Montagsfrage: Wie alles begann

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Richtig schön warm ist es in den letzten Tagen geworden und den ersten Sonnenbrand hab ich mir direkt am Samstag bei einem ausgiebigen Flohmarktbesuch geholt. Aber ich will mich nicht beschweren, ich mag es schön warm.

Heute möchte Antonia von uns wissen: Wie bist du zum Lesen gekommen?

Mein Papa war Deutschlehrer und Bücher gehörten für mich genauso zum Alltag wie Besteck, Töpfe, Gläser,…

Ich weiß nicht, ob ich viel vorgelesen bekam, aber ich weiß, dass meine Oma mir immer Pucki-Geschichten erzählt hat.

Dann, kurz bevor ich eingeschult wurde, setzte sich mein Vater eines schönen Tages mit einer alten Fibel aus den Schulzeiten meiner Mutter mit mir zusammen und das war’s dann auch schon. Seitdem war ich Bücherratte.

Ganz anders mein Bruder: dem fiel das Lesen deutlich schwerer als mir und er hatte auch nicht den gleichen Spaß daran. Ja, er hat gelesen, aber nur, wenn er musste.

Wie wichtig ist das Lesen von Geschichten eigentlich (Lehr- und Fachbücher sind eine ganz andere Nummer)? Entwickelt man beim Filmeschauen genauso viel Phantasie wie beim Lesen von Büchern? Man sollte diese Art der Kreativität schließlich nicht unterschätzen, wenn es im Berufsleben mal darum geht, in einem Brainstorming möglichst viele und möglichst viele ungewöhnliche Ideen zusammenzutragen.
Können Filme das Lesen ersetzen? Ich kann die Frage nicht beantworten. Ich selbst bin bei den Büchern hängengeblieben mein Bruder bei den Filmen.

Was denkt ihr?

Andere Welten im Mai

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Der Mai war – wie erwartet – kein sehr lesestarker Monat, da ich momentan nach meiner Arbeit oft zu müde und zu unmotiviert bin, nach einem Buch zu greifen. Viel leichter ist es dann, sich von YouTube und Netflix berieseln zu lassen.

Dennoch habe ich vier Bücher gelesen – alle aus dem Bereich der Fantasy (auch wenn eins davon eher im Weltraum spielt) und alle haben mich durchschnittlich gut unterhalten.

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Beginnen wir mit der Serie „Die Götter von Asgard“ von Liza Grimm. Götter, die die Erde besuchen, sich mit Menschen anfreunden, ihren eigenen Intrigen zum Opfer werden – kennt man alles schon, wird aber eher selten von Autorinnen thematisiert und noch seltener von deutschsprachigen Autorinnen.
Die Ideen sind gut, auch wenn ich eigentlich erwartet hatte, im zweiten Buch mehr über den menschlichen Charakter des ersten Bandes zu erfahren, was leider nicht der Fall war. Aber (ein ganz großes ABER): der Schreibstil lässt arg zu wünschen übrig, ist sehr kindlich und verwendet Ausdrücke, die nichts in der Schriftsprache zu suchen haben und auch nicht in den Kontext passen.
Von einer Autorin, die Germanistik studiert hat, hätte ich eigentlich Besseres erwartet.

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„Once & Future“ ist der erste Teil einer neuen Reihe von Amy Rose Capetta und Cori McCarthy. Es handelt sich um ein Retelling der Artussage – mit Jugendlichen im Weltraum, einem rückwärts alterndem Merlin, Drachen und sehr viel Diversität.
Es ist schön, dass immer mehr untypische Charaktere mit untypischer Rollenverteilung in Büchern auftauchen, aber hier war es fast schon etwas zu viel des Guten. Trotz allem wurde die Grundstory sehr interessant abgewandelt. Fand ich ok, aber ob ich nächstes Jahr den nächsten Band lesen werde, weiß ich noch nicht sicher.

