Rezension: „Blutzeuge“ von Tess Gerritsen

Gerritsen_TBlutzeuge_RI12_179142.jpg Titel: Blutzeuge
Autorin: Tess Gerritsen
Verlag: Limes (zur Buchseite des Verlages)
Originaltitel: I Know a Secret (Limes)
Erscheinungsdatum: 20.11.2017

Klappentext:
„In Boston wird die Leiche einer jungen Frau gefunden – in der offenen Handfläche liegen ihre Augäpfel. Die Verstümmelung geschah post mortem, wie bei der Obduktion eindeutig festgestellt wird. Doch die genaue Todesursache bleibt unklar. Kurze Zeit später taucht die Leiche eines Mannes auf – Pfeile ragen aus seinem Brustkorb, die ebenfalls erst nach seinem Tod dort platziert wurden. Beide wurden Opfer desselben Täters, ansonsten scheint es keine Verbindung zwischen ihnen zu geben. Detective Jane Rizzoli von der Bostoner Polizei steht vor einem Rätsel, bis eine Spur sie zu einem Jahrzehnte zurückliegenden Fall von Misshandlungen in einem katholischen Kinderhort führt …“

Meinung:
Ich hatte schon ewig nichts mehr von Tess Gerritsen gelesen und wusste nicht so recht, was mich erwarten würde. Ich bin gerade bei einem Thriller sehr skeptisch, weil er oftmals in einer Gewaltorgie endet. Nicht so bei diesem Buch.

Ich geb zu, den Anfang fand ich ein wenig ekelig, aber dennoch war das Rätsel um diesen Mord interessant genug, um mich am Lesen zu halten.
Es ist kein einfacher Fall, den Detective Jane Rizzoli hier zu lösen hat. Die Spuren reichen weit in die Vergangenheit zurück und je mehr Spuren sie findet, umso verzwickter wird die Tat.

Zwar hatte ich keinen blassen Schimmer, wer die Protagonisten waren, da ich mich nicht an vorherige Bücher aus der Serie erinnern kann, aber sie werden recht ausführlich vorgestellt – weniger ihre Hintergrundgeschichten als vielmehr ihre Gefühlswelt und die Situation, in der sie sich aktuell befinden. Das hat es mir leicht gemacht, einen schnellen Einstieg in den Roman zu finden und Sympathie für die Figuren zu entwickeln.

Einen echten Antagonisten findet man in „Blutzeuge“ jedoch nicht. Natürlich gibt es „böse Menschen“ in der Story, doch ihr Verhalten wird psychologisch erklärt und ein klein wenig abgemildert. Das tat aber der Spannung keinerlei Abbruch.

„Blutzeuge“ ist kein überragendes Werk, aber ein solider Thriller mit einigen guten Verwicklungen und einer funktionierenden Grundidee, die ihren Schrecken bis zum Schluss behält.

Rezension: „Origin“ von Dan Brown

32283133.jpg Titel: Origin
Autor: Dan Brown
Verlag: Doubleday Books
Übersetzung: Origin (Lübbe)

Klappentext:
„Robert Langdon, Harvard professor of symbology and religious iconology, arrives at the ultramodern Guggenheim Museum in Bilbao to attend a major announcement—the unveiling of a discovery that “will change the face of science forever.” The evening’s host is Edmond Kirsch, a forty-year-old billionaire and futurist whose dazzling high-tech inventions and audacious predictions have made him a renowned global figure. Kirsch, who was one of Langdon’s first students at Harvard two decades earlier, is about to reveal an astonishing breakthrough . . . one that will answer two of the fundamental questions of human existence.
As the event begins, Langdon and several hundred guests find themselves captivated by an utterly original presentation, which Langdon realizes will be far more controversial than he ever imagined. But the meticulously orchestrated evening suddenly erupts into chaos, and Kirsch’s precious discovery teeters on the brink of being lost forever. Reeling and facing an imminent threat, Langdon is forced into a desperate bid to escape Bilbao. With him is Ambra Vidal, the elegant museum director who worked with Kirsch to stage the provocative event. Together they flee to Barcelona on a perilous quest to locate a cryptic password that will unlock Kirsch’s secret.
Navigating the dark corridors of hidden history and extreme religion, Langdon and Vidal must evade a tormented enemy whose all-knowing power seems to emanate from Spain’s Royal Palace itself . . . and who will stop at nothing to silence Edmond Kirsch. On a trail marked by modern art and enigmatic symbols, Langdon and Vidal uncover clues that ultimately bring them face-to-face with Kirsch’s shocking discovery . . . and the breathtaking truth that has long eluded us.

