Montagsfrage: Bücher und Beruf

Es ist wieder Montag und wenn alles wie gewünscht verläuft, dann hab ich eine kurze Woche :)

Aber erst einmal zu Antonias Frage: Machst du auch beruflich etwas mit Büchern oder könntest du dir das irgendwann einmal vorstellen?

Zum ersten Teil lautet die Antwort „jein“.
Ich arbeite in einem Unternehmen, das Texte digitalisiert, mit Mehrwert versieht und auf einer eigenen Plattform zur Verfügung stellt. Darunter sind auch Bücher (Fachliteratur), aber in erster Linie handelt es sich um einzelne Dokumente oder Hefte.

Ich habe vor einigen Jahren nebenberuflich für einen Verlagsservice gearbeitet und in dem Zusammenhang Bücher lektoriert, korrigiert und auch übersetzt, was mir sehr viel Spaß gemacht hat, allerdings neben dem Vollzeitjob etwas stressig war.

Damit wäre ich auch schon beim zweiten Teil der Frage angelangt und da lautet die Antwort definitiv „ja“.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, Texte berufsmäßig zu überarbeiten oder in einer Zeitschriftenredaktion zu erstellen. Ich hatte schon einmal darüber nachgedacht, eine eigenes Onlinemagazin herauszugeben, aber diese Idee ist noch nicht ganz ausgereift.

Macht ihr etwas mit Büchern oder würdet ihr das wollen?

 

Projekt ABC: H wie…

Letzte Woche hab ich ausgesetzt mit dem Projekt ABC von Wortman. Zum Buchstaben G wollte mir einfach nichts Gutes einfallen.

Aber heute geht es weiter mit

H wie…

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... Heuschnupfen.

Ich bin Allergikerin, schon immer gewesen. Anfangs waren es überwiegend Milben/Tierhaare und nach (!) der Hyposensibilisierung kamen die Pollen hinzu.

Eigentlich war der Heuschnupfen nie ein großes Problem gewesen – andere haben es deutlich schlimmer als ich erwischt – allerdings merke ich, dass es in den letzten Jahren heftiger geworden ist.

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Bisher kam ich mit Tabletten ganz gut hin, aber so langsam wird wohl doch mal wieder ein Arztbesuch fällig.

Momentan ist es die fiese Hasel, die mir den Atem raubt.

Habt ihr Allergien? Was tut ihr dagegen?

„Zwischen zwei Sternen“ von Becky Chambers

35075705Titel: Zwischen zwei Sternen
Autorin: Becky Chambers
Serie: Wayfarers #2
Verlag: Fischer TOR
Originaltitel: A Closed and Common Orbit (Hodder & Stoughton)
Übersetzung: Karin Will

Inhalt:
„Früher hatte Lovelace ihre Augen und Ohren überall. Als KI-System der Wayfarer hat sie alles mitbekommen, was auf ihrem Raumschiff passierte, und für das Wohlbefinden der Crew gesorgt, für die Lovelace immer mehr eine Freundin war als nur ein System.
Dann kam der totale Systemausfall. Ihre Crew sah nur eine Möglichkeit, Lovelace zu retten: Ein Reboot all ihrer Systeme. Als sie aufwacht, ist sie in einem Bodykit gefangen, mit all seinen Beschränkungen – in einer Gesellschaft, in der eine solche Umwandlung verboten ist. Doch Lovelace ist nicht allein: Pepper, eine Technikerin, die ihr Leben riskiert hat, um die KI zu retten, hilft Lovelace, ihren Platz in der Welt zu finden. Denn Pepper weiß selbst nur zu genau, wie es ist, ganz auf sich allein gestellt zu sein und das Universum neu kennenzulernen …“

Meine Meinung:
Das erste Buch dieser Reihe hatte ich bereits vor einiger Zeit gelesen. Es konnte mich eigentlich nicht so recht begeistern, dennoch griff ich aus einer Laune heraus zum zweiten Band, der mir in einer örtlichen Buchhandlung ins Auge gesprungen war.

Ich habe diesen Kauf nicht bereut.

Die Hauptfiguren

Wie schon im ersten Band stehen auch in diesem die Figuren im Vordergrund, weniger die SciFi-Welt als solche. Doch während es in Teil 1 eine ganze Crew ist, deren Weg wir folgen, so ist es hier auf zwei bzw. drei Charaktere begrenzt.

