„Die Mauer“ von John Lanchester

43712090._SY475_.jpgTitel: Die Mauer
Autor: John Lanchester
Verlag: Klett-Cotta
Originaltitel: The Wall
Übersetzung: Dorothee Merkel

Rezensionsexemplar

Inhalt:
„Joseph Kavanagh tritt seinen Dienst auf der Mauer an, die England seit dem großen Wandel umgibt. Er gehört nun zu jener Gruppe von jungen Menschen, die die Mauer unter Einsatz ihres Lebens gegen Eindringlinge verteidigt. Der Preis für ein mögliches Versagen ist hoch. Schaffen es Eindringlinge ins Land, werden die verantwortlichen Verteidiger dem Meer – und somit dem sicheren Tod – übergeben. Das Leben auf der Mauer verlangt Kavanagh einiges ab, doch seine Einheit wird zu seiner Familie, und mit Hifa, einer jungen Frau, fühlt er sich besonders eng verbunden. Gemeinsam absolvieren sie Kampfübungen, die sie auf den Ernstfall vorbereiten sollen. Denn ihre Gegner können jeden Moment angreifen. Und die sind gefährlich, weil sie für ein Leben hinter der Mauer alles aufs Spiel setzen.“

Meinung:
„The Wall“ steht dieses Jahr auf der Man Booker Longlist, die ich zumindest in Teilen lesen möchte.

Es ist ein sehr brisanter Roman, der die aktuellen Themen „Flüchtlinge“, „Mauerbau“, „Klimawandel“ und „Einwanderungspolitik“ behandelt.

Den Anfang fand ich unglaublich stark: wir begleiten den ziemlich naiven Protagonisten zu seinem Dienst auf der Mauer und schütteln den Kopf darüber, wie albern diese Aufgabe zu sein scheint, weiß doch niemand wirklich, warum man diese Mauer eigentlich bewacht. Ja, da sind die „Anderen“, aber diejenigen, die es über die Mauer schaffen, werden zu „Dienstlingen“ gemacht und jeder ist froh darum, diese Hilfen zu haben. Außerdem scheint die eigene Bevölkerung zu schrumpfen, denn „Fortpflanzlinge“ werden ganz besonders gehegt und gepflegt. Warum als die Anderen abwehren?

Wir amüsieren uns über dieses seltsame Vorgehen und bekommen gleichzeitig einen Spiegel vorgehalten, denn auch unsere Politik ist von Fremdenhass durchzogen und die Angst vor dem Unbekannten wird langsam aber stetig geschürt.

Leider verliert die Geschichte in der zweiten Hälfte an Bedeutung. Nun wird Joseph selbst aufs Meer verbannt und treibt mit seinem ehemaligen Team auf dem Wasser dahin, bis sie freundlich von den Anderen aufgenommen werden, von Piraten überfallen werden und zu zweit schließlich einen neuen Zufluchtsort finden.
Dieser Teil passt so gar nicht zum Rest. Mir war nicht klar, welche Rolle der Piratenüberfall spielen sollte. Wie passte das zum Rest, was trug es zum Gesamtgeschehen bei, außer dass einige Figuren ums Leben kamen?

„Die Mauer“ ist sicher ein wichtiges Buch im Hinblick auf das aktuelle Zeitgeschehen, konnte mich aber erzählerisch nicht wirklich überzeugen.

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