Mein buchiges Jahr 2020

2020 ist so gut wie vorbei und es wird Zeit, das Buchjahr abzuschließen

Wie ihr seht, verrät Goodreads mir, dass ich in 2020 ganze 134 Bücher gelesen habe, die zusammen 47.122 Seiten hatten.

Das kürzeste Buch mit 150 Seiten war „Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung“ von Petra Hartlieb (sehr nett, man sollte aber erst das andere Buchladenbuch von ihr gelesen haben), das längste Buch hatte 619 Seiten und es war „Plain Bad Heroines“ von Emily M. Danforth (sehr langweilig, nicht besonders empfehlenswert).

Im Schnitt hatte ein Buch 351 Seiten, also eine recht normale Länge.

Meine durchschnittliche Bewertung lag bei 3.4 Sternen, was ich ziemlich gut finde.

Alles in allem war 2020 für mich ein sehr gutes Buchjahr.

Mein Leseziel in 2021 wird erneut bei 80 Büchern liegen. Außerdem plane ich, jeden Monat mindestes ein Sachbuch zu lesen und morgen startet meine neue Blogserie „Leseinspirationen“, an der ihr euch sehr gern beteiligen dürft.

Wie war euer buchiges Jahr? Seid ihr zufrieden? Habt ihr Lesepläne für 2021?

Ich wünsche euch einen guten Rutsch und bleibt gesund!

Die 5 besten Bücher in 2020

Kommen wir nun endlich im Rahmen meines buchigen Jahresrückblicks zu meinen 5 besten Büchern in 2020.

In keiner bestimmten Reihenfolge:

„Nightingale Point“ von Luan Goldie las ich, weil dieses Buch auf der Longlist für den Women’s Prize for Fiction stand und ich wurde sehr positiv überrascht. Die Geschichte rund um ein tragisches Ereignis in einem Hochhaus steckte voller lebendiger und liebenswürdiger Figuren, an die ich immer noch hin und wieder denken muss und über die ich gern noch so viel mehr erfahren hätte.

„The Ballad of Songbirds und Snakes“ ist das Prequel zu den Panemtribunten von Suzanne Collins, dem ich eher skeptisch gegenüber stand. Was genau mich aber daran begeisterte, könnt ihr HIER nachlesen. Es war so viel tiefgründiger als ich erwartet hatte.

Auch „The Ten Thousand Doors of January“ von Alix E. Harrow habe ich euch in einer Rezension HIER vorgestellt. Es ist eine wundervolle, märchenhafte Erzählung, die sehr viel Spaß gemacht und mir ein paar schöne Lesestunden beschert hat. Ich denke gern an January zurück.

„A Thousand Ships“ von Natalie Haynes hat es nicht nur auf die Shortlist des Women’s Prize for Fiction, sondern auch in mein Leseherz geschafft. Es gab im Rahmen der virtuellen Vorstellung der Shortlistbücher eine so gelungene Lesung aus diesem Buch, das ich es sofort als eBook kaufte, obwohl mich das Thema eigentlich nicht interessierte: Frauenstimmen aus den griechischen Sagen. Doch was mich daran so faszinierte, dass ich unbedingt noch das gedruckte Buch besitzen möchte, könnt ihr HIER nachlesen.

Sehr überrascht hatte mich auch „Die Unschärfe der Welt“ von Iris Wolff, die mit diesem Werk u.a. für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Die Geschichte rund um eine Familie aus dem Banat fand ich unglaublich gut erzählt. HIER gibt es meine Rezension in voller Länge zu lesen. Die Autorin hat mich enorm beeindruckt mit ihrem Können, der Art, wie sie diese Story aufbaute, wie sie mit Lücken so viel erzählte. Auch das Buch möchte ich gern noch als gedruckte Ausgabe in meinem Regal sehen.

Welche Bücher haben euch in 2020 begeistern können? Schreibt es mir gern in den Kommentaren, ich freue mich immer über eure Leseempfehlungen!