Zunächst ist da Sidra, die zuvor als Lovelace ein Schiff gelenkt hat. Sie ist eine hochentwickelte KI, die nun in einem synthetischen Körper steckt, der ihr einerseits mehr Freiheiten gibt, sie andererseits jedoch beschränkt.

Außerdem lernen wir Pepper kennen, die Technikerin, die Lovelace damals gerettet hat. Sie gehört zwar zur menschlichen Rasse, wurde allerdings viele Jahre liebevoll von einer KI namens „Eule“ aufgezogen und ihrerseits gerettet.

So unterschiedlich die Herkunft von Sidra und Pepper auch sein mag, so sehr ähneln sie sich in ihrer Entwicklung. Beide müssen ihre Umgebung erkunden, sich darin zurechtfinden, ihre Stärken und Schwächen ausloten, um sich schließlich über ihre Umstände erheben zu können.

Diversity

Die Autorin verwebt geschickt diese Schicksale von Mensch und KI zu einer faszinierenden Geschichte in einer Welt voller schillernder Wesen, für die es nicht auf das Äußere oder das Geschlecht ankommt. Vielmehr geht es um ein friedliches, verständnisvolles Miteinander in einer sehr diversen Gesellschaft und darum, offen zu sein für das, was einen verbindet.
Es sind nicht die Unterschiede, die Chambers im Gegensatz zu vielen anderen SciFi-Autoren hervorhebt, sondern die Gemeinsamkeiten.
Diversity bedeute für sie optische, soziologische und kulturelle Vielfalt, die letzten Endes aber darauf fußt, dass jedes Individuum empfindsam ist und seinen Platz in der Welt nur mit Hilfe anderer ausfüllen kann.
Diversity ist in diesem Buch gelebte Selbstverständlichkeit.

Mein Leseeindruck

Mich hat „Zwischen den Sternen“ emotional stärker berührt, als ich es erwartet hatte.
Peppers Überlebenswille, Eules Hilfsbereitschaft und Sidras Selbstfindung haben mich nachdenklich gestimmt. Gäbe es zwischen KI und Mensch am Ende vielleicht doch so keine große Kluft, wie einige Prognosen es andeuten, wenn KIs empfindungsfähig wie wir wären? Würde der Verstand tatsächlich die Emotionen überlagern oder wäre es nicht doch alles ein wenig komplexer?

Mir hat der zweite Band der Wayfarers-Reihe ausgesprochen gut gefallen, so gut, dass ich den dritten Band vorbestellt habe, der Ende März auf Deutsch erscheinen wird.

Ein lesenswertes Buch auch die diejenigen, die nicht gern zu SciFi greifen.

Serie und Buch: „Midnight, Texas“ – ein Vergleich

Seit dem 31. Januar 2019 wird auf dem Pay-TV-Sender SYFY die Serie „Midnight, Texas“ zum ersten Mal auch in Deutschland ausgestrahlt, von der im amerikanischen Fernsehen bereits zwei Staffeln gezeigt wurden.

Die Geschichte basiert auf den Büchern von Charlaine Harris, die auch die Vorlage zu „True Blood“ geliefert hatte und auf Deutsch im Heyne Verlag erschienen sind

Mir wurde freundlicherweise vom Verlag ermöglicht, die ersten beiden Folgen der Serie mit dem erst Buch zu vergleichen.

Film vs. Buch – Der Anfang

Der Pilotfilm begann ein wenig ungewöhnlich. Wir begegnen sofort dem Protagonisten Manfred, erfahren ein Bruchstück aus seinem Leben und können die Motive für seinen hastigen Aufbruch nach Midnight erahnen, währen wir uns im Buch unmittelbar im Ort befinden.
Wer ohne jegliche Kenntnisse in die Sendung einsteigt, erfährt so jedoch in den ersten Minuten, dass es hier viele übernatürlichen Phänomene geben wird, das Genre wird sozusagen festgelegt.

Überhaupt ist die erste Folge ein wenig verwirrend für mich gewesen. Die Charaktere werden – im Gegensatz zur gedruckten Version – in sehr kurzer Zeit vorgestellt und das gesamte Intro umfasst grob die ersten 100 Seiten des Romans.
Ich fragte mich mehrfach, wie man so aus dem ersten Band eine ganze Staffel drehen konnte, wenn das Geschehen so sehr gestrafft wurde.

