Rezension: „Whichwood“ von Tahereh Mafi

31563982.jpg Titel: Whichwood
Autorin: Tahereh Mafi
Serie: Furthermore #2
Verlag: Dutton Books for Young Readers

Klappentext:
„Our story begins on a frosty night…
Laylee can barely remember the happier times before her beloved mother died. Before her father, driven by grief, lost his wits (and his way). Before she was left as the sole remaining mordeshoor in the village of Whichwood, destined to spend her days washing the bodies of the dead and preparing their souls for the afterlife. It’s become easy to forget and easier still to ignore the way her hands are stiffening and turning silver, just like her hair, and her own ever-increasing loneliness and fear.
But soon, a pair of familiar strangers appears, and Laylee’s world is turned upside down as she rediscovers color, magic, and the healing power of friendship.“

Meinung:
Kennt ihr das, wenn man eine Welt und ihre Charaktere so sehr mag, dass man sie nie wieder verlassen möchte? So erging es mir mit Band 1 der Serie „Furthermore“. Eigentlich wollte ich mir das zweite Buch noch etwas aufheben, doch die Sehnsucht war zu groß 🙂

„Whichwood“ ist ein magisches Land, dass sich sehr von Ferenwood und Furthermore unterscheidet. Auch hier begegnen wir phantastischen Phänomenen, doch sie sind „dunkler“ und „gefährlicher“ als das, was ich zuvor kennengelernt hatte. Auch die Wesen, die dort leben, sind ängstlicher, sie feiern ihre Magie nicht offen, sie schließen die Augen davor und nehmen sie als gegeben hin; ein Teil ihrer selbst, der ihnen unangenehm ist.

Auch Laylee leidet darunter und kämpft ganz allein einen Kampf, für den sie eigentlich schon lang zu schwach ist, bis Alice und Oliver in ihr Leben purzeln – und ihre Lage verschlimmern 😉

Ich hatte mir zwar wieder etwas „Leichtes und Farbenfrohes“ wie in „Furthermore“ erhofft, was ich hier nur ansatzweise bekommen habe, aber ich bin nicht unglücklich damit. Die Protagonisten sind ein wenig älter geworden und müssen lernen, dass sie nicht nur Verantwortung für sich selbst sondern auch für andere tragen.
So sind die  großen Themen dieses Romans Freundschaft, Vertrauen, Respekt und Unterstützung insbesondere in schwierigen Zeiten.

Man sollte auf jeden Fall den ersten Band gelesen haben, um sich in diesem zurecht zu finden. Die grundlegenden Dinge werden zwar vom Erzähler zwischendrin erklärt, aber es fehlen sonst zu viele Hintergründe und Details, die für das Verständnis dieser Geschichte nötig sind.

„Whichwood“ ist das erwachsenere Buch von beiden und eignet sich eher für die kühle Jahreszeit. Die Atmosphäre ist düster und kühl – keine geeignete Strandlektüre.
Dennoch ist es eine absolute Leseempfehlung für alle, die ungewöhnliche Fantasiestories mögen.

Rezension: „Der Bruder des Wolfs“ von Robin Hobb

35015424.jpg Titel: Der Bruder des Wolfs
Autorin: Robin Hobb
Serie: Die Chronik der Weitseher #2
Verlag: Penhaligon (zur Buchseite)
Übersetzung: Eva Bauche-Eppers
Originaltitel: Royal Assassin (Del Rey)

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

Klappentext:
„Fitz Chivalric hat bei der Verteidigung seines greisen Königs seine Gesundheit und beinahe auch seinen Verstand verloren. Doch König Listenreich bietet ihm keine Rache oder wenigstens Genugtuung. Schließlich war der Drahtzieher hinter Fitz‘ Verletzungen dessen eigener Onkel, der Sohn des Königs. Und der hat seine Pläne, um den Thron an sich zu reißen, nicht aufgegeben! Verzweifelt bemüht sich Fitz, die Intrigen des Prinzen zu durchkreuzen – und ahnt nicht, dass sein Schicksal längst besiegelt ist.“

Meinung:
„Der Bruder des Wolfs“ ist der zweite Teil der „Neuneuauflage“ der „Chronik der Weitseher.“
Teil 1 hatte ich Euch HIER bereits vorgestellt.