5 abgebrochene Bücher in 2020

Weiter geht es in meinem Jahresrückblick mit 5 abgebrochenen Büchern, die ich wirklich gern gelesen und gemocht hätte, aber es sollte einfach nicht sein. Ich musste sie abbrechen, noch bevor ich auch nur ansatzweise in die Nähe des Endes kam.

Da wäre zunächst ein geplantes Lesekreisbuch, zu dessen Besprechung wir dank der Pandemie dann nicht mehr kamen: „Zusammen ist man weniger allein“ von Anna Gavdalda. Ich hatte anhand des Klappentexts etwas ganz anderes erwartet, als ich hier zu lesen bekam. Es langweilte mich und einige Figuren fand ich ziemlich nervig.

„The Guest List“ von Lucy Foley begegnete einem dieses Jahr auf allen Kanälen: Blogs, Instagram, YouTube,… und ich wurde neugierig, auch wenn das eigentlich nicht mein Genre ist. Als mir direkt am Anfang eine Figur mit selbstverletzendem Verhalten, das für meinen Geschmack etwas zu sehr „zelebriert“ wurde, begegnete, war für mich die Geschichte schon erledigt. Konnte und wollte ich nicht mehr weiterlesen.

„Gespräche mit Freunden“ von Sally Rooney kaufte ich, als ich meinte, „angesagte, kluge Bücher“ kaufen zu müssen, um sie in Videorezensionen auf Insta vorzustellen. Reden wir nicht drüber… Jedenfalls ist dies eine typische „Generationenstory“, die nichts anderes tut, als das belanglose Gerede einer bestimmten Altersklasse wiederzukäuen. War für mich schon nach den ersten 50 Seiten unerträglich.

Oh, was hatte ich mich auf „To Sleep in a Sea of Stars“ von Christopher Paolini gefreut, dessen Eragonbücher ich so liebte. Er hätte bei Fantasy bleiben und sich nicht im SciFi versuchen sollen und schon gar nicht mit einer weiblichen Hauptfigur. Ich glaube, er hat nicht so viele Erfahrungen mit Frauen in seinem Leben gemacht, es gab einfach zu viele peinliche und klischeehafte Szenen gleich zu Beginn des Buches. Das konnte ich mir nicht 856 Seiten lang antun.

Auch „The Starless Sea“ von Erin Morgenstern wollte ich so sehr mögen, aber es hinterließ beim Lesen einfach nur ein großes Fragezeichen. Ich bin nicht in die Geschichte hineingekommen, habe sie nicht verstanden und mich dann auch nicht mehr weiter für sie interessiert. Schade.

Welche Bücher habt ihr in 2020 abgebrochen?

Morgen erfahrt ihr, welches meine 5 besten Bücher in 2020 waren.

Die 5 schlechtesten Bücher in 2020

Beginnen wir den buchigen Jahresrückblick mit den 5 schlechtesten Büchern, die ich in 2020 gelesen habe.

„Catfishing on CatNet“ von Naomi Kritzer las ich im Mai und ob ihr es glaubt oder nicht, ich habe keine Erinnerung mehr an diese Story. Es ging um ein soziales Netzwerk, um eine K.I. und ein paar Jugendliche. Ich weiß nur noch, dass mich dieses Buch unglaublich langweilte, ich es aber – aus welchen Gründen auch immer – es dennoch beendete.

„Ein Mann der Kunst“ von Kristof Magnusson stand im Dezember auf meiner Liste und geisterte nach und nach durch Instagram. Was ich davon hielt, könnt ihr HIER sehr ausführlich nachlesen. Ich störe mich nach wie vor an den miserablen Frauenfiguren.