Da ich beim Schauen stets das Buch im Hinterkopf hatte und auch darin blätterte, um mich zurecht zu finden, fiel es mir wirklich schwer, mich auf die filmische Erzählung einzulassen

Die Schauspieler

Da waren zunächst die Schauspieler, die mich ablenkten, weil sie in meinem Kopf völlig anders ausgesehen hatten. Insbesondere Lemuel passt so gar nicht zur Beschreibung aus dem Buch. Sie wirkten alle ein wenig zu perfekt, zu gestylt, fast schon ein wenig langweilig.

Aber ich hatte zu schnell über sie geurteilt, denn in der zweiten Folge begann die Charakterentwicklung und es kristallisierten sich Stärken und Besonderheiten der einzelnen Figuren heraus und nach und nach musste ich zugeben, dass die Besetzung recht gut gelungen ist, auch wenn sie von meiner Phantasie abweicht.

Sehr gefallen haben mir Lemuel, Olivia und Fiji, ein wenig blass Creek und Bobo. Gerade Bobo tritt im Buch viel stärker in Erscheinung als in den ersten beiden Folgen der Serie.

Das Übernatürliche

Es wurde rasch klar, dass die Verfilmung einen Schwerpunkt auf das Übernatürliche legt, das Charlaine Harris eher subtil eingesetzt hat in ihrer Geschichte.
Die Folgen waren durchdrungen von Geistern, Dämonen und anderen paranormalen Erscheinungen, die hier sozusagen den Antagonisten bilden, was man im Buch auf diese Weise nicht findet.

Dabei waren die Szenen teilweise so stark überzogen, dass sie eher albern wirkten, was aber durchaus Absicht sein könnte. Ich bin daraus während der ersten beiden Folgen nicht so recht schlau geworden. Sollte es witzig wirken oder war es einfach nur schlecht gemacht?

Doch da diese andere Dimension in eigener Bestandteil in der Serie ist und es zum Spannungsbogen dazugehört, fand ich es insgesamt hier stimmig und interessant.

Die eigentliche Story

Die Autorin erzählt im ersten Band von einem Kriminalfall, in dem das Schicksal der einzelnen Figuren mehr oder weniger verwoben wird und in dem die Gemeinschaft der Bewohner von Midnight im Vordergrund steht.

Dass der Zusammenhalt auch in der Serie eine große Rolle spielen wird, merkt man bereits früh, doch der Mord tritt zugunsten der Tatsache, dass das Böse diesen Ort durchdringt und in die Welt einzubrechen droht, stark in den Hintergrund.

Man kann sagen, dass sich die Serie grob an den Büchern orientiert, es gibt viele Elemente, die man wiederfindet, aber ansonsten eine ganz eigene Story mit einer eigenen Dynamik entwickelt.

Mein Fazit

War ich beim Pilotfilm noch sehr skeptisch, was die Umsetzung des Buches betraf, so muss ich sagen, dass die zweite Folge mich ziemlich fasziniert hat, auch wenn sie sich vom Text entfernt oder ihn vielmehr anreichert.
Es sind noch genug bekannte Dinge enthalten, um die „Handschrift“ der Autorin zu erkennen, doch auch ausreichend fremde Erscheinungen, um mich auf den weiteren Verlauf neugierig zu machen.

Wer weitere Hintergrundinformationen zur Serie sucht und sich ein besseres Bild verschaffen möchte, sollte einen Blick in die IMdB werfen, wo „Midnight, Texas“ bei über 10.000 Bewertungen immerhin 7,5 von möglichen 10 Sternen bekommen hat.

Ich finde die filmische Umsetzung zwar nicht überragend, aber interessant genug, um sie mir weiter anzuschauen und auch Band 2 und 3 der Bücher noch zu lesen.

