„Kalte Wasser“ von Melanie Golding

46375506. sy475 Titel: Kalte Wasser
Autorin: Melanie Golding
Verlag: HarperCollins
Originaltitel: Little Darlings
Übersetzung: Alexander Weber

Rezensionsexemplar

Inhalt:
Lauren ist gerade Mutter von Zwillingen geworden, als der Alptraum beginnt. Eine Frau steht nachts an ihrem Krankenhausbett und schlägt ihr einen grausamen Deal vor: Eines von ihren Kindern gegen eines von Laurens. Lauren kann sich retten und die Polizei rufen. Dort wird der Vorfall zuerst nicht ernst genommen. Nur die junge Polizistin Harper glaubt ihr. Und dann nimmt Lauren eine verstörende Veränderung wahr: Etwas stimmt mit ihren Kindern ganz und gar nicht. Wird sie langsam verrückt, oder weiß sie etwas, das sonst niemand weiß?

Meinung:
„Kalte Wasser“ ist der Debütroman von Melanie Golding, die in Bath Kreatives Schreiben studierte und ihre Fähigkeiten in ihrem Erstlingswerk seh rgut zur Geltung bringt.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich zunächst ein wenig langatmig und im Nachhinein mit all den Details zur Geburt der Zwillinge auch ein wenig überflüssig, doch hat man diese Szene hinter sich gebracht, nimmt die Erzählung deutlich an Fahrt auf.

Es ist schwierig, etwas über das Geschehen zu schreiben, ohne zu viel zu verraten, aber – was man vielleicht vorher wissen sollte – es gibt ein phantastisches Element, das diesen Roman eher bei „Magischer Realismus“ als bei „Psychothriller“ ansiedelt.
Mir hat genau das ausgesprochen gut gefallen, aber ich bin auch ohne jegliche Erwartung an dieses Buch herangegangen und war deshalb sehr überrascht, wie gut der Autorin dieser Spagat gelungen ist.

Auch die Hauptcharaktere waren sehr recht gut ausgearbeitet, insbesondere Lauren, doch auch Harper ist eine Figur mit Tiefe.
Lediglich Laurens Mann blieb für mich ein wenig widersprüchlich. Sah es anfangs so aus, als wolle er seine Frau mit den Kinderns am liebsten allein lassen, so kümmerte er sich später jedoch aufopferungsvoll um seine Familie. Diesen Wandel konnte ich nicht ganz nachvollziehen, war aber für mich eher nebensächlich.

„Kalte Wasser“ ist ein gelungenes Debüt, das Lust auf mehr von dieser Autorin macht.

YA und Weiblicher Grusel

Ich bin mir nicht sicher, ob da langsam ein neues Genre entsteht („YA Feminist Horror), aber ich las gerade mehr oder weniger zufällig zwei Bücher, in denen jungen Mädchen eine Hauptrolle spielen und übernatürliche Horrorelemente beinhalten.

Da wäre zum einen von Claire Legrand das Buch „Sawkill Girls“:

Auf einer Insel treibt ein Monster sein Unwesen und erfordert weibliche Opfer, um stärker zu werden. Val, eine Jugendliche aus dem Ort, ist seine Dienerin und bringt die Mädchen zu ihm. Nur die vereinten Kräfte dreier Frauen können den Horror beenden…

Es ist eine teilweise sehr blutrünstige Story, die hier erzählt wird. Teile davon fand ich recht überzogen und ein wenig unpassend, aber ich denke, dass Teenagern mit Hang zum Grusel dieser Roman gefallen könnte. Hinweis: es gibt detailliert geschilderte gleichgeschlechtliche Sexszenen, d.h. die Leserin sollte in einem passenden Alter dafür sein.

In „Wilder Girls“ von Rory Power geht es ein wenig mehr um den romantischen und verzweifelten Zusammenhalt junger Mädchen.

Vor zwei Jahren brach auf einer Insel, auf der sich eine Schule für Mädchen befindet, ein unbekannter Virus aus. Nach und nach befällt er alle Lebewesen. Die Männer und etwas älteren Frauen überleben es nicht, die jüngeren Frauen leiden entsetzlich und ihr Körper deformiert sich mit jedem Schub aufs Neue.
Das Festland sucht ein Gegenmittel – bis etwas passiert, dass für das Ende der Experimente sorgt.

Auch in diesem Buch ist der Gruselteil stellenweise sehr facettenreich und nicht für ganz junge Leserinnen gedacht. Doch die Geschichte ist packend geschrieben, die Charaktere sind sympathisch und ihre Angst fast greifbar.