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Wieder betreten wir das Leben des Bastards Fitz, der am Hofe des Königs nicht von allen gern gesehen ist und dem man nach dem Leben trachtet. Doch trotz der Gefahren, in denen er sich befindet, versucht er, seinem Herrn, dem er die Treue geschworen hat, zu dienen und eigene Wünsche an sein Leben zurückzustellen. Nicht immer gelingt ihm das, er kämpft seine Kämpfe, doch er findet einen treuen Begleiter durch Freude und Schmerz: ein Wolfsjunges, das er aus einem Käfig befreit und das an seiner Seite zu einem prächtigen Tier heranwächst.
Im Gegensatz zu diesem, scheint Fitz die Blühte seines Lebens hinter sich zu haben. War er zuvor als Meuchelmörder des Königs Jäger, so ist er nun zum Gejagten geworden.

Wie auch schon in Band 1 der Erzählung, bekommen wir in der Fortsetzung sehr detailliert das Leben in der Welt, die der unsrigen nicht so fremd ist, dass man sich darin verlaufen könnte, doch noch fremd genug, die Aufmerksamkeit zu fesseln, geschildert. Wir erfahren nicht nur viel über die Hauptcharaktere. Auch Nebenfiguren werden von allen Seiten beleuchtet – Dienstmägde, Stalljungen, Thronfolger, Königinnen, Hofdamen,… Robin Hobb lässt niemanden aus, jeder hat seinen Platz in dieser Geschichte.

Je mehr man in das Buch eintaucht, umso „heimischer“ fühlt man sich darin. Ich hatte fast schon das Gefühl, dazuzugehören, die eigene Chronik zu lesen.
Anders als im Auftakt der Reihe findet man in „Der Bruder des Wolfs“ mehr emotionale und aufreibende Szenen. Betrachtete man zunächst das Geschehen aus einer gewissen Distanz, wird man hier nun mitten hinein gestoßen und teilt Freud und Leid mit den Protagonisten.

Die Übersetzung ist einmal mehr überaus gelungen. Sie trifft den Ton der Geschichte und wirkt nie holprig oder bemüht. Eigentlich lese ich lieber Bücher im englischen Original, doch für „Die Chroniken der Weitseher“ mache ich da gern eine Ausnahme, wenn das Lesen so flüssig ist und so viel Spaß bereitet.

Ich bin an und für sich kein Fan von Fantasybüchern epischen Ausmaßes, doch Robin Hobb hat es geschafft, mich für ihren Kosmos zu begeistern. Obwohl dieser Band 893 Seiten umfasst, war mir zu keiner Zeit langweilig und ich habe mich immer wieder gefreut, wenn ich Zeit gefunden habe, um erneut in das Buch einzutauchen.

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Links Band 1, rechts Band 2

Jetzt erwarte ich sehnsüchtig das Erscheinen von „Der Erbe der Schatten“, der letzte Teil der Neuauflage dieser Trilogie.

Unbedingt lesen!

 

Rezension: „City of Masks“ von Mary Hoffman (Spoiler!)

12014568 Titel: City of Masks
Autorin: Mary Hoffman
Reihe: Stravaganza #1
Verlag: Bloomsbury
Übersetzung: Stadt der Masken (Arena)

Klappentext:
„In modern-day London, Lucien Mulholland undergoes chemotherapy treatments, but when he falls asleep clutching a mysterious book his father has given him, he is transported – or „stravagated“ – to an enchanting 16th-century Venice-like city called Bellezza, in the country Talia. Lucien can return only if he can get hold of the book again. In this colorful other world, rich with court intrigues and magic, he feels vibrantly alive, as opposed to his pain-ridden days back in England; his hair has grown back and he eats with relish. Bellezza is also where, as „Luciano,“ he meets lovely 15-year-old Arianna and Rodolfo, who created the book that acts as Lucien’s „stravagation“ talisman. Rodolfo explains that a stravagante is „a wanderer between worlds,“ and also the history of this magical travel. Now the secret brotherhood dedicated to keeping the two worlds separate is being challenged by a faction with evil intent. Soon „Luciano“ is caught up in their power struggle and learns there is a cost when one cannot stravagate properly. “

Meinung:
Eigentlich wollte ich dieses Buch nicht rezensieren, weil es für mich zunächst in die Kategorie „ganz nettes Jugendbuch“ fiel. Doch seit ich es beendet habe, lässt mich die Idee hinter dieser Geschichte nicht mehr los.