Meinung:
Ich hätte es wirklich ahnen können… Ich war nie ein großer Fan von Dan Brown und nun sitze ich hier und frag mich „Warum, oh warum nur, hab ich mir dieses Buch angetan?“ Es ist fast schon eine Beleidigung für jeden seiner Leser, der über 15 Euro für dieses Geschreibsel ausgegeben hat.

Der Anfang war spannend und vielversprechend, das geb ich zu. Doch schon als „Winston“ ins Spiel kam, wurde ich skeptisch und dachte „bitte, bitte nix mit KI, das gelingt nur den besten SciFi-Autoren wirklich gut“.
Doch zunächst einmal wurde ich eingelullt von einer seitenweisen Präsentation, die am Ende keine war und dann einer eeeewig langen Schnitzeljagd durch die Stadt, in der es offensichtlich mehr darum ging, die Umgebung und ihre Geschichte zu erläutern, statt die Geschichte voranzutreiben. Zwischendurch kam mir immer wieder der Gedanke „Meine Güte, schreib halt einen Stadtführer“.

Während ich so den Protagonisten hinterher eilte, immer den allwissenden Winston über allem schwebend, bekam die katholische Kirche links und rechts ihre Seitenhiebe ab, wie wir das von Dan Brown Werken so gewohnt sind. Nichts geht doch über das Bashing von Religionen (damit hab ich persönlich zwar keine Probleme, aber es nervt einfach ab einem gewissen Punkt).

Irgendwann kamen Langdorn und sein netter Sidekick dann endlich im Herzen des Rätsels an. Wieder hieß es, die Präsentation in voller epischer Breite zu ertragen, gespickt mit Informationen, die der Autor sicherlich langwierig recherchiert hat, die aber zum Großteil für die Story  komplett überflüssig waren.

Dann endlich die Auflösung – zwischendrin eine völlig hirnrissige (sorry, eine bessere Formulierung fällt mir dazu echt nicht ein) Szene mit dem König und dem Bischof (das war totaler Quatsch an dieser Stelle und erneut völlig verzichtbar, aber politically correct…) – und auf meiner Seite ein „Er hat es doch getan, er hat’s getan, ich glaub es nicht, wie kann er nur so einen Mist verzapfen?“

Dan Brown hat sich nicht davor gescheut, Religionen, künstliche Intelligenz, Symbolik, Traditionen, Genderthemen, Logik und Emotionen in einen großen Topf zu werfen, einmal kräftig umzurühren und einen Roman zu schreiben, der wie das Drehbuch für die Kinoverfilmung anmutet. Eigentlich hätte er nur noch den amerikanischen Präsidenten einfließen lassen müssen und er wäre so richtig „trendy“ gewesen.

Selten hab ich mich über so einen Blödsinn so sehr geärgert. Brown ist dieses Mal weit über das Ziel hinausgeschossen.

Ein völlig überhyptes Buch, allerdings schön massentauglich… Ich will mein Geld zurück.

Rezension: „Helix“ von Marc Elsberg

31790529 Titel: Helix
Autor: Marc Elsberg
Verlag: Blanvalet (zur Buchseite)

Klappentext:
Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden – von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines internationalen Chemiekonzerns Nutzpflanzen und –tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg, ein Paar Ende dreißig, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung, erklärt sogar, er könne die genetischen Anlagen ihres Kindes deutlich verbessern. Er erzählt ihnen von einem – noch inoffiziellen – privaten Forschungsprogramm, das bereits an die hundert solcher »sonderbegabter« Kinder hervorgebracht hat, und natürlich wollen Helen und Greg ihrem Kind die besten Voraussetzungen mitgeben, oder? Doch dann verschwindet eines dieser Kinder, und alles deutet auf einen Zusammenhang mit sonderbaren Ereignissen hin – nicht nur in München, sondern überall auf der Welt …

Meinung:
Marc Elsberg nimmt sich mit „Helix“ einem brisanten und sehr aktuellen Thema an: was passiert, wenn man Gott spielt und sich in das Erbgut nicht nur von Saatgut (wie es schon gang und gäbe ist) hackt, sondern auch das menschliche Genom verändert?