Ich bin gespannt, ob es künftig weitere Erzählungen in dieser Richtung geben wird.

All Hallows Read: Von Spukhäusern und einem Gewinnspiel

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Oktober, Halloween, Zeit für Gruselgeschichten!

Das Gewinnspiel

Wie schon im letzten Jahr hat Tanja Karmann eine Blogtour zum Fürchten ins Leben gerufen. Auf diversen Blogs erhaltet ihr schaurige Empfehlungen und könnt Buchstaben sammeln, die am Ende ein Lösungswort ergeben, mit dem ihr Aussicht auf tolle Buchgewinne habt.
Wie genau alles funktioniert, findet ihr im Startbeitrag von Tanja.

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Photo by Pixabay on Pexels.com

 

Es spukt in diesem Haus

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Jede gute Halloweengeschichte benötigt mindestens einen Geist, ein altes Haus und seltsame Vorkomnisse.

Das alles findet man in Edgar Canteros „Supernatural Enhancements“.

A., Mitte 20, und Niamh, eine stumme, punkige Teenagerin aus Irland, erben überraschenderweise von einem Onkel aus Amerika ein wundervolles altes Haus mitten in den Wäldern Virginias.
Doch nicht nur, dass dieser unbekannte Verwandte aus dem dritten Stockwerk dieses Hauses gesprungen und Suizid begangen hat, wie bereits sein Vater im gleichen Alter und auf die gleiche Weise zuvor, auch sonst scheint es in diesem Haus nicht mit rechten Dingen zuzugehen.

Die beiden Erben merken recht schnell, dass sie in Axton House nicht allein sind und dass dieser Ort einige merkwürdige Geheimnisse bereithält: unerklärliche Suizide, ein verschwundener Butler, ein düsteres Kellergewölbe – und dann beginnen die Träume…

„Supernatural Enhancements“ ist eine moderne Geistergeschichte die über Briefe, Tagebucheinträge, Video- und Audioaufnahemnaufnahmen in Skriptform sowie diverse andere Artikel erzählt wird.
Gemeinsam mit den Protagonisten tappen wir zunächst im Dunkeln und kommen den Geheimnissen des Hauses erst nach und nach auf die Spur. Wirkt anfangs noch alles recht harmlos, so entfaltet sich der Grusel aber gaaaanz langsam und das  Gänsehautgefühl schleicht sich fast unbemerkt ein.

Wer eine Geistergeschichte jenseits der Klassiker sucht, wird an „Supernatural Enhancements“ sicherlich Gefallen finden. Es macht Spaß, selbst an den Rätseln zu knabbern und sich in der düsteren Atmosphäre zu verlieren.

Bibliographische Angaben:

Titel: Supernatural Enhancements
Autor: Edgar Cantero
Verlag: Doubleday

Das Buch erscheint am 26. Oktober 2018 im Golkonda Verlag unter dem Titel „Mörderische Renovierung“.

Der Buchstabe zum Gewinnspiel

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Hier ist mein Buchstabe für euch und der letzte fürs Lösungswort!

Später stellt Tanja euch alle bisherigen Beiträge vor.
Ich hoffe, ihr habt das ein oder andere Buch für euch entdeckt.

Viel Glück beim Gewinnspiel!

 

Rezension: „Eight Ghosts: The English Heritage Book of New Ghost Stories“

35689074.jpg Titel: Eight Ghosts
Autoren: Sarah Perry, Andrew Michael Hurley, Mark Haddon, Kamila Shamsie, Stuart Evers, Kate Clanchy, Jeanette Winterson, Max Porter, Andrew Martin 
Verlag: September Publishing

Klappentext:
„Eight authors were given after hours freedom at their chosen English heritage site. Immersed in the history, atmosphere and rumours of hauntings, they channelled their darker imaginings into a series of extraordinary new ghost stories.
Sarah Perry’s intense tale of possession at the Jacobean country house Audley End is a work of psychological terror, while Andrew Michael Hurley’s story brings an unforgettably shocking slant to the history of Carlisle Castle. Within the walls of these historic buildings each author has found inspiration to deliver a new interpretation of the classic ghost story.“

Meinung:
„English Heritage“ ist eine Einrichtung in Großbritannien, die über 400 historische Orte und Gebäude verwaltet und pflegt.
Für „Eight Ghosts“ haben sie acht Autorinnen und Autoren eingeladen, je einen dieser geschichtsträchtigen Plätze zu besuchen und sich dort zu einer Geistergeschichte inspirieren zu lassen.

