„The Gown“ von Jennifer Robson

39893613Titel: The Gown
Autorin: Jennifer Robson
Verlag: William Morrow Paperbacks

Inhalt:
London, 1947: Besieged by the harshest winter in living memory, burdened by onerous shortages and rationing, the people of postwar Britain are enduring lives of quiet desperation despite their nation’s recent victory. Among them are Ann Hughes and Miriam Dassin, embroiderers at the famed Mayfair fashion house of Norman Hartnell. Together they forge an unlikely friendship, but their nascent hopes for a brighter future are tested when they are chosen for a once-in-a-lifetime honor: taking part in the creation of Princess Elizabeth’s wedding gown.
Toronto, 2016: More than half a century later, Heather Mackenzie seeks to unravel the mystery of a set of embroidered flowers, a legacy from her late grandmother. How did her beloved Nan, a woman who never spoke of her old life in Britain, come to possess the priceless embroideries that so closely resemble the motifs on the stunning gown worn by Queen Elizabeth II at her wedding almost seventy years before? And what was her Nan’s connection to the celebrated textile artist and holocaust survivor Miriam Dassin?

Meinung:
Da ich diesen Sommer ein wenig außerhalb meinerm Komfortzone lesen möchte, habe ich zum aktuellen Buchclubbuch von Modern Mrs. Darcy gegriffen.

Die Absicht der Autorin war es (wie man am Ende des Buchs lesen kann), die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Großbritannien schriftstellerisch zu erkunden. Die Hochzeit der heutigen Queen Elizabeth war damals ein großes Ereignis und sollte u.a. ein wenig von den Nachkriegsleiden ablenken. Indem sie die Herstellung des prunkvollen Kleides als Aufhänger für ihr Werk nahm, wollte Robson der damaligen Generation Wertschätzung entgegenbringen und aufzeigen, wie sie als Überlebende mit ihrem Alltag zurecht kamen.

Im Großen und Ganzen ist ihr das recht gut gelungen: sie geht sehr ins Detail, wenn sie die Räumlichkeiten, das Essen und die Rationierung ebendieses schildert. Doch oft verliert sie sich dabei zu sehr in Nichtigkeiten, erzählt, wie die Protagonistin zum Glas greift, warum sie sich für welche Mahlzeit entscheidet und gibt Telefonate mit ihrer Mutter in aller Ausführlichkeit wieder. So viele Informationen sind für die Geschichte nicht von Bedeutung, blähen das Buch auf und stellen ein wenig die Lesegeduld azf die Probe.

Überhaupt verliert sich Robson in ausschweifenden Dialogen, in denen sie oft ihre gesamte Recherche unterbringt, was nicht unbedingt das geschickteste Stilmittel ist.
Auch wirkt der Handlungsstrang, der in der heutigen Zeit spielt, ein wenig überflüssig, da Heather selbst ziemlich flach ausgearbeitet ist und sie nichts weiter zum Geschehen beiträgt, außer dass sie die Vergangenheit ihrer Großmutter erforscht, von der wir aber in ihrem eigenen Zeitstrang bereits alles erfahren.

Wer Spaß an „unaufgeregten“ historischen Werken hat, kann mit „The Gown“ ein paar nette (vielleicht stellenweise etwas zähe) Lesestunden verbringen. Wer jedoch reife Charaktere oder eine rasante Geschichte bevorzugt, sollte zu einer anderen Lektüre greifen.

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