Kurzrezension: „A Boy called Christmas“ von Matt Haig

25882558 Titel: A Boy called Christmas
Autor: Matt Haig
Verlag: Canongate
Deutsche Übersetzung: Ein Junge namens Weihnacht (dtv)

Klappentext:
„You are about to read the true story of Father Christmas.
It is a story that proves that nothing is impossible.
If you are one of those people who believe that some things are impossible, you should put this book down right away. It is most certainly not for you.
Because this book is FULL of impossible things.“

Meinung:
Viel gibt es zu diesem Buch eigentlich nicht zu sagen. Es ist eine nette, liebevolle und lustige Geschichte mit witzigen Illustrationen über den Nikolaus/Santa Claus/Father Christmas und der Erfindung von Weihnachten.

Kann man prima in der hektischen Adventszeit lesen und vorlesen.

Mehr als eine Rezension: Good Night Stories for Rebel Girls

33016249.jpgTitel: Good Night Stories for Rebel Girls
Autorinnen: Elena Favilli, Francesca Cavallo
Verlag: Timbuktu Labs
Deutsche Übersetzung: Good Night Stories for Rebel Girls (Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG)

Klappentext:
„Good Night Stories for Rebel Girls is a children’s book packed with 100 bedtime stories about the life of 100 extraordinary women from the past and the present, illustrated by 60 female artists from all over the world. This book inspires girls with the stories of great women, from Elizabeth I to Serena Williams.“

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Ich habe dieses Buch noch nicht beendet, aber ich kann jetzt schon sagen, dass es für mich nicht nur das „Buch des Jahres“ sondern vermutlich auch das „Buch meines Lebens“ sein wird.

Ich muss ein wenig ausholen, um das zu erklären:
Seit ich denken kann (und das ist schon recht lang, ich bin 42 Jahre alt), war ich rebellisch. „Rebellisch“ bedeutet in dem Fall nicht, dass ich mich gegen alles und jeden aufgelehnt hätte. Ich habe vielmehr dort rebelliert, wo es um ein respektloses Verhalten oder sinnlose Regeln ging. Ich habe Mitschüler, Lehrer und auch wildfremde Menschen, die sich auf offener Straße unkorrekt verhalten haben, zur Rechenschaft gezogen – spontan und ohne über die Konsequenzen für mich nachzudenken.

Natürlich haben meine Eltern mein „kritisches Denken“ begrüßt, aber sie wollten auch, dass ich ohne Probleme durchs Leben kam und mit diesem Verhalten eckte ich an und schuf mir durchaus hin und wieder Schwierigkeiten.
Letzten Endes wussten sie nicht, wie sie mit meiner Rebellion umgehen sollten, sie war ihnen selbst zu fremd und sie hatten nicht den gleichen Mut und das gleiche Selbstvertrauen, dass ich in dieser Hinsicht schon früh an den Tag legte.
So gaben sie mir (unbewusst) einen widersprüchlichen Rat mit auf den Weg: „Bleibe kritisch, aber im Zweifel sind die anderen erfahrener als du es bist – und befinden sich im Recht.“

Versucht mal, rebellisch zu sein, wenn ihr anderen nicht auf Augenhöhe begegnet, sondern ihrem Verhalten mit mehr Respekt gegenübertretet als ihr euch gegenüber habt…. ich konnte nie wirklich festmachen, warum meine Rebellion sich innerlich so seltsam anfühlte, richtig und dennoch falsch und ich habe sie irgendwann unterdrückt.

Und dann las ich diesen Satz.

To the rebel girls of the world:
Dream bigger
Aim higher
Fight harder
And, when in doubt, remember
You are right.

Ich war zunächst regelrecht „entsetzt“: Wie jetzt? Es ist ok, wenn  ich Recht habe? Es ist ok, wenn ich härter kämpfe? Es gibt Menschen, die das wirklich und ehrlich gutheißen und fördern?

Ich war sprachlos und ich begann die Geschichten der 100 Frauen zu lesen. Frauen, die sich nicht haben „reinreden“ lassen. Sie sind mit Sicherheit vielen Schwierigkeiten begegnet auf ihrem Weg, aber sie haben sich nicht sagen lassen, dass die anderen Recht haben. Sie blieben sich treu, gingen ihren Weg und machten die Welt zu einem besseren Ort.

Wahnsinn.

So viele Frauen und Mädchen (und ich bezweifle nicht, dass es auch Männer dieses Kalibers gibt), die mir den Rücken stärken, die mir durch ihr Leben zeigen „es ist richtig, was du tust“.

Ihr glaubt nicht, wie viel Kraft und Selbstvertrauen mir DAS gibt!

Um es noch einmal zu betonen: meine Eltern liebten mich und wollten nur das Beste für mein Leben. Ich weiß das und schätze es sehr! Allerdings hatte ich eine explosive Eigenschaft in meinem Genpool, die sie versuchten, in ruhigere Bahnen zu lenken.
Vielleicht war es hilfreich, vielleicht auch nicht.

Aber jetzt weiß ich mehr denn je, dass Rebellion, die eine positive Veränderung bezweckt, eine große Stärke ist, etwas, das gefördert werden muss, denn Rebellinnen sind oft allein auf weiter Flur unterwegs. Wir benötigen Unterstützung, selbst wenn sie aus einem Kopfnicken besteht. Wir tun das nicht nur für uns, wir tun es für alle!