Auf den ersten Blick scheint es ein typisches Teeniezeitreisebuch zu sein: schwächliche  Junge findet sich im Schlaf plötzlich im Italien des 16. Jahrhunderts, wo er nach und nach zu einem Helden wird und sich nicht nur Verbündete, sondern auch Feinde macht.

Die Figuren sind nicht sehr vielschichtig und verhalten sich vorhersehbar. Auch die Welt unterscheidet sich nicht sehr von der uns bekannten.
Der Geschichte selbst fehlt es an einem allumfassenden Spannungsbogen. Hier und da gibt es aber aufregende Szenen, die das Interesse der Leser aufrecht erhalten.

Was aber wirklich sehr besonders hier ist, ist die Idee, wie Zeitreise stattfindet. So kannte ich sie bisher noch nicht. In allen Büchern, die ich zu diesem Thema gelesen habe, sind es Maschinen, die die Menschen vom Jetzt ins Damals versetzen.
Lucien jedoch benötigt lediglich einen Talisman aus der Vergangenheit (an den er zufällig geraten ist) und wandert dann in seinem Schlaf zurück ins Venedig des 16. Jahrhunderts.
Abgesehen davon, dass der Protagonist in seiner eigenen Zeit tagsüber nicht sehr ausgeruht ist, wenn er nachts Heldentaten vollbringt, gibt es einen weiteren sehr gefährlichen Aspekt: so lang der Junge im Gestern lebt, ist er im Heute in einem komatösen Zustand, aus dem er nicht geweckt werden kann.

SPOILER: Das geht eine ganze Weile gut, doch irgendwann wird er in Italien gefangen genommen und in der Gegenwart müssen seine Eltern davon ausgehen, dass seine Krankheit unheilbar geworden ist – und sie lassen ihn im Krankenhaus sterben.
Lucien ist nun in seiner eigenen Welt tot, lebt aber im 16. Jahrhundert weiter.

Abgesehen von einigen Ungereimtheiten bei diesem literarischen Kniff hat mich die Idee unerwartet aufgewühlt. Was wäre, wenn es tatsächlich möglich wäre? Im Jetzt sterben und im Damals weiterleben? Mein Gehirn verknotete sich regelrecht bei diesem Gedanken. Unser Bewusstsein ist mehr „abwesend“ als „anwesend“, was also ist Leben eigentlich? Und wie würde es den weiteren Verlauf der Menschheitsgeschichte beeinflussen, würden wir in einer vergangenen Version unserer Welt weiterleben?

Ich wünschte mir, die Autorin hätte sich noch etwas mehr mit dieser Problematik befasst, doch in den anderen Bänden dieser Reihe schlüpft sie in andere Erzählungen mit anderen Charakteren. Schade. Ich weiß nicht, ob ich die nächsten Bücher irgendwann noch lesen werde, aber ich bin mir ganz sicher, dass dieses mich noch eine Weile verfolgen wird.

 

Rezension: „Empire of Storms – Pakt der Diebe“ von Jon Skovron

IMG_1166 Titel: Empire of Storms – Pakt der Diebe
Autor: Jon Skovron
Verlag: Heyne (zur Buchseite)
Originaltitel: Hope & Red – The Empire of Storms

„In dieser Welt waren Bandenführer brutale Diktatoren, Huren waren Freunde und eingebildete Jungen mit roten Augen steckten voller Überraschungen.“

„Hope ist noch ein Mädchen, als ihr Dorf von den Magiern des Kaisers angegriffen und dem Erdboden gleich gemacht wird. Sie allein überlebt und findet in einem Kloster nicht nur Unterschlupf, sondern wird dort auch von den Kriegermönchen in den Kampfkünsten unterwiesen. Red ist ein Straßenjunge, der in den finsteren und überfüllten Gassen New Lavens zum besten Taschendieb heranwächst, den das Imperium je gesehen hat. Jahre vergehen – doch als Hope und Red einander auf schicksalhafte Weise begegnen, schließen sie einen Pakt, der die Zeit der Ungerechtigkeit beenden wird“ (Klappentext)

Die Geschichte beginnt mit Hope, deren erste Jahre bei den Mönchen und ihre heimliche Ausbildung zu einer Kriegerin erzählt werden.
Die Perspektive wechselt auf den Jungen Red, einem Waisen und seinen ersten Lebensjahren.
Wir folgen beiden Figuren einzeln, bis das Schicksal sie zusammenführt und nun ihr gemeinsamer Weg beschrieben wird.

