Rezension: „Three Things about Elsie“ von Joanna Cannon

33229395 Titel: Three Things about Elsie
Autorin: Joanna Cannon
Verlag: The Borough Press

Klappentext:
„There are three things you should know about Elsie.
The first thing is that she’s my best friend.
The second is that she always knows what to say to make me feel better.
And the third thing… might take a little bit more explaining.
84-year-old Florence has fallen in her flat at Cherry Tree Home for the Elderly. As she waits to be rescued, Florence wonders if a terrible secret from her past is about to come to light; and, if the charming new resident is who he claims to be, why does he look exactly like a man who died sixty years ago?“

Meinung:
Nachdem ich letztes Jahr so begeistert von „Der Sommer der schwarzen Schafe“ von Joanna Cannon war, hatte ich mich riesig auf ihr neues Buch gefreut. Leider aber bin ich mit „Three Things about Elsie“ so gar nicht klargekommen.

Zunächst einmal tat ich mich schwer damit, Zugang zu den Protagonisten zu finden. Während die Stimme von Florence recht deutlich und laut ist, gehen alle anderen ein wenig unter darin und unterscheiden sich kaum von ihr. Jeder ist verständnisvoll und liebenswert und kämpft mit der Vergesslichkeit – mir fehlte die Abwechslung in den Charakterzügen. Selbst der Antagonist ist nicht wirklich böse. Ich weiß jedoch aus Erfahrung, dass gerade Demenz Menschen verändern und sie aggressiv und nicht sehr liebenswert werden lassen kann. Wieso ist in diesem Buch davon nicht die Rede, wieso wird das Alter hier durch die etwas rosarote Brille betrachtet?

Einige Figuren erschlossen sich mir überhaupt nicht – so zum Beispiel „Handy Simon“, dessen Anteil in dieser Geschichte ich nicht verstanden habe. Meiner Meinung nach war er überflüssig und nur ein weiteres „süßes“ Element.

Mich störten auch all die Lebensweisheiten, die immer wieder in Dialogen auftauchten. Es ist so klischeehaft, so überladen und belehrend. Ja, die Autorin hat als Psychiaterin gearbeitet und sicherlich sind dies Dinge, die im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn immer wieder ans Licht kamen, dennoch fand ich sie hier fehl am Platz. Man wird nicht automatisch weiser, je älter man wird. Es gibt durchaus genug Leute, die sich der Einsicht sperren und kein bisschen klüger werden, sondern vielmehr verstockter und unzugänglicher.

„Three Things about Elsie“ ist toll geschrieben, keine Frage, aber ich hatte das Gefühl, mich in einem Süßigkeitenladen zu befinden, in dem alles so niedlich aussieht, rosa und gelb und blau schimmert und das wahre Leben nur durch das Schaufenster betrachtet wird.

Deutlich besser hat mir „Elizabeth is Missing“ von Emma Healey gefallen, die sich einem ähnlichen Thema widmet.

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