verloren. Doch König Listenreich bietet ihm keine Rache oder wenigstens Genugtuung. Schließlich war der Drahtzieher hinter Fitz‘ Verletzungen dessen eigener Onkel, der Sohn des Königs. Und der hat seine Pläne, um den Thron an sich zu reißen, nicht aufgegeben! Verzweifelt bemüht sich Fitz, die Intrigen des Prinzen zu durchkreuzen – und ahnt nicht, dass sein Schicksal längst besiegelt ist.“

Meinung:
„Der Bruder des Wolfs“ ist der zweite Teil der „Neuneuauflage“ der „Chronik der Weitseher.“
Teil 1 hatte ich Euch HIER bereits vorgestellt.

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Wieder betreten wir das Leben des Bastards Fitz, der am Hofe des Königs nicht von allen gern gesehen ist und dem man nach dem Leben trachtet. Doch trotz der Gefahren, in denen er sich befindet, versucht er, seinem Herrn, dem er die Treue geschworen hat, zu dienen und eigene Wünsche an sein Leben zurückzustellen. Nicht immer gelingt ihm das, er kämpft seine Kämpfe, doch er findet einen treuen Begleiter durch Freude und Schmerz: ein Wolfsjunges, das er aus einem Käfig befreit und das an seiner Seite zu einem prächtigen Tier heranwächst.
Im Gegensatz zu diesem, scheint Fitz die Blühte seines Lebens hinter sich zu haben. War er zuvor als Meuchelmörder des Königs Jäger, so ist er nun zum Gejagten geworden.

Wie auch schon in Band 1 der Erzählung, bekommen wir in der Fortsetzung sehr detailliert das Leben in der Welt, die der unsrigen nicht so fremd ist, dass man sich darin verlaufen könnte, doch noch fremd genug, die Aufmerksamkeit zu fesseln, geschildert. Wir erfahren nicht nur viel über die Hauptcharaktere. Auch Nebenfiguren werden von allen Seiten beleuchtet – Dienstmägde, Stalljungen, Thronfolger, Königinnen, Hofdamen,… Robin Hobb lässt niemanden aus, jeder hat seinen Platz in dieser Geschichte.

Je mehr man in das Buch eintaucht, umso „heimischer“ fühlt man sich darin. Ich hatte fast schon das Gefühl, dazuzugehören, die eigene Chronik zu lesen.
Anders als im Auftakt der Reihe findet man in „Der Bruder des Wolfs“ mehr emotionale und aufreibende Szenen. Betrachtete man zunächst das Geschehen aus einer gewissen Distanz, wird man hier nun mitten hinein gestoßen und teilt Freud und Leid mit den Protagonisten.

Die Übersetzung ist einmal mehr überaus gelungen. Sie trifft den Ton der Geschichte und wirkt nie holprig oder bemüht. Eigentlich lese ich lieber Bücher im englischen Original, doch für „Die Chroniken der Weitseher“ mache ich da gern eine Ausnahme, wenn das Lesen so flüssig ist und so viel Spaß bereitet.

Ich bin an und für sich kein Fan von Fantasybüchern epischen Ausmaßes, doch Robin Hobb hat es geschafft, mich für ihren Kosmos zu begeistern. Obwohl dieser Band 893 Seiten umfasst, war mir zu keiner Zeit langweilig und ich habe mich immer wieder gefreut, wenn ich Zeit gefunden habe, um erneut in das Buch einzutauchen.

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Links Band 1, rechts Band 2

Jetzt erwarte ich sehnsüchtig das Erscheinen von „Der Erbe der Schatten“, der letzte Teil der Neuauflage dieser Trilogie.

Unbedingt lesen!

 

Rezension: „Little Fires Everywhere“ von Celeste Ng

34273236.jpgTitel: Little Fires Everywhere
Autorin: Celeste Ng
Verlag: Penguin Press

Klappentext:
„In Shaker Heights, a placid, progressive suburb of Cleveland, everything is planned — from the layout of the winding roads, to the colors of the houses, to the successful lives its residents will go on to lead. And no one embodies this spirit more than Elena Richardson, whose guiding principle is playing by the rules.
Enter Mia Warren — an enigmatic artist and single mother — who arrives in this idyllic bubble with her teenaged daughter Pearl, and rents a house from the Richardsons. Soon Mia and Pearl become more than tenants: all four Richardson children are drawn to the mother-daughter pair. But Mia carries with her a mysterious past and a disregard for the status quo that threatens to upend this carefully ordered community.
When old family friends of the Richardsons attempt to adopt a Chinese-American baby, a custody battle erupts that dramatically divides the town–and puts Mia and Elena on opposing sides. Suspicious of Mia and her motives, Elena is determined to uncover the secrets in Mia’s past. But her obsession will come at unexpected and devastating costs.“

Meinung:
Dieses Buch begegnete mir auf vielen Kanälen im Web und da sich so viele begeistert darüber äußerten, wurde ich neugierig.
Ich bin ohne große Erwartungen an die Geschichte herangegangen. Ich kannte weder die Autorin, noch hatte ich anfangs die Inhaltszusammenfassung gelesen.

Alles beginnt relativ langsam und ruhig in einer amerikanischen Kleinstadt in den 90ern. Zwei Familien (oder was davon übrig ist), die unterschiedlicher kaum sein könnten in ihrer Lebensweise, treffen aufeinander und ihre Schicksale verweben sich immer intensiver.
Mias Tochter Pearl ist häufiger Gast bei den Richardsons, deren Tochter Izzy wiederum findet man oft im Haus der Warrens.

Dann stößt man nach und nach auf Geheimnisse, erfährt mehr über die Hintergründe der einzelnen Charaktere und gerät unversehens in einen Strudel hochbrisanter Themen, zu denen insbesondere die weiblichen Protagonisten – Männer spielen in diesem Buch kaum eine Rolle – ihre Meinungen stark vertreten und wenig kompromissbereit sind.

Ich muss ehrlich sagen, dass mich irgendwann diese Frauen nur noch nervten. Alles drehte sich um Kinder haben, Kinder wollen, Kinder nicht wollen. Wer hat das Recht auf Mutterschaft, was macht es mit einem, wem gehören Kinder?
Fast schon philosophisch muteten einige Dialoge und Gedankengänge an und dennoch trafen alle Protagonistinnen extrem unkluge Entscheidungen für ihr Leben, die für mich als Leserin nicht immer nachvollziehbar waren.

Gegenseitiges Vertrauen, miteinander reden, gemeinsames Suchen nach Lösungen – all das sucht man hier vergebens. Konflikte werden entweder unter den Tisch gekehrt, gerichtlich durchgefochten oder man flieht vor ihnen.

Ich konnte mit diesen Lebensphilosophien und den Motiven der Handelnden wirklich wenig anfangen. Ich fand ihr Vorgehen zu aggressiv und egozentrisch.
Ich kann die Faszination für „Little Fires Everywhere“ nicht nachvollziehen.

Oolipo: Ich hab’s euch ja gesagt

Berichtete ich HIER noch von der App „Oolipo“ aus dem Hause Bastei Lübbe und äußerte mich skeptisch über den angestrebten Erfolg, so wurde meine Einschätzung nun in einer Pressemeldung des Börsenblatts bestätigt.

Wie vermutet fanden sich nicht genug Nutzer für dieses Konzept und keine Investoren, die sich für die Idee begeistern ließen.

Man will nun eine „andere Verwendung der Technologie“ prüfen.

Sie sollten es für eine interaktive Story wie „Lifeline“ nutzen, dann dürfte ihnen etwas mehr Erfolg beschieden sein.

Ich hab’s Euch ja gesagt 😉