„Aus schwarzem Wasser“ von Anne Freytag war ein reiner Coverkauf für mich, den ich im November sehr bereute. Die Geschichte war sehr schräg, mal zu langsam, mal zu schnell, die Figuren sehr beliebig, es gab viel zu viele pornographische Szenen, die nichts zum Geschehen beitrugen, Verwicklungen, die ich nicht verstanden habe und einen immer gleichbleibenden Erzählton. Furchtbar.

„The Dutch House“ von Ann Patchett habe ich im März gelesen, weil es auf der Longlist für den Women’s Prize for Fiction stand und ich die Autorin eigentlich mag. Aber dieses Buch hat mich so gar nicht angesprochen. Ein Geschwisterpaar lamentiert ewig vor ihrem alten Elternhaus und erinnerst sich an die zerrüttete Familie, obwohl es beiden mittlerweile sehr gut im Leben ergeht. Breitgetretene Luxusprobleme.

„Der Wal und das Ende der Welt“ von John Ironmonger las ich im November. Ein kitschiges Dystopie-Heldenepos mit kaum existierenden Frauenfiguren, völlig klischeebeladen und fast unerträglich beim Lesen. Ganz, ganz schrecklich

Das waren meine 5 schlechtesten Bücher in 2020. Natürlich erfahrt ihr auch noch, welche Bücher ich sehr mochte und welche ich erst gar nicht beendet habe, weil ich sie nicht ertrug.

Welches waren eure „Lowlights“ dieses Jahr?

10 Lieblings“dinge“ in 2020

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Auch wenn 2020 für viele Menschen kein einfaches Jahr war, ist es immer wichtig, auch die positiven Dinge und Erlebnisse nicht zu vergessen.

Hier sind meine 10 Lieblings“dinge“ in 2020:

Zoomevents
Ich persönlich fand es toll, welche virtuellen Aktionen es dieses Jahr gegeben hat! Ich habe zum Beispiel die Verleihung des „Women’s Prize for Fiction“ oder auch den „Booker Prize“ gesehen – was mir in einem „normalen“ Jahr nie möglich gewesen wäre.
Super war auch der „Literarische Abend“ meiner Lieblingsbuchhandlung Hahn.

Sprachnachrichten mit Freunden
Wer mich kennt, weiß, dass ich Telefonate hasse. Ich muss in der richtigen Stimmung sein, ich benötige genug Energie dafür – aber ich habe herausgefunden, dass Sprachnachrichten eine tolle Alternative sind. Ich kann sie losschicken, wann immer ich möchte und es tut sehr gut, die Stimme meine Freunde zu hören.
Nächstes Level: Videocalls

Dolce Gusto Kaffeemaschine
Da ich viel Zeit im Homeoffice verbrachte und irgendwann keinen Tee oder (N)Espresso mehr sehen konnte, kam ich auf den Gedanken, mich nach einer anderen Maschine umzusehen, die auch aromatisierte Sachen zubereiten kann (ich liebe so Zeug). Meine Wahl fiel auf die Dolce Gusto und der Kauf hat sich schon mehr als bezahlt gemacht.

Mein neuer Schreibtischstuhl
Ebenfalls dem Homeoffice war es zu verdanken, dass ich mich nach einem neuen Stuhl für meinen Schreibtisch umsehen musste, weil ich nur einen kleinen Gesundheitshocker besaß, auf dem ich aber keine 8 Stunden oder mehr bequem sitzen konnte.
Ich hab lang geschaut und schließlich den wunderschönen Stuhl „Alefjäll“ von Ikea gekauft. Der macht sich super an meinem Tisch und ich sitze darauf ausgesprochen bequem.

Überraschungsbuchkäufe
Dieses Jahr war mir ganz besonders danach, meinen Lesehorizont zu erweitern und so bat ich mehrmals meine Buchhändler des Vertrauens, mir für einen gewissen Betrag einen Buchstapel zusammenzustellen, den ich dann völlig wertungsfrei kaufte. Das hat mir große Freude bereitet und ich werde das sich auch ein oder zweimal im neuen Jahr machen.