Die Geschichte beginnt mit dem seltsamen Tod des US-Außenministers spannend und vielversprechend. Doch schon die nächsten Kapitel tragen ein wenig zur Verwirrung bei – wir finden uns plötzlich in völlig anderen Handlungssträngen, die zwar interessant sind, aber die zuvor aufgebaute Spannung hemmen.

Über viele Seiten hinweg werden nun drei Szenarien langsam entwickelt. Immer mehr Charaktere, deren Namen und Persönlichkeiten eher nichtssagend sind, betreten die Bühne, immer häufiger fließen wissenschaftliche Thesen in die Handlung ein.

Ich weiß, dass es nicht einfach ist, Rechercheergbnisse so in einen Roman einfließen zu lassen, dass sie unterhaltend sind und nicht belehrend wirken. Zumindest dieser Teil ist dem Autor recht gut gelungen.
Doch die Geschichte lahmt leider an zu vielen anderen Dingen: flache Figuren, falsche Begriffe (DNA statt DNS), stellenweise fehlerhafte Grammatik („wem anderen“) und zu viele Ereignisse, die nur ganz langsam in einen Zusammenhang gebracht werden.

Ich habe mich sehr durch das Buch kämpfen müssen. Sobald ich es etwas länger hab liegen lassen, hatte ich viele Ereignisse und Namen vergessen. Nach zwei Dritteln war mir dann auch ehrlich gesagt die Auflösung egal. Die letzten Seiten habe ich nur noch überflogen.

Die Idee hinter „Helix“ ist nicht schlecht, aber die Umsetzung ist meiner Meinung nach nicht wirklich gelungen.

Rezension: „Durst“ von Jo Nesbø (SPOILER)

35826160 Titel: Durst
Autor: Jo Nesbø
Serie: Harry Hole #11
Verlag: Ullstein (zur Buchseite)
Erscheint am: 15.09.2017
Originaltitel: Tørst

Inhalt:
„Ein Serienkiller findet seine Opfer über die Dating-App Tinder. Die Osloer Polizei hat keine Spur. Der einzige Spezialist für Serientäter, Harry Hole, unterrichtet an der Polizeihochschule, weil er mehr Zeit für seine Frau Rakel und ihren Sohn Oleg haben möchte. Doch Holes alter Chef Mikael Bellmann kennt Olegs Vergangenheit und setzt Hole unter Druck. Der Kommissar gibt schließlich nach und arbeitet hochkonzentriert mit seinen Leuten an dem Fall. In einer Atmosphäre der Angst zögern viele Frauen, sich weiter über die App zu verabreden. Die schlimmsten Befürchtungen werden wahr, als tatsächlich eine weitere junge Frau verschwindet, ausgerechnet eine Kellnerin aus Holes Stammlokal. Und der Kommissar kann nicht länger die Augen davor verschließen, dass der Mörder für ihn kein Unbekannter ist.“

Meinung:
Um es gleich vorweg zu sagen: ich bin kein Fan skandinavischer Thriller/Krimis, versuche mich aber immer wieder daran. Von Nesbø hatte ich bereits das Buch „Leopard“ gelesen, was mir so gar nicht gefallen hatte, aber ich wollte der Reihe eine zweite Chance geben.

Skeptisch war ich bereits, als die App „Tinder“ erwähnt wurde. Es ist immer schwierig, eine Erzählung mit Begriffen aus der Gegenwart des Schreibenden zu spicken. Zum einen verschwinden diese Dinge vermutlich irgendwann wieder, zum anderen gibt es noch sehr viele LeserInnen, die nicht internetaffin sind und mit Apps nichts anzufangen wissen.
Problematisch ist, dass diese Software vom Autor nicht näher erläutert wird. Nicht jedem dürfte die Eigenart von „Tinder“ bekannt sein, was eventuell den Einstieg in die Geschichte etwas erschwert.  Allerdings spielt sie ab einem gewissen Zeitpunkt auch keine Rolle mehr für den Rest der Story, was ich ebenfalls etwas seltsam fand. Warum sie zuerst betonen und in den Mittelpunkt stellen, wenn anschließend nichts mehr damit geschieht?