Dies ist ein Buch, dass ich allen Frauen, Männern, Mädchen und Jungs absolut ans Herz legen möchte! Lest es, lebt es und gebt es weiter! Die Welt braucht solche „Rebellen“.

Rezension: „Whichwood“ von Tahereh Mafi

31563982.jpg Titel: Whichwood
Autorin: Tahereh Mafi
Serie: Furthermore #2
Verlag: Dutton Books for Young Readers

Klappentext:
„Our story begins on a frosty night…
Laylee can barely remember the happier times before her beloved mother died. Before her father, driven by grief, lost his wits (and his way). Before she was left as the sole remaining mordeshoor in the village of Whichwood, destined to spend her days washing the bodies of the dead and preparing their souls for the afterlife. It’s become easy to forget and easier still to ignore the way her hands are stiffening and turning silver, just like her hair, and her own ever-increasing loneliness and fear.
But soon, a pair of familiar strangers appears, and Laylee’s world is turned upside down as she rediscovers color, magic, and the healing power of friendship.“

Meinung:
Kennt ihr das, wenn man eine Welt und ihre Charaktere so sehr mag, dass man sie nie wieder verlassen möchte? So erging es mir mit Band 1 der Serie „Furthermore“. Eigentlich wollte ich mir das zweite Buch noch etwas aufheben, doch die Sehnsucht war zu groß 🙂

„Whichwood“ ist ein magisches Land, dass sich sehr von Ferenwood und Furthermore unterscheidet. Auch hier begegnen wir phantastischen Phänomenen, doch sie sind „dunkler“ und „gefährlicher“ als das, was ich zuvor kennengelernt hatte. Auch die Wesen, die dort leben, sind ängstlicher, sie feiern ihre Magie nicht offen, sie schließen die Augen davor und nehmen sie als gegeben hin; ein Teil ihrer selbst, der ihnen unangenehm ist.

Auch Laylee leidet darunter und kämpft ganz allein einen Kampf, für den sie eigentlich schon lang zu schwach ist, bis Alice und Oliver in ihr Leben purzeln – und ihre Lage verschlimmern 😉

Ich hatte mir zwar wieder etwas „Leichtes und Farbenfrohes“ wie in „Furthermore“ erhofft, was ich hier nur ansatzweise bekommen habe, aber ich bin nicht unglücklich damit. Die Protagonisten sind ein wenig älter geworden und müssen lernen, dass sie nicht nur Verantwortung für sich selbst sondern auch für andere tragen.
So sind die  großen Themen dieses Romans Freundschaft, Vertrauen, Respekt und Unterstützung insbesondere in schwierigen Zeiten.

Man sollte auf jeden Fall den ersten Band gelesen haben, um sich in diesem zurecht zu finden. Die grundlegenden Dinge werden zwar vom Erzähler zwischendrin erklärt, aber es fehlen sonst zu viele Hintergründe und Details, die für das Verständnis dieser Geschichte nötig sind.

„Whichwood“ ist das erwachsenere Buch von beiden und eignet sich eher für die kühle Jahreszeit. Die Atmosphäre ist düster und kühl – keine geeignete Strandlektüre.
Dennoch ist es eine absolute Leseempfehlung für alle, die ungewöhnliche Fantasiestories mögen.

Rezension: „Furthermore“ von Tahereh Mafi

28110143.jpg Titel: Furthermore
Autorin: Tahereh Mafi
Serie: Furthermore #1
Verlag: Dutton Books for Young Readers

Klappentext:
„Alice Alexis Queensmeadow 12 rates three things most important: Mother, who wouldn’t miss her; magic and color, which seem to elude her; and Father, who always loved her. Father disappeared from Ferenwood with only a ruler, almost three years ago. But she will have to travel through the mythical, dangerous land of Furthermore, where down can be up, paper is alive, and left can be both right and very, very wrong. Her only companion is Oliver whose own magic is based in lies and deceit. Alice must first find herself—and hold fast to the magic of love in the face of loss.“

Meinung:
Über dieses Buch bin ich zufällig gestolpert, als ich auf der Suche nach Neuerscheinungen Band 2 dieser Serie entdeckte. Da ich hin und wieder auch gern mal ein Kinderbuch lese und dieses interessant genug klang, landete Band 1 auf meinem eReader.

„Furthermore“ ist ein sehr, sehr ungewöhnliches Land. Physikalische Gesetze spielen keine Rolle, aber seine Bewohner folgen dafür unzähligen anderen Vorschriften, die sie sich selbst ausgedacht haben.
Ganz wichtig: Zeit wird mit einem Lineal gemessen und wer seine Zeit verschwendet, landet für alle Ewigkeit in einem Gefängnisdorf, in dem es außer Grau keine Farben gibt.
In diese Welt stolpert die farblose Alice, eine Außenseiterin in ihrem farbenreichen Ort Ferenwood, die auf der Suche nach ihrem verschollenen Vater ist.

Immer wieder trifft sie auf ihrem Abenteuer auf seltsame Wesen wie beispielsweise Papierfüchse. Sie landet auf hohen Bäumen und fällt durch den Himmel.
Nur schwer lassen sich ihre Erlebnisse beschreiben, so andersartig sind sie. Ein wenig erinnert die Welt an „Alice im Wunderland“ oder „Der Zauberer von Oz“. Es macht Spaß in diese schillernde Umgebung einzutauchen und all die verrückten Figuren zu treffen.

Eine kurzweilige Lektüre für triste Winterabende – sehr gut geschrieben und auch für Erwachsene faszinierend.