Herausgekommen ist eine vielfältige und kurzweilige Shortstoriesammlung, die sich nicht nur an Halloween gut lesen lässt.

Manche Erzählungen fand ich gruseliger als andere, aber das ist Geschmacksache. Sehr gut geschrieben sind sie alle und es macht Spaß, anschließend auf der Webseite von „English Heritage“ all die Schauplätze virtuell zu besuchen. Ein paar von ihnen habe ich sogar schon „im wahren Leben“ besucht.

Eine unterhaltsame Lektüre für alle, die englischen Spuk mögen.

 

Rezension: „Death or Ice Cream?“ von Gareth P. Jones

27204179.jpg Titel: Death or Ice Cream?
Autor: Gareth P. Jones
Verlag: Hot Key Books

Auszug Klappentext:
„An extraordinary mystery in Larkin Mills is beginning to take shape. First we meet the apparently healthy Albert Dance, although he’s always been called a sickly child, and he’s been booked into Larkin Mills‘ Hospital for Specially Ill Children. Then there’s his neighbour Ivor, who observes strange goings-on, and begins his own investigations into why his uncle disappeared all those years ago. Next we meet Young Olive, who is given a battered accordion by her father, and unwittingly strikes a dreadful deal with an instrument repair man.“

Meinung:
Auf den ersten Blick handelt es sich bei diesem Büchlein um ein paar nette Kurzgeschichten aus einer fiktiven Kleinstadt.

Jede Erzählung kann für sich allein gelesen werden, aber die Reihenfolge muss beibehalten werden, um alle Ereignisse zu verstehen. Nach und nach erfahren wir ein wenig mehr von diesem eigentümlichen Ort, in dem u.a. ein Haus mit Haien existiert (zumindest vorübergehend), alte Leute ins „Residential Home for the Extremely Inactive“ kommen und ein sinkendes Hotel ein Bestattungsunternehmen beherbergt.

Gruselig und skurril sind die Ereignisse, die uns von verschiedenen Charakteren geschildert werden. Man weiß nicht so recht, was man davon halten soll, doch am Ende läuft alles irgendwie zusammen – oder doch nicht?

Wer für die heutige Halloweennacht noch eine kurzweilige Lektüre sucht, sollte es mit diesem Buch versuchen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und werde es vielleicht nächstes Jahr an Halloween ein weiteres Mal lesen.

Rezension: „The Silent Companions“ von Laura Purcell

34600633 Titel: The Silent Companions (Goodreadslink)
Autorin: Laura Purcell
Verlag: Raven Books

Klappentext:
„Inspired by the work of Shirley Jackson and Susan Hill and set in a crumbling country mansion, The Silent Companions is an unsettling gothic ghost story to send a shiver down the spine…
Newly married, newly widowed Elsie is sent to see out her pregnancy at her late husband’s crumbling country estate, The Bridge.
With her new servants resentful and the local villagers actively hostile, Elsie only has her husband’s awkward cousin for company. Or so she thinks. But inside her new home lies a locked room, and beyond that door lies a two-hundred-year-old diary and a deeply unsettling painted wooden figure – a Silent Companion – that bears a striking resemblance to Elsie herself..“

Meinung:
Die Geschichte beginnt in einem Krankenhaus, in dem die Protagonistin, die nicht in der Lage ist, ihre Stimme zu gebrauchen, aufschreiben soll, was ihr widerfahren ist. Schon diese Tatsache allein schickte mir eine Gänsehaut über den Rücken, denn diese Situation ist bedrückend.

Doch richtig gruselig wird es, als wir zurück gehen in Elsies Vergangenheit. Es beginnt recht harmlos mit einem alten, fast leerstehendem Haus und Gerüchten, die die Dorfbewohner davon abhalten, sich dem Anwesen zu nähern. Zunächst dachte ich „ok, alles schon mal dagewesen, alles schon mal gelesen“. Doch dann kommt es zur Begegnung mit den ersten „silent companions“, den stillen Begleitern.

Auch deren Story wirkt anfangs zwar etwas „creepy“, aber nicht gefährlich. Anfangs…

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, ich kann nur sagen, dass ich mich selten so beim Lesen gegruselt habe wie bei diesem Buch!

Mit „The Silent Companions“ ist Laura Purcell ein großartiger Geisterroman gelungen, der sich sehr gut als passende Lektüre für eine neblige Halloweennacht eignet.