Rezension: „Artemis“ von Andy Weir

34928122.jpg Titel: Artemis
Autor: Andy Weir
Verlag: Crown Publishing Group (NY)
Dt. Übersetzung: „Artemis“ (Heyne Verlag)

Klappentext:
„Well, sort of. Life on Artemis, the first and only city on the moon, is tough if you’re not a rich tourist or an eccentric billionaire. So smuggling in the occasional harmless bit of contraband barely counts, right? Not when you’ve got debts to pay and your job as a porter barely covers the rent.
Everything changes when Jazz sees the chance to commit the perfect crime, with a reward too lucrative to turn down. But pulling off the impossible is just the start of her problems, as she learns that she’s stepped square into a conspiracy for control of Artemis itself—and that now, her only chance at survival lies in a gambit even riskier than the first.“

Meinung:
Das erste Buch von Andy Weir, „Der Marsianer“, hatte mich begeistert. Es war ungewöhnlich, sehr gut recherchiert und bot gute Unterhaltung.

„Artemis“ ist leider für mich eine große Enttäuschung.

Über viele Seiten hinweg dachte ich zunächst, Jazz sei ein Mann. Später stellte sich heraus, dass sie eine außergewöhnliche Frau ist, doch dem Autor ist es nicht gelungen, ihre Persönlichkeit stark genug zu zeichnen. Wer sich als Protagonistin eine untypische Figur wählt, sollte viel Wert darauf legen, sie detailliert zu beschreiben, sehr früh Hintergründe zu erklären und sie – wie Stieg Larsson – stark zu überzeichnen.
Oder – entscheidet man sich für einen Roman, der „plot driven“ ist – man feilt an einer guten Geschichte.

Diesem Buch fehlt es an allem.

Eine große Stadt auf dem Mond und ein Charakter, der dort aufgewachsen ist, bieten eigentlich gute Rahmenbedingungen für interessante Entwicklungen und Spannung. Aber beides habe ich hier vermisst.
Die „Science“-Seite ist wie gewohnt exakt und schlüssig ausgearbeitet, doch der „Fiction“-Seite mangelt es an Ideen. Weir hat ein wenig von allem genommen und es zu einer undefinierbaren Suppe zusammengemischt: ein wenig Action, ein wenig angedeuteten Sex, ein wenig Futurismus, ein wenig Spionage, ein wenig Verschwörung – und dazwischen ein Briefaustausch mit einer Figur auf der Erde, der meiner Meinung nach komplett überflüssig war.

Schade, ich hatte mir von diesem Autor für sein zweites Buch mehr erhofft. Vielleicht gelingt ihm das nächste Werk besser.

2 thoughts on “Rezension: „Artemis“ von Andy Weir

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