Neues Bürogebäude
Mitten in der Pandemie zog mein AG in ein neues Bürogebäude um, was besser klappte als erwartet. Auch wenn es die viel gehassten „Open Space“-Büros hat – ich mag es sehr, habe aber auch das Glück, in einer recht ruhigen Ecke zu sitzen. Die neuen Räumlichkeiten sind modern, ich kann zu Fuß zur Arbeit gehen und hab nun eine tolle Aussicht.

Minivideos drehen
Im Sommer experimentierte ich viel mit Instagramstories und anderen kleinen Videos. Das hat zwar viel zeit gekostet, aber machte auch viel Spaß. Vielleicht drehe ich in 2021 noch ein paar Videos, für die ich aber erst noch die richtige Plattform suchen muss.

WW mit virtuellen Treffen
Ich war schon viel zu lang mit meinem Gewicht unzufrieden und beim Arbeiten daheim stieg es immer weiter. Eine Freundin brachte mich dann auf die Idee, es doch einmal mit WW zu versuchen, die ebenfalls auf virtuelle Treffen umgestiegen waren.
Ich hab eine lustige Truppe hier in Saarbrücken vorgefunden und seit Ende Mai ganze 10kg abgenommen.
Diese neuen Strukturen taten mir sehr gut und förderten allgemein auch meine Gesundheit.

Black Friday
Eigentlich interessiere ich mich herzlich wenig für den Black Friday, aber dieses Jahr habe ich ein paar richtig gute Dinge bekommen und dabei wirklich viel Geld gespart.
Da waren zunächst die acht Notizbücher von Leuchtturm1917 oder die vielen neuen Kleidungsstücke von S.Oliver, die ich kaufen „musste“, weil mir meine Sachen mittlerweile zu groß waren. Schonte den Geldbeutel und hob die Stimmung.

Weiße Bohnen
Ja, weiße Bohnen zähle ich in diesem Jahr zu meinen Lieblingsdingen. Ich hatte ein Rezept von WW nachgekocht und plötzlich gemerkt, dass ich weiße Bohnen liebe! Ich hab sie dosenweiße in diversen Varianten verschlungen und bin ihrer noch lang nicht überdrüssig,

Was waren eure Lieblingsdinge in 2020?

Montagsfrage: Lieblingsgenre

Die letzten Wochen waren sehr anstrengend und noch ist auch kein Ende in Sicht, da bleibt fürs Lesen wenig Energie, aber dazu gibt es sogar eine passende Montagsfrage heute:

Was ist dein Lieblingsgenre und warum? (Torsten’s Bücherecke & Nerd mit Nadel)

Immer wenn ich wirklich kaum Konzentration übrig habe, greife ich ganz bewusst zu meinem Lieblingsgenre: YA Fantasy.
Dazu habe ich bereits hier einen kleinen Artikel geschrieben.

Was genau ich daran mag:

  • die Charakterentwicklung über eine Heldenreise
  • das Mutmachende am Bestehen eines Abenteuers
  • der proaktive Umgang mit Fehlern
  • der Urlaub vom Alltag

Ich finde es sehr schade, dass die Kategorie Jugendbuchfantasy im Deutschen so wenig Anklang findet – und im englischsprachigen Raum ein wenig auf dem absteigenden Ast ist.

Es ist ein Genre, das sehr viel Spaß macht und aus dem man auch im Erwachsenenalter noch viel lernen kann. Oft steckt es voller schillernder Charaktere, denen das gesamte Leben noch offen steht, die viel Potential haben und es im Laufe der Geschichte entdecken und erkunden.
Mich motivieren solche Bücher sehr. Ich werde an meine eigene Neugier aufs Leben erinnert, an meine eigenen Stärken und daran, dass ich auch als Erwachsene noch lang nicht „ausgelernt“ habe.

Klar, ich lese auch viele andere Genres sehr gern, aber YA Fantasy hat einen besonderen Platz in meinem Leseherzen.