Kommen wir zu den Figuren: Frauen werden in diesem Roman entweder abgeschlachtet, sind schwach oder werden comicmäßig überzeichnet.
Männer sind Antihelden, dominant, verschlagen und berechnend.
Es mag sein, dass es über die gesamte Serie hinweg, Charakterentwicklung gibt, aber vermutlich wird sie sich in voraussehbaren Bahnen entwickeln. Ich kann mich natürlich irren, allerdings hätte ich mir etwas mehr Abwechslung bei der Darstellung der Personen gewünscht.

Fand ich die Geschichte spannend? Jein. Anfangs gab es einen Mord nach dem anderen, die Ermittlungen liefen nur langsam an.
Den zweiten Teil fand ich dann etwas interessanter, weil hier die typische Täterjagd begann.
Der Schluß wiederum wurde meiner Meinung nach viel zu sehr in die Länge gezogen. Man hätte dieses Buch gut nach den ersten beiden Teilen abschließen können, stattdessen gab es immer mehr Verwicklungen und „Überraschungen“ – bis schließlich am Ende fast jede Figur mit jeder anderen in irgendeinem Zusammenhang stand. Warum das alles? Warum konnte der Autor nicht einfach einige Fäden ungelöst lassen? Er schreibt eine Serie und verwendet auch Stücke aus vorherigen Büchern. Er hätte lose Enden für weitere Geschichten verwenden können, ohne dass der Stand-Alone-Charakter von „Durst“ daran gelitten hätte. Ein guter Thriller beantwortet nicht alle Fragen und führt nicht alle Figuren zu einer „großen Familie“ zusammen.

Für mich war zu viel in der Story vorhersehbar und klischeehaft. Schon als der sogenannte „Experte“ hinzugezogen wurde, ahnte ich, in welche Richtung es sich entwickeln würde. Die ausgelegten roten Heringe konnten mich auch nicht ablenken, selbst diese waren zu typisch.

Ich weiß, dass meine Meinung zu Nesbø seltener vertreten wird. Ich kann den Hype um diese Serie nicht so recht nachvollziehen, aber letzten Endes ist Lesen etwas sehr Individuelles, in das eigene Erfahrungen und Vorstellungen einfließen.
Mit „Durst“ endet für mich jedenfalls die Harry-Hole-Geschichte. Wir werden einfach keine Freunde…

 

 

Abgebrochen: „Der Präsident“ von Sam Bourne

35716013 Titel: Der Präsident
Autor: Sam Bourne
Verlag: Bastei Entertainment
Originaltitel: To Kill the President

Klappentext:
„Als die Bürger der USA einen unberechenbaren Demagogen zum Präsidenten wählen, hält die Welt den Atem an. Kaum jemand weiß: Bereits kurz nach Amtsantritt ordnet der Präsident fast einen Nuklearstreich an, nachdem ein Wortgefecht mit dem Machthaber von Nordkorea aus dem Ruder läuft. Eins ist den Mitwissern klar: Jemand muss etwas unternehmen, oder die Welt steht kurz vor einem dritten Weltkrieg. Ein Attentat scheint der einzige Ausweg … “

Meinung:
Anfang August, als der Konflikt zwischen Trump und Nordkorea in die Medien kam, wurde mir „Der Präsident“ als Rezensionsexemplar angeboten (danke dafür).
Natürlich war ich interessiert, selten liest man einen Thriller, der fast punktgenau auf die aktuelle politische Lage passt. Noch dazu handelt es sich bei Sam Bourne bzw. Jonathan Freedland um einen prämierten englischen Journalisten. Was konnte da schon schiefgehen?

Jede Menge.

Das Original wurde am 4. Juni publiziert, die Übersetzung am 17. Juli 2017. Vermutlich wurde es nicht nur rasch übersetzt, sondern auch rasch geschrieben und veröffentlicht. Schon auf den ersten Seiten wimmelt es von Wortwiederholungen und Druckfehlern. Ok, darüber kann ich hinwegsehen, wenn die Geschichte ansonsten gut ist.

Ist sie aber nicht.