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Literarisch abgeschlossen hab ich den Mai mit „Ein gutes Omen“ von Terry Pratchett und Neil Gaiman, um mich auf die Verfilmung vorzubereiten, von der ich euch HIER erzählt habe.
Sowohl Pratchett als auch Gaiman sind für ihre schrägen Figuren und teilweise sehr skurrilen Erzählungen bekannt. Ein solches Autordenduo wird sicher viel Spaß beim Schreiben gehabt haben, der für mich in der Übersetzung ein wenig verloren ging. Ich denke aber, dass die „bewegten Bilder“ zu diesem Buch großartig sein werden undfreue mich schon darauf, mir die sechsteilige Serie anzuschauen.

„Ein gutes Omen“ von Terry Pratchett und Neil Gaiman

IMG_2871.jpegAutoren: Terry Pratchett, Neil Gaiman
Titel: Ein gutes Omen
Verlag: Piper
Originaltitel: Good Omens

Inhalt:
„Der Antichrist ist geboren, und der finstere Engel Crowley soll ihn erziehen, damit er die Apokalypse heraufbeschwört. Da stellt sich heraus, dass das Kind bei der Geburt vertauscht wurde. Engel, Dämonen und Hexen versuchen den wahren Antichristen aufzuspüren.

Und während der Weltuntergang näher rückt, begreift Crowley, dass die Erde eigentlich doch gar keine so üble Gegend im Universum ist …“

Buch & Film:
Terry Pratchett und Neil Gaiman dürften wohl den meisten LeserInnen bekannt sein.
Wenig bekannt ist jedoch, dass die beiden gemeinsam ein Buch geschrieben haben.

„Good Omens“ erschien bereits 1990 und eigentlich wollte Terry Gilliam es bereits 2002 verfilmen, konnte jedoch nicht die nötigen finanziellen Mittel auftreiben.

2017, zwei Jahre nach Pratchetts Tod, verkündete Amazon, gemeinsam mit BBC eine Miniserie aus der Geschichte zu drehen, zu der Neil Gaiman selbst das Drehbuch verfasste.

Heute nun ist es so weit! Auf Amazon Prime stehen alle sechs Folgen inkl. Trailer und einem Blick hinter die Kulisse zur Verfügung.

Auch wenn das Buch selbst mich nicht so sehr überzeugen konnte (Pratchett war schon immer ein wenig „hit or miss“ für mich), da es sehr episodenhaft ist und einige Charaktere nicht besonders gut ausgearbeitet sind, so freue ich mich dennoch auf die Verfilmung mit Michael Sheen und David Tennant in den Hauptrollen.

Sobald ich heute meine Tagegeschäfte erledigt habe, geht’s los!

Sommerleseliste 2019

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Inspiriert von „Modern Mrs. Darcy“ habe ich mir eine kleine Leseliste für den Sommer zusammengestellt.

Auf ihrer Webseite gibt es einen tollen Guide für englischsprachige Bücher, die sie empfiehlt. Daraus habe ich aus fast jeder Kategorie ein Buch gewählt. Lediglich „Suspense“ habe ich ausgelassen und dafür „Ein gutes Omen“ eingesetzt, das ja Ende Mai als Serie auf Amazon Prime gezeigt wird (ich dachte, ich hätte es bereits gelesen, aber die Zusammenfassung kam mir doch sehr unbekannt vor).

Hier ist also meine Liste der Bücher, die ich zwischen dem 27. Mai und dem 11. August lesen möchte:

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  • „Ein gutes Omen“ von Terry Pratchett und Neil Gaiman
  • „To Night Owl from Dogfish“ von Holly Goldberg Sloan & Meg Wolitzer
  • „Maybe you should talk to someone“ von Lori Gottlieb
  • „Recursion“ von Blake Crouch
  • „Ayesha at last“ von Uzma Jalaluddin
  • „Daisy Jones & The Six“ von Taylor Jenkins Red
  • „Field Notes on love“ von Jennifer E. Smith

Ich bin sehr gespannt, worauf ich mich einlasse, denn ich verlasse hier mehrfach meine Lesekomfortzone.