Es ist eine Welt voller Gefahren, in der die Protagonisten immer wieder um ihr Leben kämpfen und ihr Können unter Beweis stellen müssen.
Händler, zwielichtige Gesellen, betrunkene Schläger, Piraten und nicht zuletzt Biomanten prägen die Atmosphäre des Buches.

Über kurze, hastige Sätze und einer teilweise vulgären Gossensprache, die in einem Glossar näher erläutert wird, eilen wir durch die actionreiche Story im „Königreich der Stürme“.
Mich hat dieser Schreibstil nicht zu überzeugen vermocht, Der Slang wirkt etwas gezwungen und aufgesetzt, was eventuell der Übersetzung geschuldet ist.
„Verpisst“, „sonnig“, „leck sein“, „Kater“ und „Mietze“ sind nicht die kreativsten Wortschöpfungen und störten meinen Lesefluss sehr.

Mir fehlten darüber hinaus Erläuterungen zum Imperium, in dem wir uns befinden und insbesondere zu den Biomanten, der meiner Meinung nach besten Idee des Romans. Ich hätte gern erfahren, wer sie sind, woher sie kommen und wie ihre Pläne aussehen. Doch vielleicht erfährt man im zweiten Band der Serie mehr über sie.

Ausgesprochen gut gefallen hat mir die untypische Rollenverteilung: Frauen sind Kriegerinnen, Kapitäne, mutig und stark, Männer sind gerissen, verletzbar und arbeiten als Huren.
Wirklich überrascht hat mich die Figur Brigga Lin, der ich so in noch keinem Fantasyroman begegnet bin. Ich würde allerdings spoilern, würde ich hier mehr über sie erzählen.

„Empire of Storms – Pakt der Diebe“ ist auf jeden Fall ein interessantes Buch mit guten Ideen, eine Piratengeschichte mit Fantasy- und SciFi-Elementen.
Für mich hat es wegen der Sprache leider nicht funktioniert.

Review: The Strange Case of the Alchemist’s Daughter von Theodora Goss

The Strange Case of the Alchemist's Daughter Titel: The Strange Case of the Alchemist’s Daughter
Autor: Theodora Goss
Verlag: Saga Press
Übersetzung: –

„Spectacular cases are usually simpler, and less interesting, than they initially appear.“

Als ihre Mutter stirbt und Mary Jekyll, plötzlich mittellos, sich auf die Spuren der Vergangenheit ihres Vaters begibt, stößt sie nicht nur auf eine Halbschwester, sondern auch auf eine mysteriöse Gesellschaft von Wissenschaftlern und ihre ungewöhnlichen Experimente.

Die Idee der Autorin, bekannte Horrorgeschichten wie Frankenstein und die Insel des Dr. Moreau mit bekannten Kriminalfiguren wie Sherlock und Holmes zu einer einzigartigen Erzählung zu verweben, gefällt mir prinzipiell sehr gut.

Auch interessant ist, dass eine ihrer Protagonistinnen das Buch schreibt und die anderen ihren Teil der Story selbst übernehmen und andere Teile immer wieder kommentieren.

Aber leider sind es sehr viele Figuren mit sehr vielen Erlebnissen, die aufeinandertreffen – ich habe regelmäßig den Faden verloren und konnte die Charaktere und ihre Hintergründe irgendwann nicht mehr auseinanderhalten.

Sherlock und Holmes wären meiner Meinung nach eigentlich verzichtbar gewesen, zumal sie neben all den anderen Akteuren verblassten.

Es ist eine nette Lektüre, wenn man die Muse hat, sie mit nur wenigen Unterbrechungen zu lesen. Ansonsten verirrt man sich leider zu sehr darin.

3sterne

20 Jahre Harry Potter


Harry Potter feiert seinen 20. Geburtstag und aus diesem Anlass hat Bloomsbury den ersten Band in „Hauseditions“ herausgebracht.

Wer wissen möchte, zu welchem Haus er gehört, legt sich einen kostenlosen Account auf Pottermore.com zu und befragt den „Sorting Hat“ über sein Schicksal.

Ich bin ein Slytherin….wear your house colours with pride!