Eigentlich hat Bourne lediglich alle vorhandenen Berichte seit Beginn der Amtszeit von Trump in einen Roman zu einem Pseudothriller zusammengetragen. Wir werden wirklich in dieser Story mit jedem denkbaren USA-Thema konfrontiert: Nuklearbedrohung, Einreise ins Land, sexuelle Belästigung, Kreationismus… und ich hab nur die Hälfte des Buchs gelesen…

Von den flachen und unglaubwürdigen Charakteren fang ich erst gar nicht an. Mich hat es extrem genervt, dass dieses Werk so dermaßen überzogen mit bereits vorhandenem Material zusammengeschustert wurde.
Letzten Endes wird es wohl auf eine moralische Sache hinauslaufen: darf man den Präsidenten töten, sollte ein Krieg so unmittelbar bevorstehen? Aber was bitte will der Autor damit bezwecken?

Es passiert wirklich selten, dass mich ein Buch aufregt und ich mich über den Autor ärgere, aber „Der Präsident“ hat es geschafft. Ich habe nach der Hälfte abgebrochen und werde es auch nicht erneut zur Hand nehmen.

Rezension: „Aquila“ von Ursula Poznanski

35526441 Titel: Aquila
Autorin: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe

Klappentext:
„Ohne Erinnerung an die letzten zwei Tage streift die Studentin Nika durch Siena. Sie vermisst ihr Handy, ihre Schlüssel und ihren Pass. Mitbewohnerin Jennifer ist ebenfalls verschwunden. Dafür steckt in Nikas Hosentasche ein Zettel mit mysteriösen Botschaften und Anweisungen.
Das Blut ist nicht deines.
Du weißt, wo das Wasser am dunkelsten ist.
Halte dich fern von Adler und Einhorn …
Welchen Sinn soll das ergeben? Und was, zum Teufel, ist geschehen zwischen Samstagabend und Dienstagmorgen?“

Meinung:

Es gibt unter meinen LieblingsautorInnen nur wenige deutschsprachige – Ursula Poznanski gehört auf jeden Fall dazu, da sie mich immer wieder mit ihren Einfällen überrascht.
Ich freue mich auf jeden neuen Roman von ihr – seien es ihre Krimis für Erwachsene oder ihre Jugendbücher wie „Aquila“.
So bin ich auch gestern, am 14. August, sofort in eine Buchhandlung gestürmt und habe das Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen.

Die Geschichte ist von Anfang an extrem spannend. Zwar ist die Idee des Gedächtnisverlusts nicht unbedingt neu, wurde aber sehr kreativ umgesetzt.
Ein wenig erinnerte mich die Geschichte an die Werke von Dan Brown und – was eventuell sogar als Inspiration diente – an den Mordfall Meredith Kercher und der verdächtigten Amerikanerin Amanda Knox.

Leider können Leser das Mysterium nicht komplett selbst entschlüsseln, da viele Hinweise nicht selbsterklärend sind und Einiges bis zum Schluss im Verborgenen bleibt.
Umso aufregender ist es allerdings, Nika auf ihrer Spurensuche zu begleiten.

Es gab ein paar wenige Aspekte, die mich störten.
So spielt offensichtlich die Forensik bei den Ermittlungen keine große Rolle, weil mit ihrer Hilfe zumindest ein Sachverhalt schneller aufgeklärt gewesen wäre.
Auch die etwas bemühte Liebesgeschichte fand ich für das Geschehen eigentlich überflüssig und ich hätte mir am Ende eine etwas willensstärkere Reaktion der Protagonistin gewünscht… aber nun gut, es ist ein Jugendbuch.

Dafür war ich sehr erstaunt, welche Auswirkungen das Szenario stellenweise auf mich hatte: von leichten Schweißausbrüchen bis hin zu einem angespannten Magen, was ich so kaum beim Lesen erlebe. Das kann aber auch daran liegen, dass ich allgemein kaum blutrünstige Stories lese.

„Aquila“ ist ein spannendes Buch für alle, die gute Unterhaltung für zwischendurch suchen.

Tipp: Wer sich gern die italienischen Schauplätze auf einer Karte anschauen möchte, wird hier fündig:

Weitere Infos gibt es auf der Verlagsseite zu „Aquila“.