Habt ihr eine Sommerleseliste?

 

Mörderischer April

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Im April habe ich seltsamerweise bis auf eine Ausnahme nur Krimis gelesen, die ich euch hier kurz vorstellen möchte.

44669169 Tanja Karmann hat im Conte Verlag mit „Der unmögliche Mord“ eine ausgesprochen interessante Anthologie herausgegeben.

17 Geschichten von u.a. Isabella Archan, Markus Heitz, Sonja Rüther und anderen erzählen von phantastischen blutigen Begebenheiten. Jede Story ist einzigartig, wirklich jede einzelne hat mich begeistert.

Noch toller: meine Ausgabe wurde von einigen der AutorInnen sogar signiert.
Ein sehr lesenswertes Buch!

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„Heilige und andere Tote“ von Jess Kidd ist mir in der Stadtbibliothek in die Hände gefallen. Ich wusste nicht wirklich, was mich erwarten würde.

Es handelt von einem armen, einsamen Mann, seiner Sozialarbeiterin Maud und einem mysteriösen Todesfall, der besonders Mauds schräge Vermieterin Renata zu faszinieren scheint.

Es ist nicht so sehr die Geschichte selbst, die mich hier angesprochen hat, sondern die liebevollen, ein wenig skurrilen Charaktere, die mir ein paar heitere Lesestunden bereitet haben.

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„The Lost“ und „The Dead Ground“ von Claire McGowan sind die ersten beiden Bücher aus der Serie rund um die Rechtspsychologin Paula McGuire, die bei Vermisstenfällen hinzugezogen wird.

Beide Stories spielen in Irland und neben den politischen Konflikten begegnen unserer Heldin Geister aus ihrer eigenen Vergangenheit.

Ich finde diese Reihe sehr „stark“ (im Englischen würde ich „bold“ verwenden) geschrieben, auch wenn besonders im ersten Buch auffallend viele schwangere Frauen auftauchen.
Buch Nr. 3 wartet bereits auf ein paar nette Leseabende.

Ich bin des Rezensierens müde

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Schon seit geraumer Zeit schiebe ich einige Rezensionen vor mir her, doch jedes Mal, wenn ich meine Gedanken zu einem Buch sammeln will, lege ich irgendwann frustriert den Stift wieder nieder.

Ich bin des Rezensierens müde.

Es ist das ewig gleiche Muster: ich schreib etwas zur Story, zu den Charakteren und zum Gesamteindruck und frage mich, ob ich das Richtige tue.
Jeder hat einen anderen Zugang zu Geschichten, jeder mag einen anderen Schreibstil, sucht nach anderen Zügen an den Figuren. Ist es da nicht vermessen, meine Meinung zu einem Buch in vielleicht ein paar kritische Worte zu packen und jemanden im schlimmsten Fall veilleicht davon abzuhalten, dieses Buch zu lesen, was er/sie vielleicht am Ende sogar geliebt hätte?

Ich merke zudem, dass ich immer harscher werde, was meine Kritik angeht oder immer verwöhnter, was das Lesen betrifft. Doch ich greife auch zu oft nach (ich nenne das mal vorsichtig) „Anfängerbüchern“, die Gelegenheitsleser begeistern können, mich als Vielleserin aber nicht unbedingt. Sie unterhalten mich, sie lenken mich eine Weile vom Alltag ab, aber sie sind eher Fast Food statt ein Gourmetessen…
Ich weiß das, doch ich kritisiere es in meinen Rezensionen. Ist das fair?

Momentan überlege ich hin und her, was ich mit meinen Rezensionen mache. Ich denke darüber nach, die Highlights der gelesenen Bücher nur noch vorzustellen, ohne sie ausgiebig zu besprechen, vielleicht die kleinen Besonderheiten der Stories zu erwähnen. Ich weiß es noch nicht, aber…

…ich bin des Rezensierens müde.