„Prophet der sechs Provinzen“ von Robin Hobb

40379474 Titel: Prophet der sechs Provinzen
Autorin: Robin Hobb
Serie: Das Erbe der Weitseher #2
Verlag: Penhaligon
Originaltitel: The Golden Fool
Übersetzung: Eva Bauche-Eppers

Inhalt:
„Fitz Weitseher hat Prinz Pflichtgetreu befreit und ist mit ihm nach Bocksburg zurückgekehrt. Nun steht der Heirat des Prinzen mit Prinzessin Elliania von den Roten Korsaren scheinbar nichts mehr im Weg. Doch die Anspannung im Volk der Sechs Provinzen und der Widerstand der Adligen wächst stetig, und selbst Bocksburg ist nicht mehr sicher. Widerstrebend willigt Fitz ein, den Prinzen zu beschützen und ihn in der Gabe zu unterrichten. Da trifft er auf einen Anwender dieser magischen Fähigkeit, der sie weit effektiver als er selbst einzusetzen vermag; von dem niemand wusste – und der Haus Weitseher zu Grunde richten könnte …“

Meine Meinung:
Dies ist das zweite Buch der zweiten Trilogie von Robin Hobb rund um die Weitseher, das ich gelesen habe und meine Begeisterung für diese Reihe ist weiterhin ungebrochen.

Fitz, der Protagonist, hat sich zurückgezogen aus der Gesellschaft und sich ein beschauliches Leben aufgebaut – bis er erneut von seiner Vergangenheit eingeholt wird und schneller als er denkt, wieder inmitten der politischen Probleme seiner königlichen Familie steckt.
Er scheint sich seinem Schicksal nicht entziehen zu können, doch dieses Mal versinkt er nicht in Selbstmitleid wie im ersten Band, sondern er beginnt, sein Handeln zu reflektieren, Vergleiche zu ziehen und sich Fehler einzugestehen.

Ja, die Entwicklung der Geschichte und auch die der Figuren geht nur sehr langsam voran und es gibt Szenen, die sich zunächst nicht einordnen lassen, durch die man sich ein wenig quälen muss, die aber später ihren Platz im Gesamtbild finden. Doch die mangelnde Spannung wird ausgeglichen durch die Tiefe der Hauptfiguren, die immer wieder neue Seiten offenbaren, immer wieder zu überraschen vermögen.

Robin Hobb hat mir mit den Chroniken der Weitseherfamilie eine „Leseheimat“ geschenkt: sobald ich mich auf sie einlasse, versinke ich darin und vergesse tatsächlich zum ersten Mal in meinem Leben Raum und Zeit um mich herum beim Lesen.

Jetzt bleibt mir nur noch ein Band aus dieser Serie, was mich ein wenig in Panik versetzt. Aber nichts hindert mich daran, irgendwann noch einmal ganz von vorn zu beginnen.

Absolute Leseempfehlung!

 

Montagsfrage: Mehr Charakter

Scan (verschoben)

Heute stellt Antonia eine ausgesprochen interessante Frage: Was ist für dich die Art von (Haupt-)Charakter, die es öfter in Büchern geben sollte?

Ich musste eine ganze Weile über dieses Thema nachdenken.

Klar, die sind zum Einen die „Underdogs“, die ich mag, Figuren, die völlig unscheinbar sind und im Laufe der Geschichte über sich hinauswachsen.

Dann gibt es die „Normalos“, Menschen wie Du und ich mit Wünschen, Hoffnungen und sehr speziellen Problemen, mit denen sie zu kämpfen haben. Gut geschrieben find ich sie auch sehr spannend.

Superhelden können ebenso unterhaltsam sein, insbesondere wenn man gerade selbst ein wenig an sich zweifelt und ihre Stärke als Inspiration nutzt.

Doch eigentlich findet man sie zur Genüge in vielen Geschichten, man muss eben nur die entsprechenden Titel kennen.

Was ich aber wirklich, wirklich vermisse sind im SciFi-Bereich Haupfiguren, die nicht menschlich sind – echte Aliens mit ganz eigenen Charakterzügen, eigener Kultur, einem Körper, der sich von unserem stark unterscheidet. Die meisten SciFi-Protagonisten, die ich kenne, ähneln uns sehr. ist natürlich wichtig, um sich irgendwie mit ihnen identifizieren zu können, aber es ist auch sehr unwahrscheinlich, dass Aliens, so sie denn existieren sollten, uns so ähnlich sind.

Kurz gesagt: ich wünsche mir mehr echte, fremde Wesen als Hauptcharaktere in Büchern.

Habt  ihr da vielleicht Empfehlungen für mich?